Müssen Freundschaften ein Leben lang halten? Manche Menschen belastet diese Vorstellung, denn Leben bedeutet immer auch Veränderung und die kann zwei Menschen in unterschiedliche Richtungen führen. Auch wenn man sich nicht offiziell voneinander trennt, ist es keine Schande, Beziehungen einfach auslaufen zu lassen. Denn wer versucht, mit allen Freunden und Bekannten ein Leben lang Kontakt zu halten, kann irgendwann keinem mehr die nötige Aufmerksamkeit schenken. Es sei denn, er verzichtet von vornherein auf neue Kontakte und damit natürlich auch auf interessante Begegnungen.
Wie zum Beispiel Audrey Hepburn, die im Film „Charade“ ihrem Verehrer Gary Grant mitteilt: „Ich muss Ihnen sagen, ich kenne bereits furchtbar viele Leute, und bevor nicht einer von ihnen stirbt, habe ich wenig Bedarf für neue.“
Doch manchmal können auch Freundschaften in die Jahre kommen. Plötzlich nervt es nur noch, wenn die ehemals so gute Freundin ausschließlich von sich spricht und nie fragt, wie es einem selbst geht. Dann kann es passieren, dass man nach einem gemeinsamen Abend ein Gefühl der Enttäuschung mit nach Hause nimmt. Nicht ein- oder zweimal, sondern so oft, dass man sich nicht mehr erinnert, wie die guten Abende mit der Vertrauten waren.
Oder die Beziehung, die eingeschlafen ist. Liebe und Zufriedenheit sind auf der Strecke geblieben, während man mit dem Alltag beschäftigt war. Sollten aus ehemaligen Liebenden stattdessen nicht besser Freunde für die Zukunft oder auf Lebenszeit werden? Einfach auch mal sagen können „Es ist vorbei!“ fällt doch so schwer.
Eine kleine oder große Trennung und der damit verbundene Neuanfang – egal ob Liebe oder Freundschaft dahinter steht – bedeuten erst einmal unsicheres Terrain, möglicherweise schmerzhafte Erfahrungen und immer auch etwas Bedrohliches. Doch können wir überhaupt neue Wege gehen, wenn wir nicht risikobereit sind? Angst oder Anspannung gehören zum Leben einfach dazu. Und wir spüren im Normalfall, wann es Zeit zum Aufhören oder Trennen ist. Nur erfordert es viel Mut, die Reise ins Ungewisse auch tatsächlich anzutreten.
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Leider habe ich keinerlei Freunde aus der Kindheit, weil wir viel zu oft umgezogen sind. Darum liegen mir jetzt meine Freunde so sehr am Herzen. Darum hatte ich anfangs auch ein schlechtes Gewissen, als es mit der besten Freundin nicht mehr so lief. Jetzt haben wir nur noch selten Kontakt und beide kein Problem damit.
Freundschaften. Ein schöner Artikel. Ich bin in diesem Thema vielleicht der typische „oft umgezogene und wenigen Freunden treu gebliebene“ Typus. Ich brauche nicht viele Freunde, dafür enge und gute. Freunde aus der Kindheit sind überraschend, obwohl man sich vielleicht mal zu Geburtstagen hört, immer wieder auf´s Neue so nah und echt. Nicht mit allen natürlich. Obwohl jeder seine eigenen Wege geht, fühle ich mich gut und sehr vertraut mit ihnen. Verrückt. Ich habe es mir jedoch entwöhnt, Freundschaften auf weite Entfernung regelmäßig zu pflegen. Aus meiner Erfahrung schlafen sie nach einer gewissen Zeit ein.
Vielleicht habe ich es mir durch die vielen Umzüge auch angewöhnt mit den Menschen, mit denen ich den Alltag teile, engen und regelmäßigen Kontakt zu haben und erfüllt davon zu sein. Auch mit der Familie.