La Dolce Vita

Es gibt kein Ende. Es gibt keinen Anfang. Es gibt nur die unendliche Leidenschaft des Lebens. 

Federico Fellini

Costa Smeralda, Sardinien, 1965

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Welttag des Esels am 8. Mai

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Esel sind störrisch, faul und dumm? Von wegen. Die gemeinhin nachgesagten Eigenschaften von Eseln sind weder schmeichelhaft noch wahr. Genau das Gegenteil ist der Fall: Esel sind loyale Partner, treue Freunde und wahre Multitalente.

Rund um den heutigen Welteseltag will das Team der Welttierschutzgesellschaft e. V.* die bemerkenswerten Tiere ins Rampenlicht rücken – mit einer Liebeserklärung.

Doch mit dem Wissen um ihr bewundernswertes Wesen und ihre selbstlose Treue, trifft besonders schwer, dass der Alltag vieler Esel weltweit von Leid geprägt ist:

So sind es in vielen der ärmeren Regionen und Ländern vor allem die schlechte Versorgung, der Mangel an tiermedizinischen Behandlungen oder die Unwissenheit um die richtige Haltung, die massive Tierschutzprobleme zur Folge haben. Hinzu kommt seit einigen Jahren der weltweit florierende Eselhauthandel zur Herstellung von Ejiao, einem vermeintlichen Heilmittel aus der traditionellen chinesischen Medizin, der das ohnehin oft leidvolle Leben der Esel noch zusätzlich in Gefahr bringt. Und auch von großen Katastrophen bleiben die Tiere nicht verschont: In Kriegsgebieten wie Syrien oder Ländern wie Indien und Tansania, die von der Corona-Pandemie oder der Klimakrise geplagt sind, stellt die vorherrschende Not Tierschutzmaßnahmen vor immer neue Herausforderungen.

Doch wo ein Wille, da ein Weg – würde wohl auch ein Esel mit seiner Hartnäckigkeit und Verlässlichkeit sagen: Die Welttierschutzgesellschaft ist mit ihren Partnern weltweit im Einsatz, um den Tieren Hilfe zu leisten. Und so vielfältig die Problematiken, die das Wohl der Esel weltweit gefährden, so unterschiedlich sind die Maßnahmen.

Ein Welttag für den Esel! Finde ich gut. Auf meinen vielen Reisen in Entwicklungsländer begegne ich ihnen immer wieder. Meist als sehr geschundene Nutztiere, deren Anblick sehr traurig macht.

*Keine Werbung, sondern aus Überzeugung geschrieben.

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Tierwohl in der Entwicklungshilfe

Von Sabine Ludwig

Eine Frage der Ethik: Der weltweite Schutz von Nutztieren

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Ein besserer und artgerechterer Umgang mit Nutztieren wird von Tier- und Umweltschutzverbänden gefordert. Gerade jetzt ist das Thema brisanter denn je zuvor.

Ziegen, Schafe, Esel, Schweine und Rinder – ihr Besitz ist für Millionen Menschen überlebenswichtig. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit (EZ) fördert im Rahmen der weltweiten Armutsbekämpfung die Nutzung, die jedoch viele Fragen aufwirft.

Das Tierwohl bleibt dabei oft auf der Strecke. Einkommensfördernde Maßnahmen durch die Vergabe von Nutztieren sind ein jahrelanger Trend in der EZ und werden selten im Sinne der Tierschutzgesetze überprüft. Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass ein funktionierendes Miteinander von Mensch und Tier nur möglich ist, wenn artgerechte Haltung, Respekt und Ehrfurcht vor dem Leben der Tiere auf allen Ebenen umgesetzt werden. Dies fordern immer mehr Menschen, denen Tierschutz und Ethik wichtig sind und die Hilfsorganisationen durch Spenden unterstützen.

Deutsche Ärztin vor Ort

„Ich habe lange Zeit in Äthiopien gelebt. Was mir dort als erstes aufgefallen ist, waren die vielen Fuhrwerke, die von Eseln oder Pferden gezogen wurden. Diese waren oft überladen, und die Tiere arbeiteten von früh bis spät. Danach wurden sie ausgeschirrt und mussten sich ihr Futter selber suchen. Die Tiere waren meist in einem erbärmlichen Zustand. Völlig unterernährt, übersät mit Wunden durch das scheuernde Geschirr, die kaum versorgt wurden. Die Einstellung zu den Tieren war wie zu einem täglichen Nutzgegenstand und nicht mehr“, sagt Dr. Simone Kann vom Missionsärztlichen Institut in Würzburg. Sie ist Internistin, Infektiologin und Tropenmedizinerin mit Schwerpunkt Internationale Gesundheit und Vernachlässigte Tropenerkrankungen (neglected tropical diseases, NTD).

„Viele Tierhalter in den Entwicklungs- und Schwellenländern, in denen die deutsche Entwicklungszusammenarbeit tätig ist, können die ihnen anvertrauten Tiere nicht entsprechend ihrer Bedürfnisse versorgen. Dies liegt zum einen daran, dass Tierschutz in ihren Ländern bislang kaum eine Rolle gespielt hat und daher das Bewusstsein für dieses Thema fehlt. Zum anderen leben viele dieser Menschen von weniger als zwei US-Dollar pro Tag. Wenn es um das blanke Überleben geht, gerät das Wohlergehen von Nutz- und Haustieren oft aus dem Blick“, sagt Christoph May von der Welttierschutzgesellschaft in Berlin.

Es sind häufig die Ärmsten der Armen, die weder Schulbildung noch eine anerzogene oder natürliche Empathie gegenüber ihren tierischen Schützlingen haben. Die deutsche Entwicklungspolitik hat diese Tatsachen kaum berücksichtigt – bis Corona das Leben veränderte.

Zoonosen als Ursache für Covid-19

„Aus medizinischer Sicht ist eine nicht fachgerechte Tierhaltung problematisch. Durch sie können zahlreiche, oft sehr gefährliche Erkrankungen, wie beispielsweise Zoonosen, die jetzt auch für Covid-19 verantwortlich sind, gefördert werden“, betont die Würzburger Ärztin. „Eine effektive Entwicklungshilfe im Bereich Veterinärmedizin sollte daher einen ganzheitlichen Ansatz umfassen, der die Aspekte Tierwohl, Sicherheit, Umwelt und Prävention sowie Interaktionen mit anderen Tieren und Menschen beinhaltet.“

Eine Studie im Auftrag der Welttierschutzstiftung unter in Deutschland ansässigen aber global agierenden Nichtregierungsorganisationen sowie der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) befasste sich 2020 mit dem Einsatz von Nutztieren in Landwirtschaftsprojekten. Nachgefragt wurde auch, ob begleitende oder verpflichtende Maßnahmen für das Wohlergehen der vermittelten Tiere sichergestellt wurden. Gab es in diesem Zusammenhang Schulungen, die Sicherstellung von Futtermittel oder eine tiermedizinische Versorgung?

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Durch eine nicht fachgerechte Tierhaltung können Zoonosen, wie jetzt bei Covid-19, entstehen.

„Abgesehen von einer Ausnahme verfügte laut eigener Aussage keine der 19 befragten Organisationen über konkrete, verpflichtende Vorgaben zur Nutztierhaltung, an die sich die lokalen Projektpartner und Tierhalter halten müssen. Vereinzelt finden bei einigen Hilfswerken Tierschutzmaßnahmen statt, dabei handelt es sich jedoch nicht um ganzheitliche Konzepte“, betont May. „Unsere Umfrage und erste Gespräche mit den Organisationen haben allerdings gezeigt, dass es grundsätzlich eine große Bereitschaft gibt, das Tierwohl als wichtigen Baustein nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit zu stärken. Deshalb werden jetzt im nächsten Schritt ein Informationsportal aufgebaut, Tierwohl-Leitlinien entwickelt und Pilotprojekte für deren konkrete Anwendung umgesetzt.“

Deutsche Fördermittel

Rund 80 Prozent der an der Studie teilnehmenden Nichtregierungsorganisationen beziehen für ihre Nutztierprojekte Fördermittel von deutschen Ministerien. Ein Großteil von ihnen sieht die Politik in der Verantwortung, sich stärker mit Tierwohl zu befassen.

„Dazu gehört aber auch eine gute Infrastruktur, die in vielen Entwicklungsländern mangelhaft ist. Auch deshalb fehlt es an Tierärzten, Tierimpfungen und -medikamenten. Fleischkontrollen sind meistens unzureichend oder nicht vorhanden“, erklärt Kann. Sie forschte in den letzten Jahren in Kolumbien. „Indigene Bevölkerungsgruppen erhielten dort Herden von Rindern, Schafen und Ziegen. Viele Tiere starben, weil sie sich selbst überlassen waren. Das reichte für eine erfolgreiche Viehwirtschaft nicht aus. Mittlerweile hat man dazu gelernt, aber es wäre besser gewesen, die Tiere nicht einfach zur Verfügung zu stellen, sondern den Aufbau einer Viehwirtschaft durch Fachleute begleiten zu lassen.“

Während der Corona-Pandemie ist das Thema brisanter denn je. Ein artgerechter Umgang mit sogenannten Nutztieren, die Menschen in vielen Teilen der Welt das Überleben sichern, hätte in der bilateralen Zusammenarbeit schon längst in den Fokus gerückt werden müssen. Denn nur wenn Tierschutz innerhalb einer nachhaltigen und ressourcenschonenden Landwirtschaft zum Tragen kommt, wird glaubhafte Entwicklungshilfe, die auch Spenderinnen und Spender gerne unterstützen, möglich.

Diese Reportage wurde in unterschiedlichen Medien veröffentlicht.

Am 8. Mai erwartet Euch der Welttag des Esels. Was es damit auf sich hat, erfahrt Ihr morgen ab 8 Uhr MEZ hier bei sl4lifestyle! Bleibt dran!

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Die Wahrheit sagen. Auch wenn sie schmerzt!

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„Ich will die Wahrheit aussprechen. Selbst wenn sie schmerzt. Selbst wenn sie anderen nicht gefällt. Das bedeutet keinesfalls, dass Wahrheiten immer unangenehm sein müssen oder es darum geht, anderen weh zu tun. Viele Wahrheiten machen Hoffnung.
Ich sage nur, dass es nicht die Aufgabe gewählter Politiker ist, die Bürger mit tröstlichen Botschaften einzulullen. Unser Aufgabe ist es, die Wahrheit zu sagen – auch dann, wenn sie nicht willkommen ist.“

Kamala Harris 

Das sind große und bedeutende Worte, die am heutigen Lese-Donnerstag die allererste US-Vizepräsidentin von sich gibt. Über hundert Tage Macht haben Joe Biden und Kamala Harris als einflussreichste Menschen der Welt gemeinsam gemeistert. Das Lob ist größer als die Kritik. Die US-Präsidentschaft der beiden scheint zu funktionieren. Und die Projekte, die sie anstoßen, finden große Zustimmung. Bis jetzt, zumindest.

Viel wissen wir nicht über Kamala. Doch das ändert sich mit ihrer neuen Autobiografie. Wie denkt sie? Wie fühlt sie? Was will sie ändern? Welche Werte sind ihr wichtig? Auf ihren Schultern ruht derzeit die Hoffnung einer ganzen Nation. Wirkt Joe Biden manchmal tüttelig und von gestern, so inspiriert Harris umso mehr. Vor allem ihre weiblichen Fans. Auch wenn wir zurzeit noch nicht allzu viel von ihr sehen. Vielleicht hält sie sich ja auch ganz bewusst erst einmal im Hintergrund.

Sie hat das Amt in jenem historischen Moment übernommen, in dem die Vereinigten Staaten gespalten waren wie nie zuvor. Mutig, mutig! Wer ist diese Frau, die die Zukunft der USA mitprägen wird? Was treibt sie an? 

In ihrer 2019 erschienenen und nun erstmals auf Deutsch vorliegenden Geschichte erzählt Kamala ihren Werdegang und beschreibt mitreißend, wie sie sich als Tochter einer indischen Einwanderin und eines Jamaikaners zur Justizministerin Kaliforniens hocharbeitete – und schon als Staatsanwältin dem Ziel sozialer Gerechtigkeit verschrieb. Während der Immobilienkrise nahm sie den Kampf mit Banken und Big Business auf, um die einfachen Bürger zu schützen. Sie bekämpfte den Rassismus in der Strafverfolgung und trieb konsequent eine Reform des Justizwesens voran. Ihre Vita, die sie in diesem Buch so eindringlich schildert, ruft immer wieder die grundlegenden Werte von Freiheit, Toleranz und Gerechtigkeit in Erinnerung, die heute doch so sehr in Gefahr geraten sind. 

Das beeindruckende Zeugnis einer klugen und charismatischen Politikerin. Zum Nachlesen, Nachdenken und Analysieren. Und um sich ein klein wenig auch selbst zu inspirieren! Warum nicht?!

Kamala Harris: Der Wahrheit verpflichtet. Meine Geschichte, 336 Seiten, 22 Euro. 

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Über den Kick, das Abenteuer und eigene Grenzen

„Die Suche nach dem Kick, ist das einfach nur Abenteuerlust? Etwas, das einem angeboren ist? Schon als Kind lotete ich gerne meine Grenzen aus – und überschritt sie immer wieder. „ 

Achim Schlöffel

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Extremtauchen ist noch mal was ganz anderes! Respekt, Respekt! Auch ich tauche, habe die Lizenz vor vielen Jahren gemacht. Begonnen habe ich Mitte der 1980er Jahre am Great Barrier Reef an der Ostküste Australiens. „Open Water I“, steht auf meiner Lizenz. Gleich am Anfang erlebte ich in den Tiefen des Meeres das Allerschönste, nämlich die traumhafte Tauchregion des Barrier Reefs mit bunten Fischen, schillernden Muscheln, wiegenden Palmen und Landschaften, die man sich sonst nur erträumen kann. Ich habe meinen Tauchschein an einer Top Location gemacht. Ob das gut war, weiß ich nicht! Denn alles, was danach kam, relativierte sich. Ich verglich und beurteilte. So schön wie am Barrier Reef war es nie wieder.

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Mein letzter Tauchgang in Thailand.

Mitreden kann ich also. Ich kenne sie, die faszinierendsten Tauchregionen unserer Erde. Ich begegnete den magischen Unterwasserwesen auf den Malediven, in Australien, Ägypten, Mexiko, Sri Lanka … Mein letzter Tauchgang war Anfang 2017 im Süden Thailands. Lange war ich nicht mehr in dieser verwunschenen Welt gewesen. Deshalb nahm ich einen Tauchlehrer mit, der meine eventuellen Patzer korrigieren konnte.

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So kann es da unten aussehen!

Und dann geschah etwas, das noch heute Unbehagen in mir hervorruft. Wir waren auf ca. 20 Meter unten, die Wasseroberfläche war unruhig. Denn an den vorherigen Tagen hatte es im Golf von Thailand Sturm gegeben. Und das Meer war immer noch sehr rau. Als wir aufstiegen war vom Tauchboot nichts mehr zu sehen, und die Wellen schwappten über uns hinweg. Noch hatten wir Sauerstoff im Gerät. Doch ich wusste auch, dass das nicht für lange war.

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Faszinierende Unterwasserwelt.

Meine Tarierweste hatte ich an und aufgeblasen. Der Tauchlehrer setzte eine orange Signalboje, damit man uns besser lokalisieren konnte. Ich bekam zum ersten Mal, seit ich tauchte, Panik, konnte mich aber beruhigen, da ich einen Buddy, nämlich den Tauchlehrer, dabei hatte. Der versuchte, mich zu beschwichtigen. Ich musste mich sehr zusammenreißen. Aber die Situation ging gut aus, denn endlich „fand“ uns das Tauchboot durch die gesetzte Tauchboje. Ansonsten wäre es für die Bootscrew schwierig gewesen, uns Taucher an der Oberfläche zu orten und aufzulesen. Seitdem war ich nicht mehr unter Wasser …

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Ich vermisse es … 

Doch jetzt zur Neuerscheinung von Extremtaucher Achim Schlöffel. Als erster Mensch hat er allein den Ärmelkanal durchtaucht, in Tausenden von Tauchgängen zahlreiche Grenzsituationen erlebt. In seinem Buch erzählt er vom Sog der Tiefe und dem richtigen Umgang mit der Angst, von aufregenden und gefährlichen, aber auch unvergesslichen Erlebnissen in der faszinierenden Welt unter Wasser. In 50 Geschichten nimmt er mich und Euch mit auf atemberaubende Tauchexpeditionen zu versunkenen Schiffwracks, in unerforschte Unterwasser-Höhlensysteme und eiskalte Bergseen, zu gefährlichen Rettungsaktionen, bei denen er mehrfach sein Leben riskiert, um das anderer zu retten – nicht immer mit Erfolg. Dazu liefert der Tauchprofi eine Menge Tipps für ambitionierte Hobbytaucher, u.a. rund um seine spektakulärsten Wracks, Höhlen und spannenden Tauchplätze. Auch erklärt er die wichtigsten zehn Überlebensregeln. Eine der ersten lautet „zwischen ‚Ich kann nicht mehr‘ und ‚Es geht nicht mehr‘ ist immer noch genug Luft, um weiterzumachen.“

Achim Schlöffel mit Moritz Stranghöner: Der Tod taucht mit. Ein Extremtaucher erzählt von der Faszination und den Gefahren der Tiefe, 208 Seiten, 18,95 Euro

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Und Ihr so! Wieviele Länder stehen auf Eurer persönlichen Weltkarte?

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Nichts geht mehr: Urlaube fallen weiterhin flach.

Im Moment geht mit Reisen fast gar nichts. Immer noch nicht … Häufig ertappe ich mich dabei, wie ich in meinen analogen Fotoalben blättere oder durch die digitalen Alben wische, um festzustellen, wie schön das alles war: Am Strand auf Sardinien, beim Segeln an der Amalfi-Küste, auf Fotosafari in Südafrika, bei den Komodo-Waranen in Indonesien, beim Detoxen in Thailand oder beim Surfen am Fistral Beach in Cornwall, und, und, und …

Wieviele Länder waren es, die ich gesehen habe? Ich habe darüber nie Buch geführt, aber mit Matador konnte ich die Anzahl ganz leicht feststellen. Und Ihr? Probiert es mal aus! Ist ganz einfach, denn alle Länder sind aufgelistet und Ihr müsst für Eure persönliche Reiselandkarte nur die Häkchen setzen. 

Wir freuen uns auf Eure Nachricht in der Kommentarfunktion. Unter allen Einsendungen verlost sl4lifestyle die Neuerscheinung von Monisha Rajesh „In 80 Zügen um die Welt“. Das Buch erscheint am 7. Mai 2021 und erzählt von Monishas über 70.000 Kilometer langem Abenteuer auf Schienen. Also genau das Richtige für Euer Fernweh!

Also Mitmachen, Neugier stillen und eine tolle Reiseerzählung gewinnen!

Hier ist der Link!

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Die Psyche stärken

Tara Stiles CoverWer kennt das nicht: Randvolle Terminkalender, ständige digitale Verfügbarkeit, zu wenig Schlaf, der Druck, nach außen schön und fit zu wirken, das Gefühl, immer unter Strom zu stehen. Das alles sind Dinge, die uns belasten, uns Energie rauben und uns auf Dauer krank machen. Und jetzt kommen noch die psychischen Belastungen der Pandemie hinzu. Bei vielen hat der Stress der Arbeitswelt abgenommen, doch die Panik, die Angst vor der Zukunft und das Weitermachen unter Lockdown-Bedingungen lähmt die körpereigene Resilienz. 

Die bekannte amerikanische Yoga-Lehrerin Tara Stiles zeigt uns einen Ausweg aus dem ständigen Kreislauf von Stress, Überlastung und Angst: Ihr 28-tägiges Detox-Programm für Körper, Geist und Seele kombiniert uralte Praktiken wie Ayurveda, Yoga und Meditation mit modernen Methoden zur Entspannung und Stressbewältigung. Diese umfassende Entgiftungskur hilft, die Verbindung von Körper und Geist neu zu spüren, destruktive Gewohnheiten loszuwerden und ganzheitliches Wohlbefinden zu erlangen.

Ihr lernt, Euch vor toxischen Einflüssen zu schützen. Das heißt also, euer Tempo verringern und Euch von innen durch Yoga-Meditation und von außen durch gesunde Ernährung auf ayurvedischer Basis zu reinigen. Und endlich könnt Ihr wieder auftanken. Und aufatmen.  Euch in der Natur bewegen und die Kraft der Ruhe wahrnehmen. Mit neuen täglichen Routinen und Gewohnheiten gelingt es Euch leichter, das Leben wieder positiv und energiegeladen zu gestalten.

Der Weg zur körperlichen und geistigen Neuausrichtung hat Autorin Stiles in vier Teile gegliedert:

Woche 1: Mentales Detoxing. Mit einer Art Routine-Tuning verändert Ihr Eure Work-Life-Balance zum Positiven und lernt, mentalen Ballast loszuwerden. 

Woche 2: Spirituelles Detoxing. Hier steht die Wiederannäherung an Eure spirituelle Seite im Mittelpunkt. Ihr beginnt mit täglichen Meditationen und setzt Eure Vorsätze gezielt in die Praxis um.

Woche 3: Änderung des Essverhaltens. Einkaufen nach den Jahreszeiten oder Clean Eating: In der Küche lernt Ihr, den Körper im Licht von Ayurveda und anderen Weisheitslehren zu stärken und neu zu lieben.

Woche 4: Bewegung heilt. Durch Übungen aus dem Yoga oder Tai-Chi bringt Ihr Körper und Geist in Einklang und lernt ein völlig neues Körpergefühl kennen. 

Dieses Rundum-Detox-Programm führt zu einer äußeren und inneren Reinigung. So kommt Ihr wieder in Kontakt mit Euch selbst und könnt für mehr Wohlbefinden in jedem Bereich Eures Lebens sorgen, indem Geist und Körper wieder harmonisch zusammenwirken. Dazu präsentiert Tara Stiles viele praktische und schnell im Alltag anzuwendende Übungen und Meditationen, Anregungen für eigene Notizen und Reflexionen sowie gesunde Rezepte und Tipps für einen ausgeglicheneren Lebensstil. Denn es ist jetzt an der Zeit, nach innen zu schauen, sich neu auszurichten und die Energie dorthin zu lenken, wo Ihr wirklich sein möchtet.

Tara Stiles: Detoxing. Reinige Deinen Körper, kläre Deinen Geist. Das 28-Tage-Programm, 237 Seiten, 20 Euro.

Passend dazu ein weiterer Lesetipp auf sl4lifestyleLieben & Loslassen. Hier erzählt die Yogalehrerin Rachel Brathen ihre Lebensgeschichte.

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Das Mysterium Elena Ferrante

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Sie hat Bestseller geschrieben wie „Meine geniale Freundin“  und das „Lügenhafte Leben der Erwachsenen“. In Italien ist sie ein Weltstar und auch im Rest der Welt hat sie sich als Bestsellerautorin einen Namen gemacht. Wer sie letztendlich ist, weiß niemand.

Elena Ferrante hält ihre Identität geheim, gibt sie nicht preis. Gehen wir mal einfach davon aus, dass es sich bei Ferrante um eine Frau handelt. Vor Jahrzehnten erhielt der kleine italienische Verlag Edizioni e/o ein Manuskript von ihr. Unter einer Bedingung: Ferrante wollte anonym bleiben. Viele Jahre später, sie ist längst berühmt, vergleicht man sie mit Kafka oder Dickens oder Proust. Doch noch immer weiß niemand, welche Person tatsächlich hinter Ferrante steckt.

„Ich werde keine Einladung zu Diskussionen oder Tagungen annehmen. Keiner Preisverleihung beiwohnen. Ich werde mich nur schriftlich äußern“, sagt Ferrante in dem Hörbuch „Frantumaglia“. „Ich glaube, Bücher brauchen, wenn sie einmal geschrieben sind, keinen Autor mehr.“ Interessante Einblicke in die poetische Werkstatt der Bestsellerautorin gibt das Hörbuch, gelesen von Eva Mattes, der deutschen Stimme von Ferrante. 

Ferrantes Strategie mag dazu beitragen, jedes ihrer Werke in die Bestsellerlisten zu katapultieren. Doch diese Erklärung, warum sie ihre Identität nicht preisgibt, wäre zu einfach. Eine gekonnte Marketing-Strategie, die dahinter stecken könnte, würde nun schon seit 30 Jahren andauern. Doch kann man diese wirklich über Jahrzehnte durchhalten? Und so konsequent? Oder ist es Ferrantes eigene Entscheidung, für immer oder zumindest für eine sehr lange Zeit ein Mysterium bzw. ein Pseudonym zu bleiben? Ich denke, ihren Leserinnen und Lesern ist das (fast) egal. Hauptsache, ihre Bücher bleiben rätselhaft, berührend und überraschend.

Elena Ferrante: Frantumaglia. Mein geschriebenes Leben, 3 CDs, ca. 3 Stunden, 18 Euro.

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Andy Warhol Now im Kölner Museum Ludwig

Warhol_Buch

„Wer alles über Andy Warhol wissen will, braucht nur die Oberfläche anzusehen, die meiner Bilder und Filme und von mir, und das bin ich. Da ist nichts dahinter.“

Andy Warhol

Passend zur Ausstellung: Das Buch!

Blake Gopnik: Warhol. Ein Leben als Kunst. Die Biografie, 1200 Seiten, 50 Kapitel, 48 Euro.

Ein Leckerbissen für die deutsche Kunst- und Kulturszene: Die Ausstellung Andy Warhol Now in Köln noch bis 13. Juni 2021. Man darf gespannt sein: Die 100 Werke umfassende Retrospektive des schillernden New Yorker Ausnahmekünstlers slowakischen Ursprungs wird nicht nur in Kunstkreisen vehement gefeiert. Die Veranstalter erwarten zahlreiche Besucher aus aller Welt.

„John Lennon und ich haben uns einmal vor Andy im Schrank versteckt. Hätte ich ihn nur besser gekannt.“ 

Elton John

Andy Warhol, der radikale und rätselhafte Avantgardist aus dem New York der 1970er und 1980er Jahre, hat sich selbst überlebt. Gestorben am 22. Februar 1987 war er ab Mitte der 1970er Jahre eine Lichtgestalt. Sie leuchtete und warf zugleich auch Schatten.

Die legendären Tagebücher

Zwei Jahre nach seinem Tod zog ich in die Nähe von New York City, begierig darauf, tiefer in die Künstlerszene von Big Apple einzutauchen. Pop Art, The Factory, Siebdruck, die deutsche Sängerin Nico und ihre Band The Velvet Underground, diese Attribute bezogen sich allesamt auf Warhol. An meinen freien Wochenenden fuhr ich regelmäßig in die City, wanderte durch Greenwich Village und Soho – South of Houston Street, oft einfach nur auf der ziellosen Suche nach den Ursprüngen des Pop Art-Genies. Gleich nach Ankunft in USA hatte ich mir die Buch-Neuerscheinung des Jahres „The Andy Warhol Diaries“ gesichert, die hervorragend für meine persönliche Spurensuche geeignet war.

Andy Warhol ist der bekannteste Künstler der Pop Art-Szene. Seine knallbunten Bildserien von Suppendosen, Bananen oder Hollywood-Stars wie Marilyn Monroe sind bis heute stilprägend. Die Gemeinde aus Musen, Celebrities, Drag Queens und Intellektuellen, mit denen er sich in seinem Atelier (The Factory) umgab, ist legendär. Bekannt war er für seine Werke, in denen er souverän die Trennung zwischen Kunst und Leben auflöste und dadurch die Kunstwelt ebenso nachhaltig faszinierte wie revolutionierte.

Introvertiert und homosexuell

Sein Weg zu einem der bekanntesten Künstler des 20. Jahrhunderts begann steinig. Geboren wurde er 1928 in Pittsburgh als verarmter Sohn slowakischer Einwanderer. Durch eine seltene Pigmentstörung manifestierte sich sein späteres Aussehen, das er mit silbernen oder weißen Perücken zusätzlich zelebrierte. Während seiner Krankheit beschäftigte sich der junge introvertierte Warhol ausführlich mit Comics und Kinofilmen, eine musische Ader, mit der er den Grundstein für seinen späteren Ruhm legte. 

Heute befindet sich in seiner Geburtsstadt das ausgezeichnete Andy Warhol Museum. Ein Raum zeigt den von Warhol erfundenen Fotokasten. Hier erlangt jeder Besucher durch sogenannte Screen Tests für 15 Minuten eine ganz eigene Berühmtheit, die – nach Warhols Auffassung – jedem Menschen mindestens einmal im Leben zuteil werden sollte. Hinzu kommt, dass er als erster Künstler überhaupt Bilder mit der Sofortbildkamera schoss, und damit das heutige It-Gerät erst salonfähig gemacht hatte.

Erste Erfolge als Werbezeichner stellten sich bald ein, die gekrönt wurden von seinen bahnbrechenden Werken der Pop-Art in den Siebziger- und Achtzigerjahren. Eindrucksvoll zeigt Warhol, wie er in seinem Werk die Trennung zwischen Kunst und Leben auflöste und dadurch die Kunstwelt ebenso nachhaltig faszinierte wie revolutionierte. Denn bei ihm wird sogar das zur Kunst, was das alltägliche Leben der modernen Konsumgesellschaft prägte.

Einige homosexuelle Beziehungen scheiterten,  und Warhol wurde immer einsamer. Schließlich überlebte er Ende der 1960er Jahre ein Attentat durch die Frauenrechtlerin Valerie Solanas. Lebensgefährlich durch Schüsse verletzt lag der Ausnahmekünstler längere Zeit im Krankenhaus. Von da an ließ er es langsamer angehen. Seine Underground-Party-Location The Factory wurde zu einem Bürohaus, und er selbst suchte Abwechslung im legendären Studio 54, die einst angesagteste Tanz-Location in Manhattan. Als er 1987 nach einer Bagatelloperation starb, war er zu einer Ikone der Kunstszene geworden. 

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Erinnerungen an Todos Santos

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„Auf Reisen gleichen wir einem Film, der belichtet wird. Entwickeln wird ihn die Erinnerung.“

Max Frisch (1911 – 1991)

Max Frischs Zitat ist gerade heute so wichtig, damit wir nicht Zuversicht, Hoffnung und Mut verlieren.

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„When we travel, we are like a film at the moment of exposure.
It is memory that will develop it.“

Max Frisch (1911 – 1991)

Max Frisch’s quote is so important today that we don’t lose confidence, hope and courage.

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Rate mal! Das neue Stadt-Quiz für Schlaufüchse!

Dagmar Wolf

Dagmar Wolf hat sich wieder etwas einfallen lassen. Diesmal geht es ums Raten!

Jetzt gibt es ein Quiz zu meiner Heimatstadt Würzburg! Klar, das wollte ich ausprobieren. Nicht so einfach in diesen kontaktlosen Zeiten! Mit ein paar Freundinnen, alle Würzburgerinnen, habe ich mich über WhatsApp verabredet und wir spielten gemeinsam. Virtuell. Leider war das der einzige Weg, sich zu treffen. Zum Picknick draußen hätten wir uns verabreden können. Doch dafür war es viel zu kalt! 

Wir waren sehr gespannt! Die hundert Fragen und Antworten nahmen uns mit auf eine amüsante und vielseitige Tour durch die fränkische Domstadt. In der Tat, rund um das Juliusspital und die Alte Mainbrücke warten unzählige verblüffende Erkenntnisse zu den unterschiedlichsten Gebieten, wie Stadtgeschichte, Sport, Bildung, Kunst oder Kurioses, auf die Knobelfans. Zum Glück haben wir alle Allgemeinbildung. Das dachten wir zumindest. Aber von wegen! Manche Fragen sind so kniffelig, dass nur das gewisse Quäntchen Rateglück noch half. Auch für Neuankömmlinge und Hinzugezogene ist das Spiel ein toller Ratgeber, denn dank kurzer Erklärungen und Hintergrundinformationen lernt man die Stadt schon mal vom heimischen Wohnzimmer aus kennen. 

Am Ende des vergnüglichen Streifzugs allein oder mit mehreren wisst Ihr nicht nur, dass Marianne Koch und Heinz Rühmann im Film „Vater sein dagegen sehr“ in Würzburgs Adalberokirche geheiratet haben, sondern auch, welches das älteste Wohnhaus der Stadt ist und woher der Name „Talavera“ für den Festplatz am Main kommt. Ausgewählt hat die Fragen Dagmar Wolf. Sie kennt sich als Autorin des Buches Glücksorte in Würzburg mit der Thematik bestens aus. Doch wie ist sie nun auf dieses Quiz gekommen? Und auf die vielen Fragen? Ich war neugierig und habe Dagmar angerufen. Und sie hat mir folgendes erklärt: 

„Da das Buch ‚Glücksorte in Würzburg‘ erfolgreich läuft – im vergangenen Herbst ist die zweite Auflage erschienen – hat mich der Verlag angesprochen, ob ich mir vorstellen könnte, auch ein Würzburg-Quiz zu entwerfen. Da ich für die Glücksorte so viel Input gesammelt habe, den ich nicht verwerten konnte, und seitdem mit ganz anders wachen Augen durch Würzburg streife und ständig Interessantes wahrnehme (oder höre oder lese), wollte ich das natürlich gerne angehen. Zudem bin ich chronisch neugierig und freue mich, wenn ich mit Auftrag auf Entdeckungsreise gehen darf. Das ist eine andere Zielgerichtetheit als aus Eigenantrieb auf Streifzug zu gehen, was auch schön ist.

So konnte ich für das Quiz also aus meinem Fundus schöpfen – was ich allerdings weniger genutzt habe,  als ich zunächst dachte, weil eben lauter neue Ideen dazukamen. Zudem fand ich das Format sehr reizvoll, Stadtgeheimnisse und -preziosen quasi en miniature zu präsentieren. 

Als ich das Manuskript zur Abgabe fertig gemacht habe, hatte ich sogar den Luxus zu vieler Fragen. Ich konnte also die Lektorin aussortieren lassen.“

Neugierig geworden? Vielleicht hat Eure Stadt längst auch schon ein Stadt-Quiz? Schaut einfach mal hier nach!

Dagmar Wolf: Würzburg-Quiz, 100 Fragen und Antworten im zweifarbigen Schmuckkästchen, Format 8 x 8 x 3 cm, 12,90 Euro. 

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