Auch in Taos bin ich nicht zum ersten Mal. Damals hatte ich das Glück, zum Pow Wow-Festival anzukommen. Es findet einmal im Jahr im Juli statt, und Taos wird zum Treffpunkt der Indianerstämme, die hier ansässig sind. Und alle kamen sie in ihren farbenprächtigen Kostümen mit dem passenden Federschmuck. Dieses Glück habe ich jetzt nicht.

Spanische Siedler gründeten Taos im 17. Jahrhundert in der Nähe eines Indianerdorfes. Zentrum der Kleinstadt ist die von Gebäuden im Adobe-Stil umgebene Taos Plaza. Ich sitze in einem Café. Eine Band spielt. Bevor ich Taos Pueblo besuche, fahre ich nach Ranchos de Taos, wo die schönste Kirche der USA steht: Die 1772 erbaute Missionskirche San Francisco de Asis, ganz im perfekten Adobe-Stil gebaut.
Taos Pueblo gilt als die älteste, kontinuierliche bewohnte Siedlung in den USA. Sein Alter wird auf rund 1.000 Jahre geschätzt. In der mehrstöckigen und verschachtelten Anlage leben heute noch rund 150 Menschen. Wie in alten Zeiten verfügen sie weder über Strom noch fließenden Wasser. Das bekommen sie aus dem Fluss, der den Ort in einen Nord- und einen Südteil teil.
Flowerbasket sitzt in ihrer kleinen Galerie und bemalt eine Tonschüssel. Fotografiert werden will sie nicht. „Diesen Namen gaben mir meine Großeltern, das ist bei uns Tradition. Meinen christlichen Namen Jeti Samora bekam ich von meinen Eltern.“ Für die Red Willows-Indianer, zu denen Flowerbasket gehört, ist der traditionelle Name am wichtigsten. „Er ist einzigartig und darf nur wiederholt werden, wenn der Namensträger gestorben ist. Die Familie muss aber die Erlaubnis dazu erteilen.“
Seit 17 Jahren töpfert Flowerbasket und verkauft ihre Produkte in der winzigen Galerie mitten in Taos Pueblo. Ausschlaggebend war damals, dass sie von zuhause aus arbeiten wollte, um ihre drei Enkelinnen zu beaufsichtigen. „Ich wollte nicht, dass sie in einen Kindergarten gehen, deshalb habe ich mich für diese Tätigkeit entschieden. Und ich bin froh darüber.“ Sie träumt davon, an die Ostküste zu reisen. „Die Landschaft, das Wetter und die Sauberkeit beeindrucken mich“, sagt der Baseball-Fan. Jetzt hat sie genug Geld gespart, um im Herbst mit ihren Enkelkindern nach New York zu reisen.



Da ist ja richtig was los :o)
In der Tat, es war toll und ich hatte mit dem Timing richtig Glück.