„Zoigl-Bier“ ist der Gerstensaft, der nur noch in wenigen Orten der nördlichen Oberpfalz gebraut wird. Es wird seit vielen Jahrhunderten von Privatleuten in den ortsansässigen Kommunbrauhäusern eingebraut und dann mit untergäriger Hefe vergoren und gelagert.
Der Ausschank erfolgt dann direkt aus dem Lagerfass, in den jeweiligen Zoiglstub’n in den Privathäusern der Brauer. Zusammen mit dem Zoigl bieten die Zoiglwirte ihren Kunden Brotzeiten, oft aus eigener Herstellung.

Der Bierausschank dauert gewöhnlich vier bis fünf Tage, von Freitag bis Dienstag. Während dieser Zeit wird ein an einer Stange befestigter sechszackiger Stern ans Haus gehängt, damit ersichtlich wird, dass hier Bier ausgeschenkt wird. Diesen Stern nennt man „Bierzeigl“, und so entstand auch – durch den Oberpfälzer Dialekt – der Name „Zoigl“.


Das Braurecht liegt oft seit Generationen auf Häusern bzw. Anwesen und ist im Grundbuch festgehalten. Nur die Besitzer dieser Häuser dürfen brauen. Zoigl wird aber nicht nur für den öffentlichen Ausschank gebraut, sondern auch für den privaten Hausgebrauch. In diesem Fall schließen sich mehrere Brauberechtigte zu einem „Sud“ zusammen, der Zoigl wird nach dem Brauvorgang aufgeteilt, mit Fässern in die eigenen Keller verbracht und nach der Gärung auf Flaschen gezogen.

In Franken hat sich eine ähnliche Tradition als Hausbräu bis heute erhalten.



