Gärtnern im Kleinformat: Weg vom Egotrip

Schon mal was von Urban Gardening oder Guerilla Gardening gehört? Zum ersten Mal ist mir das Phänomen in New York’s Stadtteil Harlem begegnet. Eine Mini-Grasfläche inmitten von roten Backsteinbauten der Mittelschicht, sorgfältig umzäunt und mit krakeliger Schrift als Nachbarschafts-Gemüsegarten gekennzeichnet. Coole Idee, dachte ich mir beim Anblick knallroter Tomaten, grüner Zucchini, Salatstauden, und behutsam gepflanzten Bohnensträuchern.

Dabei geht es um das Erlebnis des gemeinschaftlichen Gärtnerns auf kleinen Freiflächen mitten in der Großstadt, um die Erfolgserlebnisse der Tomaten- oder Kartoffelzucht und das Teilen spezieller Geschmacksvorlieben. Gärtnern im Kleinformat ist in. Und der gemeinschaftliche Konsum ermöglicht auch den Zugriff auf Dinge, die man sich sonst nicht leisten kann. Es geht dabei nicht um das Kaufen von Gemüse, sondern darum, dass Selbstgezogenes immer eine Spur besser schmeckt. Und wer kann sich schon den eigenen Garten und den damit verbundenen Aufwand leisten?

Oder nehmen wir Carsharing. Viele Großstädter verzichten ganz bewusst auf das eigene Auto und nutzen lieber öffentliche Verkehrsmittel. Und falls sie doch mal den eigenen Wagen brauchen, wird er einfach gemietet. Verändert sich da etwa auf einmal unsere Haltung zu Statussymbolen? „Gerade bei jungen Menschen findet ein Umdenken statt“, sagt Konsumforscher Michael Kuhndt. Denn immer mehr fühlen sich durch Besitz in ihrer Mobilität behindert oder eingeschränkt. Statt zum Einkaufen gehen sie dann doch lieber tauschen oder teilen. Denn vor allem geht es um das gute Gefühl, einen Beitrag für die Umwelt zu leisten.

Wie denken Sie darüber? Schreiben Sie, was Sie zum Thema Gemeinschaft schon Positives (oder auch Negatives) erlebt haben. Hier im Blog!


Infos:

Carsharing: www.flinkster.de
Tauschring: www.netcycler.de
Plattform zum Teilen von Werkzeugen, DVDs, Büchern, etc.: www.frents.com
Urban Gardening: www.gartendeck.de; www.prinzessinnengarten.net
Wohnungstausch: www.haustauschferien.com

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Journalistin aus Leidenschaft, Tierschützerin mit Hingabe und neugierig auf das Leben. Ich stelle Fragen. Ich suche Antworten. Und ab und zu möchte ich die Welt ein Stückweit besser machen ... Manchmal gelingt es!
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1 Response to Gärtnern im Kleinformat: Weg vom Egotrip

  1. Das Statussymbol ist für mich zugegeben etwas sehr Oberflächliches und besitzt nur eine kurze Lebensdauer. Daher freue ich mich zu hören, dass bei einigen diesbezüglich ein Umdenken stattfindet. Von Urban Gardening habe ich noch nichts gehört, aber es hört sich wirklich toll an. Eine großartige Entwicklung. Selbst angebautes Gemüse ist nicht vergleichbar mit den Supermarktangeboten und wenn ich mir vorstelle, im eigenen Garten was holen zu können – ein Traum. Danke für die Links, Sabine, ich werde mich dort mal umsehen.

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