Lucas Santtana, Songwriter und Produzent aus Rio de Janeiro, ist zweifellos der Star der „neuen“ Musik Brasiliens.
Neben seiner Musik engagiert er sich auch für soziale Gerechtigkeit. Gemeinsam mit Freunden war er bei den jüngsten Protesten in seiner Heimat mit auf der Straße. Das marode Gesundheitssystem, mangelnde Bildungschancen gerade für die junge Bevölkerung, öffentlicher Transport, der nicht funktioniert und die fehlende Teilhabe der Bevölkerung am politischen System sind die Ursachen dafür, dass zigtausende von Brasilianer auf die Straße gehen.
Santtana ist dabei. Seine Sozialkritik fließt auch immer wieder in seine Texte ein. Der 42-Jährige wirkt nachdenklich, wenn er erzählt, was ihm wichtig ist. Er will, dass es seinem Sohn einmal gut geht, er studieren kann, gesund bleibt und medizinische Behandlung genießen kann wann immer nötig. Dafür kämpft Santtana. Durch seine Musik will er nicht nur die Menschen sondern auch die Politiker erreichen.
Doch vor allem will Santtana Musik machen. „Ich möchte reisen und meine Lieder, meine Botschaft in andere Länder tragen.“ Seine Karriere begann schon im frühen Kindesalter in seiner Heimatstadt Salvador da Bahia. Ausschlaggebend dafür war seine Mutter, eine Tanzlehrerin. „Sie brachte von der Arbeit immer Schallplatten mit nach Hause. Ich konnte mir keine schöneren Nachmittage vorstellen, als mir die Lieder anzuhören“, sagt er heute. „Schon damals mochte ich alle Musikrichtungen – Jazz, Bossanova, Beethoven, Rock.“
Mit 14 Jahren bekam er sein erstes eigenes Instrument, eine Flöte. „Von da an wusste ich, dass ich Musiker werden möchte!“ Zuerst spielte er in einem kleinen Orchester, dann begannen seine Auftritte in Bands, zuerst in seiner Heimatprovinz Bahia, später in ganz Brasilien.
Lucas Santtana hat es geschafft. Er zählt heute zur Liga der innovativsten und vielseitigsten Musiker Brasiliens.

12 Fragen – 12 Antworten
Ihr ultimatives Gute-Laune-Lied?
„Undiú“ von João Gilberto.
Ihr Lieblingsbuch?
„Grande Sertão: Veredas“ von João Guimarães Rosa
Ihr Lieblingsfilm?
„O Som ao Redor“ („Neighbouring Sounds“)
Ihre Lieblingsküche?
Brasilianisch, vor allem Carurú aus der Provinz Bahia.
Ihr Lieblingsreiseziel?
Europa, weil jedes Land so unterschiedlich ist und man schnell mit verschiedenen Kulturen und Sprachen konfrontiert wird.
Ihr Haustier?
Boxer Babel.
Park oder Prärie – Welcher Freizeittyp sind Sie?
Eher ein „Stadtjunge“!
Ihr erstes Auto?
Ich hatte niemals einen Wagen, ich mag keine Autos.
Mit wem würden Sie gerne eine Spritztour machen?
Mit meinem Sohn Josué.
Was haben Sie immer dabei?
Handy.
Hätten Sie einen Wunsch frei, so wäre dieser …?
… dass mein Sohn immer gesund bleibt.
Ihr Lebensmotto?
„Live a simple life!“
Fotos (3): Ulf Cronenberg, http://www.flytotherainbow.de
Fotos (3): Enric Boixadós, http://beingaphotographer.wordpress.com


