Es gibt kein Ende. Es gibt keinen Anfang. Es gibt nur die unendliche Leidenschaft des Lebens.
Federico Fellini
Costa Smeralda, Sardinien, 1965
Es gibt kein Ende. Es gibt keinen Anfang. Es gibt nur die unendliche Leidenschaft des Lebens.
Federico Fellini
Costa Smeralda, Sardinien, 1965
Von Gastautor Oli Schneider
Heute morgen, auf dem Weg zur Arbeit, ich saß gerade in der Straßenbahn, fiel mir die Geschichte eines Weihnachtslichts ein. Sie war einfach da, bei der Fahrt über die Würzburger Löwenbrücke, oder in der Linkskurve danach.
Ich versuche sie wiederzugeben, jetzt, nach einem langen Tag bei der Arbeit.
Also dieses Weihnachtslicht, keiner weiß, wie es geboren wurde, es lag mit einem Mal auf einer Wiese. Mitten im August. Die Häschen hoppelten vorbei. Der Hund vom Jäger hob sein Bein, ein ganz gewöhnlicher Sommertag. Mit Hitze und flirrenden Windböen, die das Gras wiegten und dieses Licht – das sah niemand. Nicht einmal Lieschen, die ihre Sommerdecke auf dem Rasen ausgebreitet hatte und an Vanilleeis mit Schlagsahne dachte.
Dieses Weihnachtslicht war zwar ein Licht, aber die Sonne schien heller und die Zeit ging schneller und alles war da, nur noch nicht an seinem richtigen Platz. Man weiß es nicht, wie sich das Lichtchen durch die Welt bewegte oder die Welt sich durch das Lichtchen.
Der September kam und der Mond spiegelte sich im See, der Lieschens Füße noch vor Wochen so fein gekühlt hatte. Und das Weihnachtslicht hatte das erste Mal die Hoffnung, gesehen zu werden.
Aber der Mond, der Mond schien heller und die Wellen glitzerten schöner und Lieschen schlief schon irgendwo und träumte von Zuckerwatte und Mandeln. Es wurde Herbst, es wurde kälter und die Menschen zündeten Feuer in ihren Hütten, Häusern und Palästen. Die Kronleuchter strahlten durch die Fenster in die Welt, und man sah es nicht, das kleine Weihnachtslicht auf seiner Suche.
Schon fiel Schnee und das Weiß verteilte sich wie Unschuld auf einer gebrauchten Haut. Alles schien heil. Und das Weihnachtslicht, es verlor sich unter glitzernden Sternen.
Dann kam der Weihnachtsabend und Lieschen wünschte sich nichts sehnlicher, als diesen Moment, wenn das Glöckchen klingeln sollte und die Menschen, die sie liebte, so unendlich nah waren. So nah als dass es schien, die Nacht würde aus einem einzigen schlagenden Herz bestehen.
Weihnachtslichter folgen diesen Wünschen. Unser Licht saß auf einer alten Eiche und hatte das Gefühl, auf einem falschen Baum zu sitzen. Die Eule, die sich in ihrem Nest vor dem eisigen Wind geschützt hatte, sah das hoffnungsvolle Glimmen des Weihnachtslichtes. Und sie sah, wie es an Kraft gewann. Wurde es heller, oder einfach sichtbarer? Größer? Stärker? Lichtiger? Unsere Welten spiegeln unsere Lichter …
Der Kamin knisterte und die Kerzen waren angezündet und kurz nach acht, als die Wangen von Oma etwas gerötet waren und die Zufriedenheit sich breiter machte, da schaltete jemand die Stubenlampe aus. Und an der Spitze der Tanne, die knapp unter die Zimmerdecke reichte, da leuchtete etwas, das nicht wie eine Kerze schien, nicht wie ein Lämpchen. Nein, wie etwas, das endlich seinen Platz gefunden hatte. Zu einer bestimmten Zeit, an einem bestimmten Ort und es war nicht einfach hell, es schien die Welt in der Tiefe zu beleuchten.
Das am lichtesten, sogar das wärmste, etc. – denkt Euch etwas Süßes wie Zimtschnecken dazu… So war es! Das Beste im Dorf und für Lieschen sogar das Schönste auf der ganzen Welt. War es ein anderes Weihnachtslicht als im August? Nein, es war nur angekommen. Wo es hingehörte.
In diesem Sinne, eine schöne Weihnacht Euch!
Bücher gehören zu den persönlichsten Geschenken zu Weihnachten. Sie schenken Zeit, Ruhe und neue Welten – genau das, was viele sich in der besinnlichen Jahreszeit wünschen. Ob spannend, inspirierend oder herzerwärmend: Ein sorgfältig ausgewähltes Buch zeigt Aufmerksamkeit und bleibt oft weit über die Feiertage hinaus in Erinnerung. Ich habe mich umgeschaut. Hier ein paar Tipps für Eure Auswahl.
Sachbücher
Eigentlich ist es ein Sommerbuch, eines für die großen Ferien, möglichst an den bayerischen Seen. Doch als ich neulich bei einem Literaturkreis in unserer Stadtbücherei war, wo dieses Buch besprochen wurde, war mir klar, dass es auch als Weihnachtsbuch zu empfehlen ist. Hat Thomas Mann nicht einst „Weihnachten bei den Buddenbrooks“ geschrieben? Dieses Büchlein macht genau so neugierig auf den Schriftsteller wie die Neuerscheinung jetzt.
Doch worum geht es? Die Familie Mann hat sich 1918 ein Haus am Tegernsee gemietet. Unbeschwerte Monate liegen vor ihr – doch die Welt verändert sich dramatisch, auch für die Manns. Tief im bayerischen Süden pflegte der große Schriftsteller die Kunst des Müßiggangs und schrieb dabei an einem Manuskript.
Die Kinder tobten im See, der erste Weltkrieg war vorbei und doch hat er Spuren der Verwüstung hinterlassen. Die Autorin beschreibt die seelischen Widerstandkräfte, die diese Familie entwickelt. Auch Manns Hund Bauschan nimmt eine tragende Rolle ein. In seiner Erzählung „Herr und Hund. Ein Idyll“ wird er dem Vierbeiner später ein Denkmal setzen. Ich habe sie besucht: Eine Skulptur am Seeufer in Gmund erinnert noch heute an sie beide.
Kerstin Holzer: Thomas Mann macht Ferien, 202 Seiten, 22 Euro.
Persönliche Krisen und Zweifel
Einige von Euch haben sein Vorgängerbuch „Shaolin Spirit“ gelesen. Bewegend und mit großer Klarheit zeigt Shi Heng Yi in seinem neuen Buch „Shaolin Mind“, wie sich ihm auf dem Höhepunkt seiner Popularität eine große innere Leere offenbarte – und welche Schritte ihm dabei geholfen haben, Krisen zu überwinden und den Weg zu wahrer Freiheit zu finden. Hierfür gewährt Euch der Shaolin-Meister seltene und außergewöhnlich offene Einblicke in seinen Lebensweg – ehrlich, berührend und voller Tiefe. In neun Kapiteln erzählt er von prägenden Momenten, inneren Kämpfen und den Erfahrungen, die ihn zu dem gemacht haben, was er heute ist. Er berichtet von seinen Anfängen, dem Aufwachsen in einem ärmlichen Viertel in Kaiserslautern und seinen ersten Stunden in einer Kampfkunstschule im Alter von vier Jahren. Im Buch begleitet Ihr Shi Heng Yi dabei, wie er auf der einen Seite seinen Ordensnamen verliehen bekommt, aber auf der anderen Seite mit dem Gefühl hadert, etwas im Leben zu verpassen.
Shi Heng Yi: Shaolin Mind, 240 Seiten, 26 Euro.
Bist Du zu nett?
Wie lernt Ihr eigentlich, auch mal Nein zu sagen? Wie schafft Ihr es, nicht immer die Wünsche der anderen vor die eigenen zu stellen? Wie dosiert Ihr Freundlichkeit?
Übergroße Freundlichkeit wird manchmal ausgenutzt. Doch kann man lernen, sich als netter Mensch zu behaupten. Allen von Euch, die schnell Vertrauen fassen, die bescheiden sind und sich nicht in den Vordergrund drängen, zeigt der Autor Wege auf, glücklicher und erfolgreicher zu werden. Mit großer Empathie weist er den hilfsbereiten, aufrichtigen und zuvorkommenden Menschen, die ihm bei seiner Arbeit als Psychotherapeut über die Jahre ans Herz gewachsen sind, den Weg zu mehr Respekt – ohne ihr freundliches Wesen zu verbiegen. Dieses charmante Buch hilft Euch dabei, die eigene Persönlichkeit zu verstehen. Zudem lehrt es Euch, eine wichtige Fähigkeit zu verwirklichen: Nett zu sein, aber nicht zu nett.
François Lelord: Bin ich zu nett?, 208 Seiten, 22 Euro.
Den Jetzt-Moment nutzen
Nach einer jahrzehntelangen Binge-Eating-Störung, nagenden Selbstzweifeln, 100 Kilo weniger auf der Waage und der Diagnose einer unheilbaren Krankheit stellt Jana Crämer eines fest: Es geht im Leben nicht darum, sich noch mehr anzustrengen, sondern darum, den richtigen Moment für Veränderung zu erkennen und zu nutzen.
In diesem Buch nimmt Euch Jana mit auf eine sehr persönliche Reise und zeigt Euch eindrucksvoll, warum Veränderung nicht mit Kampf und Verzicht beginnt, sondern mit kleinen und klugen Entscheidungen im richtigen Moment. Mit ihrem unverwechselbaren Humor, tiefer emotionaler Offenheit und schonungsloser Ehrlichkeit erzählt sie uns von ihren größten Krisen und Veränderungen im Leben.
Wie können wir den entscheidenden Jetzt-Moment für uns nutzen – den Moment, in dem Veränderung auf einmal mühelos wird. Warum es nicht immer darum geht, weniger zu essen, sondern manchmal sogar mehr. Und weshalb nicht Willenskraft, sondern Flexibilität der Schlüssel ist, um die eigenen Ziele zu erreichen.
Jana Crämer: Manchmal muss man sitzen, um den Hintern hochzukriegen. Der Moment, in dem alles anders wird, 240 Seiten, 16,99 Euro.
Adopt, don’t shop!
Vielleicht möchtet Ihr einen Hund aus dem Tierschutz adoptieren und habt noch viele Fragen: Wie erkenne ich einen seriösen Tierschutzverein? Was ist wichtig, wenn der Hund einzieht? Welche Probleme können auftreten? Wenn Ihr Euch für einen tierischen Begleiter entschieden habt, wächst die Vorfreude von Tag zu Tag aber auch die Unsicherheit. Wann soll er einziehen, wie ist die Grundausstattung und was gibt es überhaupt zu beachten?
Diese und viele weitere Fragen beantworten Ursula Löckenhoff und Simone Sombecki in ihrem neuen Buch „Tierschutzhund Lieblingshund“. Neben viel praktischer Hilfestellung bei der Entscheidungsfindung, einem Fragebogen zur Selbstanalyse und zahlreichen Praxistipps für ein glückliches Zusammenleben von Mensch und Hund, berichten die beiden Autorinnen auch über ihre langjährige aktive Arbeit im Tierschutz. Das Buch ist gleichermaßen für Neulinge wie auch erfahrene Hundehaltende geeignet und unterstützt auf dem Weg von der Adoption bis zur tiefen Bindung.
Ursula Löckenhoff und Simone Sombecki: Tierschutzhund Lieblingshund, 224 Seiten, 25 Euro.
Im Rückblick sind es oft gerade die herausforderndsten Situationen im Leben, die Ihr später als besonders wertvoll erkennt. In einer Welt jedoch, die sich dem Komfort und der Bequemlichkeit verschrieben hat, tut Ihr doch alles, um diese zu meiden. Der Autor plädiert in seinem neuen Buch dafür, das für Euch Unbequeme nicht als Zumutung, sondern als Chance zu begreifen. Er ist überzeugt: Es lohnt sich, der Bequemlichkeitsfalle zu entkommen und für eine größere Zufriedenheit in der Zukunft den Verzicht und die Anstrengung im Moment wertzuschätzen.
Bas Kast: Lob des Unbequemen. Wie ich lernte, die Eisbäder des Lebens zu genießen, 80 Seiten, 15 Euro.
Die härteste Regatta der Welt
Lesestoff nicht nur für Extremsportler! Superspannend ist die Lektüre rund um das Leben von Boris Herrmann. Wie ist er überhaupt zu dem Ausnahmesegler geworden, der er ist? Welche Erlebnisse, welche Menschen haben ihn geprägt? Was ist ihm wichtig? Seit seiner Teilnahme an der Soloweltumseglung Vendée Globe im Winter 2020/21 ist der Wahl-Hamburger auch Nichtseglern ein Begriff. Im Winter 2024/25 musste er bei der härtesten Regatta der Welt erneut über seine körperlichen und mentalen Grenzen gehen. Boris Herrmann ist jedoch nicht nur ein erfolgreicher Segler, sondern auch ein engagierter Umweltaktivist, der sich für den Schutz und die Erforschung der Meere einsetzt. Erstmals gibt Herrmann auch Einblicke in ein faszinierendes Projekt, das in enger Zusammenarbeit mit Meeresforschungsinstituten entsteht und in die Zusammenarbeit mit dem Journalisten Walter Wüllenweber.
Boris Herrmann und Walter Wüllenweber: Die Welt unter meinem Boot, 336 Seiten, 26 Euro.
Die Insel am Rand der Welt
Was geschieht, wenn man die Zeit anhält – oder besser: wenn man ihr erlaubt, wieder so zu fließen, wie sie es immer getan hat? Insel am Rand der Welt ist genau dieses Innehalten. James Rebanks nimmt Euch mit an einen Ort, der so weit entfernt scheint von unserem Alltag, dass er fast wie ein Gegenentwurf zum modernen Leben wirkt. Der Autor bekommt die seltene Chance, einen ganzen Frühling auf einer der entlegensten Inseln Norwegens zu verbringen. Seine Reise beginnt auf Vega, wo er Anna trifft – eine Frau, die sich bewusst für ein Leben entschieden hat, das Verzicht nicht als Mangel, sondern als Reichtum begreift. Drei Monate werden sie dort zusammen verbringen: Ohne Strom, ohne Komfort, ohne Ablenkung. Dafür mit Wind, Kälte, salziger Luft und einer Aufgabe, die Geduld, Respekt und Hingabe verlangt.
Anna widmet ihr Leben den Eiderenten. Sie baut ihre Behausungen und Nester, wacht darüber, dass die Tiere ungestört brüten können, schützt sie vor Fressfeinden und begleitet die Küken schließlich sicher bis zum Meer. Erst wenn alles getan ist, nimmt sie ihren Lohn entgegen: die feinen Eiderdaunen, die die Enten sich selbst aus der Brust zupfen. Diese flauschigen Federn, in den Nestern gesammelt und mühsam gereinigt, zählen zu den wertvollsten der Welt. Doch der wahre Wert liegt nicht im Preis, sondern im respektvollen Miteinander von Mensch und Natur.
Rebanks beschreibt dieses Leben mit leiser Bewunderung und großer Ehrlichkeit. Anna wird nicht verklärt, nicht romantisiert. Sie ist unbequem, konsequent, manchmal stur – und gerade deshalb so glaubwürdig. Sie weigert sich, sich von der Hektik der modernen Zeit vereinnahmen zu lassen. Ihr Leben folgt einem anderen Takt, einem Rhythmus, den nicht Uhren, sondern Jahreszeiten bestimmen.
Für Rebanks – und für uns Leserinnen und Leser – wird dieser Frühling zu einer Lektion. Er lernt, dass es sich lohnt, für das zu kämpfen, was einem wirklich wichtig ist. Dass Tradition kein Stillstand sein muss. Und dass ein sinnvolles Leben nicht lauter, schneller oder größer werden muss, sondern oft leiser, langsamer und näher an dem, was uns umgibt.
Insel am Rand der Welt ist ein stilles, kraftvolles Buch. Es hinterlässt keine schnellen Antworten, sondern Fragen, die bleiben. Und vielleicht den Wunsch, selbst wieder genauer hinzusehen, wofür wir unsere Zeit und unsere Aufmerksamkeit einsetzen.
James Rebanks: Insel am Rand der Welt. 302 Seiten, 24 Euro
Die Verletzlichkeit des Menschen
Vielleicht hat der eine oder andere von Euch schon mal eines seiner Bücher gelesen oder Verfilmungen gesehen? Ferdinand von Schirach schreibt in seinem neuen Werk über die Verletzlichkeit des Menschen, über seine Triumphe und sein Scheitern. Seine Geschichten erzählen von der Gesellschaft, vom Tod und von Verbrechen, von Musik, Film, Malerei und Philosophie. Sie spielen in Berlin, Kapstadt, Rom, Wien und an der Côte d´Azur. Sie berichten von privaten Begegnungen, von historischen Ereignissen und von Persönlichkeiten, wie dem Tennisspieler Gottfried von Cramm, dem Architekten Adolf Loos oder dem Wiener Schriftsteller, Schauspieler und Kulturphilosophen Egon Friedell. Und immer wieder erzählt sein neues Buch von Zufällen, die ein Leben unaufhaltsam verändern, von der Unbegreiflichkeit und Großartigkeit des Menschen, von der Unsicherheit des Daseins und der Sehnsucht nach Schutz, Sicherheit und Freiheit. Ein Buch, das Euch alle betrifft oder betreffen könnte.
Ferdinand von Schirach: Der stille Freund, 176 Seiten, 22 Euro.
Thriller
Von Lebenden und Verstorbenen
Als Frau Löffler sich nach einem Fahrradunfall auf den Heimweg macht, hat sich ihr Wohnviertel tiefgreifend verändert. Überall trifft sie auf längst verstorbene Nachbarn. Bald stellt sie fest: Sie selbst ist eine der Toten. Genau diese Beschreibung hat mich schon mal fasziniert, da ich neulich ein ähnliches Theaterstück gesehen habe.
Das Dasein nach dem Tod ist behaglich. Frage: Ist das wirklich so? Die meisten bewohnen (für die Lebenden unsichtbar) ihre alten Häuser und führen ihre gewohnten Routinen fort. Doch alles verändert sich, als der verführerische Herr Tober ins Viertel zieht und die Verstorbenen dazu anstachelt, die Lebenden zu vergraulen, um so ein Paradies auf Erden zu schaffen, in dem die Toten unangefochten herrschen können.
Tatsächlich trägt das Buch autobiografische Züge. Denn Monti sagt: „Ich hasste Ludwigsburg und besonders unsere Gegend, sobald ich kein Kind mehr war. Ich fand sie trüb und spießig. Noch mehr hasste ich sie, nachdem ich in meinen Zwanzigern und Dreißigern zehn Jahre in Florenz verbracht hatte. Doch dann kehrte ich zurück, was ich im Leben lange für undenkbar gehalten hatte, schwebten doch dieses Ludwigsburg und die Elbinger Straße in meinem Gehirn als Albtraum herum, in den ich nie mehr zurückversetzt werden wollte. Es ist jetzt im Viertel, zumindest auf einer Metaebene, etwas los, sogar viel los. Es ist richtig aufregend geworden. Ich habe mir das Viertel wieder angeeignet, zu meinem Viertel gemacht. Und es war leichter, die nervenaufreibenden Jahre an einem Ort zu verbringen, den man nicht am liebsten verleugnet, sondern erneut als zuhause annimmt.“ Auf dieses Buch von Olivia Monti darf man gespannt sein!
Olivia Monti: Die Toten von nebenan, 296 Seiten, 23,90 Euro.
Kalender
Ihre Kalender sind legendär. Früher schon begleiteten mich ihre Insta-Fotokalender durchs Jahr mit bewegenden Zitaten. „Famous Die Young“ („Die Berühmten sterben jung)“ ist nun der Titel des Tagesabreißkalenders (es gibt ihn auf deutsch und englisch) von Seltmann Publishers: 366 Kurzbiografien von ikonischen Persönlichkeiten wie James Dean, Jeanne d’Arc und Friedrich Schiller, die viel zu früh gestorben sind, werden vorgestellt. Die einzelnen Porträts erzählen Geschichten über Legenden aus Kunst, Wissenschaft und Sport, die ihre Zeit prägten, aber jung verstarben.
The Famous Die Young – Ein Kalender mit 366 Ikonen und ihren kurzen Lebensgeschichten, 30 Euro.
Kochbuch
Ich komme aus Franken. Klar, dass mich dieses Kochbuch interessiert. Tapas kennen wir ja sonst nur aus Spanien. Und jetzt was über fränkische Tapas. Kann das gut gehen? Das Buch überzeugt auch Kritiker mit seinen 60 Tapas-Rezepten voller fränkischer Einflüsse. Denn Tapas stehen für Geselligkeit und Lebensfreude – können das aber auch die Franken? Man ist und bleibt skeptisch. Doch der Autor präsentiert mit seinem Kochbuch innovative Tapas-Rezepte mit überwiegend fränkischen Zutaten. So warten Karpfenfilet-Fingers, Schäufele-Sliders, klassische Feuerspatzen und viele Dips und Beilagen darauf, bei der nächsten geselligen Runde geteilt zu werden. Und dank der drei Kategorien „gut vorzubereiten“ „schnell & einfach“ oder „raffiniert“ kann sich jede und jeder seine Tapas-Kombination nach Belieben selbst zusammenstellen.
Matthias Wendler: Fränkische Tapas, 176 Seiten, 24 Euro.
Sucht Ihr noch passende Weihnachtsgeschenke? Diese hier werden Lese-Freaks begeistern. Ich habe mich in den Buchläden schon vor ein paar Monaten auf die Suche gemacht. Hier sind ein paar meiner Empfehlungen. Die nächsten folgen noch vor Weihnachten.
Sachbücher
Als Alexander Prinz um die Jahrtausendwende in einem ostdeutschen 800-Seelen-Dorf groß wurde, lebte ein Drittel der Kinder an seiner Schule unter der Armutsgrenze. Mit so etwas Exotischem wie Markenklamotten oder schnellen Autos kam er erst viel später in Berührung, während eines Urlaubs im sogenannten Westen. Denn eine „unsichtbare Mauer“ aus niedrigeren Löhnen und Renten, mangelnder Anerkennung und westdeutscher Hegemonie prägt den Alltag vieler Ostdeutscher bis heute. YouTube-Star und SPIEGEL-Bestsellerautor Alexander Prinz, auch bekannt als „Der dunkle Parabelritter“, erzählt sehr persönlich und ehrlich von seiner Kindheit und Jugend in Sachsen-Anhalt und gibt seiner Generation eine kraftvolle Stimme. In „Oststolz“ bricht er mit Klischees vom Osten und liefert eine längst überfällige Perspektive auf ein noch immer gespaltenes Land.
Alexander Prinz: Oststolz. Appell eines Nachwendekinds, 15,99 Euro, 256 Seiten.
Erinnern wir uns: Im vergangenen Sommer rollte eine Hitzewelle über Deutschland: Bis zu 39 Grad, warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mehrere Male. Auch mit tropischen Nächten mit heftigen Gewittern mussten wir immer mal wieder rechnen.
Es besteht unter Klima-Experten kein Zweifel, dass diese Wetterextreme Folgen des Klimawandels sind, die zunehmend auch die persönliche Gesundheit gefährden, weiß Wissenschaftsjournalistin Christina Berndt. Doch wir sind diesen Veränderungen nicht hilflos ausgeliefert, erklärt die Bestsellerautorin in ihrem aktuellen Buch „Klimaresilienz“: „Aus der Forschung ist seit Langem bekannt, wie sehr persönliche Strategien dabei helfen, psychische und auch körperliche Widerstandskraft aufzubauen. Diese Resilienz hilft, in der Krise zu bestehen.“ Sie ist überzeugt: Das gilt auch für die Klimakrise! Konstruktiv und lösungsorientiert beschreibt Christina Berndt mit vielen praktischen Beispielen, wie wir letztendlich unsere persönliche Klimaresilienz aufbauen können – und hilft, sich körperlich wie psychisch gegen den Klimawandel und seine vielfältigen Folgen zu wappnen.
Christina Berndt: Klimaresilienz, 304 Seiten, 22 Euro.
Esoterik
Das Klima verändert sich, die Erde ist in Aufruhr. Können wir diese Entwicklung aufhalten? Wie können wir unsere Erde retten? Und was kann ein einzelner Mensch tun? Getrieben von diesen Fragen macht sich die Schamanin Annabelle Wimmer Bakic in ihrem neuen Buch auf die Spurensuche nach einer neuen Zukunft.
Für ihre Suche schließt sich die Schamanin einer Reisegruppe an. Gemeinsam mit Menschen aus aller Welt geht es für sie von ihrer Heimat in Prien am Chiemsee zunächst nach Tuwa in Sibirien. Hier findet ein internationales Treffen anerkannter Schamanen statt, die alle Seminare zum Thema der Heilung abhalten. Sie wird eingeladen, die Gruppe weiter nach Sibirien zu begleiten. Sie reisen zu verschiedenen Orten, um dort Energiezentren in der Erde zu aktivieren. Doch dies ist nicht das Ende ihrer Suche, wenig später bricht die Autorin nach Nepal auf, um dort mehr über die Erdheilung zu lernen. Während ihrer Reise erfährt sie immer wieder von uralten Ritualen, die die Macht haben sollen, die Harmonie wieder herzustellen und der drohenden Zerstörung Einhalt zu gebieten. Zunächst ist sie skeptisch, doch es ist die Hoffnung, die sie antreibt.
Auf ihrem Trip wird die Schamanin geleitet vom kollektiven Mythos des Volkes der Winde: Dieser legendäre Stamm soll noch die heilige Sprache aller Wesen gesprochen und das Wissen aller vier Winde besessen haben. Als erstes Volk der Erde war der Stamm mit der Essenz aller Dinge verbunden, seine Mitglieder erkannten die Muster der Schöpfung und wussten von der besonderen Bedeutung des Menschen für diese Welt und seine Aufgabe als Heiler und Hüter. Und so wird Bakic ein universelles Erdheilungsritual für unsere Zeit offenbart, um die sich entfesselnden Elementarkräfte doch noch befrieden zu können und eine neue Allianz zwischen Menschen und Erde zu schmieden.
Annabelle Wimmer Bakic: Das Volk der Winde, 272 Seiten, 22 Euro.
Reise
Die Heidelberger Reiseautorin Cornelia Lohs teilt meine Liebe zu James Bond. Mit Roger Moore haben wir auch den gleichen Lieblings-Bond. Schon als Jugendliche habe ich jeden neuen Film in den Kinos entgegengefiebert. Und neben dem Mann haben mich natürlich auch alle Orte interessiert, an denen 007 die aufregendsten Abenteuer erlebt. Und ich habe mir fest vorgenommen, die Schauplätze irgendwann einmal zu besuchen. Das faszinierende Hotel Cala di Volpe auf Sardinien war mein erstes Ziel, die berühmte Felsspitze in Thailand, die im Film eigentlich in Vietnam sein soll, habe ich zuletzt besichtigt. Das Buch macht es einfach, all die aufregenden Plätze zu besuchen. Die stehen jetzt alle auf meiner Bucket-Liste für die nächsten Jahre. Wahrscheinlich wird es nächstes Jahr Japan werden, das mich in den Film „Man lebt nur zweimal“ mit Sean Connery zurückversetzten wird. Darauf freue ich mich heute schon.
Cornelia Lohs: Der inoffizielle James Bond-Reiseführer, 205 Seiten, 19,99 Euro.
Mit feinem Gespür erzählt Reiseexpertin Tamina Kallert von der Kraft des Reisens – nicht nur in ferne Länder, sondern auch zu neuen Sichtweisen, innerer Freiheit und echter Lebensfreude. Sie lädt Euch dazu ein, das Unbekannte auch mal als Chance zu begreifen! Mit ihrem offenen, authentischen Blick auf die Welt nimmt sie Euch mit an die Orte ihrer Wunderschön!-Reisen – und weit darüber hinaus. Sie gewährt bewegende Einblicke hinter die Kulissen, teilt persönliche Erlebnisse und inspiriert Euch mit überraschenden Perspektivwechseln. Im Mittelpunkt steht dabei stets eine tiefe Sehnsucht nach Verbindung. Zu Menschen, zur Natur und zu sich selbst. Es sind oft die stillen Momente, die kleinen Begegnungen und flüchtigen Augenblicke, die sich im Herzen verankern und das Leben bereichern.
Tamina Kallert: Die Füße im Sand, die Nase im Wind, 208 Seiten, 20 Euro.
Belletristik
Der kluge und berührende, mit feinem Humor erzählte Familienroman behandelt das Thema, was uns denn prägt und nie ganz loslässt: Herkunft, Verlust und Verbundenheit. Zwei ungleiche Schwestern begegnen sich nach Jahren im Elternhaus wieder und stehen vor der gemeinsamen Entscheidung, was nach dem Tod der Eltern mit dem Haus geschehen soll. Auf einer Reise in die Vergangenheit und durch die Bretagne werden Erinnerungen wach, alte Konflikte entfacht und die Fragen nach Glück und Wahrheit neu verhandelt.
Julia Holbe: Man müsste versuchen, glücklich zu sein, 397 Seiten, 22 Euro.
Da ich selbst aus Würzburg komme, interessiert mich dieses Buch natürlich ganz besonders. Paula und Peter sind schon seit langem Kollegen. Sie ist Ärztin, er arbeitet als Jurist in der Klinikverwaltung. Ein Interesse der beiden aneinander war schon immer da. Nach einem mehrtätigen Seminar verbringen sie die letzte Nacht miteinander.
Auf der Rückfahrt nach Hause kommen die beiden mit der Bahn nur bis Würzburg: Streik. Was sollen sie tun mit ihrer ungeklärten Geschichte und den unerwartet freien Tagen? Während sie Stadt und Umgebung erkunden, nähern sich die beiden einander vorsichtig an. Peter hält die Ungewissheit, wie es mit ihnen weitergehen wird, nur schwer aus. Sein Drängen nimmt Paula mal spielerisch, mal verärgert. Sie will das Jetzt genießen und weicht den Fragen nach dem Morgen aus. Als eine Katze zu ihrer Begleitung wird, sehen sie an deren Beispiel, wie schwer sich Menschen damit tun, den Moment zu leben, ohne Plan zu sein und sich der Freiheit hinzugeben. Mit 25 ganzseitigen wunderschönen Illustrationen von Florian Bayer.
Ewald Arenz: Katzentage, 127 Seiten, 22 Euro.
Kochbuch
Die italienische Küche zählt seit wenigen Stunden zum Weltkulturerbe. Die deutsch-italienische Sängerin und Content-Kreatorin Luca Vasta hat mit Dolce Vita und Italo-Pop den richtigen Riecher gehabt! Sie liebt es zu kochen und mixt italienische Lieblingsgerichte mit modernen Ideen. Bei ihr gilt: Erlaubt ist, was schmeckt. Luca ist in Remscheid und Sizilien aufgewachsen – zwischen zwei Welten, die sie in ihrer Küche neu verbindet. Ihre Sammlung von rund 50 Rezepten ist über Jahre entstanden, mal typisch sizilianisch, mal inspiriert aus Mittelitalien, oft mit dem gewissen internationalen Twist. Das Buch nimmt Euch mit auf eine kulinarische Reise durch Italien. Neben klassischen und neuen Pastagerichten gibt es auch Rezepte für Antipasti, Salate und Suppen sowie Fleisch- und Fischgerichte, die Ihr ganz unkompliziert nachkochen könnt. Und natürlich dürfen auch die köstlichen Dolci nicht fehlen. Dazu gibt es zahlreiche Tipps und Anekdoten von der vielseitigen Künstlerin, die mit ihrer charmanten Art Italo-Flair vermittelt. Ein Dolce-Vita-Guide für alle, die Italien lieben und sich das italienische Lebensgefühl nach Hause und auf den Teller holen wollen.
Luca Vasta: Spaghetti-Pop. Italo-Feeling zum Nachkochen. Meine Rezepte mit Amore, 192 Seiten, 25 Euro.
Thriller
Isak und Madde reisen zu einem luxuriösen Anwesen auf der Insel Fårö, eingeladen vom Vater Isaks, zu dem er seit Jahren keinen Kontakt mehr hat. Nach einem verheerenden Hausbrand, bei dem Isaks Mutter und Schwester starben, wuchs Isak bei den Großeltern in Småland auf. Der Großvater war sein Vertrauter, doch der Vater bietet plötzlich eine Chance auf Versöhnung. Auf der Insel mischen sich Hoffnungen und Spannungen: Erst scheinen Vater und Sohn wieder zueinanderzufinden, doch alte Geheimnisse und neue Konflikte lösen sich langsam zu einem dunkleren Bild auf. In dieser Inselkulisse wird klar, dass nichts so ist, wie es scheint.
Ulf Kvensler: Die Insel, 396 Seiten, 17,99 Euro.
Detective Elin Warner sucht nach einer Auszeit von schrecklichen Ereignissen in ihrer Vergangenheit und begibt sich auf einen Hiking-Trip in einen abgelegenen portugiesischen Nationalpark. Die atemberaubende Berg- und Waldlandschaft wirkt zunächst wie der ideale Ort zum Auftanken, doch schon bald verändert sich der Trip in eine düstere Spurensuche. Eine Backpackerin ist vermisst worden, und eine mysteriöse Landkarte, die die Frau hinterlassen hat, zieht Elin tiefer hinein in die Isolation des Parks. In der Gemeinschaft der Fremden im abgelegenen Camp herrscht Schweigen – eine Mauer, die sie nur schwer durchbrechen kann. Je mehr Hinweise sie entschlüsselt, desto mehr wird klar, wie gefährlich und verschachtelt der Fall ist. Die Wildnis selbst scheint zu beobachten und zur Bedrohung zu werden, und bald wird Elin nicht mehr die Suchende, sondern die Gejagte. Ein fesselnder Thriller über Täuschung, Überleben und die dunklen Geheimnisse, die hinter einer scheinbar friedlichen Natur schlummern.
Sarah Pearse: Die Wildnis, 480 Seiten, 17 Euro.
Die Ära Relin im Torturmtheater (TTT) Sommerhausen, eines der kleinsten Theater Deutschlands, endet am 21. Dezember 2025 mit der Suche nach dem Glück in „Viele gute Dinge kommen aus Reykjavik!“.
Angelika Relin leitet seit 2013 das Haus, nachdem ihr Mann Veit Relin verstarb. Der Theater-Prinzipal und frühere Wiener Burgschauspieler hatte 1976 die Spielstätte von Luigi Malipiero übernommen. Letzterer lebte seit 1944 in Sommerhausen und war seit 1950 der erste Intendant des Torturmtheaters. Dieses kleine Theater und die zahlreichen Kreativen, die sich in dem fränkischen Weinort niederließen, gaben Sommerhausen als Künstlerort einen Namen.
Für Angelika Relin war es eine besondere Herausforderung, in die großen Fußstapfen ihres Mannes zu treten. Doch sie meisterte es mit Bravour. Während der nächsten 12 Jahre brachte sie immer wieder herausragende Stücke auf die Bühne. Selten war das Theater an Spieltagen nicht ausgebucht, kamen die Besucher doch aus ganz Deutschland und über die Landesgrenzen hinaus, um die Ein- oder Zwei-Personen-Stücke zu sehen.
Auch während der Corona-Zeit wurde weitergespielt. Angelika Relin entwickelte ein Hygiene-Konzept und versetzte die Besucher vom kleinen Theaterraum ins größere Foyer. Meist gab es vier Neuproduktionen pro Jahr. Oftmals waren die so spektakulär, dass Zuschauer immer wieder kamen.
Relin hat mit Bühnenproduktionen wie beispielsweise „Keiner hat gesagt, dass du ausziehen sollst“, „Die Dinge meiner Eltern“ oder „Girls & Boys“, sowie vielen anderen, Stücke mit teilweise sehr provokantem Touch auf die Bühne gebracht.
10 Fragen und 10 Antworten von TTT-Prinzipalin Angelika Relin zum Abschied ihres Theaterlebens in Sommerhausen.
Ich war immer neugierig, habe mich stets auf neue Gesichter am Theater gefreut und immer mit angepackt. Das hält automatisch fit.
2. Wie geht es nach dem Rückzug vom Theater weiter?
2026 wird es erst einmal eine große Ausstellung zum 100. Geburtstag von Veit Relin in der Kunsthalle „Spitäle“ in Würzburg geben. Darauf, und auf die Vorbereitungen zu dieser Würdigung des Lebenswerks meines Mannes, freue ich mich sehr.
3. Bleiben Sie Sommerhausen treu?
Privat lebe ich in einem der schönsten Refugien, die man sich wünschen kann, deshalb drängt es mich nicht zur Ortsveränderung.
4. Was war Ihre bevorzugte Bühnenproduktion?
Eine einzelne Produktion kann ich hier gar nicht nennen, es gab so viele, die mir wichtig waren und am Herzen lagen, wie zum Beispiel in den letzten Jahren „Ich war ein Mensch“, oder auch „Der geflügelte Froschgott“ und gerade eben „Die Entführung der Amygdala“, sowie auch am Anfang der Jahre, die ich allein verantwortet habe, Stücke wie „Gift“ oder „Der Hässliche“.
5. Wie und wann haben Sie Ihren Mann Veit kennen und lieben gelernt?
1976 im Torturmtheater.
6. Haben Sie ein Lebensmotto?
Vielleicht nicht unbedingt ein Lebensmotto, aber ich habe großes Vertrauen in den „rechten Augenblick“.
7. Was gefällt Ihnen an Sommerhausen und Franken am besten?
Dass es meine Heimat ist! Ich komme aus der Gegend.
8. War das Theaterleben schon immer Ihr Berufswunsch?
Am Anfang meines Designstudiums lernte ich Veit Relin kennen und lieben, so wurde das Theater ganz klar auch meine Welt. Mein Mann war mein bester Lehrer am Theater.
9. Woher nehmen Sie die Kraft und Energie für Ihre Bühnenstücke?
Ich freue mich immer, wenn ich mit meiner Stückauswahl unseren Gästen Denkanstöße liefern kann, sie zu Diskussionen anrege, so dass ein Theaterabend auch noch längere Zeit nachhallt.
10. Wie entspannen Sie sich nach anstrengenden Produktionen am liebsten, und wo sehen Sie sich in der Zukunft?
Zurückgezogen zu Hause. Ich bin ein spontaner Mensch, offen für Neues, das auf mich zukommt.
„Viele gute Dinge kommen aus Reykjavik!“: Das neue und letzte Stück im Torturmtheater Sommerhausen läuft noch bis 21. Dezember 2025. Tickets hier!
Jetzt werden wieder Kürbisse aufgestellt, Süßigkeiten gesammelt und Partys organisiert. Was ziehen wir nur an? Für viele stellt sich diese Frage jedes Jahr wieder.
Das schaurig-schöne Gruselfest Halloween wird mittlerweile auch in Deutschland gefeiert. Vor allem bei den Jüngeren nimmt es dabei verstärkt US-amerikanische Züge an. In der Nacht des evangelischen Reformationstages auf das katholische Allerheiligenfest tummeln sich allerlei Gestalten, verkleidet als Geister, Vampire und Gespenster, auch auf unseren Straßen.
Das Brauchtum hat seinen Ursprung in Irland, das geprägt ist von heidnischen und keltischen Traditionen. Durch Einwanderer gelangte das Spektakel in die USA. Nach und nach verbreitete es sich auch in Rest-Europa. Beleuchtete Kürbisse vor Haustüren und Fenstern gelten dabei als Symbole für Halloween.
Freunde aus USA haben mir ihre ganz persönlichen, wundervollen Halloween-Motive geschickt.
Fotos: Archiv Seuling
Amy … was?
Die Amygdala ist ein mandelförmiger Teil in unserem Gehirn, der für die Verarbeitung und Steuerung von Emotionen zuständig ist. Daher wird sie auch Mandelkern genannt. Sie spielt eine zentrale Rolle bei der Erkennung von Gefahren und löst die körperliche Kampf-oder-Flucht-Reaktion aus. Außerdem ist sie an der Bildung von emotionalen Erinnerungen und der Bewertung von Situationen beteiligt. Sie verarbeitet externe Reize und verursacht entsprechende vegetative Reaktionen.
So jedenfalls lauten die Erklärungen im Internet.
Wer die Stücke im Torturmtheater (TTT) Sommerhausen kennt, weiß, dass sie fast immer für Überraschungen gut sind. Nun spielt ein Teilchen des menschlichen Gehirns die Hauptrolle in der leider letzten Neuproduktion von TTT-Prinzipalin Angelika Relin. Damit ordnet sich diese Aufführung in den Reigen verlässlich provokanter Stücke ein, geschrieben von der Münchner Theaterautorin Anna Gschnitzer und umgesetzt von der Regisseurin Christine Bossert. Es wird einmal mehr extravagant.
Worum geht’s?
Johanna Fehrenbach spielt den mit pinkfarbenen Haaren ausstaffierten Mandelkern, während Nina Damaschke die Frau, Mutter, Gattin, Kreditnehmerin und beruflich Erfolglose verkörpert. Nach ihrem schweren Fahrradunfall mit gravierenden Kopfverletzungen (warum hat sie keinen Helm getragen?) wird das Denken ausgeschaltet. Emotionen werden von nun an nur noch von Amygdala gesteuert.
Und die weiß, um was es geht: Um Frust, Ärger und Wut. Um die Utopie von Liebe, aber auch um Angst. Und um eine andere Galaxie als einzig möglichen Zufluchtsort. Jeder und jede hat die Chance, ganz eigene Interpretationen vorzunehmen, wissentlich, dass ein Mandelkern verantwortlich ist für Assoziationen und die Suche nach Orientierung.
Bis 8. November 2025 wird „Die Entführung der Amygdala“ gespielt.
Kommt mit auf eine geheimnisvolle Reise in die Abgründe unseres menschlichen Gehirns, in unbekannte Sphären und Galaxien. Erlebt eine radikal neue Perspektive für Freiräume, Liebe und Zärtlichkeit, jenseits aller gesellschaftlichen Zwänge. Oder denkt zumindest einmal darüber nach! Oder fragt einfach Amygdala selbst!
Info und Tickets: Torturmtheater Sommerhausen
Fotos: TTT Sommerhausen
Auf der Suche nach dem Besonderen? Für alle, die Kurioses, Vintage und Retro mögen: Das Theater möchte sich von einem Teil seines Fundus trennen und öffnet zur Versteigerung am 28. September ab 15 Uhr seine Tür.
Die 1990er kamen Ende August 2025 mit einer großartigen Super-Show zurück. sl4lifestyle war dabei, erlebte als Flash Back Interpreten und Gruppen, zu deren Hits jeder von uns und jeder von Euch eine Erinnerung in sich trägt. Wie war es damals in den Discos, bei Lagerfeuern oder Strandparties? Denkt an die Mode zurück, die Ihr getragen habt! Beschreibt sie in den Kommentaren, egal, ob es Leggings, Jeansjacke, Oversize-Shirts, Catsize, schrille Farben oder Mustermixe waren.
Und plötzlich waren sie wieder da, die Stars von damals!
SNAP, Dr. Alban, Rednex, Masterboy & Beatrix Delgado, Culture Beat, DJ Quicksilver, Jenny from Ace of Base und Haddaway natürlich mit „What is Love?“.
Für alle historisch Interessierten: Das Open Air-Festival fand an einem geschichtsträchtigen Platz, nämlich auf dem Flughafengelände von Bad Kissingen statt. Das Turniergebäude wurde 1922 für den Reit- und Fahrsport erbaut und diente gleichzeitig als Tribüne für die Zuschauer. Bereits 1923 begannen Enthusiasten, den Platz als Flugplatz zu nutzen. Tatsächlich fanden in den 1920er Jahren dort beliebte Flugshows statt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gelände asphaltiert und der Flugbetrieb 1990 eingestellt. Die bestehende Tribüne wurde 1963 um einen Tower und Hangars ergänzt mit dem Ziel, einen kombinierten Flug- und Turnierplatz zu schaffen. Ein neuer Flugplatz entstand schließlich erst 1993 östlich des Turniergebäudes.
„Einfach so zu verschwinden, aus unserem Leben, ohne irgendwas zu hinterlassen … Das ist, wie wenn man aus einem Restaurant abhaut, ohne die Rechnung zu bezahlen!“
Maud
Ein Mann, eine Frau. Sie Pianistin, er Arzt, Psychoanalytiker. Ein Ehepaar. Beide haben genug vom Leben, sind sich diesem überdrüssig geworden. Aufgeben, sich umbringen? Ja, vielleicht! Doch alles keine Option.
Wieder einmal findet auf der Bühne des Torturmtheaters in Sommerhausen ein fulminantes Stück statt. Das zum Nachdenken anregt, das einem aber auch zum Lachen bringt. In einem der kleinsten Theater Deutschlands mit gerade einmal etwas mehr als 60 Plätzen.
Um was geht es?
Maud und Julien ziehen Bilanz über ihr Leben und ihre Liebe – notgedrungen, nachdem Julien alles hinter sich lassen wollte, und das ohne einen Abschiedsbrief. Maud ist entsetzt, denn wäre sie von ihrer Konzertreise nicht früher zurückgekehrt als geplant, wäre ihr Mann jetzt tot. Und sie stände vor einem leeren „Warum nur?“. Leidenschaftlich und geistreich geht es in der Zwei-Personen-Aufführung um die großen Fragen des Lebens. Eine absurde Nacht der schonungslosen Ehrlichkeit und mit radikalen Sinnfragen, intimen Geständnissen und schließlich dem Mut zu einem, wenn auch holprigen, Neuanfang.
Gespielt wird noch bis 6. September 2025. Ab 11. September wird „Die Entführung der Amygdala“ gespielt. Im neuen Stück geht es um eine geheimnisvolle Reise in unbekannte Sphären, die eine radikal neue Perspektive für Freiräume, Liebe und Zärtlichkeit öffnet, jenseits aller gesellschaftlichen Zwänge. Man darf gespannt sein!
Info und Tickets: Torturmtheater Sommerhausen
Fotos: Angelika Relin
Für alle, die Kurioses, Vintage und Retro mögen: Das Theater möchte sich von einem Teil seines Fundus trennen und öffnet zur Versteigerung am 28. September ab 15 Uhr seine Tür.
I met Thushan De Silva during my last trip to Sri Lanka. I enjoyed an Ayurveda treatment at the West Coast of the island. With some other travelers and some locals like Thushan we build up an environmental group. I got to know that Thushan is much into sustainability of his country.
Now he published a travel guide about his island. You have the insights of a local and therefore it is very interesting to read. In case you have any questions below you see his E-Mail and you can write and ask him any time. It is a wonderful contribution regarding safety and all of your travel related questions. You don’t have to pay for his service. You find his travel guide on Amazon. All you have to do is load it down on your Kindle and then you will be ready to go.
About the author:
Thushan De Silva is a chartered management accountant by profession. Currently, he is working as a financial analyst. He has a vast variety of experience in different areas and has worked for many international companies, such as HSBC and Standard Chartered banks. In his career he has worked with different cross-functional teams in the UK, Hong Kong, Greece, Cyprus, and India. He has cooperated with Germans, Austrians, and Bulgarians in their social services that are taking place in Sri Lanka. He is 41 years, not married and excited to share his experience with you through his travel guide, „Beyond the Beaches: A Smart Traveler’s Guide to Sri Lanka”. He likes to hear from you about his new book. If you need any assistance, he would like to help you during or before your visit in Sri Lanka. If you need any clarification about Sri Lanka or want to do any comment about his book, please write Thushan an E-mail:
thushannts@gmail.com or thushannts@hotmail.com
Thushan De Silva: Beyond the Beaches: A Smart Traveler’s Guide to Sri Lanka, 8,99 US-Dollar, Amazon Download
10 questions – 10 answers:
1. Why did you have the idea to write a travel guide?
I was born and raised in Ahungalla, a small coastal town in Sri Lanka. In my life, I have interviewed thousands of tourists. As an analyst, I have conducted several research projects on the tourism industry in Sri Lanka. Throughout my experience and research, I have understood their concerns and found that most tourists focus on the popular tourist areas of Sri Lanka rather than visiting the attractive landscapes and beaches. Your knowledge of Sri Lanka will facilitate hassle-free travel. In my travel guide, „Beyond the Beaches: A Smart Traveler’s Guide to Sri Lanka“, I explain everything you didn’t know and everything you need to know before embarking on your trip to Sri Lanka.
2. What is your preferred region in Sri Lanka and why?
When you visit the untouched rural areas of Sri Lanka, you will feel like you are going back in time. Meemure, villages bordering Knuckles Mountain, and the Veddhas (an indigenous community in Sri Lanka) village will give you this experience. The Colombo to Ella train is regarded as one of the most beautiful train journeys in the world; passing through lush green hills, waterfalls, tea plantations, and cloud-covered surroundings, it will touch your heart.
There are more than hundreds of sandy beaches, and you can enjoy the breathtaking sunsets of this stunning island, that known as the pearl of the Indian Ocean. Instead of the crowded beaches, I prefer beaches such as Ahungalla Beach that are not yet popular among the tourists. Still, in those beaches you can see turtle breeding areas, eagles, birds, wonderful reefs, and spectacular views.
You can enjoy every inch of Sri Lanka, and weather patterns will change from place to place. People who like cold and humid climates with lush mountains and waterfalls can travel to the hill country areas like Haputhale, Nuwara Eliya, Nanuoya, Kothmale, Ohiya, Riverton or Ella. If you are not interested in that weather, you can reach the southern and western coastal areas like Colombo, Negombo, or Galle within four hours. If there it is raining in those areas, still, you do not want to worry; you can easily reach dry areas like Hambanthota, Arugambe, Pasikuda, or Trinco, situated on the eastern and northern coastlines. On the way to dry zone, you can visit elephants in Yala National Park. However, I believe you will never miss the ancient wonders of Sigiriya, Anuradhapura, and Polonnaruwa on your journey.
3. What special kind of Sri Lankan meal every traveller should try (normal, vegetarian and vegan)?
You can enjoy varieties of traditional foods and fruits in Sri Lanka. Milk rice, hoppers, string hoppers, pittu, coconut roti, vegetable roti, and egg roti are a few meals you can find anywhere in Sri Lanka. If you are vegetarian, you can enjoy any of the above meals except Egg Roti. For the others, do not forget to enjoy Kottu Roti (a bit spicy, but they will prepare it based on your preference), Jaffna crab curry, and special fish curries (Malu Abul thiyal).
Fruits from Sri Lanka are among the finest in the world. Sri Lankan fruits such as rambutan, mangosteen, jackfruit, anoda, wood apple, tamarind, cashew apple, pomegranate, and Ceylon olive (veralu) offer a unique divine taste that is difficult to find anywhere else in the world. I believe that you will never forget the taste of Sri Lankan traditional sweets and desserts like Kawum, Kokis, Athirasa, Milk Toffee, Asmi, Welithalapa, Watalappan, and Sri Lankan puddings.
Ultimately, before you go back to your country, taste the sweetness of king coconut and the benefits of herbal porridge. However, if you still think about the western meal, do not want to worry, you can have any type of western, Chinese, or Thai meal from Sri Lankan restaurants.
4. Which typical souvenir should a traveller bring home from your island?
Traditional masks, batik clothes, seashell designs, beeralu lace, tea boxes, and traditional wood designs (elephants/fishermen) will give you an everlasting memory about the Sri Lankan tour. If you can afford gems, you can bring back the most valuable and rare Sri Lankan gem and sapphire (blue sapphire) designs to your country. Please ensure to carry a quality camera to capture the stunning landscapes of Sri Lanka, which will serve as an exceptional keepsake from your trip.
5. Is traveling in Sri Lanka safe, especially for women traveling alone?
My simple answer is „Yes“. Sri Lankan culture has developed while maintaining mutual respect among individuals. Sri Lankans are hospitable. No major incident has been reported regarding the tourists for the last ten years. However, Sri Lanka is currently experiencing ongoing issues with requesting high prices. Knowing more about Sri Lanka before you arrive, you can overcome these issues. Always try to use genuine service providers, companies, and international taxi services like Uber and Pick Me. However, I will advise women to avoid travelling in isolated areas and streets at night. Sri Lankans are extremely friendly and supportive; however, do not make any kind of financial deals with unknown people.
6. What is the best way to visit the famous Sri Lankan sightseeings?
The Colombo to Ella train is regarded as one of the most beautiful train journeys in the world, passing through waterfalls, tea plantations, mist-covered hills, dense forests, and rural countryside. The Colombo-Matara railway line runs along sea routes. If you explore the specific area, I recommend using a motorbike, scooter, or tuk-tuk. If you use taxis, it is advisable to discuss the fare before you get the service. Always try to cooperate with known taxi services like Uber. You are welcome to use balloon tours, boat tours, seaplane tours, elephant rides, bullock carts, and horse rides to visit some areas of the island.
7. What kind of possibilities a traveller has to organize a private trip around the island?
Sri Lanka is one of the easiest and safest countries to organize a private trip. The only thing you need to have is good knowledge regarding the locations, culture, and transport. The visa process is simple. You can easily rent out the self-drive car, motorcycle, tuk-tuk, and scooters, or you can go with the private driver. You may find that using public transport is regarded as the most affordable option.
The majority of Sri Lankans are well educated and can understand English. Sri Lankan banks will facilitate the money exchange. Credit and debit cards are widely accepted. In nearly all regions of the country, a reliable internet connection is available. Google Maps is very accurate and working across the country. Sri Lanka globalized with many multinational companies like Uber, Booking.com, Airbnb, KFC, Burger King, Pizza Hut, Domino’s, etc. I would recommend reading a travel guide, such as my travel guide, „Beyond the Beaches: A Smart Traveler’s Guide to Sri Lanka“, before you embark on your trip. It will enable you to travel in Sri Lanka like a local.
8. What is your preferred wish for the future of tourism in Sri Lanka?
I wish for an eco-friendly tourism industry in Sri Lanka that benefits both visitors and local communities. A significant portion of Sri Lankan Gross Domestic Product (GDP) has arisen from tourism. The government has the responsibility to foster an environment to attract tourists and provide better infrastructure.
In my experience I have noticed that many tourists visit Sri Lanka each year. Sri Lanka is gradually developing as a winter destination. A substantial proportion of Europeans travel to Sri Lanka to avoid the harsh environment of their winter. During the winter season in Europe, Sri Lanka provides the best weather conditions. I met a few Europeans who has private villas in Sri Lanka, and they regarded it as their second home. I anticipate that the Sri Lankan government will consider these initiatives into account when formulating their future policies.
9. How is the environmental awareness of the people of Sri Lanka?
In comparison to developed European countries, Sri Lanka shows moderate to growing environmental awareness. The Sri Lankan government has taken significant initiatives to enhance the environmental awareness level. The Clean Sri Lanka campaign has been implemented. The current government actively cooperates with the environmental awareness program and provides the required infrastructure. Behavioral patterns and attitudes are changing with new campaigns, regulations, and education. Sri Lanka will become one of the cleanest countries in the near future with the environmental awareness program.
10. What is your greatest wish for the future of your country?
Sri Lanka should become a second home to every visitor. Global recognition always provides a positive impact on tourism. The Sri Lankan government should facilitate hassle-free travel for everyone. The government should promote concepts like facilitating the winter vacation and private villas. Any weaknesses of the tourist industry should be avoided in the future. Effective utilization of inherited resources will enable Sri Lanka to become the number one tourist destination in the world.
Thank you, Thushan de Silva, for the interview.
Ab in die Sommerferien! Habt Ihr schon die passende Lektüre für relaxte Stunden am Meer, auf dem Balkon, der Terrasse oder in der Hängematte? Ich habe ein wenig gestöbert und bestimmt für jeden von Euch das Passende gefunden. Egal, ob es dabei um Gesundheit, Tiere, spannende Thriller, Spiritualität oder Lukullus geht. Viel Spaß beim Schmökern!
Gesundheit
Schmerzfreiheit ohne OP
Barths Ziel ist es, Operationen möglichst zu vermeiden, dabei folgt er einer simplen, aber schlüssigen Philosophie: „Weg vom Symptom – hin zur Ursache!“ Seit mehr als vierzig Jahren behandelt er mit der von ihm entwickelten Methode in seinen verschiedenen Rehazentren äußerst erfolgreich und nachhaltig Unfall- und Sportverletzte sowie Schmerzpatienten.
Im Gegensatz zu anderen gängigen Therapieformen wird bei seinem Konzept auf Medikamente, Spritzen, schmerzhafte Therapien oder andere Hautverletzungen gänzlich verzichtet. Es ist eine hocheffiziente Therapie für sämtliche Knochen, Gelenke, Bänder, Muskeln, Sehnen, Organe und Nerven. Dabei beruht es auf einem ganzheitlichen Ansatz zur Förderung von Gesundheit, Mobilität und Wohlbefinden.
Hierfür kombiniert Steffen Barth bewährte Methoden aus der Rehabilitation mit der Meridianlehre und Akupressur der TCM (Traditionellen Chinesischen Medizin), aber auch mit der ägyptischen Heilkunde, mit modernen wissenschaftlichen Methoden und innovativen Techniken wie die der Lasertherapie und Laserreiztherapie. Der Kern des Konzepts liegt in der allumfassenden Betrachtung des Körpers. Die Übungen sind so entwickelt, dass Menschen mit akuten oder chronischen Rücken- oder Gelenkproblemen, nach Verletzungen oder Operationen auch selbst dazu beitragen können, ihre Beschwerden zu bewältigen. Anleitungen und Tipps, Übungsfotos, Illustrationen der Meridiane und TCM-Punkte sowie Links zu Videos ergänzen den Ratgeber optimal für eine einfache Umsetzung zu Hause.
Steffen Barth: Die Reha-Revolution, 320 Seiten, 24 Euro.
Entspannte Weiblichkeit
„Auf meinem Weg zur Erwachsenen habe ich nicht eine einzige entspannte Frau kennengelernt. Erfolgreiche Frauen? Ja. Tüchtige Frauen? Jede Menge. Besorgte, ängstliche, sich für alles entschuldigende Frauen? Noch mehr.“
Nicola Jane Hobbs
Warum fällt es uns Frauen so schwer, zur Ruhe zu kommen, obwohl wir längst wissen, wie wichtig Erholung für unser körperliches und seelisches Wohlbefinden ist? Obwohl wir die negativen Folgen von Stress und Mehrfachbelastung nur zu gut kennen, haben Ruhe und Erholung in unserer hektischen Welt immer noch einen zu geringen Stellenwert. Hobbs räumt mit dem Mythos auf, dass Entspannung faul und egoistisch sei. Denn gezieltes Ausruhen und Freiräume sind die Voraussetzung dafür, dass Frauen ihr volles Potenzial entfalten und erfüllt leben.
In sechs Schritten zeigt die feministische Psychologin einen neuen Weg auf, wie Frauen Kraft schöpfen, um für sich selbst und andere sorgen zu können. Ihr Buch ist eine Einladung zur Entschleunigung. Es ist ein Aufruf zum Handeln, damit Entspannung und Ruhe zu einem wichtigen Teil unseres Lebens werden. Es ist die Chance, uns von Stress und toxischer Produktivität zu befreien, patriarchale Normen zu durchbrechen und die Art und Weise zu verändern, wie wir leben, lieben, arbeiten.
Nicola Jane Hobbs: Die entspannte Frau, 288 Seiten, 18 Euro.
Tiere
Straßenhunde und ihre Welt
„In diesem Buch möchte ich die Geschichten der Hunde mit dir teilen, die mich am meisten fasziniert haben!“
Sarah Fink
Die Welt der Straßenhunde ist faszinierend – und findet meist außerhalb unserer Wahrnehmung statt. Sarah Fink beobachtet die Tiere schon seit Jahren und ermöglicht jetzt spannende Einblicke in ihr Leben. Sechs Monate reiste sie durch Europa, um Straßenhunde zu beobachten. Dabei stattete sie sie mit GPS-Trackern aus und hat erstaunliche Erkenntnisse gewonnen. Zum Beispiel, dass keiner der Hunde den üblichen Schlafmustern entspricht, die in Ratgebern und Hundeschulen beschrieben werden. Einige Hunde legen täglich große Distanzen zurück und spielen aktiv mit Artgenossen, während andere eine ruhige, beobachtende Haltung einnehmen. Finks Beobachtungen laden dazu ein, das individuelle Verhalten der Hunde neu zu entdecken.
In ihrem Buch lässt sie die Leser jetzt an ihren Beobachtungen teilhaben. Sie erzählt, wie unterschiedlich die Vierbeiner leben und agieren – eine Einladung dazu, das individuelle Verhalten der Hunde neu zu entdecken.
Sarah Fink: Die geheime Welt der Straßenhunde, 215 Seiten, 25 Euro.
Die Welt der Meeressäuger
„Im Grunde haben die Delfine und Wale dieses Buch geschrieben. Es handelt von Erlebnissen, Gedanken und Fantasien, wie sie von ihnen hätten erlebt, erdacht und fantasiert werden können. Sicher, die Worte habe ich ihnen in den Mund gelegt. Aber als der Autor des Buches sehe ich mich eher wie ein Vermittler und nicht wie der Erfinder einer Geschichte. Mit ‚Wir Wale‘ unternehme ich den Versuch, ihre Botschaften in unsere Sprache zu übersetzen.“
Fabian Ritter
Wie erleben Delfine und Wale die Welt? Was geht in ihnen vor, wenn sie uns Menschen begegnen? Was hätten sie zu sagen, wenn sie sprechen könnten?
Der Walforscher und Meeresschützer wagt in seinem Buch einen Perspektivwechsel. Gestützt auf neueste wissenschaftliche Erkenntnisse gibt er aus Sicht der Meeressäuger Antworten auf diese und andere Fragen. Ritter erzählt aus ihrer Sicht, wir erfahren, wie Wale und Delfine ihre Mitwelt wahrnehmen, welche Bedeutung Licht und Schall haben, wie sie kommunizieren, spielen, lieben, Sex haben, Freude und Trauer zeigen. Zu welchen geistigen Leistungen sie fähig sind, wie sie in Gemeinschaften Wissen weitergeben und Kultur entwickeln. Auch wie sie auf uns Menschen reagieren. Wir tauchen ein in eine unglaublich reiche Welt, die wir gewollt oder ungewollt bedrohen.
Als Säugetiere, die ihr gesamtes Leben im Meer verbringen, sind Wale und Delfine uns ähnlicher, als vielen bewusst ist. Und so bringt uns Ritter diese faszinierenden Lebewesen in besonderer Weise nahe. Außerdem tauchen wir ein in die Lebensgeschichte eines Grönlandwals von 1799 bis heute: Wie er aufwächst und lebt, was sich in seiner und unserer Welt in den über 200 Jahren verändert.
Fabian Ritter: Wir Wale. Die Welt der Meeressäuger durch ihre Augen: Wie sie leben, lieben, lernen, 400 Seiten, 29 Euro.
Thriller
Packende Spannung aus Schweden
Eine traditionelle Flusskrebs-Party in einer Luxusvilla in den Stockholmer Schären wird für eine Gruppe von Freunden zum Albtraum. Vor Jahren trennte sie ein tragisches Ereignis, das ganz Schweden erschütterte. Es soll ein fröhliches Wiedersehen werden, doch schnell wird klar, dass die Wunden der Vergangenheit noch lange nicht geheilt sind. Als ein heftiges Unwetter aufzieht, sind sie von der Außenwelt abgeschnitten. Und sie sind nicht allein auf der Insel. Ohne die Möglichkeit zu fliehen, sind sie gefangen mit einem rachsüchtigen Mörder, der die Jagd auf sie eröffnet hat.
Martin Österdahl: Die Party, 350 Seiten, 16 Euro.
Der eigene Vater als Hauptverdächtiger
Julie Clark ist Garantin für Spannung. Ihr neuer Roman erzählt auf zwei Zeitebenen von einem erschütternden Verbrechen und einem bewegenden Familiendrama. Eine Tochter soll ihrem Vater dabei helfen herauszufinden, wer seine Geschwister ermordete. Doch wem kann sie trauen, wenn ihr Vater selbst der Hauptverdächtige ist?
Kalifornien, Sommer 1975 als erste Zeitebene: Die Kleinstadt Ojai wird von einem grausamen Doppelmord erschüttert: Die 14-jährige Poppy und der 17-jährige Danny werden erstochen in ihrem Elternhaus aufgefunden. Ein ungeheuerlicher Verdacht macht die Runde: Wurden die beiden von ihrem eigenen Bruder getötet?
Kalifornien, 2024 als zweite Zeitebene: Ghostwriterin Olivia Dumont erhält einen Auftrag, den sie am liebsten ablehnen würde. Sie soll ein Buch für ihren Vater schreiben, den gefeierten Schriftsteller Vincent Taylor. Und dabei das fast fünfzig Jahre alte Verbrechen aufklären, das sie schon ihr Leben lang beschäftigt hat. Eigentlich will Olivia mit ihrem Vater nichts mehr zu tun haben. Doch um das dunkelste Geheimnis ihrer Familie aufzuklären, muss sie ihn dazu bringen, sein Schweigen zu brechen.
Julie Clark: Die unsichtbare Hand, 400 Seiten, 16 Euro.
Religion
Gedanken an die Vergangenheit sind wie Gäste, die zu lange bleiben
Was bewegt einen Menschen mit Anfang 20 dazu, sein gesamtes Leben in Deutschland hinter sich zu lassen und in ein japanisches Kloster zu gehen? Für Muho war es im Alter von 16 Jahren seine erste Erfahrung mit der buddhistischen Sitzmeditation Zazen, die ihm den Weg hierfür ebnete: „Zazen war für mich eine ganz neue Erfahrung. Eine direkte Begegnung mit dem Hier und Jetzt, ohne Ablenkung, ohne Ziel“, erinnert er sich heute.
Bereits ein Jahr später wusste er, dass er dem Weg Buddhas folgen will. Mit 22 Jahren betritt er das erste Mal das renommierte Kloster Antaiji und erkennt hier sofort „seinen Ort“. Mit 25 Jahren wird er dort als Novize ordiniert, mit 30 Jahren erhält er die Anerkennung als Zen-Meister. Heute erzählt er über diese Zeit: „Es war ein ständiger Kampf mit den eigenen Erwartungen, mit der Vorstellung, wie Zen sein sollte, und mit den Herausforderungen des einfachen Lebens.“
Muho beschließt, sein Wissen mit anderen zu teilen und geht hierfür einen für uns ungewöhnlichen Weg: Er entscheidet sich, freiwillig in Osaka als Obdachloser zu leben, um zu erfahren, was es bedeutet, wirklich nichts zu haben. Der Zen-Meister lernt in dieser Zeit, Vertrauen ins Leben zu entwickeln und zu erkennen, dass Glück nicht von äußeren Umständen abhängt.
2002 erreichte ihn die Nachricht vom Tod seines Lehrers, und er wird als dessen Nachfolger zum Abt von Antaiji berufen. Zurück im Kloster folgt er wieder dem strengen Ablauf des Klosterlebens: Um 3:45 aufstehen, Zazen von 4:00 bis 6:00, körperliche Arbeit während des Tages, Essen kochen, Holz hacken, Reis anbauen, wieder Zazen von 18:00 bis 20:00. Völlige Präsenz in jeder Tätigkeit. Und doch entscheidet er sich 2020 sein Amt als Abt an seine japanische Schülerin Eko Nakamura weiterzugeben und mit seiner Familie zurück nach Osaka zu ziehen.
Mit seinem neuen Buch will uns der Zen-Meister anleiten, den Gedankenstrudel der Vergangenheit loszulassen, um wirklich im Hier und Jetzt zu leben. Seine Erfahrungen verleihen ihm die Fähigkeit, jahrhundertealte Weisheiten in praktischen und alltäglichen Kontexten zugänglich zu machen. So erklärt er beispielsweise: „Gedanken an die Vergangenheit sind wie Gäste, die zu lange bleiben.“ Mit seiner buddhistischen Psychologie und persönlichen Einsichten hilft er, die Tür zu öffnen und den Gast der Vergangenheit sanft nach draußen zu begleiten, ohne Angst zu haben, dass draußen noch mehr ungeladene Gäste warten. Ganz alltagsnah widmet sich Muho dem Umgang mit schwierigen Gefühlen: der Angst, dem Ärger, alten Verletzungen, depressiven Stimmungen und schmerzhaften Erfahrungen. Er zeigt, wie unsere Gedanken uns immer wieder dieselbe Geschichte erzählen und wie wir aus diesem Gedankenkarussell aussteigen können.
Muho: Alles, was du denkst, sind nur Gedanken, 288 Seiten, 20 Euro.
Kochbuch
Bom apetite!
Eine Entdeckungsreise in die portugiesische Küche und in die nördliche Hauptstadt Porto bedeutet, sich auf Gerichte voller Aromen und Schlichtheit einzulassen. Die Küche Portos besticht durch ihre typische Mischung aus Land- und Meeresküche. Das Buch enthält bodenständige Fleischgerichte aus dem Landesinneren mit Schweine-, Rind- und Schaffleisch aus der Hirtentradition sowie Wild. Den besonderen Charakter bekommt die Küche Portos durch ihre Nähe zum Meer. Traditionelle Gerichte mit Meeresfrüchten, mit viel Fisch, Muscheln und Schalentieren dürfen deshalb auch in diesem Buch nicht fehlen.
Als Hafenstadt ist Porto früher wie heute geprägt durch die globalen Handelsströmungen aber trotzdem ihrem Ursprung mit einfachen, rustikalen und schmackhaften Rezepten immer treu geblieben. Heute noch erinnern die verwendeten Gewürze in den Rezepten, wie Koriander, Piripiri oder Zimt, an die glorreiche Zeit der Seefahrer.
Darüber hinaus bietet das Kochbuch Infos und Hintergrundinformationen zu Land und Leuten, taucht beispielweise ein in die Facetten des einheimischen Portweins und liefert Einblicke in die kulinarische Tradition Portos, aber auch in die Geschichte der Stadt selbst.
Sylvie Da Silva: Porto – Das Kochbuch, 192 Seiten mit circa 120 Farbfotos, 24 Euro.
Autobiografie
Das Mädchen von einst
„Ich bin sechzehn Jahre alt und lege meine verschränkten Arme auf den hohen Tisch vor mir, lasse die Wange auf einem Arm ruhen und schaue in die Kamera. Auf dem Foto, das es nicht mehr gibt and an das sich außer mir wohl niemand erinnert, sieht man ein wenig von meinen nackten Schultern. Ich glaube, der Sinn des Fotos ist, Nacktheit anzudeuten, und dass alles, was eine junge Frau tragen muss, wenn sie in die Welt hinauswill, ein Paar lange Ohrringe ist.“
Linn Ullmann
In Norwegen ist die Schriftstellerin Linn Ullmann ein großer Star. Geboren 1966 als Tochter der Schauspielerin Liv Ullmann und dem Regisseur Ingmar Bergmann – einem der wohl legendärsten Pärchen der Kinogeschichte – hat sich Ullmann früh von ihren berühmten Eltern emanzipiert und eine Karriere als Schriftstellerin eingeschlagen.
Mit ihrem neuen Buch stellt sie ein Erlebnis ihrer früher Jugend in den Mittelpunkt. Es ist das titelgebende Jahr 1983, Ullmann ist 16 Jahre alt, lebt mit ihrer Mutter in New York und versucht sich gerade als Model. Sie wird von einem Modefotografen, der nur „A.“ genannt wird, nach Paris eingeladen, um für die „Vogue“ fotografiert zu werden. Gegen den Willen ihrer Mutter nimmt sie die Einladung an und taucht ein in die zugekokste Modewelt, verirrt sich im Pariser Nachtleben und landet schließlich im Bett des 44-jährigen „A“. Mehr als 40 Jahre später versucht Ullmann dem Mädchen, das sie damals war, näher zu kommen.
Da das Buch auf verschiedenen Zeitebenen spielt, ist dieses Hintergrundwissen, dass es sich um eine Autobiografie handeln könnte, durchaus wertvoll. Außerdem vertritt es an manchen Stellen einen ähnlichen Stil wie der von Marguerite Duras, meiner Lieblingsautorin, was das Lesen für mich umso interessanter machte.
Linn Ullmann: Mädchen, 1983, 288 Seiten, 24 Euro.