Von Schuld und Verantwortung

Sie sind hoch aggressiv, misstrauen Menschen und haben allen Grund dazu:
40 Schimpansen, die im Versuchslabor eines österreichischen Pharmakonzerns mit HIV- und Hepatitisviren infiziert wurden.

In einem früheren Safaripark am äußersten Ende Österreichs, mitten im Wald, leben 40 Schimpansen aus einem ehemaligen Versuchslabor des Pharmakonzerns Immuno. Sie werden von vier Pflegerinnen betreut, von denen zwei bereits im Labor gearbeitet hatten. Illegal aus  Sierra Leone/Westafrika nach Österreich importiert, waren die Affen seit den 1980er Jahren mit HIV infiziert und jahrelang in völliger Isolation in Gitterkäfigen gehalten worden, die kaum größer als sie selbst waren. Als Versuchstiere „im Dienste der Menschheit“ sollten sie der Suche nach einem Impfstoff gegen Aids dienen. Im Jahr 2000 hatte der Pharmakonzern die Versuche als gescheitert erklärt. Doch wohin mit den mittlerweile hochgradig traumatisierten Großaffen? In ihrem Kinofilm „Unter Menschen“ dokumentieren die Regisseure Claus Strigel und Christian Rost die beklemmende, aber auch anrührende Geschichte ihrer Rettung.

Ein Dokumentarfilm über das Schicksal von Menschenaffen, die wieder aufgepäppelt werden, nachdem sie als Testobjekte einer Pharmafirma ausgedient haben. „Unter Menschen“ ist ein bewegender, beklemmender Film, der Fragen nach Verantwortung und Wiedergutmachung stellt, aber auch wunderschöne Momente enthält. Primaten, das wird deutlich, sind dem Menschen sehr nah. Die jahrelange Gefängnishaltung hat psychische Wracks aus ihnen gemacht. Doch mit der Hilfe Renate Foidls, Leiterin des Gut Aiderbichl Affen-Refugiums, und ihrer Kolleginnen gibt es Hoffnung für sie.

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About sl4lifestyle

Journalistin aus Leidenschaft, Tierschützerin mit Hingabe und neugierig auf das Leben. Ich stelle Fragen. Ich suche Antworten. Und ab und zu möchte ich die Welt ein Stückweit besser machen ... Manchmal gelingt es!
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5 Responses to Von Schuld und Verantwortung

  1. Avatar von geno aussteiger sagt:

    Was ist das für ein Tierschutz???
    Ich kann nicht einmal meine eigenen Tiere schützen und wir lassen es zu:

    dass Millionen von Tieren in der Massentierhaltung, auf dem Transport und in den Schlachthöfen gequält werden;

    dass Millionen von Tieren in Versuchslabors sinnlos verbraucht werden;

    dass die Säugetiere unserer Meere sinnlos abgeschlachtet werden;

    dass Haustiere gezüchtet bzw. produziert werden, obwohl Millionen von Haustieren auf ein neues Zuhause warten;

    dass die Vergewaltigung von Haustieren immer noch nicht bestraft wird;

    wenn jeder einzelne von uns die Tiere, Mitgeschöpfe wie wir auf unserem Planeten, respektieren würde, dann hätte es “Tierschutz” nie gebraucht!

    • Avatar von sl4lifestyle sl4lifestyle sagt:

      Hallo Aussteiger, danke für Deinen Beitrag. Schön, dass Du Dir zu diesem Thema so viel Gedanken machst. Und was meinen die anderen dazu?
      LG
      sl4lifestyle

      • Avatar von geno aussteiger sagt:

        Die anderen oder die Mehrheit? Diese systematisierte Unterdrückung und Ausbeutung der Tiere funktioniert nur, weil die Mehrheit schweigt, unbekümmert konsumiert, in sich hineinschlingt und skrupellos mitmacht. Da werden Minderheiten wohl wenig ändern können.

  2. »Stell dir vor, du erwachst in einer Box. Immerhin so hoch, dass du stehen kannst. Man behandelt dich gut: Täglich bekommst du durch eine Metallschleuse dein Essen. Jahrzehnte vergehen. Dein Aufenthalt dient einem höheren Zweck, aber das kannst du nicht wissen.« – In dieser Weise »unter die Menschen gefallen« waren die 40 Schimpansen, die heute zehn Kilometer von der Grenze zur Slowakei entfernt, im verwilderten ehemaligen Safaripark Gänserndorf leben – hermetisch von der übrigen Welt abgeschottet am äußersten Ende Österreichs.

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