Laut Wikipedia werden als Fashion Victims (auf deutsch Modeopfer) bezeichnet: Personen, die stets nach der aktuellen Mode gekleidet sind und jeden Trend mitmachen. Sie orientieren sich an Modezeitschriften und bevorzugen angesagte Marken und Labels. Die Modeexpertin und Autorin Michelle Lee definiert Fashion Victims als Menschen, die jedem Trend sklavisch folgen, selbst wenn dieser nicht zum eigenen Typ passt.
Fragen wir doch mal Herrn Joop, wer denn gerade angesagt ist. Lady Gaga! Denn die exzentrische Popsängerin trete nur in ungewöhnlichen Outfits auf. Doch fragen wir uns als einigermaßen normale Konsumentinnen: Ist das wirklich Mode? Mode, so weiß der Designer, sei längst zum Stillstand gekommen, weil die Abstände, in denen neue Trends erscheinen, immer kürzer werden. Waren letztes Jahr Plateauschuhe in, so sind es heuer schlichtweg Ballerinas. Man könne aber beides tragen. Doch einen richtigen Modestil gäbe es nicht mehr. Denn beispielsweise die Hippiekleider, die in den 1970er-Jahren existierten, sind nicht mehr gefragt. Eigentlich schade, denke ich, denn den Hippie-Look, also Schlaghosen, Batik-Blusen, Mittelscheitel und lange Ketten finde ich heute noch cool. „Seit 20 Jahren gibt es den modischen Stillstand, weil wir keine Leitfigur mehr haben“, sagt Joop. Keiner sei mehr so wichtig, als dass er zu einer Mode-Ikone werden könnte. Früher waren das ganz klar Marlene Dietrich mit den unverwechselbaren Hosen, Jackie Kennedy im dezenten Twinset oder Brigitte Bardot im Tropez-Outfit der 1960er. Damals wollten die Frauen so sein wie sie und kopierten auf Teufel komm raus ihren Kleidungsstil. Doch immer wieder prägten auch gesellschaftliche Ereignisse, wie die Jugendrevolten oder besagte Hippiebewegung den Stil damaliger Zeiten. Und heute laufen die Moden nebeneinander her. Einfach so! Eine Mode, die uns alle erfasst, gibt es nicht mehr“, erkennt auch Joop.
Doch an was liegt das wohl? Zum einen an der allgegenwärtigen Medienpräsenz. Internet, Fernsehen, Filme schaffen Transparenz und entmystifizieren die Promis. Ihre Fehler erkennen wir dabei ganz genau. Zweitens liegt es an der Individualität jedes einzelnen, die heute viel ausgeprägter ist als früher. Denn wir erlauben uns jetzt Dinge, die damals einfach nur verpönt waren: Zum Abendkleid tragen wir beispielsweise die Biker-Jacke oder Jeans zum Nadelstreifen-Blazer. Wir erkennen, dass das doch ein richtig tolles Spiel mit Kontrasten ist. Und ein Hingucker! Hemmungslos kombinieren wir Altes und Neues, wagen es schon mal, ein Stück aus vergangenen Saisons mit einem modischen Accessoire aufzupeppen. Doch mich verwirrt die Riesen-Auswahl des Angebots. Die Qual der Wahl ist dabei ständig präsent. Was sieht gut aus, und was passt überhaupt nicht zusammen? Bevor ich mich für ein neues Stück entscheide, schlafe ich im Normalfall immer noch mal eine Nacht drüber. Mir hilft das – zumindest meistens!
Gehören Sie zu den Fashion Victims? Welcher Trend gefällt Ihnen am besten? Diskutieren Sie mit. Hier im Blog!
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das bild hast du echt gut ausgesucht! ich finde es vor allem wichtig, seinem stil treu zu bleiben und sich nicht nur nach der aktuellen mode zu orientieren. nur dann bewirkt man individualität, als immer nur hinter trends kopflos hinterher zu laufen =)
Da hast du vollkommen recht! Sich selbst treu bleiben – das können nur sehr wenige! Für viele ist der gesellschaftliche Einfluss mit seinen Normen und Regeln einfach zu stark, als dass sie „ihr“ Leben kompromisslos leben können.