Getauschte Identitäten

Der Tausch

Fast vergessen: Heute ist Lese-Donnerstag! Nervenkitzel pur auf 400 Seiten!

Ich habe mich auf den Tausch eingelassen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn dabei handelt es sich um einen packenden Thriller, dessen Inhaltsangabe mich gleich gefesselt hat. Ich habe mich diesmal auf ein E-Book eingelassen, das ich auf meinem Tolino lese. Ich finde es gar nicht mal so schlecht, obwohl ich, wie Ihr vielleicht wisst, ein großer Fan von echten Büchern bin. Denn die kann man in der Hand halten, das Papier fühlen und die Seiten mit Eselsohren markieren.

Was passiert, wenn zwei Frauen ihre Identitäten tauschen? Aus welchen Gründen will Eva untertauchen und findet in Claire ihr passendes Opfer? Nachdem sie durch den Tausch ihrer Pässe ihre neuen Identitäten besiegelt haben, sucht Claire Zuflucht in Evas Haus in Kalifornien. Die perfekte Täuschung. Doch dann erfährt sie, dass das Flugzeug, in dem ihre Gespielin saß, abgestürzt ist. Und nach dem Unglück taucht Eva plötzlich in einer Fernsehreportage auf. War alles umsonst, oder wurde Claire Opfer einer Betrügerin?

Das passende Buch für Mußestunden am Strand oder auf dem Balkon. Ihr werdet es in einem Rutsch durchlesen wollen, denn die Spannung entwickelt sich zum Nervenkitzel. Aber nicht vergessen, ab und an mal die Sonnencreme zu erneuern!

Julie Clark: Der Tausch, 400 Seiten, 12,99 Euro, als E-Book: 9,99 Euro

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Da Mariella: Risi e Bisi

Direkt aus Italien: Ein neues Rezept von Mariella, passend zur leichten Sommerküche. Damit werdet Ihr Eure Lieben überraschen und mediterranes Lebensgefühl so ganz nebenbei herbei zaubern! Viel braucht Ihr dazu nicht, das meiste werdet Ihr wahrscheinlich im Kühlschrank oder vorrätig haben. 

Gutes Gelingen!

DALL’ ITALIA CON AMORE

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FROM ITALY WITH LOVE

Il „Risi e Bisi“ è una ricetta tipica della tradizione veneta, ottima da gustare nel periodo primaverile proprio perché in questa stagione si trovano i piselli migliori, ingrediente principale di questo piatto.

“Risi e bisi magnar da Doge” si diceva durante la Repubblica Serenissima di Venezia perché questo piatto veniva servito al Serenissimo Principe in occasione del banchetto del 25 aprile, festa del patrono di San Marco. Gli ingredienti sono pochi ma soltanto all’apparenza è una ricetta semplice perché la sua consistenza deve essere “brodosa ma non liquida, cremosa ma non un risotto”

Nell’800, invece, il grido „Risi e bisi e fragole“ (bianco, rosso e verde come il tricolore italiano) era l’equivalente veneziano del „viva verdi“ gridato a Milano contro gli occupanti Austriaci.

Risi e bisi è uno dei piatti più conosciuti della gastronomia veneta, in particolare dell’area di Venezia e Vicenza, ma ne esistono diverse varianti a seconda della zona. La ricetta rimane circa la stessa, ma si differenziano le qualità degli ingredienti utilizzati, ad esempio nella zona tra Vicenza e Padova è molto utilizzata una varietà di riso vialone nano di Grumolo delle Abbadesse, prodotta proprio in quel territorio.

La ricetta originale dei Risi e Bisi è da poco stata depositata presso la Camera di Commercio di Venezia, per tutelarne la preparazione. Con questo deposito il comune di Scorzè, in provincia di Venezia, diventa quindi ufficialmente la patria dei Risi e Bisi.

INGREDIENTI

Ingredienti

INGREDIENTI PER 4 PERSONE:

Piselli freschi 1 kg

Riso vialone nano 350 gr

Brodo vegetale 1300 ml

Pancetta 50 gr

Burro 60 gr

Cipolla 1

Parmigiano Reggiano grattugiato 40 gr

Prezzemolo 30 gr

Olio extra vergine d’oliva q.b.

Sale pepe q.b.

 

PREPARAZIONE:

Sgranate i piselli tenendo da parte i baccelli. Lavate i baccelli sotto l’acqua corrente e metteteli a bollire nel brodo vegetale, coperti per 60 minuti a fuoco moderato. (Foto 1)
Terminata la cottura, con un frullatore ad immersione frullate i baccelli lessati senza toglierli dal brodo fino ad ottenere una purea. (Foto 2)
Versare il composto in un colino a maglie strette e pressare bene la purea con una spatola in modo da eliminare la parte fibrosa dei baccelli. (Foto 3)
Passate alla cottura del riso: fate sciogliere in una casseruola metà del burro e fatevi appassire la cipolla tritata finemente. (Foto 4)
Una volta che la cipolla sarà imbiondita, ci vorranno circa 10 minuti di cottura a fuoco basso, aggiungete la pancetta tritata (facoltativa) ed il prezzemolo tritato. (Foto 5)
Fate insaporire per un paio di minuti quindi aggiungete i piselli ed un cucchiaio di olio. (Foto 6)
Versate due mestoli di brodo. (Foto 7)
Regolate di sale e pepe e portate ad ebollizione. (Foto 8)
Unite la purea ottenuta dai baccelli. (Foto 9)
Unite il riso e fatelo cuocere al dente mescolando spesso. (Foto 10)
A fine cottura la consistenza di risi e bisi dovrà essere quella di una minestra, ma non eccessivamente brodosa. (Foto 11)
Spegnete il fuoco e mantecate il riso con l’altra metà del burro ed il parmigiano reggiano grattugiato. (Foto 12)
Servite i risi e bisi ben caldi! (Foto 13)

BUON APPETITO!!!

 

 

 

 

 

 

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Ein eigenwilliger Dorfkater, ein fetter Hund, literarische Postkarten und eine italienische Tragödie

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Ein Lese-Donnerstag für Katzenfans? Nicht nur! Auch wenn die Bücher mit der großen Schrift und den wundervollen Illustrationen von Quint Buchholz nach Bilderbüchern aussehen: Nero Corleone kann süchtig machen. So ging es mir jedenfalls nach der Lektüre des ersten Bandes.

„Nero“ nennen sie den kleinen Kater auf dem italienischen Bauernhof, weil er ganz schwarz ist. Nur die rechte Vorderpfote ist weiß. Nero fürchtet sich vor nichts und niemand, nicht einmal vor Robert und Isolde, dem deutschen Ehepaar, das in den Ferien das Häuschen auf dem Hügel bewohnt. Und weil er meint, das Zeug zu einem Chef zu haben, beschließt er, den Hof zu verlassen, um mit den beiden nach Köln am Rhein zu gehen. Dort tobt das wahre Leben! Um Neros Umzugspläne ging es also im ersten Band.

Und in der nächsten Folge erfahrt Ihr, wie es weitergeht: Isoldes Sehnsucht nach ihrem einzigartigen Kater Nero lässt sie nicht zur Ruhe kommen, seit sie ihn damals in Italien zurücklassen musste. Kurzentschlossen fährt sie wieder in das kleine Dorf und hält Ausschau nach dem geliebten Viebeiner. Doch zunächst ist nichts von ihm zu sehen. Aber Katzen sind eben unberechenbar, und so wartet Isolde auf ihren Liebling. Trost spendet ihr einzig Katzendame Elsa, die sich selbstbewusst auf dem Sofaplatz Neros breitmacht. Und kaum ist eine neue Katze aufgetaucht, zeigt sich auch Nero Corleone wieder. Doch in Isoldes Herz ist genug Liebe da, auch für zwei!

Ich erinnere mich, dass ich schon einmal ein Tierbuch von Heidenreich gelesen habe. Ist schon ein paar Jahre her, aber gute Bücher vergisst man bekanntlich nie. Darin ging es um Oblomow, Rudolf Nurejews Hund und seine ganz besondere Freundschaft zu Schriftsteller Truman Capote, der ihn einst „fett und hässlich“ nannte. Naja, Schwamm drüber! Oblomow ist nicht nachtragend. Und wie es dazu kommt, dass der Vierbeiner schließlich das Grab mit Nurejew teilt, wenn auch nur den Fußbereich, erfahrt Ihr in dem Büchlein. Zu dieser Erzählung hat Illustrator Michael Sowa reizende Bilder gezeichnet.

Elke Heidenreich/Quint Buchholz: Nero Corleone. Eine Katzengeschichte, 88 Seiten, 15 Euro

Elke Heidenreich/Quint Buchholz: Nero Corleone kehrt zurück, 80 Seiten, 15 Euro

Elke Heidenreich/Michael Sowa: Nurejews Hund oder was Sehnsucht vermag, 48 Seiten, 8 Euro

Reisen im Kopf beschreibt wohl dieses Buch am besten. Es geht um Ansichtskarten, genau gesagt, um 25 davon. Diese stehen hier für 25 Geschichten, die sich alle um das Reisen drehen und geschrieben sind von Autorinnen und Autoren der deutschen Gegenwartsliteratur. Begleitet sie einfach ein Stückweit, nehmt den Weltatlas und die Lupe und schaut Euch all diese besonderen Plätze unserer Welt genauer an. Es lohnt sich, denn zu Corona-Zeiten ist jeder Ort gleich doppelt so weit weg.

Hanna Hesse (Herausgeberin)/Jörg Hülsmann (Illustrator): Ansichtkarten. 25 Geschichten über das Reisen, 352 Seiten, 25 Euro.

„Canne al vento“, lautet der Originaltitel. Mit „Schilf im Wind“ ist Grazia Deledda ein weiteres Literatur-Highlight geglückt. Empfinde nur ich das so? Weil Sardinien meine Lieblingsinsel ist? Die 1936 verstorbene sardische Nobelpreisträgerin für Literatur zeichnet die großartige Landschaft, die Sitten und Gebräuche der Menschen und die Seele eines einfachen Inselvolks, ihre Religiosität und Naturverbundenheit mit solch einer kraftvollen Erzählkunst, dass sie nicht nur von Sardinienfans gerne gelesen wird. Das Bild von Italiens zweitgrößter Insel im frühen 20. Jahrhunderts ist ein ganz anderes als jenes, das wir heute von der Insel kennen. Oder doch nicht? Es gibt diese Attribute immer noch vor Ort: das karge Land, das harte Leben, verschlossene Seelen, Fatalismus und Leidenschaft. Das archaisch anmutende Drama um Schuld und Sühne zeichnet den düsteren Schatten der Vergangenheit, der auf dem Landgut der Pintors wie ein Fluch liegt. Klein aber fein, und zu Deleddas 150. Geburtstag in der Manesse-Bibliothek erschienen. Als Lektüre nicht nur während einer Sardinienreise zu empfehlen und mit 15 x 9 Zentimetern zudem leicht in jede Tasche zu stecken.

Grazia Deledda: Schilf im Wind, 448 Seiten, 25 Euro.

Genießt das Wochenende! Mit oder ohne Buch … und bleibt gesund!

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Dinge, die verloren gehen

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„Ich weiss nur eine Sache übers Leben. Wenn du lang genug lebst, fängst du an, Dinge zu verlieren. Alles wird dir weggenommen: Zuerst verlierst du deine Jugend, dann deine Eltern, dann verlierst du deine Freunde, und am Ende verlierst du dich selbst.“

Scott McClanahan

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Mit dem Wohnmobil unterwegs: Das ultimative Abenteuer!

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Heute am Donnerstag gibt es nicht nur eine Buchvorstellung sondern auch gleichzeitig eine Vielzahl an Entdeckungen und Abenteuer.

Corona hat es gezeigt. Sicher reisen ist so gefragt wie nie. Und was passt dazu besser als das eigene Wohnmobil? Autark und unabhängig sein lautet die Devise. Selbst entscheiden, mit wem man auf engstem Raum zusammen sein will, das geht oft nur im eigenen Gefährt. Ich hätte große Lust, so mal unterwegs zu sein. Die Freiheit spüren und durchatmen, unterwegs anzuhalten, genau da, wo man möchte, die wichtigsten Sachen dabei zu haben, ohne auf andere angewiesen zu sein. Nicht nur eine tolle Alternative für diejenigen unter Euch, die ihre Unabhängigkeit lieben, sondern auch für alle Frauchen und Herrchen, die mit ihrem vierbeinigen Liebling (einen oder mehrere!) die schönste Zeit des Jahres teilen wollen.

Der umfangreiche Womo-Reiseführer stellt Euch die bezauberndsten Ecken des nördlichen Teils unserer Heimat auf besondere Art und Weise vor:

Von den rauen Dünenlandschaften an Nord- und Ostsee über das Wasserlabyrinth Spreewald bis zur spektakulären Vulkaneifel. Egal ob Ihr einen Wochenendtrip vor der Haustür plant oder die Entdeckungsfahrt entlang einer Themenroute – dieser Reiseführer ist voller wertvoller Anregungen für Eure nächste Womo-Auszeit.

25 der schönsten Urlaubsregionen und Landschaften Deutschlands zwischen Meer und Mittelgebirge werden auf über 400 Seiten präsentiert. Die Tourentipps reichen von der Nord- und Ostseeküste über die idyllische Mecklenburger Seenplatte bis zu den grünen Höhenzügen der Mittelgebirge. 200 ausgewählte Camping- und Stellplätze mit hohem Wohlfühlfaktor laden zum Faulenzen ein, geben zahlreiche Anregungen für Ausflüge und Wanderungen und Extratipps zu Unternehmungen per Fahrrad, Kanu oder zu Fuß in herrlicher Natur. Dazu Infos zur regionalen Küche, lokalen Versorgern und Höhepunkten im Jahresverlauf runden die Touren- und Stellplatztipps ab.

Zu den ausgewählten Touren gehören: Ostfriesische Nordseeküste – Flensburger Förde – Fischland mit Darß-Zingst – Rügen – Usedom – Lüneburger Heide – Rund um Plauer See und Müritz – Spreewald – Sächsische Schweiz – Entlang der Deutschen Märchenstraße – Ostharz und Kyffhäuser – Auf der Naturpark-Route durch den Thüringer Wald – Münsterland – Vulkaneifel.

Seid Ihr Wohnmobilisten und Camper oder wollt Ihr es noch werden? Sucht Ihr das große Abenteuer ganz in der Nähe? Dann macht Euch bereit für die Reise mit dem Wohnmobil! Los geht’s!

Womo und weg. Deutschland. Die schönsten Touren zwischen Meer und Mittelgebirge, 408 Seiten, 24,95 Euro.

 

 

 

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Welttag des Esels am 8. Mai

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Esel sind störrisch, faul und dumm? Von wegen. Die gemeinhin nachgesagten Eigenschaften von Eseln sind weder schmeichelhaft noch wahr. Genau das Gegenteil ist der Fall: Esel sind loyale Partner, treue Freunde und wahre Multitalente.

Rund um den heutigen Welteseltag will das Team der Welttierschutzgesellschaft e. V.* die bemerkenswerten Tiere ins Rampenlicht rücken – mit einer Liebeserklärung.

Doch mit dem Wissen um ihr bewundernswertes Wesen und ihre selbstlose Treue, trifft besonders schwer, dass der Alltag vieler Esel weltweit von Leid geprägt ist:

So sind es in vielen der ärmeren Regionen und Ländern vor allem die schlechte Versorgung, der Mangel an tiermedizinischen Behandlungen oder die Unwissenheit um die richtige Haltung, die massive Tierschutzprobleme zur Folge haben. Hinzu kommt seit einigen Jahren der weltweit florierende Eselhauthandel zur Herstellung von Ejiao, einem vermeintlichen Heilmittel aus der traditionellen chinesischen Medizin, der das ohnehin oft leidvolle Leben der Esel noch zusätzlich in Gefahr bringt. Und auch von großen Katastrophen bleiben die Tiere nicht verschont: In Kriegsgebieten wie Syrien oder Ländern wie Indien und Tansania, die von der Corona-Pandemie oder der Klimakrise geplagt sind, stellt die vorherrschende Not Tierschutzmaßnahmen vor immer neue Herausforderungen.

Doch wo ein Wille, da ein Weg – würde wohl auch ein Esel mit seiner Hartnäckigkeit und Verlässlichkeit sagen: Die Welttierschutzgesellschaft ist mit ihren Partnern weltweit im Einsatz, um den Tieren Hilfe zu leisten. Und so vielfältig die Problematiken, die das Wohl der Esel weltweit gefährden, so unterschiedlich sind die Maßnahmen.

Ein Welttag für den Esel! Finde ich gut. Auf meinen vielen Reisen in Entwicklungsländer begegne ich ihnen immer wieder. Meist als sehr geschundene Nutztiere, deren Anblick sehr traurig macht.

*Keine Werbung, sondern aus Überzeugung geschrieben.

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Tierwohl in der Entwicklungshilfe

Von Sabine Ludwig

Eine Frage der Ethik: Der weltweite Schutz von Nutztieren

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Ein besserer und artgerechterer Umgang mit Nutztieren wird von Tier- und Umweltschutzverbänden gefordert. Gerade jetzt ist das Thema brisanter denn je zuvor.

Ziegen, Schafe, Esel, Schweine und Rinder – ihr Besitz ist für Millionen Menschen überlebenswichtig. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit (EZ) fördert im Rahmen der weltweiten Armutsbekämpfung die Nutzung, die jedoch viele Fragen aufwirft.

Das Tierwohl bleibt dabei oft auf der Strecke. Einkommensfördernde Maßnahmen durch die Vergabe von Nutztieren sind ein jahrelanger Trend in der EZ und werden selten im Sinne der Tierschutzgesetze überprüft. Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass ein funktionierendes Miteinander von Mensch und Tier nur möglich ist, wenn artgerechte Haltung, Respekt und Ehrfurcht vor dem Leben der Tiere auf allen Ebenen umgesetzt werden. Dies fordern immer mehr Menschen, denen Tierschutz und Ethik wichtig sind und die Hilfsorganisationen durch Spenden unterstützen.

Deutsche Ärztin vor Ort

„Ich habe lange Zeit in Äthiopien gelebt. Was mir dort als erstes aufgefallen ist, waren die vielen Fuhrwerke, die von Eseln oder Pferden gezogen wurden. Diese waren oft überladen, und die Tiere arbeiteten von früh bis spät. Danach wurden sie ausgeschirrt und mussten sich ihr Futter selber suchen. Die Tiere waren meist in einem erbärmlichen Zustand. Völlig unterernährt, übersät mit Wunden durch das scheuernde Geschirr, die kaum versorgt wurden. Die Einstellung zu den Tieren war wie zu einem täglichen Nutzgegenstand und nicht mehr“, sagt Dr. Simone Kann vom Missionsärztlichen Institut in Würzburg. Sie ist Internistin, Infektiologin und Tropenmedizinerin mit Schwerpunkt Internationale Gesundheit und Vernachlässigte Tropenerkrankungen (neglected tropical diseases, NTD).

„Viele Tierhalter in den Entwicklungs- und Schwellenländern, in denen die deutsche Entwicklungszusammenarbeit tätig ist, können die ihnen anvertrauten Tiere nicht entsprechend ihrer Bedürfnisse versorgen. Dies liegt zum einen daran, dass Tierschutz in ihren Ländern bislang kaum eine Rolle gespielt hat und daher das Bewusstsein für dieses Thema fehlt. Zum anderen leben viele dieser Menschen von weniger als zwei US-Dollar pro Tag. Wenn es um das blanke Überleben geht, gerät das Wohlergehen von Nutz- und Haustieren oft aus dem Blick“, sagt Christoph May von der Welttierschutzgesellschaft in Berlin.

Es sind häufig die Ärmsten der Armen, die weder Schulbildung noch eine anerzogene oder natürliche Empathie gegenüber ihren tierischen Schützlingen haben. Die deutsche Entwicklungspolitik hat diese Tatsachen kaum berücksichtigt – bis Corona das Leben veränderte.

Zoonosen als Ursache für Covid-19

„Aus medizinischer Sicht ist eine nicht fachgerechte Tierhaltung problematisch. Durch sie können zahlreiche, oft sehr gefährliche Erkrankungen, wie beispielsweise Zoonosen, die jetzt auch für Covid-19 verantwortlich sind, gefördert werden“, betont die Würzburger Ärztin. „Eine effektive Entwicklungshilfe im Bereich Veterinärmedizin sollte daher einen ganzheitlichen Ansatz umfassen, der die Aspekte Tierwohl, Sicherheit, Umwelt und Prävention sowie Interaktionen mit anderen Tieren und Menschen beinhaltet.“

Eine Studie im Auftrag der Welttierschutzstiftung unter in Deutschland ansässigen aber global agierenden Nichtregierungsorganisationen sowie der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) befasste sich 2020 mit dem Einsatz von Nutztieren in Landwirtschaftsprojekten. Nachgefragt wurde auch, ob begleitende oder verpflichtende Maßnahmen für das Wohlergehen der vermittelten Tiere sichergestellt wurden. Gab es in diesem Zusammenhang Schulungen, die Sicherstellung von Futtermittel oder eine tiermedizinische Versorgung?

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Durch eine nicht fachgerechte Tierhaltung können Zoonosen, wie jetzt bei Covid-19, entstehen.

„Abgesehen von einer Ausnahme verfügte laut eigener Aussage keine der 19 befragten Organisationen über konkrete, verpflichtende Vorgaben zur Nutztierhaltung, an die sich die lokalen Projektpartner und Tierhalter halten müssen. Vereinzelt finden bei einigen Hilfswerken Tierschutzmaßnahmen statt, dabei handelt es sich jedoch nicht um ganzheitliche Konzepte“, betont May. „Unsere Umfrage und erste Gespräche mit den Organisationen haben allerdings gezeigt, dass es grundsätzlich eine große Bereitschaft gibt, das Tierwohl als wichtigen Baustein nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit zu stärken. Deshalb werden jetzt im nächsten Schritt ein Informationsportal aufgebaut, Tierwohl-Leitlinien entwickelt und Pilotprojekte für deren konkrete Anwendung umgesetzt.“

Deutsche Fördermittel

Rund 80 Prozent der an der Studie teilnehmenden Nichtregierungsorganisationen beziehen für ihre Nutztierprojekte Fördermittel von deutschen Ministerien. Ein Großteil von ihnen sieht die Politik in der Verantwortung, sich stärker mit Tierwohl zu befassen.

„Dazu gehört aber auch eine gute Infrastruktur, die in vielen Entwicklungsländern mangelhaft ist. Auch deshalb fehlt es an Tierärzten, Tierimpfungen und -medikamenten. Fleischkontrollen sind meistens unzureichend oder nicht vorhanden“, erklärt Kann. Sie forschte in den letzten Jahren in Kolumbien. „Indigene Bevölkerungsgruppen erhielten dort Herden von Rindern, Schafen und Ziegen. Viele Tiere starben, weil sie sich selbst überlassen waren. Das reichte für eine erfolgreiche Viehwirtschaft nicht aus. Mittlerweile hat man dazu gelernt, aber es wäre besser gewesen, die Tiere nicht einfach zur Verfügung zu stellen, sondern den Aufbau einer Viehwirtschaft durch Fachleute begleiten zu lassen.“

Während der Corona-Pandemie ist das Thema brisanter denn je. Ein artgerechter Umgang mit sogenannten Nutztieren, die Menschen in vielen Teilen der Welt das Überleben sichern, hätte in der bilateralen Zusammenarbeit schon längst in den Fokus gerückt werden müssen. Denn nur wenn Tierschutz innerhalb einer nachhaltigen und ressourcenschonenden Landwirtschaft zum Tragen kommt, wird glaubhafte Entwicklungshilfe, die auch Spenderinnen und Spender gerne unterstützen, möglich.

Diese Reportage wurde in unterschiedlichen Medien veröffentlicht.

Am 8. Mai erwartet Euch der Welttag des Esels. Was es damit auf sich hat, erfahrt Ihr morgen ab 8 Uhr MEZ hier bei sl4lifestyle! Bleibt dran!

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Die Wahrheit sagen. Auch wenn sie schmerzt!

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„Ich will die Wahrheit aussprechen. Selbst wenn sie schmerzt. Selbst wenn sie anderen nicht gefällt. Das bedeutet keinesfalls, dass Wahrheiten immer unangenehm sein müssen oder es darum geht, anderen weh zu tun. Viele Wahrheiten machen Hoffnung.
Ich sage nur, dass es nicht die Aufgabe gewählter Politiker ist, die Bürger mit tröstlichen Botschaften einzulullen. Unser Aufgabe ist es, die Wahrheit zu sagen – auch dann, wenn sie nicht willkommen ist.“

Kamala Harris 

Das sind große und bedeutende Worte, die am heutigen Lese-Donnerstag die allererste US-Vizepräsidentin von sich gibt. Über hundert Tage Macht haben Joe Biden und Kamala Harris als einflussreichste Menschen der Welt gemeinsam gemeistert. Das Lob ist größer als die Kritik. Die US-Präsidentschaft der beiden scheint zu funktionieren. Und die Projekte, die sie anstoßen, finden große Zustimmung. Bis jetzt, zumindest.

Viel wissen wir nicht über Kamala. Doch das ändert sich mit ihrer neuen Autobiografie. Wie denkt sie? Wie fühlt sie? Was will sie ändern? Welche Werte sind ihr wichtig? Auf ihren Schultern ruht derzeit die Hoffnung einer ganzen Nation. Wirkt Joe Biden manchmal tüttelig und von gestern, so inspiriert Harris umso mehr. Vor allem ihre weiblichen Fans. Auch wenn wir zurzeit noch nicht allzu viel von ihr sehen. Vielleicht hält sie sich ja auch ganz bewusst erst einmal im Hintergrund.

Sie hat das Amt in jenem historischen Moment übernommen, in dem die Vereinigten Staaten gespalten waren wie nie zuvor. Mutig, mutig! Wer ist diese Frau, die die Zukunft der USA mitprägen wird? Was treibt sie an? 

In ihrer 2019 erschienenen und nun erstmals auf Deutsch vorliegenden Geschichte erzählt Kamala ihren Werdegang und beschreibt mitreißend, wie sie sich als Tochter einer indischen Einwanderin und eines Jamaikaners zur Justizministerin Kaliforniens hocharbeitete – und schon als Staatsanwältin dem Ziel sozialer Gerechtigkeit verschrieb. Während der Immobilienkrise nahm sie den Kampf mit Banken und Big Business auf, um die einfachen Bürger zu schützen. Sie bekämpfte den Rassismus in der Strafverfolgung und trieb konsequent eine Reform des Justizwesens voran. Ihre Vita, die sie in diesem Buch so eindringlich schildert, ruft immer wieder die grundlegenden Werte von Freiheit, Toleranz und Gerechtigkeit in Erinnerung, die heute doch so sehr in Gefahr geraten sind. 

Das beeindruckende Zeugnis einer klugen und charismatischen Politikerin. Zum Nachlesen, Nachdenken und Analysieren. Und um sich ein klein wenig auch selbst zu inspirieren! Warum nicht?!

Kamala Harris: Der Wahrheit verpflichtet. Meine Geschichte, 336 Seiten, 22 Euro. 

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Über den Kick, das Abenteuer und eigene Grenzen

„Die Suche nach dem Kick, ist das einfach nur Abenteuerlust? Etwas, das einem angeboren ist? Schon als Kind lotete ich gerne meine Grenzen aus – und überschritt sie immer wieder. „ 

Achim Schlöffel

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Extremtauchen ist noch mal was ganz anderes! Respekt, Respekt! Auch ich tauche, habe die Lizenz vor vielen Jahren gemacht. Begonnen habe ich Mitte der 1980er Jahre am Great Barrier Reef an der Ostküste Australiens. „Open Water I“, steht auf meiner Lizenz. Gleich am Anfang erlebte ich in den Tiefen des Meeres das Allerschönste, nämlich die traumhafte Tauchregion des Barrier Reefs mit bunten Fischen, schillernden Muscheln, wiegenden Palmen und Landschaften, die man sich sonst nur erträumen kann. Ich habe meinen Tauchschein an einer Top Location gemacht. Ob das gut war, weiß ich nicht! Denn alles, was danach kam, relativierte sich. Ich verglich und beurteilte. So schön wie am Barrier Reef war es nie wieder.

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Mein letzter Tauchgang in Thailand.

Mitreden kann ich also. Ich kenne sie, die faszinierendsten Tauchregionen unserer Erde. Ich begegnete den magischen Unterwasserwesen auf den Malediven, in Australien, Ägypten, Mexiko, Sri Lanka … Mein letzter Tauchgang war Anfang 2017 im Süden Thailands. Lange war ich nicht mehr in dieser verwunschenen Welt gewesen. Deshalb nahm ich einen Tauchlehrer mit, der meine eventuellen Patzer korrigieren konnte.

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So kann es da unten aussehen!

Und dann geschah etwas, das noch heute Unbehagen in mir hervorruft. Wir waren auf ca. 20 Meter unten, die Wasseroberfläche war unruhig. Denn an den vorherigen Tagen hatte es im Golf von Thailand Sturm gegeben. Und das Meer war immer noch sehr rau. Als wir aufstiegen war vom Tauchboot nichts mehr zu sehen, und die Wellen schwappten über uns hinweg. Noch hatten wir Sauerstoff im Gerät. Doch ich wusste auch, dass das nicht für lange war.

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Faszinierende Unterwasserwelt.

Meine Tarierweste hatte ich an und aufgeblasen. Der Tauchlehrer setzte eine orange Signalboje, damit man uns besser lokalisieren konnte. Ich bekam zum ersten Mal, seit ich tauchte, Panik, konnte mich aber beruhigen, da ich einen Buddy, nämlich den Tauchlehrer, dabei hatte. Der versuchte, mich zu beschwichtigen. Ich musste mich sehr zusammenreißen. Aber die Situation ging gut aus, denn endlich „fand“ uns das Tauchboot durch die gesetzte Tauchboje. Ansonsten wäre es für die Bootscrew schwierig gewesen, uns Taucher an der Oberfläche zu orten und aufzulesen. Seitdem war ich nicht mehr unter Wasser …

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Ich vermisse es … 

Doch jetzt zur Neuerscheinung von Extremtaucher Achim Schlöffel. Als erster Mensch hat er allein den Ärmelkanal durchtaucht, in Tausenden von Tauchgängen zahlreiche Grenzsituationen erlebt. In seinem Buch erzählt er vom Sog der Tiefe und dem richtigen Umgang mit der Angst, von aufregenden und gefährlichen, aber auch unvergesslichen Erlebnissen in der faszinierenden Welt unter Wasser. In 50 Geschichten nimmt er mich und Euch mit auf atemberaubende Tauchexpeditionen zu versunkenen Schiffwracks, in unerforschte Unterwasser-Höhlensysteme und eiskalte Bergseen, zu gefährlichen Rettungsaktionen, bei denen er mehrfach sein Leben riskiert, um das anderer zu retten – nicht immer mit Erfolg. Dazu liefert der Tauchprofi eine Menge Tipps für ambitionierte Hobbytaucher, u.a. rund um seine spektakulärsten Wracks, Höhlen und spannenden Tauchplätze. Auch erklärt er die wichtigsten zehn Überlebensregeln. Eine der ersten lautet „zwischen ‚Ich kann nicht mehr‘ und ‚Es geht nicht mehr‘ ist immer noch genug Luft, um weiterzumachen.“

Achim Schlöffel mit Moritz Stranghöner: Der Tod taucht mit. Ein Extremtaucher erzählt von der Faszination und den Gefahren der Tiefe, 208 Seiten, 18,95 Euro

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Und Ihr so! Wieviele Länder stehen auf Eurer persönlichen Weltkarte?

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Nichts geht mehr: Urlaube fallen weiterhin flach.

Im Moment geht mit Reisen fast gar nichts. Immer noch nicht … Häufig ertappe ich mich dabei, wie ich in meinen analogen Fotoalben blättere oder durch die digitalen Alben wische, um festzustellen, wie schön das alles war: Am Strand auf Sardinien, beim Segeln an der Amalfi-Küste, auf Fotosafari in Südafrika, bei den Komodo-Waranen in Indonesien, beim Detoxen in Thailand oder beim Surfen am Fistral Beach in Cornwall, und, und, und …

Wieviele Länder waren es, die ich gesehen habe? Ich habe darüber nie Buch geführt, aber mit Matador konnte ich die Anzahl ganz leicht feststellen. Und Ihr? Probiert es mal aus! Ist ganz einfach, denn alle Länder sind aufgelistet und Ihr müsst für Eure persönliche Reiselandkarte nur die Häkchen setzen. 

Wir freuen uns auf Eure Nachricht in der Kommentarfunktion. Unter allen Einsendungen verlost sl4lifestyle die Neuerscheinung von Monisha Rajesh „In 80 Zügen um die Welt“. Das Buch erscheint am 7. Mai 2021 und erzählt von Monishas über 70.000 Kilometer langem Abenteuer auf Schienen. Also genau das Richtige für Euer Fernweh!

Also Mitmachen, Neugier stillen und eine tolle Reiseerzählung gewinnen!

Hier ist der Link!

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