Ich liebe Eis. In allen Variationen. Fast. Bis auf Schoko-, Zitronen– und Bananeneis. Die Italiener waren es, die uns vor langer, langer Zeit den süßen Schmelz ins Land brachten. Heute sind noch drei Viertel unserer 4.000 Eisdielen fest in italienischer Hand. Viele davon schon in der zweiten und dritten Generation.
Ich erinnere mich an meine Kindheit. Mit der Familie in die Eisdiele zu gehen, war einer der Höhepunkte des Sommers. Fast so wie der alljährliche erste Besuch im Freibad ist es eine bleibende Erinnerung. Die nussig-sahnige Variation mit Schlagsahne mochte ich schon damals. Gleich danach kamen Pistazie, Malaga und Vanille. Das waren einst die etwas exotischeren Sorten, mehr gab es nicht. Heute zerschmelze ich schon beim Anblick von Amarena-Kirsche, Fior di Latte, Croccantino, Zimt und Karamell. Nach wie vor liebe ich Milcheis mehr als die fruchtigen Sorten. Früher nannte man letzteres fantasielos Wassereis. Und das war bei mir immer die Nummer 2.
Ich habe mal eine Zeitlang in den USA gewohnt. Da gehen die Menschen nicht in die Eisdiele, sondern sie bedienen sich zuhause am Tiefkühlschrank. Aber das Eis der Amis ist überwältigend. Diese Vielzahl an Sorten von Milcheis. Damals wurde ich Fan von Macadamia Nut und Pecan Praline. Ich erinnere mich an Stewart’s Coffeeshop, den ich auf dem Heimweg von der Uni fast täglich frequentierte. Für einen Dollar zwei dicke Kugeln Eis. Für mich gab es nichts Schöneres. Oder ich hatte mir gleich eine Packung für zuhause mitgenommen. Was waren die Eisbecher beim Lernen mit Gleichgesinnten doch für eine perfekte Abwechslung!
Doch nun zurück zum italienischen Eis! Wie kam es überhaupt in unsere Lande? In den 1920er Jahren zogen die ersten Gelatieri aus dem armen Norditalien nach Deutschland und Österreich zum Geldverdienen. Denn Eis aus einfachen Zutaten herstellen konnten sie. Durch den Erfolg, den sie damit hatten, wurden die ersten Eiscafés eröffnet. Klassiker, wie Spaghetti- Eis, Krokantbecher und Banana-Split, begannen ihren Siegeszug. Unternehmen, wie Langnese und Schöller, hatten begonnen, industriell gefertigtes Eis herzustellen. Doch mit ihren kunstvollen Kreationen schufen die Gelatieri ihr eigenes und unverwechselbares Profil. Das Spaghetti-Eis wurde in der Mannheimer Eisdiele „Fontanella“ von Dario Fontanella erfunden. Nachdem er die Patentgebühr von damals 900 Mark nicht bezahlen wollte, steht heute „Spaghetti-Eis“ auf der Karte jeder italienischen Eisdiele zwischen Rügen und Rosenheim.
Die Eisesser-Typologie der Psychologin Marilena Menditto ist schon ein wenig waghalsig: Kämpferisch und wagemutig sind die, die aufwendige Eisbecher mögen; besonnen und vorsichtig ist, wer Eisbecher mit nur einer Sorte mag. Weiches und süßes Eis bevorzugen Träumer, während Eis in besonderen Formen und Farben das Richtige für fantasievolle Kreative ist.
Und welcher Eistyp sind Sie? Erzählen Sie Ihre schönsten Eiserlebnisse hier im Blog!



Natürlich ist es keine “richtige” Eisdiele, aber es muss ja auch nicht jeden Tag ein Spaghettieis oder ein Eisbecher sein. Mein absoluter Favorit ist dunkle Schokolade, aber auch alle anderen, die ich probiert habe, haben super geschmeckt. Und egal, mit welchen Gästen von außerhalb ich dort war, sie waren immer begeistert. Für mich eine absolute Empfehlung!
Verrätst du auch, welche Eisdiele du meinst?