Reisejournalistin und Bloggerin Cornelia Lohs zeigt mir ihre Heimatstadt Heidelberg. Ich war schon seit Jahren nicht mehr in der baden-württembergischen Universitätsstadt mit der ältesten Hochschule Deutschlands. Umso mehr genieße ich die sehr persönliche Stadtführung mit ein 15 Tipps, die nicht in jedem Reiseführer zu finden sind.
1. Heidelberger Schloss
Das Heidelberger Schloss ist eine der berühmtesten Ruinen Deutschlands und das Wahrzeichen der Stadt. 1689 und 1693 wurde das Heidelberger Schloss nach Zerstörungen durch die Soldaten Ludwigs XIV. nur teilweise restauriert. Die Schlossruine erhebt sich 80 Meter über dem Talgrund am Nordhang des Königstuhls und dominiert von dort das Bild der Altstadt.
2. Alte Brücke
Die Karl-Theodor-Brücke, besser bekannt als Alte Brücke, ist eine Brücke über den Neckar in Heidelberg. Sie verbindet die Altstadt mit dem gegenüberliegenden Neckarufer am östlichen Ende des Stadtteils Neuenheim. Sie wurde 1788 unter Kurfürst Karl Theodor als insgesamt neunte Brücke an dieser Stelle errichtet.
3. Brückenaffe
Der Affe, eine Bronzeplastik aus dem Jahre 1979, ist eine Figur aus der Fabelwelt.
Er wurde – wie schon sein Vorgänger – mit einem Spiegel ausgestattet, den er dem Menschen vor Augen hält. Die Figur erlaubt dem Beschauer, „sich selbst zu äffen“, indem er seinen Kopf in den des Affen hineinstecken kann.
4. Brückentor
Das Heidelberger Brückentor existiert seit dem Mittelalter. Ursprünglich waren die beiden 28 Meter hohen Doppeltürme am Südende der Alten Brücke Teil der Stadtbefestigung. Am Tor entrichteten Auswärtige einen Brückenzoll, um anschließend die Stadt betreten zu können. Im Verteidigungsfall wurde ein Falltor herunter gelassen. Im westlichen Turm befanden sich Kerkerräume. Hier wartete der Räuber Hölzerlips auf seine Hinrichtung, die wegen des Überfalls auf eine Postkutsche am 31. Juli 1812 vollstreckt wurde.
Im Torbogen wohnte nach dem 2. Weltkrieg der Architekt und Kunsthistoriker Rudolf Steinbach. Er war am Wiederaufbau der Ende des Krieges von deutschen Truppen gesprengten Alten Brücke beteiligt und baute als Mieter der Stadt den Turm kostenlos als Wohnung aus. Seine Turmfeten waren gesellschaftliche Höhepunkte im Leben der Altstadt.
Sein Nachmieter war der Publizist und Schriftsteller Gert Kalow. Für ihn war die Turmwohnung ein „Luftschiff der Freude“. Der ehemalige Student der Philosophie und Soziologie empfing hier viele prominente Gäste, zu denen unter anderem Heinrich Böll, Hilde Domin und Hans-Magnus Enzensberger zählten.
5. Philosophenweg
Seine Bezeichnung verdankt der Philosophenweg vermutlich den Heidelberger Studenten, die den Weg wohl schon früh als idealen Ort für romantische Spaziergänge und ungestörte Zweisamkeiten entdeckten. Die Verwendung der Worte Student und Philosoph stammt aus Zeiten, in denen jeder Studierende vor Beginn des Fachstudiums zunächst Philosophie studieren musste.
6. Rathaus
Das historische Rathaus wurde zwischen 1701 bis 1703 errichtet.
7. Kino Gloria
Es ist das älteste Kino in Heidelberg und hat mehrfach Preise als das beste Kunstkino Deutschlands bekommen. Das Mobiliar ist aus den 1960er Jahren.
8. Café Moro
Eine typisch italienische Kaffeebar, die es in sich hat. Das Ambiente ist südländisch und die Kaffeespezialitäten sind grandios. Wer hierher kommt, geht sicherlich nicht zu Starbucks.
9. Hauptstraße
Sie ist mit 1,6 Kilometern die längste Fußgängerzone Deutschlands. Man nennt sie auch den längsten Laufsteg!
10. Gasthof zum Roten Ochsen
Historisches Studentenlokal und seit 170 Jahren im Besitz der Familie Spengel.
11. Schnookeloch
Hier gibt es traditionelles studentisches Leben seit 1703. Das Wort „Schnooke“ kommt aus dem kurpfälzischen Dialekt und bedeutet so viel wie „Witze“. 15 Verbindungen haben hier auch heute noch ihren Stammtisch, umgeben von Fähnchen und Wappen. Im hinteren Bereich befindet sich das Eichendorff-Stübchen, in dem Freiherr von Eichendorff damals seine Abende bei einem Gläschen Wein verbrachte.
12. Heidelberger Studentenkuss
Im Herzen der Altstadt liegt die älteste Chocolaterie und das traditionsreiche Café Knösel. 1863 gegründet, wurde es bald zum beliebten Treffpunkt der Heidelberger Gesellschaft.
Konditormeister Fridolin Knösel entging die heimliche Sehnsucht der jungen Leute, sich kennenzulernen, nicht. Einfallsreich, wie er war, überraschte er sie eines Tages mit einem besonders feinen Schokoladenkonfekt, das er Studentenkuss nannte. Als Präsent überreicht, war es eine Geste der Verehrung.
Fortan ließen sich süße Botschaften diskret übermitteln. Sehr zur Freude der Studenten und Mädchen, die mit dem Studentenkuss von der Erfüllung ihrer Wünsche träumen durften.
Der Studentenkuss wird noch immer nach dem Originalrezept hergestellt. Von Hand, versteht sich. Als süßes Wahrzeichen der Stadt und charmantes Souvenir erobert er immer wieder aufs Neue die Herzen.
13. Hotel Ritter
Das Hotel zum Ritter wurde 1592 von dem Tuchhändler Carolus (Charles) Belier erbaut. Es war ein Geschenk an seine Braut Franziska. Es ist das älteste Bürgerhaus der Stadt. Seine heutige Funktion als Hotel hat es erst in der jüngeren Vergangenheit erhalten, allerdings diente es schon vor 300 Jahren als Gasthaus.
14. Studentenkarzer
Der Studentenkarzer in Heidelberg diente früher als Gefängnis für Studenten. Er geht zurück auf die Zeit, als die Universität noch eine eigene Gerichtsbarkeit über sie hatte. Damals diente ein Karzer als Gefängnis für unbotmäßige Kommilitonen. Später war das Absitzen der Zeit im Karzer ein Jux für Studenten, die stolz darauf waren, hier inhaftiert zu werden, und sich mit Namen, Konterfei und den Zeichen ihrer jeweiligen Studentenverbindung an den Wänden verewigten.
15. S-Printing Horse
Im Gegensatz zu den klaren Formen des Gebäudes der Print Media Academy wirkt das „S-Printing Horse“ auf dem Vorplatz verspielt. Mit 13 Metern Höhe, 15 Metern Länge, vier Metern Breite und 90 Tonnen Gewicht ist es eine der größten Pferdeskulpturen der Welt.
Die Skulptur ist aus Edelstahl-Elementen zusammengesetzt, die Teile einer Druckmaschine darstellen sowie einzelne Abschnitte des Druckprozesses widerspiegeln. Zum Beispiel entsprechen die Löcher im Hals den Bohrungen in den Seitenwänden einer Druckmaschine, in die die Lager der Druckzylinder gesetzt sind. Die sich drehenden Elemente an den Flanken der Skulptur spiegeln die Rotationen im Druckprozess wieder. Geschlossen wird die Prozesskette durch den Schweif des „S-Printing Horse“. Dieser besteht aus einem abstrakten Buch, welches nachts abwechselnd in den drei Druckfarben Cyan, Magenta und Yellow angestrahlt wird. Abschließend wird das Buch von einem stilisierten Gesicht angeschaut.


Ich habe fünf Jahre in Heidelberg gelebt und wunderschöne Erinnerungen an die hübsche Stadt. Danke fürs Erinnern.
Leonie, das freut mich. Für mich war es auch wieder ein ganz neues Entdecken, zumal ich eine gute Stadtführerin hatte. Das nächste Mal steht der Kaiserstuhl zum Wandern mit Hund auf dem Programm!
LG
Sabine