Kurz nachgebellt: Sie kommen …

Foto(1) (Large) Foto(2) (Large)„Sie kommen, mich zu holen, sie kommen. Da sind sie, schon ganz nah, ich höre ihre Schritte, neiiiiiin ….“

Ich schrecke hoch. Ich spüre Frauchens Hand auf meinem Kopf. Ich zittere, kann mich nicht beruhigen, fühle mich elend. Gleich wird es besser werden. Wenn ich die Augen aufmache ist Frauchen da, meistens.

Manchmal verfolgen mich die Bilder immer noch. Meine vierbeinigen Freunde, tot auf den Straßen, kurz vor der Tötung in den so genannten Lagern in Rumänien und anderswo. Kumpels, die, so wie ich, einst ausgesetzt wurden und nicht dieses Glück hatten, das mir zuteil wurde.

Foto: Mihai Vasile/Vier Pfoten

Foto: Mihai Vasile/Vier Pfoten

Oder sie sind gepresst in enge Käfige in den zahlreichen Schlachthäusern Asiens, da unser Fleisch dort als Spezialität geschätzt wird. Wer dort noch lebendig ankommt, hat Pech gehabt, denn die meisten werden lebend gehäutet. Je mehr Schmerzen sie während des Schlachtens haben, umso besser soll das Fleisch schmecken. Der so genannte Stressfaktor, hat was mit Adrenalin zu tun, das dann bis in die letzten Adern schießt. Ich höre ihre Schreie, nachts, wenn ich allein bin. Und ich bin machtlos, so machtlos, kann nichts für sie tun.

Foto: Gabriel Ignat/Vier Pfoten

Foto: Gabriel Ignat/Vier Pfoten

Foto: Mihai Vasile/Vier Pfoten

Foto: Mihai Vasile/Vier Pfoten

Gestern habe ich erfahren, dass meine italienische Freundin Leila vergiftet wurde. Irgendwo in einem kleinen Dorf in den Abruzzen. Nein, sie war keine Streunerin, sie hatte eine Familie, spazierte nur gerne allein durch die verwinkelten Gassen. Jeder kannte sie und trotzdem wurde sie getötet. Mit Absicht oder ohne, wer weiß, doch das spielt jetzt auch keine Rolle mehr: Leila, die kleine Mischlingshündin, ist tot.P1080501 (Large)

Mein Blick geht in die Ferne. Heute. Ein Novembersonntag, die Menschen nennen ihn Totensonntag. Sie trauern um ihre Verstorbenen, ich trauere um meine.

Zum Glück war es nur ein Albtraum, wie so oft in der letzten Zeit. Behandelt uns endlich so, wie wir es verdienen. Wir lassen unsere Menschen nie im Stich, wir lieben sie, egal ob sie arm oder reich sind. Wir kennen keine materiellen Werte, uns reicht ein freundliches Wort, eine zärtliche Berührung, etwas zu essen und zu trinken. Bessere Freunde als uns gibt es nicht und wird es niemals geben. Merkt Euch das.

Foto: Vier Pfoten International

Foto: Vier Pfoten International

Foto: Mihai Vasile/Vier Pfoten

Foto: Mihai Vasile/Vier Pfoten

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Journalistin aus Leidenschaft, Tierschützerin mit Hingabe und neugierig auf das Leben. Ich stelle Fragen. Ich suche Antworten. Und ab und zu möchte ich die Welt ein Stückweit besser machen ... Manchmal gelingt es!
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6 Responses to Kurz nachgebellt: Sie kommen …

  1. Avatar von Miss Baileyvally Miss Baileyvally sagt:

    Genauso ist es. Es bricht mir das Herz wie Tiere auf der Welt behandelt werden. Hätte ich die finanziellen Mittel, würde ich sie genau dort einsetzen. So kann ich nur meinen regelmäßigen kleinen Beitrag leisten, damit es wenigstens ein paar der Fellnasen besser geht.

  2. Avatar von leonieloewin leonieloewin sagt:

    Gefallen tut mir natürlich nicht, dass es Straßenhunde gibt und was ihnen alles so Schreckliches zustößt. Gefallen tut mir, dass und wie Du darüber schreibst. Danke. Auch hier auf Teneriffa gibt es viele Hunde, die nach ihrem „Dienst“ einfach weggeschmissen werden und herrenlos über die Insel irren. Zum Glück gibt es aber auch immer wieder Menschen, die sich allein oder in verschiedenen Organisationen um die Hunde kümmern. Liebe Grüße, Leonie.

  3. Avatar von GZi GZi sagt:

    Mein ♥Anton-Hund ist ein deutscher Fundhund hier aus dem örtlichen Tierheim und nun schon 11 Jahre bei mir. Was er in seinen ersten vier Lebensjahren erlebt hat, ob er „verloren“ ging oder abgehauen ist, ob er nur kurz oder sein ganzes früheres Leben auf der Straße lebte, werde ich hundertprozentig wohl nie erfahren. Aber die Alpträume dieser armen geschundenen Seelen, die die Welt nicht mehr verstehen, müssen furchtbar sein. Hoffentlich können viele, viele gerettet und mit Liebe empfangen werden, wenn sie aus ihren Angstträumen erwachen, so wie Gaston. Mein nächster Hund wird irgendwann – hoffentlich nicht so bald, da ich noch viel Zeit mit meinem ♥Hund haben möchte – aus Spanien kommen …

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