
Steil geht es mit dem Minibus hinauf. Die Stadt liegt hinter mir. Das Panorama ist schön. Einfach grandios, von ganz oben. Endlich, die Burg von Alanya, zum Greifen nah. Noch ein paar hundert Meter zu Fuß. Dann bin ich angekommen. Ein Großteil der Mauern und Wälle sind die Überreste der Anlage, die im 13. Jahrhundert von den Seldschuken mit 150 Türmen gebaut wurde.
Schon im 2. Jahrhundert vor Christus hat jedoch der Piratenkapitän Diodoros Tryphton den Burgberg zu seinem Hauptquartier gemacht und von dort aus lange Jahre die Mittelmeerküste bis Antalya beherrscht. Hier liegen noch Teile einer byzantinischen Basilika und die Reste einer großen Zisterne. Von einer Aussichtsplattform genieße ich den grandiosen Blick aufs Meer. Sie diente einst als Hinrichtungsstätte. Gefangene hatten hier die Möglichkeit gehabt, begnadigt zu werden. Trafen sie mit einem kräftigen Steinwurf das Meer, bekamen sie ihre Strafe erlassen und wurden in das Heer des Sultans aufgenommen. Trafen sie es nicht, wurden sie selbst ins Meer gestürzt. Heute heißt es, dass es Glück bringt, von dort einen Stein ins Meer zu werfen!
Fotos: Enric Boixadós



