La Dolce Vita

Es gibt kein Ende. Es gibt keinen Anfang. Es gibt nur die unendliche Leidenschaft des Lebens. 

Federico Fellini

Costa Smeralda, Sardinien, 1965

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Ausflugstipp: Limburg an der Lahn

Ansicht Lahn und Dom Limburg

Herbst in Limburg. Der prächtige Dom.

Sabine Mariengarten

Mein Besuch in Limburg war längst überfällig.

Ich kenne Limburg eigentlich nur als Kleinod an der Autobahn. Vor Jahren bin ich zwischen Bonn und Würzburg gependelt und außer einem kurzen Abstecher hatte ich mit der Stadt keinerlei Berührungspunkte. Das änderte sich vor ein paar Wochen. Ich besuchte meine Journalistenkollegin Heike Lachnit.

Sie spezialisiert sich als Lokalreporterin auf Nachrichten und Hintergrundberichte aus der Region. Ich hatte sie vor einigen Jahren im Presseclub München bei einem gemeinsamen Blogger-Seminar kennengelernt.

Für ihren Nachrichten-Blog hljournal ist sie als Insiderin viel unterwegs. Für mich war das ein großer Vorteil. Denn so konnte ich Limburg von einer ganz anderen Seite kennenlernen. Heike hatte mir angeboten, mit ihrer Heimat auf Tuchfühlung zu gehen. Yep, denn was gibt es Besseres als eine Lokalreporterin als Stadtführerin!

Heike in Limburg

Lokalreporterin aus Elz: Heike Lachnit.

Hinzu kam: Das Herbstwetter war fantastisch, und Limburg zeigte sich von seiner besten Seite.

Zuerst liefen wir den steilen Berg hinauf zum Dom und wandelten durch den idyllischen Mariengarten ganz in der Nähe des früheren Wohnsitzes des skandalreichen Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst, der mittlerweile im Vatikan residiert.

Apropos Mariengarten: Der Bischof hat die Anlage vor rund zehn Jahren nach seinem Gusto gestalten lassen. Das und andere Sperenzchen kosteten den Steuerzahler stolze 790.000 Euro. Nachdem die hemmungslose Verschwendung des ästhetisch orientierten Kirchenmannes aufgeflogen war, hat diese als Affäre Tebarz bezeichnete Limburger Episode dem kleinen mittelhessischen Städtchen einen Touristenansturm seinesgleichen beschert.

Mariengarten

Idyllischer Mariengarten.

Als mir Heike später von dem Baumkuchen im Café Kosmol erzählte war klar: Den muss ich probieren. Sie erklärte mir, dass er eine Limburger Spezialität sei, die bei keinem Stadtbummel fehlen dürfe. Gesagt, getan. Ich habe es nicht bereut. Bei der Herstellung wird eine leckere biskuitähnliche Masse Schicht für Schicht auf eine heiße drehende Walze aufgetragen und bis zu einer Dicke von 13 Schichten und einer Länge von 1,25 Meter gebacken. Natürlich habe ich mir nur ein kleines Stückchen gegönnt, denn der 100 Gramm-Preis ist ganz schön happig. Bei mir waren es dann doch ein paar Gramm mehr.

Löwenantlitz

Löwenantlitz im Mariengarten.

Limburg_verwinkelte Altstadt

Bummel durch die Altstadt. Hier habe ich den Baumkuchen entdeckt.

Die kleinen malerischen Ecken und Winkel unterhalb des Domberges in der idyllischen Altstadt haben jede Menge Flair. Besonders auch, weil ich außergewöhnliche und individuelle Läden fand. Und bevor ich mit dem Zug abreiste zeigte mir Heike noch eine besonders hervorragende Location für ein Photoshooting: Den Dom im bunten Herbstlaub. So entstand zum Abschluss noch ein echtes Hingucker-Foto (siehe Anfang)!

Abends nahm ich den Zug. Der einsam gelegene Limburger ICE-Fernbahnhof mitten in einem Industriegebiet ist von der Stadt aus nur per Shuttle erreichbar und ein bisschen unheimlich. Gerade in der Dunkelheit am Abend oder wenn der ICE mal wieder Verspätung hat. Denn ich musste auf dem Bahnsteig im Freien warten. Im Bahnhofsgebäude gibt es nichts: Weder Geschäfte noch ein Restaurant oder gar ein paar Menschen. Fast Food findet man im Gewerbegebiet zehn Minuten Fußweg entfernt.

Doch Limburg ist nicht nur eine Empfehlung sondern gleich eine Reise wert. Und wenn man die passende Person kennt, die einem das Städtchen auch noch so umfassend zeigt, umso besser.  Danke, Heike!  

Ansicht Lahn und Dom Limburg

Herbst in Limburg. Der prächtige Dom.

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Sucht Ihr noch ein Weihnachtsgeschenk?

„Mit einem Buch auf dem Schoß war ich glücklich.
Ich fürchtete nichts mehr außer einer Unterbrechung.“

Charlotte Brontë

Gottseidank gibt es Bücher. Ich lese gerne und viel. In den letzten Monaten sogar noch mehr. Sie geben mir Trost, verschaffen mir Glück und lassen mich träumen. In der Tat, Bücher reihen sich in jede Schicksalslage ein, was gerade in der Corona-Zeit umso wichtiger ist. Meist reichen mir die ersten 50 Seiten zum Anlesen, um zu wissen, ob der Band mir gefallen wird oder nicht. So mache ich es auch, wenn ich unter Zeitdruck bin und Euch trotzdem auf sl4lifestyle Lesestoff vorstellen möchte. Zeit zum Schmökern sollte man sich immer nehmen. Und bieten sich die kommenden Weihnachtstage nicht hervorragend dafür an? Vor allem dann, wenn der alljährliche Trubel vorbei ist.

Die folgenden Leseempfehlungen, aufgeteilt nach Genres, sollen zugleich die Suche nach dem passenden Geschenk für Familie und Freunde ersetzen als auch eine Anregung für Euren ganz eigenen Genuss sein.

Wohlfühlen

Warum nicht mal Glück zu Weihnachten verschenken? Es gibt ein kleines Land im Himalaya-Gebirge, in dem das Glück fester Bestandteil des Bruttonationalproduktes ist: Bhutan. Doch gibt es denn so etwas wie einen Glücks-Standard? Was zeichnet glückliche Menschen aus? Autor Ha Vinh Tho war in Bhutan viele Jahre zuständig für die Umsetzung des sogenannten „Bruttonational-Glücks“. Jetzt können wir mit Ha Vinh Tho Selbstreflexion und Achtsamkeit, Sozialkompetenzen für ein liebevolles Miteinander und den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur entwickeln, um ein sinnvolles und freudvolles Leben zu führen. Der Glücks-Standard bietet hier tiefe Einsichten und jede Menge Übungen zur Umsetzung sowohl auf der persönlichen Ebene als auch in Unternehmen und Schulen. Das Thema „Achtsamkeit“ wird in diesem mit vielen interessanten und nützlichen Sachinformationen angereicherten Ratgeber auf eine neue und authentische Weise umgesetzt. Er hilft zu einer wirklich nachhaltigen Klärung des eigenen Lebens und zu einer Haltung, bei der man auch im modernen Alltag glücklich sein kann.

Dr. Ha Vinh Tho: Der Glücksstandard, 320 Seiten, 18 Euro

„Reconnect“ ist ein schön gestaltetes, jahresbegleitendes Praxisbuch für Frauen, die sich wieder mehr mit den natürlichen Kräften und Energien der Jahreszeiten verbinden möchten. Anhand der acht Jahreskreisfeste führt uns Achtsamkeitsexpertin Maren Schneider in die einzelnen Kapitel. Sie schafft durch praktische Meditationen, Anregungen für jahreszeitliche Rituale, etwas Alltagsmagie und den Bezug zu weiblichen Archetypen ganz persönliche Erfahrungsräume, durch die wir lernen, die weibliche Kraft zu stärken, eigene Vorhaben den Energien der Natur anzupassen und ein achtsames, bewusstes Leben im Rhythmus der Jahreszeiten zu kultivieren.

Auf der Landing Page (Webseite) zum Buch kann man alle Übungen zusätzlich herunterladen, um sie auch auf seinem Handy verfügbar zu haben.

Maren Schneider: Reconnect. Wie wir uns wieder mit der Natur verbinden, 224 Seiten, 20 Euro

Belletristik


Havanna, wann sehen wir uns wieder? Diese Ausgabe ist der zweite Band der bewegenden Kuba-Saga von Chanel Cleeton, deren Familie von der Insel stammt.

Palm Beach 1960: Schon seit einiger Zeit lebt Beatriz mit ihrer Familie in Florida. Und doch kann sie ihn nicht verwinden – den Verlust ihrer Heimat, ihrer Freunde und den ihres Bruders. Sie ist getrieben von der Sehnsucht nach Havanna und dem Wunsch nach Vergeltung. Während die Kluft zwischen Amerika und Kuba immer größer wird, gerät Beatriz plötzlich zwischen die politischen Fronten. Und sie verliebt sich auch noch in einen mächtigen Mann, auf den sie sich niemals einlassen darf …

Chanel Cleeton: Wir träumten von Kuba, 496 Seiten, 10,99 Euro

Es gibt Kritiker, die das Buch mit Nabokovs Lolita vergleichen. Es geht um Vanessa. Sie ist gerade fünfzehn, als sie das erste Mal mit ihrem Englisch-Lehrer schläft. Jacob Strane ist der einzige Mensch, der sie wirklich versteht. Und Vanessa ist sich sicher: Es ist Liebe. Alles geschieht mit ihrem Einverständnis. Fast zwanzig Jahre später wird Strane von einer anderen ehemaligen Schülerin wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt. Diese kontaktiert Vanessa und bittet sie um Unterstützung. Das zwingt Vanessa zu einer erbarmungslosen Entscheidung: Stillschweigen bewahren oder ihrer Beziehung zu Strane auf den Grund gehen. Doch kann es ihr wirklich gelingen, ihre eigene Geschichte umzudeuten – war auch sie nur Stranes Opfer?

Kate Elizabeth Russell: Meine dunkle Vanessa, 448 Seiten, 20 Euro 

Biografie

Hoteldieb, Hochstapler, Glücksspieler. Georges Manolescu, um 1900 eine Weltberühmtheit, gebot über alles, was es braucht, um die Welt im großen Stil zu betrügen: Gutes Aussehen, Charme, Geistesgegenwart, 1-A-Manieren, Chuzpe und „ein elastisches Gewissen“. Als falscher Fürst Lahovary steckte er alle und alles in die Tasche, betörte die Schönen und Reichen und brachte es sogar zu künstlerischen Ehren: Thomas Mann setzte ihm mit dem „Felix Krull“ ein weltliterarisches Denkmal, und Ernst Lubitsch huldigte ihm in der Filmfigur des Juwelendiebs „Gaston Monescu“. Seine Memoiren waren Manolescus wohl raffiniertester Clou. Hier erfährt man amüsiert, mit welchen Bluffs sich der arme Schlucker aus der rumänischen Provinz in schwindelnde Höhen empor mogelte.

Fürst Lahovary/Georges Manolescu: Mein abenteuerliches Leben als Hochstapler, 448 Seiten, 24 Euro

Thriller

So schweige denn still von Mary Higgins Clark

Es ist das letzte Werk von Mary Higgins Clark, die im Januar 2020 verstorben ist. Wie immer garantiert auch dieser Band Spannung von der ersten bis zur letzten Seite. Um was geht es? Die Investigativjournalistin Gina Kane bekommt eine verstörende Nachricht: Eine Person namens CRyan enthüllt, dass sie in ihrer Firma, einem großen Nachrichtensender, schreckliche Erfahrungen gemacht habe. Und sie sei nicht die einzige. Jeder Versuch Ginas, mit CRyan Kontakt aufzunehmen, scheitert. Nach endlosen Recherchen entdeckt sie den tragischen Hintergrund: CRyan ist vor kurzem bei einem Jet-Ski-Unfall ums Leben gekommen. Doch die Hintergründe ihres Todes sind sehr merkwürdig. Also forscht Gina nur mit noch größerem Nachdruck – und stößt auf eine entsetzliche Spur.

Mary Higgins Clark: So schweige denn still, 432 Seiten, 20 Euro

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Puy, schmeckt besser als es aussieht

Experiment erfolgreich: Mit Mut zur Lücke bekannte Zutaten neu kombiniert. Sehr lecker! Foto: Christine Kordt

Wo „Simple“ draufsteht, ist Köstliches drin: Das puristisch schöne Kochbuch von Starkoch Ottolenghi liefert beeindruckende Rezepte vom Salat bis zum ganzen Menü. Doch aller Anfang ist schwer – selbst bei „einfachen“ Gerichten. Ein Start mit Hindernissen, skeptischen Blicken und Lust auf mehr.

Von Gastautorin Christine Kordt


Nur schnell die Fahrradkarte in der Bahnhofsbuchhandlung abholen und dann mit der S-Bahn nach Hause. So der Plan. Im Eingang präsentiert der zentrale Buchtisch schicke Ottolenghi-Kochbücher. Stimmt, da war doch gerade der Artikel im Kölner Stadtanzeiger zum aktuellen Buch „Flavour: Mehr Gemüse, mehr Geschmack“. Klang verlockend, aber für meine Kochkenntnisse zu abgedreht. Doch jetzt liegt hier auch noch „Simple“. Dieser Kombination aus „einfach“ und „kochen“ kann ich nicht widerstehen. S-Bahn leider verpasst.

Verloren zwischen Hülsenfrüchten

Was koche ich zuerst? Lammhackbällchen? Zitronenhähnchen? Gurken-Rapunzel-Salat? Die Zutatenlisten der orientalisch angehauchten Gerichte sind alles andere als simple: Za’atar, eingelegte Zitronen, Berberitzen, Rosen-Harissa, Schwarzkümmelsamen … Was ist das und wenn ja wo gibt’s das? Kollegin Nour kommt aus Aleppo und kennt sich aus. In der Mittagspause stöbern wir am Kölner Chlodwigplatz im türkischen Feinkostladen. Ohne Nour wäre ich verloren zwischen Hülsenfrüchten, Schraubgläsern, Kräutern und Konserven. Mit Zumach, Tahine, Harissa und Co. im Einkaufskorb soll der Simple-Küche nichts mehr im Weg stehen.

„Raus mit Dir, ich muss mich konzentrieren!“

Mit Linsen-Auberginen-Eintopf von Seite 171 geht es los. Wenn da nur nicht die Puy-Linsen wären. Selbst in der Spezialitäten-Abteilung im Kölner Kaufhof Fehlanzeige. Laut Internet-Recherche gehen auch schwarze Beluga-Linsen – ein Glück, die gibt’s fast überall. Thymian wächst im Vorgarten, statt Isot Biber gehen auch Chiliflocken, der Rest ist Standard. Präzise und praktisch ist die Zutatenleiste: Wo andere Kochbücher nur „2 kleine Auberginen“ schreiben, gibt Yotam Ottolenghi auch das entsprechende Gewicht an, eine gute Orientierung.

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Immer dabei: frische Kräuter wie Thymian. Foto: Christine Kordt

Für 160 g Zwiebeln brauche ich drei statt einer Zwiebel. In der Pfanne brät die Zwiebel-Knoblauch-Thymian-Mischung und schon schnuppert der Mann an der Küchentür.

„Raus mit Dir, ich muss mich konzentrieren!“ Auberginen und rote Tomaten glänzen prächtig in der Pfanne. Bis Brühe und Linsen hinzukommen und alles immer schwärzer wird.

Die Auberginen werden weich, die Linsen sind noch hart. Statt 40 Minuten brauchen sie nur 20 Minuten. Der Mann guckt skeptisch. Okay, war ein Versuch. Angerichtet mit Couscous, Crème fraiche und Basilikumblättern sieht’s gleich viel besser aus. Und siehe da, es schmeckt auch viel besser als es aussieht. Der Couscous nimmt die würzige Soße auf, Kräuter und Gemüse sind köstlich. „Super, weiter so“, sagt der Mann und isst.

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2 kleine Auberginen und 200 g Kirschtomaten werden gebraten. Foto: Christine Kordt

Einfach mal machen, auch wenn was fehlt

Die nächsten Gerichte gehen leichter: Die Linsen-Tomaten-Suppe mit Kokos und Curry ist wirklich simple, scharf und fruchtig.

Dass der Koriander nur aus dem Tiefkühlfach kommt, geschenkt. Die Bratkartoffeln mit Rosmarin und Zumach sind eine spektakuläre Beilage.

Der geröstete Butternusskürbis mit Linsen und Gorgonzola schmeckt auch ohne Estragon. Gar nicht schlimm, wenn mal eine oder zwei Zutaten fehlen. Mit so vielen guten Erfahrungen im Rücken geht’s als nächstes an die Fleisch- und Fischgerichte. Die schönen Fotos und die super Anleitungen machen Lust auf mehr. Und wer weiß, vielleicht kommt Weihnachten ein ganzes Menü auf den Tisch.

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Wenn Linsen, Wein, Brühe und Wasser dazukommen, leidet die Optik, aber nicht der Geschmack. Foto: Christine Kordt

Yotam Ottolenghi: Simple. Das Kochbuch, 320 Seiten, 28 Euro.

VG Wort Zählmarke

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Sterben und was kommt danach – die große Sinnfrage

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Gerade im Oktober und November, zu Allerheiligen oder Allerseelen, beschäftigen wir uns verstärkt mit dem Sterben. Wir gehen auf die Friedhöfe, stellen Lichter auf, richten die Grabstätten her und schwelgen in Erinnerungen.

Unvermittelt denken wir auch an den eigenen Tod. Sehen wir dann im Jenseits unsere Verstorbenen wieder? Natürlich weiß ich nicht, wie das Danach sein wird, die große Stille. Vielleicht  brauchen wir  – zumindest einige von uns  – irgendeine Vorstellung vom Leben nach dem Tod. Nachvollziehbar ist das, finde ich.

Stellt Euch mal vor, Ihr könntet den Tod treffen, ohne dass er Euch gleich mitnimmt. Und Ihr dürft  ihm alle Fragen stellen, die Euch bewegen. Über Bedürfnisse und Gefühle am Ende des Lebens – und wie wir selbst damit umgehen.

Deutschlands führende Palliativmedizinerin Prof. Dr. Claudia Bausewein aus München und der Wiener Hospiz-Experte und Physiotherapeut Rainer Simader kennen viele solcher Geschichten aus ihrem Berufsalltag. Sie wissen um die Ängste, Bedürfnisse und Hoffnungen von sterbenden Menschen und ihren Angehörigen. Deshalb geben sie sehr klare Antworten auf sehr konkrete Fragen zu diesem sensiblen Thema – und machen so Mut, sich mit dem Thema Tod und Sterben zu beschäftigen und darüber nachzudenken und zu reden, bevor es zu spät ist.

„Unsere wichtigste Aufgabe“, sagt Bausewein, „ist das Reden.“ Jeder Mensch hat Fragen zum Thema Tod und Sterben. Doch die meisten von uns tun sich schwer, miteinander über das Unvermeidliche zu sprechen – aus Angst, Überforderung, Ohnmacht, Schuldgefühle oder Einsamkeit. Sensibel und kompetent gibt das Autorenteam Antworten auf ganz praktische, hochemotionale und medizinische Fragen, wie:

Wie gehe ich mit der Nachricht um, dass ich sterben werde?

Wann ist der Aufenthalt in einem Hospiz sinnvoll?

Wie kann das Sterben zu Hause gelingen?

Kann man den Tod aufhalten oder gar hinauszögern?

Woran erkenne ich, dass das Sterben bevorsteht?

Tut Sterben weh?

Darf ich mit einem sterbenden Menschen lachen – oder vor ihm weinen?

Warten Sterbende auf Angehörige, um sich zu verabschieden?

Darf ich einen toten Menschen berühren?

Wie lange dauert Trauer?

Die Autoren:

Prof. Dr. Claudia Bausewein ist Direktorin der Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin am Klinikum der Universität München und Lehrstuhlinhaberin für Palliativmedizin. Sie zählt zu den führenden Palliativmedizinern Deutschlands und ist Mitglied im geschäftsführenden Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin.

Rainer Simader leitet das Ressort Bildung bei Hospiz Österreich, dem Dachverband aller Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Österreich. Der Physiotherapeut war viele Jahre sowohl im häuslichen Umfeld von Patienten und Patientinnen wie auch in einem der bekanntesten Hospize weltweit, dem St. Christopher‘s Hospice in London, tätig.

Prof. Dr. Claudia Bausewein/Rainer Simader: 99 Fragen an den Tod. Leitfaden für ein gutes Lebensende, 288 Seiten, 20 Euro, E-Book: 16,99 Euro.

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Horror-Urlaub in den schottischen Highlands

Lese-Donnerstag! Hier ein Buchtipp für Euch, der besonders gut für kommende Kaminabende geeignet ist. Und wenn das Feuer dazu hörbar prasselt, umso besser. Denn dann seid Ihr plötzlich mittendrin – in einer Berghütte in den schneereichen schottischen Highlands.

Zugegeben hat mich „Neuschnee“ am Anfang zusehends verwirrt. Es geht insgesamt um 14 Charaktere, die vorgestellt werden und mit denen man sich beschäftigen muss, um einen Durchblick zu bekommen. Das erleichtert ungemein.

Täglich habe ich mich aufs Weiterlesen gefreut, denn es wird höllisch spannend. Die subjektive Erzählweise hat sich Autorin Lucy Foley nicht einfach gemacht. Sie entsteht aus Betrachtungen einzelner Personen, die, so scheint es zumindest, genug auf dem Kerbholz haben, um auch vor Mord nicht zurückzuschrecken.

Schon auf den ersten Seiten werden wir entführt in eine märchenhaft verschneite Winterlandschaft nördlich von Edinburgh. Wir sind dabei, wenn neun Freunde zu Abend essen, mit weißen Pillen sich ein wenig Abwechslung verschaffen und schließlich gemeinsam als Mega-Highlight den Jahreswechsel verbringen. Die unheimliche Location ist eine abgelegene Lodge mit einigen Gästehütten weit draußen im Schnee. Was als romantisches Abenteuer beginnt, wird schnell zu einem Albtraum.

So recht wahrhaben wollen die Freunde ihre dumpfe Ahnung nicht: Irgendetwas stimmt nicht.  Sie feiern ausgelassen, erkunden die eindrucksvolle Landschaft und gehen auf die Jagd. Als heftiger Schneefall das Anwesen von der Außenwelt abschneidet, kippen die ausgelassenen Partys.

Nicht nur das Gerücht von einem umherstreifenden Serienmörder lässt die Stimmung immer beklemmender werden, auch innerhalb der Gruppe suchen sich lang begrabene Geheimnisse ihren gefährlichen Weg ans Licht. Dann wird einer der Freunde tot  im Schnee gefunden. Und die Situation in der Hütte eskaliert …

Lucy Foley: Neuschnee, 432 Seiten, 15 Euro

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Da Mariella: Risotto al Tartufo nero

DALL’ ITALIA CON AMORE

cover

FROM ITALY WITH LOVE

Il risotto al tartufo è un piatto eccezionale perché si basa su un ingrediente preziosissimo: il tartufo, un frutto della terra che ha un sapore talmente ricco, carico ed inimitabile che, con una ricetta così, è impossibile non fare centro!

Per gli amanti del tartufo ecco come preparare passo passo il risotto con un procedimento facile e veloce che metterà in risalto tutto l’aroma di questo prezioso fungo sotterraneo.

Quello dei tartufi è un vero e proprio universo composito, fatto di varietà differenti, appassionati, fiere, quotazioni ed il gusto personale di ognuno. Tendenzialmente però si può indicare a grandi linee il regno del tartufo bianco a Nord del paese, Alba e il Piemonte in primis. In Umbria, Molise e più a Sud quello del tartufo nero. 

L’intensità del tartufo risulta protagonista assoluta di qualunque abbinamento si voglia provare. Per questo si tratta sempre di preparazioni molto semplici che esaltano, e vengono esaltate, dalla sua presenza. 

Il risotto al tartufo è infatti una preparazione molto semplice ed anche veloce. Per una riuscita perfetta scegliete un riso vialone nano oppure un carnaroli di qualità e dell’ottimo tartufo; nel mio caso ho utilizzato il tartufo nero fresco chiamato anche Tartufo Scorzone per la sua buccia molto marcata e ricca di verruche sporgenti .

Tra i tartufi commestibili è quello più economico, ma nonostante il costo esiguo è comunque considerato un prodotto di pregio. L’ho utilizzato sia grattugiato per cuocere il risotto ed esaltarne il gusto, sia aggiunto in scaglie sul piatto.
Un Risotto al tartufo cremoso, avvolgente saporito! Una prelibatezza unica da 10 e lode!

Ingredienti

Ingredienti

INGREDIENTI PER 4 PERSONE:

Tartufo nero (quantità a piacere)

320 gr riso carnaroli o vialone nano

1 cipolla bianca 

4 cucchiai di olio

150 ml di vino bianco secco

1 litro di brodo vegetale

100 gr di parmigiano reggiano grattugiato

30 gr di burro

sale, pepe

erba cipollina o prezzemolo a piacere

PREPARAZIONE:

Trita finemente la cipolla e ponila in un tegame con l’olio (Foto 1).

Lascia cuocere a fuoco basso per 5 minuti, mescolando ogni tanto finchè la cipolla si sarà appassita. 

Aggiungi il riso, mescola delicatamente e lascia tostare per un paio di minuti (Foto 2).

Alza leggermente la fiamma, sfuma con il vino bianco mescolando spesso (Foto 3).

Quando la parte alcolica sarà completamente evaporata, continua la cottura aggiungendo un mestolo di brodo alla volta (Foto 4), lasciando che si asciughi quello precedente prima di aggiungerne un altro, fino a fine cottura (Foto 5).

Trita circa una metà del tartufo nero che hai a disposizione (Foto 6).

A fine cottura unisci il tartufo nero tritato al risotto (Foto 7).

Aggiungi a piacere un po‘ di erba cipollina tritata oppure prezzemolo (Foto 8).

Il segreto per avere un risotto davvero perfetto è adesso: la MANTECATURA.

A questo punto, a fuoco spento, unisci il burro ed il parmigiano reggiano grattugiato (Foto 9 e 10). 

Regola di sale e pepe. 

Mescola energicamente per alcuni minuti con un movimento circolare e costante finché il burro ed il grana non si saranno sciolti completamente ed incorporati al risotto (Foto 11). 

Non utilizzare cucchiai metallici ma scegliete un cucchiaio di legno così da non disfare i chicchi di riso ed ottenere invece un risotto compatto e cremoso. 

La mantecatura conferirà al risotto quel surplus di lucentezza e sapore, nonché quella felice consistenza “all’onda”, morbida senza essere molle, che segnerà il vostro trionfo.

In ultimo, un’abbondante sventolata di tartufo nero a lamelle su ogni porzione (Foto 12).

Il piatto è pronto, Buon appetito!

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Markus Söder – Schattenkanzler, Provokateur oder Krisenmanager?

Markus Söder_Schattenkanzler

Wir haben es mit Spannung erwartet. Die neuen Corona-Regeln werden die künftigen Wochen bestimmen. Markus Söder, bayerischer Ministerpräsident, ist für seine strenge Covid-19-Linie bekannt und gefürchtet. Auf der gestrigen Pressekonferenz warnte er vor einem zweiten Lockdown, wenn die neuen Regeln nicht fassen sollten. Viel Zeit dafür lässt er den Bürgern nicht.

Der gebürtige Nürnberger im Angesicht einer Jahrhundert-Herausforderung! Ein Angstmacher? Oder ein Hoffnungsträger und Macher? Was steckt hinter der Person Söder?

Die beiden Journalisten Roman Deininger und Uwe Ritzer haben sich im Hinblick auf Söders steile Karriere auf die Suche gemacht: Von den frühen Erfahrungen des politischen Halbstarken über die Arbeit für Mentor Edmund Stoiber und das Kräftemessen mit Horst Seehofer bis hin zum natio­nalen Durchbruch als Corona-Krisenmanager. Die Zustimmung aus der Bevölkerung spricht ihre eigene Sprache. Sie zeigt, wie Söder in den vergangenen Jahren immer deutlicher zum Schattenkanzler wurde.

Lange führte der direkte Weg zur Macht für Söder über die Provokation – doch der CSU-Mann zeigt sich mit zunehmender bundespolitischer Geltung staatsmännisch. Eine erstaunliche Wandlung, die noch lange nicht am Ende zu sein scheint.

Zu den Autoren: Roman Deininger arbeitet als politischer Reporter. Uwe Ritzer ist Wirtschaftskorrespondent und Investigativjournalist. Beide arbeiten für die Süddeutsche Zeitung. 

Roman Deininger/Uwe Ritzer: Markus Söder. Der Schattenkanzler. Eine Biographie, 400 Seiten, 18 Euro.

 

 

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Design Cakes by Gosha: Pretty-in-Pink-Cake

Pretty-in-pink-cake

Es ist Sonntag und Gosha hat gebacken. Und wie immer auch ein wenig gezaubert! Entstanden ist ein Traum in rosa! Erinnert uns die Torte nicht ein wenig an den Film „Pretty Woman“? Der ist zwar vor Dekaden entstanden, besitzt aber immer noch Kultcharakter. Für Gosha bedeutet das Tortenbacken nicht nur eine willkommene Auszeit, sondern auch Genuss und Glück. Und immer auch ein bisschen Meditation.

Was bedeutet Kuchenbacken für Euch?

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Some months in Cologne

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I am lucky! For some months I live and study in Cologne. The city on the river Rhine is probably one of the oldest towns in Germany. So many places breathe history. I discover that around 50 BC the Germanic Ubier tribe was settled on the right side of the river by the Romans. In the city centre there is an indoor swimming pool called „Agrippabad“. Might it has some famous relatives because  in 50 AD empress Agrippina was born here? Her place of birth raised to the status of town named „Colonia Claudia Ara Agrippinensis“. Later, in 48, she  married Emperor Claudius.

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In the 4th century, Cologne was conquered by the Franks and it became a cathedral city. Remember, Cologne has a very popular cathedral near its main station. Today tourists from all over the world flock for this impressing landmark. But back to history: Charemagne gave Cologne the status of an archbishopric. In 1288, the citizens won their independence against the archbishop. Later, in 1475, Cologne was declared a free imperial town by Emperor Friedrich II. It passed to France in 1801 and to Prussia in 1815.

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Love locks at Hohenzollern Bridge.

Cologne Cathedral was consecrated in 1880 after a construction time of over 600 years, beginning in 1248. At this time it was the tallest builiding in the world: With ist spires 157 metres high. Today, Cologne is one of the largest and vivid cities in Germany. It attracts art lovers as well as history buddies. With one of the finest universities in Germany Cologne is home for many students. Without Covid-19 life here would be much easier and more enjoyable. Bars, restaurants, clubs and museums are open but the access is still limited.

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Die archaischen Weiten der Seele – ein Bergdrama

Wolfsegg

Heute am Lese-Donnerstag stelle ich Euch ein Buch vor, dass Ihr, wenn Ihr einmal damit begonnen habt, dranbleiben werdet! Versprochen! So als kleiner Tipp fürs regnerische Wochenende. Denn es wird spannend! Sehr sogar!

Ein düsterer archaischer Alpenroman, ein rätselhafter Thriller, der vermutlich in den unwirtlichen Bergregionen  Österreichs spielt.  Dass er aus der Zeit gefallen scheint hat seinen ganz eigenen Charme. Erst vermutete ich, dass die Handlung in den 1960ern spielt, bis zu dem Zeitpunkt, als mit dem Handy telefoniert und mit der Bankkarte Geld gezogen wurde.

Autor Peter Keglevic gibt seinen Figuren einen Rahmen, lässt sie erscheinen als überhebliche Machos, als flinke Wilderer, als verstorbenen Aristokraten oder als konservativen Pfarrer. Er lässt Unrecht an einer ganz bestimmten Familie zu, welches im Dorf geduldet wird, auch wenn Menschen ganz offensichtlich daran zerbrechen.

Die Figur der unscheinbaren Agnes nimmt eine bis dato unvorstellbare Größe ein, die ganz besonders in der zweiten Buchhälfte dem Lesenden den Atem raubt. Sie, die immer nur als Verliererin auftaucht, deren Träume und Wünsche in jeder Hinsicht unerfüllt bleiben, weiß spätestens nach dem Tod der Eltern, dass sie handeln muss.

Mit ihren jüngeren Geschwistern flieht sie in die Berge, in eine geheimnisumwitterte Hütte. Hier stellt sie sich bedingungslos ihrer Vergangenheit. Immer wieder. Längst Verdrängtes kommt an die Oberfläche und zieht den Leser hinein in einen Strudel um Missbrauch und Macht, um Angst und unvorstellbaren Mut. Sehr lesenswert, finde ich.

Peter Keglevic: Wolfsegg, 320 Seiten, 20 Euro.

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