Ich betrachte mich als engagierte Tierschützerin. Ab und zu esse ich mal ein Stück Fleisch. Es schmeckt mir, doch ich ärgere mich zusehends darüber. Wenn ich Tiertransporte auf Autobahnen sehe, wird mir schlecht.
In den letzten Wochen habe ich verstärkt darüber nachgedacht, Vegetarierin zu werden. Geschichten von Kühen, die kurz vor der Schlachtbank ausreißen, fliehen wollen und dann doch wieder eingefangen werden, berühren mein Herz. Kühe oder Schweine auf dem Weg ins Schlachthaus riechen das Blut ihrer toten Artgenossen. Sie gehören von Natur aus zu den Fluchttieren und geraten in solchen Situationen in Panik. Wir erinnern uns an die geflohene Kuh Yvonne. Sie hat es letztendlich geschafft und wird nun auf einem Gnadenhof bis zu ihrem natürlichen Ende gut leben. Eines von vielen Tieren, das sich aufbäumt und widersetzt. Yvonne hat ihr Leben zurück bekommen, den meisten der anderen Nutztiere ist dieses Glück nicht vergönnt. Kalbsschnitzel, Kalbsleberwurst – viele der sogenannten „Nutz-Tiere“ sind sehr jung, wenn sie getötet, also geschlachtet, werden. Das gilt für alle der menschlichen Ernährung dienenden Tierarten obligatorisch. Grundsätzlich heißt das, wenn „der Nutzen“ weniger wird oder gar wegfällt, schwindet das Interesse des Halters am Tier. So traurig diese Feststellung auch ist, sie gilt mit wenigen Ausnahmen von der Brieftaube bis zum Rennpferd. Gerade alte oder ausgediente Pferde werden auf Todestransportern nach Italien gekarrt, um dort in einem der berüchtigten Akkord-Schlachthöfe ihr Leben zu lassen. Alt, nutzlos, aussortiert, was tun wir Menschen unseren Tieren nur an?
Nehmen wir das Schwein. Erst der Mensch hat es zur Sau gemacht. 40 Millionen Schweine leben im deutschsprachigen Raum. So, als würden sie nicht existieren. In kahlen, anonymen und strohlosen Stallungen, in unerträglicher Enge, auf Spaltenböden. Schweine sind nämlich besonders reinlich, beschmutzen, wenn man ihnen Stroh und genügend Platz gibt, niemals den Ort, an dem sie schlafen oder fressen. Der Mensch zwingt sie ihr ganzes Leben lang, ihre eigene Gülle, deren Geruch mit unerträglichem Gestank durch die Spaltenböden dringt, einzuatmen. Dieser Ammoniak-Geruch ist das Schlimmste für die Schweine und ist Tierquälerei.
Die Worte von Albert Schweitzer gewinnen an Tragweite: „Wer die Würde der Tiere nicht respektiert, kann sie ihnen nicht nehmen, aber er verliert seine eigene.“ Darüber sollten wir verstärkt nachdenken und wünschenswerterweise auch in seinem Sinne handeln.
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Lehrreicher Blogpost. Bereichernd, wenn man sowas auch mal aus einem anderen Blickwinkel beschrieben lesen kann.
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