Vergiss mein nicht – ein Liebesfilm

Es passiert nicht allzu häufig, dass ich Filme sehe, die sich in mein Gedächtnis einprägen. „Vergiss mein nicht“ gehört dazu. Dokumentarfilmer David Sieveking nimmt uns mit auf eine ungemein persönliche Reise seiner Familie. Seine Mutter Gretel leidet an schwerer Demenz. Um seinem Vater Malte, einem früheren Mathematik-Professor, etwas Last von den Schultern zu nehmen, zieht David für einige Wochen wieder bei seinen Eltern ein, um seine Mutter zu pflegen, während sein Vater im Urlaub neue Kraft tankt. Dabei begleitet David die Pflege und das Leben seiner Mutter mit der Kamera. Obwohl sich Gretels Krankheit immer wieder deutlich zu erkennen gibt, verliert die Frau nicht ihren Lebensmut und steckt damit auch ihren Sohn an. Durch ihre offene und ehrliche Art lernt David seine Mutter noch einmal ganz neu und von einer ganz anderen Seite kennen. Man erfährt viel von ihr: Dass sie früher eine Sendung beim NDR hatte, dass sie sich politisch engagierte und als „Revolutionärin“ beim Schweizer Verfassungsschutz geführt wurde, über ihr Engagement in der Frauenbewegung und auch über ihr Liebesleben, das nie von Monogamie geprägt war. Durch den Film setzt ihr Sohn ein Mosaik seiner Familiengeschichte zusammen, das als Krankheitsfilm gedacht war und schlussendlich ein Liebesfilm wurde. Als Zuschauer wächst man mit in die Familie hinein, wird fast Teil von ihr und verspürt eine überraschende Heiterkeit. Letztendlich bewirkt der Film das, was er von Anfang an beabsichtigt: Den Mut zu haben, sich selbst mit der Krankheit zu beschäftigen, sich mit ihr auseinanderzusetzen, denn letztendlich kann sie uns alle treffen.

Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=VrhC-2oya30

Quelle: Youtube

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