Der zunehmende Fleischkonsum macht mich betroffen. Wenn ich höre, dass sich Schätzungen zufolge die Fleischproduktion in den nächsten 35 Jahren weltweit verdoppeln wird, habe ich ein schlechtes Gefühl. Ein sehr schlechtes, eines, dass sich nicht einfach so wegschieben lässt. Obwohl zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass zu viel Fleisch ungesund ist und der Konsum Luftverschmutzung, Wassermangel, Trinkwasserverseuchung und Klimaveränderungen verursacht, wird fleißig weiter gebraten, gekocht und gegrillt.
Beispiel: Ein niederländischer Investor möchte in der Uckermark mehr als 60.000 Schweine in einem Mastbetrieb halten. 60.000! Wie kann bei dieser Anzahl überhaupt Tierschutz in Kraft treten?
Jonathan Safran Foers Buch „Tiere Essen“ erscheint zum richtigen Zeitpunkt. Schon im Vorfeld sorgte es für heftige Diskussionen. Der Band ist ein leidenschaftliches, an Gefühle wie an den Verstand appellierendes Plädoyer für mehr Verantwortungsbewusstsein für unsere Erde. Foer beschreibt eindringlich und unmissverständlich die Gräuel der Massentierhaltung, die bestialische Tötung von Tieren am Fließband, das Leiden vor und während der Schlachtung und die verheerenden Folgen für die Umwelt. Zudem warnt er vor dem Entstehen resistenter Erreger durch die Beifütterung mit Antibiotika, vor mutierten Viren, die in kranken Nutztieren ihre ideale Brutstätte finden, und vor den gnadenlosen Raubzügen in den Meeren, die nach seinem Worten „einem Vernichtungskrieg gleichkommen“.
99,9 Prozent der Masthühner, 95 Prozent der Schweine und 78 Prozent der Rinder stammen aus der Massentierhaltung. Fast ein Drittel unserer Welt wird für Viehzucht genutzt. Diese trägt erheblich mehr zur globalen Erwärmung bei als alle Autos dieser Welt. Allein für die Ernährung eines einzigen Amerikaners müssen rund 21.000 Tiere sterben.
Foer fordert mehr Verantwortungsbewusstsein für unsere Welt durch eine vegetarische oder zumindest bewusste Ernährung, denn „es gibt keinen guten Weg, um sechs Milliarden Menschen mit 50 Milliarden Tieren zu ernähren. Also müssen wir es lassen.“
Jonathan Safran Foer: „Tiere Essen“, 400 Seiten, 19,99 Euro.
https://sl4lifestyle.wordpress.com/2012/05/21/no-comment-oder-von-der-sinnlosigkeit-des-schlachtens/





Ein Buch, das viele lesen sollten. Bin zwar seit 25 Jahren Vegetarier, fand das Buch aber wegen der zahlreichen Fakten sehr interessant.