Meiner Freundin geht es nicht gut. Schon lange nicht mehr. Zwar sei ihre Welt morgens für ein paar Stunden noch in Ordnung, doch anschließend ginge plötzlich gar nichts mehr. Diagnose: „Burnout“. Was bedeutet das wirklich? Für das Modewort gibt es unterschiedliche Begriffe, wie psychische Störung, Erschöpfungssyndrom oder Depression. Die seelische Gefühlswelt ist aus dem Gleichgewicht geraten. Beim Burnout-Syndrom geht es meist nur um einen bestimmten Lebensbereich. Ursache ist oft übermäßiger Druck und Stress von außen, wie die Überforderung am Arbeitsplatz. Die „Schuld“ wird meist anderen oder sich selbst gegeben.
Die Diagnose Burnout ist gesellschaftlich akzeptabel. Depression dagegen haftet immer noch der Makel des persönlichen Versagens an. Meine Freundin sagt, sie leide an einem Burnout-Syndrom. „Wie?“, frage ich, denn sie arbeitet schon lange nicht mehr regelmäßig. Fachleute wenden sich energisch dagegen, dass Depressionen oder depressive Störungen immer häufiger mit dem Begriff des Burnout umschrieben, also salonfähig gemacht werden. Bei der inneren Seelenqual handelt es sich meist um eine ausgewachsene Depression. Bei dieser doch eher „leisen“ Erkrankung wird die Schwere und Häufigkeit unterschätzt. Wenn wie bei meiner Freundin Traurigkeit ohne Grund über Wochen anhält und einfach nichts mehr Freude macht, sollte man nicht leiden, sondern sich behandeln lassen. Denn Depressionen sind in der Regel gut behandelbar. Meiner Freundin habe ich geraten, sich endlich untersuchen zu lassen und möglicherweise mit einer Therapie zu beginnen.
18 Prozent der deutschen Bevölkerung erkranken einmal im Leben an einer Depression. Dabei sind Frauen bis zu zweimal häufiger betroffen als Männer. Psychische Erkrankungen werden laut Weltgesundheitsorganisation im Jahr 2020 die zweithäufigste Volkskrankheit sein. Schon heute besteht bei rund zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland Beratungs- oder Therapiebedarf.
Doch wie lässt sich das seelische Gleichgewicht am besten schützen oder erhalten? Lernen Sie einfach, auf Ihre eigenen Gefühle zu hören und danach zu handeln. Leben sie gesund! Das bedeutet nicht nur eine ausgewogene Ernähung, sondern auch die regelmäßige Bewegung und Entspannung. Wehren Sie sich gegen Dauerstress und sagen Sie öfter mal „Nein“! Pflegen Sie Ihren Freundeskreis, genießen Sie die Kontakte zu Familie und Gleichgesinnten. Und vor allem: Legen Sie ruhig auch mal handy- oder PC-freie Zeiten ein. Dann kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.
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