Weihnachten gestern und heute

Ich frage mich oft, ob Weihnachten früher tatsächlich schöner war. Wenn ich in den Tagen davor die Menschen beobachte, wie sie eilen und hasten, stellt sich mir diese Frage jedes Jahr aufs Neue.

Als wir Kinder waren gab es noch keine Berge von Geschenken zum Weihnachtsfest. Mutter nähte der Puppe ein neues Kleid oder das Stofftier wurde zum Teddy-Doktor geschickt. Der Holzroller bekam eine andere Farbe und ins Puppenhaus kamen neue Tapeten und Teppiche. Die Puppenstube war überhaupt etwas ganz besonderes für mich, denn sie wurde immer nur zum Weihnachtsfest aufgebaut. Bis Mitte Januar durfte ich damit spielen, dann kam sie wieder auf den Dachboden und ruhte dort, bis das Christkind sie erneut brachte. Am Heiligabend kam unsere Familie zusammen, einschließlich der Großeltern. Als Opa starb, fehlte etwas und Weihnachten war nicht mehr ganz so schön wie früher.

Der Baum wurde von Mutter und Oma am Nachmittag geschmückt. Ab da durfte ich mich nur noch im Kinderzimmer oder in der Küche aufhalten. Das Wohnzimmer war für mich bis nach dem Besuch der Kinderweihnacht verschlossen. Voller Spannung wartete ich anschließend auf das Läuten des Weihnachtsglöckchens. Wie festlich die Stube aussah. Der Baum strahlte im Lichterglanz. Damals hatten wir noch echte Kerzen. Das führte dazu, dass wir strikt angewiesen wurden, die Stube nie unbeaufsichtigt zu lassen. Jedes Jahr trugen die Kugeln eine andere Farbe. Mal war der Tannenbaum rot, mal weiß, mal dunkellila geschmückt. Und dazu natürlich Silber-Lametta; ich nannte die dünnen Fäden „Engelhaar“.

Das sind meine Erinnerungen an damals. Nein, ich habe keine Antwort darauf, ob es früher besser oder schlechter war. Es war eben anders. Auch heute gehört Weihnachten noch zu meinen Lieblingsfesten: Ich mag die Stimmung in den erleuchteten Gassen, den Duft von Glühwein und gebackenen Plätzchen und natürlich Schnee, falls er uns mal am Weihnachtsabend beglückt. Schon lange lasse ich mich von der Hektik der Menschen nicht mehr anstecken, sondern versuche, für mich Ruhe, Besinnung und Frieden zu finden. Was gibt es Schöneres, als mit sich im Einklang zu sein und der inneren Stimme lauschen zu dürfen.

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1 Response to Weihnachten gestern und heute

  1. Avatar von Alexander Alexander sagt:

    Nette Seite, gefaellt mir sehr.

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