Frankenfestspiele Röttingen: Spatz und Engel

Die Beziehung der Marlene Dietrich mit Edith Piaf war eine ganz besondere. Ist Euch bekannt, dass die beiden Stars sich kannten und mochten? Vielleicht auch liebten? Marlene Dietrich gab ihrer Freundin einst ein goldenes Kreuz, das der Spatz von Paris viele Jahre trug. Piaf dagegen schenkte der Dietrich ihrerseits eines ihrer erfolgreichsten Lieder, nämlich „La Vie en Rose“. Edith Piaf wurde 47, Marlene Dietrich 91 Jahre alt. Bis zuletzt hatte sie einen Zettel bei sich, auf den Piaf gekritzelt hatte: „Marlene, vergiss nie, dass ich dich liebe.“

War das eine lesbische Liebe zwischen den beiden Künstlerinnen? Der Bühnenauftritt deutet darauf hin. Als „Perle, die man gut behandeln muss“ beschreibt Regisseur Urs Schleiff das Musical in Röttingen. Es sind die grundverschiedenen Charaktere der Hauptdarstellerinnen, die sich ergänzen und auch einander Halt geben.

Edith Piaf, aufgewachsen in einem normannischen Bordell, hat schon früh zu kämpfen mit ihrem unkontrollierbaren Alkoholkonsum und der Liebe zu den falschen Männern. Dagegen die preußische Offizierstochter Marlene, die sich immer zu kontrollieren weiß. Sind es genau diese Ansätze, die die Aufführung auf der Burg-Bühne so kontrovers aber zugleich auch so liebenswürdig machen? Es ist ein beschwingtes Musik-Theaterstück, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer mitreißt aber gleichzeitig auch am Lebens-Drama der beiden ungleichen Frauen teilnehmen lässt.

Die Handlung ist schnell erzählt: Sie beginnt in New York City. Die 32-jährige Piaf wird in ihrer Heimat Frankreich bereits verehrt. Nun möchte sie Amerika erobern, was ihr nach einem glücklosen Start auch gelingt. Die 14 Jahre ältere Dietrich hat zu dieser Zeit mit Filmen wie „Shanghai Express“ als erster deutscher Filmstar Hollywood längst erobert. Den beiden Diven stehen dabei auf der Bühne eine Schauspielerin und ein Schauspieler zur Seite, die in wechselnde Rollen schlüpfen und entscheidende Personen und Lebens-Situationen abbilden. „Marlene erlag dem Zauber der Piaf und versuchte jahrelang, diese vor sich selbst zu schützen“, fasst Dietrichs Tochter Maria Riva zusammen.

Noch bis 9. August 2024 auf dem Spielplan der Burg Brattenstein in Röttingen.

Fotos: Michael Gura

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