Übers Fortgehen

„Einmal verschwindet jeder hinter dem Horizont, so wie Odysseus verschwand und Kapitän Ahab, wie Robinson und Nemo und der große Beutemacher Sir Walter Raleigh.

Kein Anker hält für immer. Wünschenswert ist, ohne Groll zu verschwinden, mit den begrenzten Erfahrungen, die Du auf deinem Floß gemacht hast. Hier an der Küste des Meeres hat man seine eigenen Empfindungen, das merkt man bald, und besonders dann, wenn man so bepackt ist mit seltsamem Strandgut, wie Du es bist. Es gibt manches zu tun, denn auch das Meer schreibt oft genug verschlüsselt.

Am Ende eines Strandgangs, da mach es wie ich: Nimm Dir ein Stöckchen und ritz Deinen Namen in den Sand, dort, wo er feucht ist und die Welle noch hinlangt, ritz ihn ein und warte und sieh zu, wie er erlischt. Danach kannst Du leicht fortgehen.“

Siegfried Lenz (1926 – 2014)KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA

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