„The Artist“ – Emotionales Kino vom Feinsten

Neulich, in einem Freilichtkino, sah ich mir Film The Artist an. Eher durch Zufall, denn – im Zeitalter der modernen Technik – was bringt mir ein Stummfilm, dazu noch einer, der in Schwarzweiß gedreht wurde? Doch war es gerade dieser Stummfilm, der mein Herz erobert hat.

Ein Star, eine unbekannte Schauspielerin, ein süßes Hündchen und viel Charme – die Kombination dieser so einfachen Bestandteile funktionieren. Emotionales Kino aus Frankreich vom Feinsten!

Die Story ist schnell erzählt: George Valentin – dessen Filmname uns natürlich an den echten Superstar Rudolfo erinnern soll – ist eine Größe des Stummfilms. Ein bisschen eitel, ein bisschen überheblich, ein Charmeur, dem die Frauen zu Füßen liegen. Letztendlich hat er das Herz auf dem rechten Fleck, er genießt einfach nur seinen Erfolg. Der Stummfilm steht in voller Blüte. Aber als der Tonfilm entsteht, spottet er über die neue Technik: Wen interessiert schon so etwas? Wer braucht schon Ton? Sein Studioboss, dem er schon lange auf die Nerven geht, setzt auf Tonfilm, und weil Valentin nicht mitmachen will, ist er plötzlich draußen. Ohne Aufträge. Reich, aber ein Mann von gestern. Da macht er, was Schauspieler tun, wenn der Erfolg ausbleibt: Er wird Regisseur und dreht eigene Filme. Er will anspruchsvolle Filme machen. Doch die floppen. Erst mit Hilfe einer jungen Dame, der er einst, als sie keiner kannte, geholfen hat, und die jetzt der Star der neuen Filmwelle ist, kommt er wieder nach oben.

Der Erfolg dieses Films macht nachdenklich. Was ist los mit den Hypes der neuesten Filmtechnik, den Stars und dem Geschwätz des Boulevards oder der Macht des Geldes? Zählen die etwa nicht mehr? Der Film vermittelt uns eine klare Botschaft: Diese Dinge sind flüchtig, gehen vorbei, so schnell, wie sie erschienen sind und sind schon morgen Schnee von gestern. Hier sind es Schönheit, Humor und Kunst. Und die bleiben.

Der Erfolg von  The Artist lässt uns ohne Worte: Mehr als 30 internationale Filmpreise, darunter 2012 fünf Oscars (u. a. als „Bester Film“), drei Golden Globe Awards, sieben BAFTA Awards und sechs Césars. Kino, wie es leibt und lebt: Schön und unberechenbar.

Deutscher Kinostart war der 26. Januar 2012.

Video: YouTube

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