Krambambuli – eine Filmempfehlung

Durch Zufall habe ich neulich den Film „Krambambuli“ gesehen. Die Vorlage ist eine Erzählung von Marie von Ebner-Eschenbach, die erstmals 1883 veröffentlicht wurde. Verfilmt wurde die Geschichte um die Treue eines Jagdhundes mehrmals: 1940, 1955, 1965, 1972 und 1998. Ein österreichisches Dorf um 1900: In der letzten Verfilmung des Heimatdramas 1998 kämpft der ehrgeizige Oberförster Walch (Gabriel Barylli) gegen den Wilderer Pachler (Tobias Moretti). Dabei geht es um die Liebe seiner Frau Johanna (Christine Neubauer) und die Treue des Jagdhundes Krambambuli, den Pachler ihm im Suff für ein paar Flaschen Schnaps und Silberstücke verkauft hat. Dabei stößt Walch allerdings auf den Widerstand der ansässigen Bevölkerung, für die Pachler eine Art „Robin Hood“ verkörpert. Insbesondere die Frauen schützen den Wilderer, schließlich sogar die Frau des Oberförsters, Johanna. Als der Wilderer mit Walchs Frau anbändelt, beschwört er eine Tragödie herauf.

Einige Tage später laufen sich Pachler und Walch über den Weg. Beide sind bewaffnet. Walch weist Krambambuli an, seinen früheren Herrn zu fassen, doch der Hund ist zwischen seinem alten und dem neuen Herrn hin und her gerissen. Letztendlich entscheidet er sich für seinen alten Besitzer. Daraufhin erschießt Walch den Wilderer. Vor lauter Zorn will Walch auch den Hund töten, doch er bringt es nicht übers Herz und lässt ihn bei der Leiche zurück.

Krambambuli streunt nun herrenlos und hungernd umher. Er sehnt sich nach seinem Herrn, ist sich aber seines Verrats bewusst und traut sich nicht zu ihm nach Hause. So streunt er in der Nähe des Forsthauses herum und verelendet immer mehr, da er keine Nahrung findet. Er bettelt im Dorf erfolglos um Essen und magert immer mehr ab. Nach einiger Zeit sehnt sich Oberförster Walch  so sehr nach seinem Hund, dass er sich auf die Suche nach ihm macht. Doch vergeblich. Als er eines Morgens vor die Haustüre tritt, stolpert er über den Hund im Schnee. Dieser hatte sich mit letzter Kraft vor die Tür seines Herrn geschleppt, aber nicht gewagt, sich bemerkbar zu machen. So stirbt Krambambuli schließlich vor der Tür an Hunger und Entkräftung. Walch wird den Verlust nie verschmerzen.

Hintergrund: Die Erzählung geht auf eine wahre Begebenheit zurück: Der Bruder von Marie von Ebner-Eschenbach rettete einem Hund das Leben, als dessen Besitzer ihn totschlagen wollte. Am Anfang gelang es dem Hund nur schwer, seinen Retter als neuen Herrn zu akzeptieren und er versuchte ständig, auszureißen. Als sich die vorherigen Besitzer wieder einmal in der Gegend befanden und der Hund diese roch, lief er davon.

Krambambuli, DVD, 92 Minuten, ab 7,99 Euro.

Marie von Ebner-Eschenbach (Erzählung): Krambambuli, 28 Seiten, 10 Euro.

Video: YouTube

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1 Response to Krambambuli – eine Filmempfehlung

  1. Avatar von Gunnar Gunnar sagt:

    Nette Seite, sehr informativ und schoen gemacht.

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