Es war einmal … eine Katzenliebe

Es war einmal … die Geschichte von zwei Kater, die sich sehr lieb hatten. Einer hieß Geoffrey, der andere Oskar und sie lebten in einem Haus mit großem Garten im Norden Sardiniens. Geoffrey war weiß und Oskar grau. Mira, ihr Frauchen, war sehr stolz auf sie, denn von Anfang an zeigten sie eine große Liebe füreinander. Täglich, seit 2008, als sie geboren wurden, schliefen sie eng aneinander gekuschelt. Mal legte Oskar die Pfote um Geoffrey, mal war es umgekehrt.

Eines Tages, im Februar 2012, wollte Oskar nachts noch einmal in den Garten. Er schabte an der Türe und wurde hinausgelassen. Draußen lag eine leichte Schneedecke. Auch auf Sardinien schneit es manchmal im Winter. Mira ging zu Bett, und als sie am nächsten Morgen – wie immer sehr früh – erwachte, war Oskar weder am Haus noch im Garten, wo er sonst morgens wartete. Mira wusste sofort, dass sie Oskar für immer verloren hatte. „Ich fühlte es, dass ich ihn nicht wieder sehen würde. In mir breitete sich eine große Traurigkeit aus.“

Dann erzählt sie, dass Oskar sehr krank war, damals, als er noch ganz klein war. Sie pflegte und umsorgte ihn, bis er wieder ganz gesund war. Die Genesung dauerte lange, doch als er über dem Berg war, wollte er zu niemanden anders mehr, nur noch zu Geoffrey und Mira. Nachts, im Schlaf, suchte er die Nähe von Geoffrey, immer, vier kurze Jahre lang. Und plötzlich gibt es Oskar nicht mehr. Während der Zeit des Wartens, des Bangens veränderte sich auch Geoffrey, er ist nachts oft wach, stromert durch die dunklen Räume, als ob er Oskar suchen würde.

Nach einer Woche, in der Mira täglich durch die Gegend streifte, nach Oskar rief, ihn in der Macchia suchte, ging sie zu einer Wahrsagerin in der nächsten Provinzstadt. Sie wusste, das war üblich, wenn ein Tier vermisst wurde. Meist sind es Hunde, die von Jagdausflügen nicht mehr zurückkehren. Wahrsagerinnen wissen, was aus den Tieren geworden ist. Auch bei Oskar. „Zuerst musste ich seinen Namen nennen. Dann ging die Frau aus dem Zimmer und als sie zurückkam, murmelte sie, dass es keinen Sinn mehr hätte, nach ihm zu suchen. Mehr hat sie nicht gesagt.“

Mira erfährt auch, wie die Wahrheitsdeutung abläuft. In einer Schüssel mit Wasser werden drei Tropfen Öl geträufelt und in die Flüssigkeit drei Salzkörner gegeben. Anhand des Musters, das sich ergibt, könne das Schicksal abgelesen werden.

Geoffrey und Mira haben Oskar nie wieder gesehen.

Nach einer wahren Geschichte/Based on a true story.

Fotos: Mira

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About sl4lifestyle

Journalistin aus Leidenschaft, Tierschützerin mit Hingabe und neugierig auf das Leben. Ich stelle Fragen. Ich suche Antworten. Und ab und zu möchte ich die Welt ein Stückweit besser machen ... Manchmal gelingt es!
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5 Responses to Es war einmal … eine Katzenliebe

  1. Avatar von Viki Viki sagt:

    Süß und traurig zu gleich! Die Treue eines Tieres kann uns rühren,weil Treue unter Menschen doch so selten ist!

  2. Avatar von Gwynneth Gwynneth sagt:

    The photos are so precious! What a wonderful show of love and caring.

  3. Avatar von Caroline Waggershauser Caroline Waggershauser sagt:

    Wie traurig. Eine Narbe wird immer im Herzen bleiben. Allein schon, wenn man daran denkt, was ihm zugestossen sein könnte, bricht es einem das Herz. Ich selbst habe im letzten Jahr einige geliebte Katzen verloren. Auf einmal waren sie nicht mehr da. Es beginnt ein Bangen und ein Hoffen, das Rufen und Suchen in der Nacht bis man die Tatsache dann doch einmal annehmen muss, dass es keinen Sinn hat, sich weiter zu sorgen. Das geliebte Tier, das man auch meist noch vom Tode gerettet hat, ist nicht mehr da und kommt auch nicht mehr zurück. Es hat eine Leere im Herzen hinterlassen. Man kann nur hoffen, dass sein Tod schnell eingetreten ist und es nicht noch unendlich leiden musste.

    • Avatar von sl4lifestyle sl4lifestyle sagt:

      Jeder hat ein anderes Gefühl beim Tod oder dem Verlust eines Tieres. Oftmals sind es nicht nur Hunde oder Katzen, sondern auch Hamster, Frettchen oder Hasen. Wie seid Ihr mit der anschließenden Leere umgegangen?

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