Ich bin auf Reisen. In Venedig. Mit Freunden. Zur Biennale. Zum Pasta essen. Zum Bummeln. Ach, wie schön!
Der Reiseschriftsteller Paul Theroux hat es auf den Punkt gebracht. Ich kann alle 10 Fragen mit „Ja“ beantworten!
Ich bin auf Reisen. In Venedig. Mit Freunden. Zur Biennale. Zum Pasta essen. Zum Bummeln. Ach, wie schön!
Der Reiseschriftsteller Paul Theroux hat es auf den Punkt gebracht. Ich kann alle 10 Fragen mit „Ja“ beantworten!
„When we get out of the glass bottle of our ego and when we escape like the squirrels in the cage of our personality and get into the forest again, we shall shiver with cold and fright. But things will happen to us so that we don’t know ourselves. Cool, unlying life will rush in.“
D. H. Lawrence
Berlin: Gespräch vom 29. November 2012
Heute ist Evelyne Leandro gesund und hat ein Buch über ihre Krankheit geschrieben.
Evelyne Leandro war 31 Jahre alt, als man bei ihr Lepra diagnostizierte. Die junge Brasilianerin hatte sich gerade in Deutschland eine Existenz aufgebaut, die Sprachschule erfolgreich absolviert und war dabei, einen guten Job zu bekommen. Die Diagnose traf sie wie aus heiterem Himmel. Wo und wie sie sich infiziert haben könnte, bleibt ihr bis heute ein Rätsel. Behandelt wird sie in ihrer Wahlheimat Berlin. Mit Zuversicht blickt sie in die Zukunft, denn im Mai – nach einer einjährigen Behandlung – wird sie geheilt sein. Über ihre Krankheit, ihre Gefühle und ihrem Mut, nicht aufzugeben, spricht sie in einem Interview.
Was war Ihre erste Reaktion nach der Diagnose?
Ich war total verzweifelt. Während meines ersten Jahres in Deutschland wollte ich Leute kennenlernen, mich einfinden. Im zweiten Jahr fand ich eine gute Arbeit, dachte, dieses Jahr ist mein Jahr, ich wollte mein Deutsch perfektionieren. Plötzlich war mir klar, dass ich all diese Ziele nicht erreichen werde, da ich krank wurde. Ich fühle mich mehr Deutsch als brasilianisch, ich plane gerne, konnte aber nichts mehr planen, da ich nicht wusste, was passieren wird. Ich dachte nur daran, dass ich eine schwere Krankheit habe, die es so in Deutschland nicht mehr gibt.
Ihrer Meinung nach, haben Sie eine Erklärung dafür, woher Ihre Erkrankung kommen könnte?
Keine Ahnung, das war eine Frage, die mich sehr beschäftigt hat. Wo habe ich mich angesteckt und wie? Es hat lange gedauert, bis ich bemerkt habe, dass es auf diese Frage keine Antwort gibt. 2004 Jahren hatte ich einen Motorradunfall, ich hatte eine offene Wunde am linken Arm, war zwei bis drei Wochen mit Wunde, und war in einem öffentlichen Krankenhaus im Bundesstaat Bahia. Manche Ärzte sagen, es könnte davon kommen, andere schließen es aus. Vielleicht von Oma oder Opa, aber die haben nie Anzeichen gehabt.
Was meinen Sie mit „dritter“ Version der Lepra?
Lepramatöse Lepra, das ist die schlimmste Art der Lepra.
Wie lange dauert Ihre Behandlung noch und wo wurden Sie behandelt?
Bis Mai 2013, das ist dann genau ein Jahr. Im Januar 2012 kam ich in Berlin ins Krankenhaus, dann nach Hamburg für drei Wochen. Dort begann ich mit einer 3er-Kombination für drei Wochen. Komplikationen traten auf, die Dosis wurde reduziert Seit Mai 2012 nehme ich die 3er-Kombination, ab da rechnet man mit einem Jahr Behandlungsdauer. Im Mai traten bei mir allergische Reaktionen auf, ich war in der Charite in Berlin zur Kontrolle. Das Medikament Dapson wurde abgesetzt, ich nahm eine hohe Dosierung Cortison für 20 Tage. Cortison in geringerer Dosis nehme ich bis heute um mein Immunsystem zu stabilisieren. Die Nebenwirkungen: Ich war verwirrt, hatte schwere Depressionen wegen den Medikamenten. Hinzu kam, dass ich in einer fremden Sprache mit den Ärzten sprechen musste, und konnte daher meine Gedanken nicht richtig ausdrücken. Ich drehte fast durch. Das war mein Hauptproblem, es hat lange gedauert, bis ich einen Satz aufbauen konnte. Ich habe immer nachgedacht. Ich hatte keinen klaren Kopf mehr, konnte mich nicht mal mehr in meiner Heimatsprache ausdrücken. Ich verstand mich selbst nicht mehr. Jetzt nehme ich eine viel geringere Dosis an Medikamenten, jetzt geht es mir besser. Einmal nahm ich 30 Tabletten pro Tag, Schmerztabletten inklusive, das ist jetzt Vergangenheit – zum Glück!
Was waren Ihre ersten Symptome?
Im September 2011 war ich bei einer Hautärztin, da ich Flecken am Körper hatte. Sie diagnostizierte Borreliose. Drei Wochen wurde ich gegen Borreliose behandelt. Im Januar 2012 traten die Flecken wieder auf, diesmal mit Schmerzen. Die Hautärztin war ratlos. Im Krankenhaus Vivantes/Berlin war ich 10 Tage, Lepra wurde diagnostiziert. Anschließend kam ich nach Hamburg ins Universitätsklinikum Eppendorf, Tropenmedizin, vom 3. bis 28. Februar 2012. Ich bekam wegen der Medikamente Komplikationen mit großen Schmerzen. Im Mai war ich für 10 Tage in der Charite-Mitte in Berlin.
Ihrer Meinung nach, sind deutsche Mediziner überhaupt auf die Behandlung von Lepra eingestellt?
Nein, aber sie sind sehr fleißig. In Hamburg, die hatten Ahnung! Hier in Berlin, das sind Spezialisten aus Büchern. Jede Art von Lepra ist anders, andere Leute haben wohl ganz andere Reaktionen als ich, und das ist wohl das Problem. In Brasilien haben die Ärzte mehr Ahnung, da sie viele Fälle haben. Aber da gibt es andere Probleme mit dem dortigen Gesundheitssystem. Das Gesundheitssystem in Deutschland ist viel besser. Hier kümmert sich ein Arzt allein um mich, dort muss sich ein Arzt um Hunderte von Leprapatienten kümmern. Meine Familie hat mich mehrmals gefragt, warum ich mich nicht in Brasilien behandeln lasse. Doch da sind die Zustände in den öffentlichen Krankenhäusern sehr schlecht.
Wie lange dauerte es, bis die Lepra-Diagnose festgestellt wurde?
Von September an, als bei mir Borreliose festgestellt wurde, vier Monate. Meine Mutter war es, die mir geraten hatte, mich auf Lepra testen zu lassen, nachdem ich gesagt hatte, dass ich Flecken mit Schmerzen habe. Sie hat mir den Tipp gegeben. Ich habe dann den Ärzten im Vivantes gesagt, dass es auch Lepra sein könnte. Dann wurden fünf Gewebeproben entnommen und nach ca. einer Woche stand es fest. Das Kuriose war, dass ich einen Tag nach dem offiziellen Welt-Lepra-Tag die Diagnose bekommen hatte.
Sie hatten Haarausfall durch Chemotherapie. Warum bekamen Sie Chemotherapie bei einer Lepraerkrankung? Welche Form von Chemotherapie war es?
Die Kombination von diesen drei Antibiotika heißt Chemotherapie. Drei Antibiotika, zwei davon täglich und eine monatlich. Haarausfall ist bei dieser Chemotherapie nicht normal, ich vermute aber, ich hatte ihn wegen dem ganzen Stress. Nach einer dermatologischen Behandlung wurde es auch besser.
Wie beschreiben Sie die Nebenwirkungen?
Magenschmerzen, Magenentzündung, ich konnte nicht normal essen, hatte Darmprobleme, Verwirrtheit, Herzklopfen, Mondgesicht, geschwollene Beine, ich konnte nicht laufen, konnte wegen den Schmerzen in den Beinen auch keine Hausarbeit verrichten, zitterte beim Aufstehen: „Ich war morgens wie ein Zombie!“ Hinzu kamen noch Schwindel, Gliederschmerzen, Schwäche, Erschöpfung.
Sie schlucken eine Vielzahl an Medikamenten. Wie wirkt sich die Einnahme aus?
Ich habe Halsschmerzen durch das Medikamente schlucken.
Ab wann können Sie als geheilt betrachtet werden?
Nach dem Ende der Behandlung im Mai 2013.
Sie haben die Ärzte erst darauf gebracht, dass Sie an Lepra erkrankt sein könnten. Wie sind Sie überhaupt auf die Idee gekommen?
Durch meine Mutter und die Recherche im Internet in meiner Heimatsprache. Es gibt viele Infos auf Portugiesisch: Wie man diagnostiziert und welche Medikamente man nehmen muss.
Mit wem sprechen Sie über Ihre Krankheit?
Mit meinem Mann, meinen Freunden. Erst dann mit der Familie in Brasilien. Ich redete auch viel mit meinem Psychotherapeuten auf Deutsch, weil ich so verzweifelt war und so viele Fragen hatte.
Ihr beruflicher Werdegang?
BWL und Marketing habe ich in Brasilien studiert und mit einem Master abgeschlossen. Als Beraterin zu CSR und Nachhaltigkeit habe ich in ganz Brasilien gearbeitet. Außerdem veröffentlichte ich drei Leitfäden zur Gründung einer Nichtregierungsorganisation, das beinhaltete Management, Fundraising und Projektentwicklung. In Deutschland machte ich Praktika bei einer Firma zu „grüner Technologie“ und als Marktanalystin. Während ich als Analystin arbeitete, habe ich meine Diagnose erfahren. Jetzt bin ich noch krankgeschrieben.
Wie haben Sie Lepra früher wahrgenommen, als Kind, als Jugendliche?
Als Kind gar nicht, als Jugendliche habe ich staatliche Kampagnen im Fernsehen gesehen, das war der einzige Kontakt. Auch kenne ich die Geschichte der Leprosarien in Bahia. Die gab es ja sogar noch bis vor einigen Jahrzehnten.
Ist es der „normalen“ Bevölkerung überhaupt bewusst, dass sie beim Auftreten von Hautflecken Lepra haben könnte?
Ich denke nicht.
Was war Ihr erster Gedanke, als bei Ihnen die Flecken auftraten?
Ehrlich gesagt habe ich gedacht, dass Stress der Auslöser war. Ich war zu diesem Zeitpunkt sehr gestresst. Oder dass ich zu wenig Sonnencreme aufgetragen habe. Denn am Anfang waren die Flecken sehr hell.
Was möchten Sie anderen Leprapatienten mit auf den Weg geben?
Dass es ein Ende gibt. Wir wissen von Anfang an, dass wir geheilt werden können. Im Unterschied zu einem Krebspatienten können wir sicher sein, dass es eines Tages beendet ist. Unser Leiden wird eines Tages Vergangenheit sein.
Ihr Appell an die deutsche und brasilianische Gesellschaft, wie sie mit Leprapatienten umgehen sollte?
Nicht jeder hat so viele Informationen wie ich über meine Krankheit gesammelt. Es gibt nur schreckliche, alte Abbildungen von Leprapatienten. Lepra gibt es in Deutschland nicht mehr, es gibt kein Risiko. Aber es gibt Leute, die woanders unter Lepra leiden und da ist es wichtig, dass auch persönlich auf die Leute eingegangen wird. Ihnen sollte man erklären, wie man auch mit Lepra-Verstümmelungen oder -Zeichen weiterarbeiten kann. Zum Glück habe ich noch Gefühl in den Händen und Füßen. Und Lepra ist kein Fluch, sondern eine Krankheit. Und sie ist auch nicht ansteckend, sobald man sich der Behandlung unterzieht. Eine Ansteckung ist sehr schwierig.
Wird die Erkrankung Ihr Leben dauerhaft verändern?
Außer Kinderkrankheiten war ich nie krank. Ich war nie im Krankenhaus, nur bei dem Motorradunfall für zwei Stunden. Doch jetzt, nachdem ich so viele Tage in Krankenhäusern verbracht habe, musste ich mich total umstellen, meine Arbeit und Ziele aufgeben. Ja, ich hatte viele Ziele, ich bin nicht mehr die gleiche Person, wenn ich mich heute im Spiegel betrachte. Vielleicht werde ich in sechs Monaten in den Spiegel schauen und denken, ja, ich habe es geschafft. Für mich als Ausländerin ist es eine Herausforderung, in Deutschland eine Arbeit zu finden. Ich will fließend deutsch sprechen lernen. Ich muss nun lernen, mit meinem neuen ICH zu leben.
Welche Bedeutung hat die Arbeit der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e. V. für die brasilianische Bevölkerung?
Vielleicht weiß ich es nächste Woche, wenn ich Manfred Göbel treffe (Anmerkung der Redaktion: DAHW-Repräsentant in Brasilien). Da geht es vor allem um Einfluss. Die Medikamente in Brasilien sind gratis, das Krankenhauszimmer aber nicht. Man bekommt kein Zimmer, zumindest nicht im Krankenhaus eines kleinen Ortes. Das ist unmöglich.
Wieso haben Sie gerade Kontakt zur DAHW aufgenommen?
Ich habe eine Reportage über Ruth Pfau gesehen. Ich wollte mit einem Arzt sprechen, der mehr Erfahrung hat. Über die Ruth Pfau-Recherche kam ich auf die Internetseite von der DAHW. Es ging auch darum, ob ich ein oder zwei Jahre Behandlung machen muss. Die Ärzte von der DAHW haben mich überzeugt, dass ein Jahr ausreicht. Das habe ich so auch meinem Arzt im Tropeninstitut in Berlin gesagt. Der wollte bei mir nämlich eine Behandlung von zwei Jahren ansetzen.
Wie kann das brasilianische Gesundheitssystem vom deutschen lernen und umgekehrt?
Lernen kann man immer, das Problem ist die Veränderung. Hier in Deutschland gibt es mehr Struktur zu dieser Krankheit, in Brasilien dagegen mehr Wissen.
Wie ist Ihre Meinung zum Thema Forschung und Lepra?
Die Krankheit ist da, man kennt das Bakterium. Forschung sollte hinsichtlich dessen erfolgen, wie Nebenwirkungen von Medikamenten, Schmerzen, das Leiden vermieden werden kann.
Wie viel wussten Sie über die Krankheit Lepra, als sie bei Ihnen erstmals diagnostiziert wurde?
Alles. Ich hatte schon so viel über Lepra gelesen. Ich habe immer sofort recherchiert, sobald ich ein Medikament bekommen habe. Ich habe mich daran orientiert, ob das Medikament, das ich bekomme, auch in Brasilien genommen wird. Wenn nicht, habe ich es verweigert, da es meines Erachtens noch nicht ausreichend erforscht war.
Wie hat Ihre Familie in Brasilien auf Ihre Krankheit reagiert? Hat sie sich untersuchen lassen?
Ich habe meiner Familie und engen Freunde vorgeschlagen, sich auf Lepra untersuchen zu lassen. Ich denke, niemand hat meinen Rat angenommen. Ich habe sie aber hinsichtlich des Auftretens von Hautflecken gewarnt.
Wie war die Reaktion bei Ihrer deutschen Familie? Hat sie sich untersuchen lassen?
Ja, alle Familienmitglieder haben sich untersuchen lassen. Das Gesundheitsamt sprach mit meinem Mann, er musste es tun, ebenso wie seine Kinder. Normalerweise sollen sie sich in Zukunft alle sechs Monate untersuchen lassen.
Welche Wünsche haben Sie für die Zukunft?
Ich möchte meine Gesundheit wieder haben und eine Arbeit finden.
Danke für das Gespräch.
Als sie das Buch endlich in den Händen hielt, rollten ihr Tränen über die Wangen. Ein Traum hatte sich für Evelyne Leandro erfüllt. Schon immer wollte die Brasilianerin ein Buch schreiben. Doch nie hätte sie geglaubt, unter welchen Umständen es für sie letztendlich möglich wurde.
Denn die 33-Jährige hat eine Lepra-Erkrankung hinter sich. Jetzt ist sie geheilt. Zwei Jahre nachdem sie 2010 mit ihrem Mann nach Berlin gezogen war, entdeckte sie die Spuren an ihrem Körper. „Es begann mit Flecken an meinem linken Arm, dem rechten Knie und an der Wade“, erinnert sie sich heute. Es folgte eine Odyssee durch Arztpraxen und lange Aufenthalte in Krankenhäusern. Die Erfahrungen ihrer langen Leidenszeit schildert sie nun authentisch und packend bei einer Lesung in der Zentrale der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e. V. in Würzburg.
Denn während ihrer Krankheit hat sie Tagebücher geschrieben. 5 Stück. Über ihr Leben und den langen Heilungsprozess, um endlich wieder da anzukommen, wo sie einst war. Nämlich in Berlin, mit dem festen Vorsatz, gut Deutsch zu lernen, eine Arbeit zu finden, und die perfekte Immigrantin zu sein, mit Steuernummer und einer regelmäßigen Beschäftigung. Jetzt, vier Jahre später, ist sie auf dem Weg dorthin. Sie spricht hervorragend Deutsch und hat eine Stelle in der Erwachsenenbildung gefunden.
Und vor allem: Evelyne Leandro ist glücklich. Glücklich, weil die Krankheit sie nicht besiegte sondern weil sie die Kraft hatte, sie zu überwinden. Ihr größter Schatz waren dabei ihre Tagebücher. Denn sie wollte nicht über das Elend reden, nein, sie wollte darüber nur schreiben. Und sie wollte sich ein neues „Ich“ erschaffen, als Siegerin über eine Krankheit, die so selten ist, dass man sie in Deutschland gar nicht wahrhaben wollte. Und als Autorin.
Während der letzten Jahre hat sie engen Kontakt zur DAHW gehalten. Die Reise nach Würzburg 2012 war ihre erste innerhalb Deutschlands. Sie erinnert sich, wie sie zum ersten Mal keine Hemmungen hatte, über ihre Krankheit mit den Mitarbeitern der DAHW zu sprechen. Und sie schreibt auch, dass sie sich auf der Rückfahrt nach Hause glücklich fühlte. Es war gut, diesen Kontakt aufzunehmen, sich mit Leuten zu treffen, für die ihre Krankheit nicht das große fremde Etwas ist.
Denn damals war sie noch mitten drin in der Behandlung, zwar nicht mehr ansteckend, doch immer noch in einem Zustand zwischen Bangen und Hoffen.
Während ihrer Lesung lacht Evelyne Leandro viel, liest aus den einzelnen Kapiteln und erzählt zwischendurch Anekdoten, die die Zuhörer zum Schmunzeln bringen. Man merkt ihr an, dass sie ihr neues „Ich“ gefunden hat: Als Siegerin über die Lepra, als Schriftstellerin und als Frau, die ihren Weg in die Zukunft meistern wird.
Evelyne Leandro: Ausgesetzt, 224 Seiten, 14,95 Euro.
Als ich kürzlich in Schottland war, habe ich die Burg in Edinburgh besucht. Oberhalb der Stadt, auf dem Castle Rock gelegen, gilt sie als eine der Hauptsehenswürdigkeiten Schottlands. Das ist sie auch. Die Ausstellung der Kronjuwelen im so genannten „Crown Room“ hat mich besonders beeindruckt. Sie sind als „Ehrenzeichen Schottlands“ (Honours of Scotland) bekannt, und bestehen aus der Krone, dem Staatsschwert und dem Zepter. Die „Ehrenzeichen“ stellen eine der ältesten Sammlungen königlicher Insignien der Christenheit dar.
Die Krone ist aus schottischem Gold und mit Perlen und Edelsteinen wie Diamanten, Amethysten und Granaten verziert. Das silberne und vergoldete Zepter hält eine Weltkugel aus Bergkristall.
Das königliche Amtsschwert, die Scheide und das Schwertgehenk sind mit dem päpstlichen Wappen von Julius II verziert, sowie mit christlichen Symbolen – Delphinen, Eicheln und Eichenlaub.
Falls Ihr eine Reise nach Schottland plant empfehle ich Euch den Besuch der Burg. Von hier aus habt Ihr auch einen wundervollen Blick über die Stadt und könnt gute Panorama-Fotos machen.

Vorgestern erreichte mich diese Postkarte von meiner Freundin Connie. Sie kennt mich gut und weiß meinen Intellekt zu schätzen. Und sie hat mir zu Folgendem geraten (siehe Foto)!
Muss unbedingt mit Frauchen bellen. Bestimmt wird sie aus ihrem übervollen Bücherregal kein einziges Buch verbannen. Vor allem nicht wegen mir!
Ts, Ts, Ts …
Euer Gaston.
Edinburgh bietet mehr als Dudelsäcke, Haggis und Whisky
Die schottische Hauptstadt ist immer für einen Kurzurlaub gut. 2015 zeigt das Land neben kulturellen Highlights auch seine lukullische Seite. Das Year of Food and Drink 2015 widmet sich ganz den genussvollen Köstlichkeiten Schottlands.

Allan Foster deutet auf den ersten Stock des unscheinbaren Hauses an der Nicholson Street. Dort oben, im Café Spoon, hat Joanne K. Rowling ihre ersten Kapitel über den legendären Harry Potter geschrieben. Eine kleine Tafel, versteckt, nicht mal in Augenhöhe, erinnert den Spaziergänger daran, dass hier einer der bekanntesten Kinderbuchhelden des 21. Jahrhunderts entstanden ist. Allan zwinkert: „Das Elephant House, ein Café in der nahen Marshall Street, beansprucht den Literaturhelden ganz für sich.“ Doch das sei so nicht richtig. „Die schottische Autorin hat in vielen Cafés von Edinburgh geschrieben.“ Zumindest damals, als sie noch unbekannt und mittellos war.
Wie jeden Morgen hat der Schotte pünktlich um halb 11 seine Literaturtour begonnen. Es sind immer nur ein paar Touristen dabei, höchstens zwei Handvoll. Denn die meisten Besucher der schottischen Hauptstadt haben anderes im Sinn, als über das Leben von Schriftstellerlegenden, wie Robert Louis Stevenson, besagter J. K. Rowling oder Ian Ranking, zu erfahren.

400 Whiskys zum Probieren
Zum Beispiel möchten sie mehr über den schottischen Whisky wissen. Und ihn natürlich auch gleich probieren. Und das am besten bei einer professionellen Whisky-Tour. In der Tat, Schottland widmet das Jahr 2015 ganz seinen kulinarischen Highlights. Und da gehört der Whisky natürlich dazu. Besonders deutlich wird die hochprozentige Angelegenheit in der Scotch Whisky Experience, die Besucher wie Magneten anzieht.
Mit „Slainte Mhath“, dem schottischen Trinkspruch, der soviel wie „Auf Deine Gesundheit“ bedeutet, werden sie begrüßt. „300.000 Besucher haben wir pro Jahr“, sagt Lenka Whyles, die das Gästeprogramm in der ehemaligen Schule aus dem Jahr 1887 koordiniert. Eröffnet im Jahr 1988 zeigt die Scotch Whisky Experience heute die meisten Produkte der über 100 Destillerien in Schottland. „Wir bieten über 400 Whiskys zum Probieren an“, sagt Whyles. Die Besucher werden durch eine nachgebaute Brennerei geführt und erfahren alles Wissenswerte über das schottische Nationalgetränk.
Einer der vielen Besucher ist Enrico Brogiolo aus Padua. Der Italiener entscheidet sich für einen Single Malt aus den Highlands, nachdem er die unterschiedlichen Aromen schon mal auf einer Probierkarte riechen konnte. Dazu erklärt Gästeführer Paul die feinen Unterschiede zwischen Highland-, Lowland-, Islay- und Speyside-Whiskys.
Mittelalter-Atmosphäre
Seine Frau Mariella Michelon beschäftigt sich lieber mit der Geschichte der Stadt. „Die vielen dunklen Steinhäuser geben mir das Gefühl, im Mittelalter angekommen zu sein“, sagt die Architektin. An beiden Seiten der Royal Mile, der Flaniermeile der Stadt, stehen die Häuser, die zur Zeit der protestantischen Reformation Mitte des 16. Jahrhunderts gebaut wurden.
Bis dahin war Schottland ein katholisches Land. Der Priester John Knox konvertierte 1540 und wurde Protestant. Ein ihm angebotenes Bistum lehnte er ab. Dadurch hätte er zum katholischen Glauben zurückkehren müssen. Nach der Thronbesteigung von Maria I., einer katholischen Königin, floh Knox im Januar 1554 nach Genf, wo er zur Lehre von Johannes Calvin fand. So wurde er zum Wegbereiter der calvinistischen Reformation. Die englischen Bischöfe verdammten ihn zum Feuertod, doch das störte ihn nicht. Im Genfer Exil arbeitete er an einer englischen Bibelübersetzung.
1558 wurde die anglikanische Elisabeth I. Königin von England. Ein Jahr später kehrte Knox nach Schottland zurück, wo er vom Volk begeistert aufgenommen wurde. Als er in der früheren schottischen Hauptstadt Perth gegen die Bilderverehrung eine Messe hielt, zerstörten seine Anhänger den Altar und weitere Reliquien. Der Religionskrieg endete 1560, als die schottische Kirche nach der Kirchenordnung der Hugenotten presbyteranisch wurde. In der Edinburgher St. Giles-Kathedrale erinnert heute eine Statue an John Knox.
Besonders beeindruckt ist Mariella Michelon nicht nur von den englischen Royals sondern auch vom Holyrood Palace, der offiziellen Residenz von Königin Elizabeth in Schottland. Aus dem einstigen kleinen Kloster im 12. Jahrhundert entwickelte sich 500 Jahre später der heutige Prunkbau. Maria Stuart lebte schon hier und wurde Zeugin, wie ihr Ehemann, Lord Darnley, mit einigen Verschwörern ihren Privatsekretär David Rizzio erstach. Weil Rizzio ihr Günstling und angeblicher Geliebter war, hatte er immer wieder Eifersucht und Hass unter den Adligen geweckt.
Schauplatz des Dan Brown-Bestellers
Im Dorf Roslin, rund zehn Kilometer von Edinburgh entfernt, steht die Rosslyn-Kapelle, eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Schottlands. Als Schauplatz der Jagd nach dem Heiligen Gral erlangte sie in der Verfilmung des Dan Brown-Bestsellers Sakrileg Weltruhm. Auch die Italienerin Michelon hat das Buch gelesen und möchte nun vor Ort das Geheimnis der Tempelritter erkunden. Denn hier, im Pantheon der Kirche, liegen neun Statuen auf dem Boden. Und eine von ihnen soll tatsächlich das bestgehüteste Geheimnis der abendländischen Christenheit enthalten, nämlich den „Kelch“ des Abendmahls. Zumindest, wenn man dem Text von Dan Brown glaubt.
Zurück auf der Royal Mile in Edinburgh steht ein einsamer Dudelsackspieler vor einem Restaurant. Hier gibt es Haggis. Als Spezialität steht es auf allen schottischen Speisekarten, zumindest für die, die keine Vegetarier sind und die mit Innereien und Hafermehl gefüllte Köstlichkeit mögen.
Fotos: Enric Boixadós, Enrico Brogiolo (1)
Die Reportage wurde in der Tagespost, Würzburg am 2. Juni 2015 und in der Huffington Post am 13. Juni 2015 veröffentlicht.
DALL’ ITALIA CON AMORE
FROM ITALY WITH LOVE
Qualche giorno fa, spinta dalla voglia di farmi due spaghetti alle vongole, sono andata a fare un giro al mercato del pesce di Chioggia.

Mi capita di andarci periodicamente, è un luogo iconico, una tappa obbligatoria per i buongustai e non solo.
A Chioggia, il mercato del pesce è un’istituzione antica, dato che la pesca è sempre stata fra le attività preminenti della città.
Il variopinto mercato, uno dei piu’ importanti e grandi d’Italia, è situato vicino alla piazza principale, e si compone di una trentina di postazioni di pescivendoli chiamati con il particolare nome di mògnoli. Per accedere al mercato ittico al dettaglio di Chioggia si passa attraverso il Portale a Prisca, un portale in pietra interamente scolpito dal padovano Amleto Sartori.
Il pesce appena pescato viene scaricato dai pescherecci nel mercato all’ingrosso alle prime luci del mattino, viene subito contrattato e poi distribuito per la città o destinato agli altri mercati italiani ed europei.
Per la vivacità che lo caratterizza e per la ricchezza ambientale che lo anima, il mercato del pesce di Chioggia è da sempre un luogo pittoresco in cui spesso i turisti fanno tappa per poter acquistare il pesce fresco a prezzi competitivi e godere e gustare le prelibatezze della cucina veneta.
Se doveste capitare da queste parti non dimenticate di fare una capatina in questo luogo così unico e rinomato!
Qui non si compra solo del buon pesce: si assiste allo spettacolo di un dialetto che ha un suono tutto suo e di gesti quotidiani che hanno il sapore genuino delle rappresentazioni goldoniane. Ci si gode il contesto ma anche, ovviamente, il prodotto. Quindi, branzini di mare o di valle, cefali, gli autoctoni ghiozzi (in dialetto “go”), le irrequiete anguille, le triglie, gli zatterini, le seppioline (quelle piccole da mangiare adagiate sulla polenta), i cannolicchi, i gamberi, i granchi e soprattutto i molluschi che sono la vera “ossessione” della cucina chioggiotta: cozze, capesante, tartufi di mare, fasolari, caparossoli e le mitiche “bibarasse” ovvero le vongole nostrane.
Ed è proprio con le “bibarasse” che voglio realizzare la mia ricetta di oggi: questa pietanza affonda le sue origini nei tempi in cui la parte di popolazione più povera si alimentava cibandosi di ciò che le onde depositavano sulla spiaggia dopo la tempesta: granchi, ricci, e vongole, appunto. Questo primo è oggi è uno dei piatti più conosciuti ed apprezzati della cucina lagunare e tra i più celebri della nostra tradizione culinaria.
INGREDIENTI X 4 PERSONE:
400 gr di spaghetti
1 kg di vongole nostrane
2 spicchi d’aglio
una manciata abbondante di prezzemolo tritato
mezzo bicchiere di vino bianco secco
olio extravergine d’oliva
pepe
PREPARAZIONE:
Tieni le vongole in ammollo nell’acqua salata per una notte, in modo da eliminare la sabbia e le impurità. Poi poni le vongole in un colapasta poggiato su una ciotola e sciacquale più volte sotto l’acqua corrente finchè non si vedrà più sabbia.
Elimina le vongole che presentano il guscio rotto.
Versa un filo d’olio in una pentola capiente, aggiungi i due spicchi d’aglio sbucciato e fallo rosolare qualche istante (Foto 1).
Scola bene le vongole e versale nel tegame (Foto 2).
Copri con il coperchio e lascia cucinare per 2 minuti a fuoco vivace, quindi versa il vino bianco (Foto 3).
Lascia sfumare il vino per un minuto quindi ricopri con il coperchio: le valve cominceranno ad aprirsi con il calore (Foto 4).
Spegni il fuoco immediatamente dopo la completa apertura, per non compromettere la tenerezza del frutto di mare con una cottura troppo prolungata.
Sguscia tutte le vongole tenendone da parte alcune che serviranno per la decorazione finale del piatto (Foto 5).
Raccogli tutto il liquido di cottura delle vongole e filtralo con un colino affinchè non rimangano residui di sabbia (Foto 6).
In una pentola a parte metti a bollire gli spaghetti (Foto 7).
In una padella capiente versa il liquido filtrato delle vongole, portalo a bollore ed aggiungi il pepe (Foto 8).
Scola gli spaghetti a metà cottura e versali nella padella (Foto 9).
Aggiungi abbondante prezzemolo tritato (Foto 10) e le vongole sgusciate (Foto 11).
Mescola delicatamente finchè gli spaghetti saranno cotti al dente ed il liquido quasi completamente assorbito.
Puoi decorare i piatti con i gusci che avevi tenuto da parte, gli spaghetti alle „Bibarasse“ sono pronti!
My Blog is growing and growing. And you are becoming more and more a community. I am happy about it. Just let it coming, the flow of friendships, of positive vibes, of lovely thoughts and kind words. Worldwide, with all kind of different people, of different personalities, of different cultures.
Our planet is full of wars and conflicts, just let us make a better place. One better place! Maybe with love, maybe with our fantasy, maybe with our support to others. Creating friendships, founding connections.
Let’s have part of a still wonderful world. Here! With you, with me, with us.
Thanks!
Sabine
I’ve been blogging since May 2011.
Again I am thinking about my passion for doing so. Most of my friends from long time ago don’t get it. I am the only one who has a Blog. I think Bloggers have this special connection that Non-Bloggers won’t ever understand.
Speaking about myself, it is a wonderful place to meet likeminded, happy and creative people, that are so similar to myself, and whom I would have never met otherwise. It is probably one of my favourite things about Blogging.
It has definitely introduced me to a lot of interesting people, as well as to part of myself I didn’t know existed. I love how much this community supports each other. It’s a real wonderful thing.
I think Bloggers deserve much more recognition for their hard work. At the end of the day we put so much effort into creating a single post! And I always love to get some inspiration. Inspiration has never been so accessible.
Not all Bloggers help and support their Blogging counterparts, but some really do. That’s my experience. They support with new contacts, forwarding on an event invite or sharing tips and ideas. And some are just there to answer a question whenever needed. When I take a photo or I stand for a photo and if my readers love my photos and my texts, then it’s worth standing in the cold and being stared at, by passers by.
No, we are not ashamed of our passion and we will do what we can to get that perfect shot. Finally – slowly, slowly, slowly it starts: Not only the big fashion brands in the world are taking us Bloggers serious and do work with us on some of the big campaigns.
What’s all about it: Just the simple hope that we can inspire our readers visually and by our text. Work will often come with socialising. And we do work extremely hard for what we want to do. We are travelling the world and capturing it all for our Blog, to share with and inspire our readers.
Why?
For you, just for you!
And a bit for ourselves – of course!!
Photo: Enric Boixadós