Am 3. Februar 2013 ging die hervorragende Ausstellung „… die Grenzen überfliegen – Der Maler Hermann Hesse“ zum 50. Todesjahr des Künstlers im Kulturspeicher Würzburg zu Ende. Sie zeigte das malerische Werk des Literaturnobelpreisträgers von 1946. Über 2.000 Aquarelle schuf Hesse im Laufe seines Lebens (1877-1962), dazu zahlreiche Briefillustrationen und illustrierte Manuskripte. Die Ausstellung zeigte mit rund 180 Werken einen umfassenden Überblick über die bildkünstlerische Seite von Hermann Hesses Schaffen.
Die Malerei war für ihn weit mehr als nur ein Hobby: Sie war vielmehr eine lebensnotwendige Ergänzung seines literarischen Schaffens. Durch sie lernte er, die Welt neu zu sehen, und das Eintauchen in den Kosmos von Form und Farbe half ihm, sein inneres Gleichgewicht zu finden. Hesse selbst bezeichnete sich auf dem Gebiet der bildenden Kunst als Dilettanten, und doch war die Malerei von 1917 bis in die 1930er Jahre hinein ein zentraler Ausdruck seiner künstlerischen Persönlichkeit. Auch in seinem literarischen Werk war die Künstler-Existenz immer wieder Thema, wie die Protagonisten etwa in „Roßhalde“, „Klingsors letzter Sommer“ oder „Narziß und Goldmund“ zeigen.

Erst 1917, im Alter von fast 40 Jahren und in der Zeit einer tiefen psychischen Krise, begann Hermann Hesse im Rahmen einer Psychoanalyse zu zeichnen und zu malen. Die Ausstellung zeigte eine Auswahl dieser erstmals publizierten „Traumzeichnungen“, außerdem eine Reihe von verstörenden Selbstbildnissen, in denen die intensive und kritische Auseinandersetzung Hesses mit sich selbst zum Ausdruck kommt. Akribische farbige Zeichnungen von seinem Berner Haus am Melchenbühlweg lassen erahnen, wie gefangen Hermann Hesse sich in der bürgerlichen Existenz und seiner unglücklichen Ehe fühlte.

„In mein Tun verbissen und in mein Spiel verliebt!“ (H.H.)
Die Befreiung, die die Trennung von seiner Frau und der Umzug ins Tessin 1919 für ihn bedeutete, wird auch in seinen Aquarellen deutlich: An heißen, fast rauschhaft empfundenen Maltagen in freier Natur entstanden Aquarelle der weiten Tessiner Landschaft in leuchtenden Farben. Von nun an verbrachte Hesse vor allem die Sommer vielfach im Freien, um zu malen.

Hier werden vor allem die Einflüsse seines Freundes Louis Moilliet und August Mackes spürbar. Diese Anregungen verarbeitete Hermann Hesse später zu einem sehr persönlichen Stil: Er schuf fließend gemalte, farbenprächtige Blätter, die seine Freude an der Sinnlichkeit der Malerei und der Harmonie von Flächen und Farben zeigen.
„Wenn ich male, dann haben die Bäume Gesichter.“ (H.H.)
Vielfach finden sich aber auch Hinweise auf sein inneres Ungleichgewicht in der „Steppenwolf“-Zeit: Tote Bäume, sich merkwürdig lebendig schlängelnde Telefonmasten in einsamer Landschaft, Wege, die im Nichts enden, eine Wendeltreppe, die ins Ungewisse führt. In einem einzigartigen, abstrakten Blatt visualisierte Hesse den Wirbel des Züricher Karnevals, wie er ihn literarisch in seinem „Steppenwolf“ zum Ausdruck brachte.

Seit Beginn der 1930er Jahre griff Hesse mehr zum Zeichenstift und verzichtete oft ganz auf die Farbe. Mehrere seiner Zeichnungen setzen sich mit seinem Umzug innerhalb von Montagnola auseinander: 1931 heiratete er seine dritte Frau Ninon Dolbin und zog mit ihr von der romantisch-versponnenen Casa Camuzzi in die neu erbaute Casa Rossa. Mit der Festigung seines äußeren und inneren Lebens ließ Hesses malerische Tätigkeit nach. Weiterhin aber schrieb er gern auf selbst illustriertem Briefpapier. Zahlreiche dieser Briefe, aber auch Manuskripte wie die zauberhafte Handschrift „Piktors Verwandlungen“ für seine zweite Frau Ruth Wenger, waren in der Ausstellung zu sehen.
„Das Zeichnen und Malen ist meine Art von Ausruhen.“ (H.H.)
Hermann Hesse kannte und liebte auch Würzburg, das er wegen seiner südlichen, sinnlichen Atmosphäre schätzte. 1928 besuchte er die Stadt und verarbeitete seine Eindrücke in dem Roman „Narziß und Goldmund“. In dem Prosatext „Einst in Würzburg“ machte er der Stadt das wohl schönste Kompliment: „Wenn ich ein zukünftiger Dichter und gerade mit der Wahl meines Geburtsortes beschäftigt wäre, dann würde ich die Stadt Würzburg sehr mit in Erwägung ziehen.“
„Ich male keine Natur, bloß Geträumtes.“ (H.H.)
Das Museum im Kulturspeicher Würzburg (www.kulturspeicher.de) war die einzige Station dieser Ausstellung in Deutschland.
Text und Fotos mit freundlicher Genehmigung des Kulturspeichers Würzburg.


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