Sind Sie ein Tannen- oder ein Kieferntyp? Für viele von Ihnen wird sich diese Frage nicht stellen, denn dabei geht es um Traditionen und um althergebrachte Familienrituale. In meiner Kindheit wurden immer Tannen als Weihnachtsbäume bevorzugt. Ich würde sie selbst sogar als meine Lieblings-Weihnachtsbäume bezeichnen. Und schließlich heißt es ja auch immer „Tannenbaum“ und nicht „Kiefernbaum“.
Kürzlich habe ich mich mit dem Wesen der Kiefer beschäftigt und bin der Meinung, ihr als Weihnachtsbaum mehr Chancen zu geben. Denn Kiefern hätten angeblich etwas Magisches. Etwas, das unnennbar ist und sich nicht in Worte fassen lassen will. In Japan und China gelten sie als unbeugsame Wächter der Ewigkeit. Sie sind erhaben und mächtig, ohne sich dabei in den Vordergrund zu rücken. Kiefern bergen Geheimnisse und geben Rätsel auf. Denn sie sind nicht wie andere Bäume, die Erde, Wasser und ein starkes Fundament brauchen, um zu wachsen. Bei Kiefern ist das ganz anders, denn sie benötigen weder Überfluss noch Üppigkeit, sondern einzig die Reduzierung auf das Wesentliche. Kiefern überleben um jeden Preis. In den kalifornischen White Mountains besiedelt eine Gruppe von Kiefern die windigsten und nährstoffärmsten Lagen der gesamten Region. Ihr Alter wird auf bis zu 4.700 Jahre geschätzt. Sie zählen zu den ältesten Bäumen der Erde. Und sie können noch mehr: Nach der Tschernobyl-Katastrophe stellten Forscher fest, dass die Bäume ihr Erbgut veränderten, um sich vor den Folgen radioaktiver Strahlung zu schützen. In den Waldbrandgebieten Amerikas passten sie die Funktion ihrer Samen an, damit sich diese erst bei Erhitzung öffnen. In der Tat, Kiefern haben etwas Magisches. Etwas, das sich Erklärungen entzieht. Ein Wunder, das Leben heißt. Ihren Platz in der Weihnachtsstube hat sich die Kiefer auf alle Fälle verdient.

Tanne oder Kiefer? Welcher Weihnachtstyp sind Sie? Schreiben Sie doch mal, welcher Baum bei Ihnen ins Haus kommt. Hier im Blog!

