
Adventskatzen – Mit Patenschaften Gutes tun
Info: Katzen-Patenschaften
Caroline erzählt:
2007 sah ich sie zum ersten Mal: Eine kleine, sehr schmale Gestalt, die auf den nächtlichen Straßen der Stadt herumirrte und Futter suchte. Sicher war sie noch nicht ein Jahr alt, hatte aber bereits ein volles Gesäuge.
Bald darauf entdeckte ich ihren Wurf, den sie unvorsichtigerweise in den Zwischenraum einer Mauer und deren dekorativen Metallverkleidung gebracht hatte. Unvorsichtig deswegen, weil sich dieser Unterschlupf an der Außenmauer einer Grundschule befand und jeder sie vom Gehweg aus sehen konnte. Vor allem grausame Kinder, deren gleichgültigen Eltern es vollkommen egal ist, wenn diese mit Steinwürfen Tiere verletzen oder gar töten.
Große runde Dekosteine füllten die Distanz zwischen Mauer und dem Zaun, der aus eng gestellten Metallpfählen bestand, durch die ein Kind schnell mal hindurch konnte. Ich begann das Vertrauen der kleinen schwarzen Katze zu gewinnen, indem ich sie in die nächtliche Katzenrunde mit hineinnahm und ihr Futter brachte. Als ich dann Steine genau dort sah, wo die Kleinen sich in den Zwischenraum drängten, entschied ich mit meinem Sohn, die Katze zusammen mit ihren drei winzigen Babys noch spät am Abend einzufangen. Ich wollte denen zuvorkommen, die Steine nach den Katzenbabys warfen und sie so töten wollten. Mami stellte sich als eine Übermutter heraus. Zuhause verzog sie sich erst einmal unter einen Wohnzimmerschrank, von wo aus sie jeden wild anfauchte, der ihrer Meinung nach ihrem Versteck zu nahe kam.
Als ich einmal Futter zu weit in Richtung Schrank schob, hatte ich sie auf einmal an meinem Unterarm hängen. Sie hatte sich total in ihn verbissen und verkrallt.
Langsam begann sie mir zu vertrauen, und so konnte ich dann bald beobachten, wie sie mit ihren Sprösslingen umging. Hustete oder quäkte mal eines, war sie sofort besorgt zur Stelle. Als die Kleinen anfingen, auf Sofa und andere Möbel zu klettern, blieb sie unten und beobachtete besorgt das Geschehen. Konnte einer mal nicht mehr von einem Schrank herunter, stieß sie schrille Schreie aus und lief nervös hin und her. Ich rannte alarmiert herbei und rettete ihren Nachwuchs aus luftigen Höhen. Sie säugte ihre Welpen bis diese gut ein Jahr alt waren, hatten diese mal kleine Rangeleien mit anderen Katzen, fegte sie sofort wütend dazwischen und ohrfeigte den Frechling, der es wagte, einen ihrer Sprösslinge zu bedrängen. Das tat sie dann aber auch bald mit Katzen, die nicht zur Familie gehörten. Irgendwie mochte sie es nicht, wenn man sich stritt. Mutig stürzte sie sich immer dazwischen, ohrfeigte erst den einen, dann den anderen. Danach blieb sie noch eine Weile zwischen den beiden stehen oder sitzen, die Ohren missmutig seitlich nach außen gelegt und schaute sie blitzend an. Selbst die größten Kater wagten es nicht, sich mit ihr anzulegen und zuckelten dann langsam davon.
Zwischenzeitlich sind aus den Kleinen stattliche fünf Jahre alte Katzen geworden. Ihr einziger männlicher Nachwuchs, Cheti, ist dreimal so groß wie sie. Ein wunderschöner schwarzer Kater. Die beiden Mädels Nita und Söki sind kleiner, dennoch bleibt Mami die Kleinste der Familie. Was sie aber nicht daran hindert, tagelang auf Streifzug durch die Nachbarschaft und den Wald zu gehen. Sie ist und bleibt eine Straßenkatze. Natürlich bin ich in Sorge um sie, doch nichts und niemand kann sie daran hindern, aus dem inzwischen gut gesicherten und umzäunten Garten auszubrechen.
Inzwischen klettert sie zwei Meter einen dicken Pinienstamm hinauf und hangelt sich von dort auf den Nachbarszaun, wovon sie dann hinunterspringt und schon hat sie ihre Freiheit wieder. Zuhause hat sie im Moment keine Aufgabe mehr, die sie ausfüllen würde: Mutter sein. Dank ihr bekam ich einige Katzenbabys durch, die wir auf den Straßen fanden. Überfürsorglich kümmerte sie sich um die kleinen Findlinge, so wie sie das mit ihren eigenen Sprösslingen getan hatte. Und wir bekamen sie alle durch, alle erfreuen sie sich bester Gesundheit. Ein Katzenbaby wäre das einzige, was sie jetzt noch zuhause halten würde, daher ist es mir unmöglich, ihren Freiheitsdrang zu bremsen. Ich hoffe nur, dass ihr auf ihren Abenteuern nichts passiert.

