Neue Reportage: Ebola und kein Ende

Diese Reportage erschien im August/September 2014 in Die Tagespost, über die Katholische Nachrichtenagentur (KNA) und in der Huffington Post Deutschland.

Einige Regierungen reagieren mit drastischen Maßnahmen. Über die psychischen Auswirkungen der Epidemie auf die Menschen in den Nachbarländern.

Mittlerweile grassiert das Ebola-Virus in fünf afrikanischen Staaten: Neben dem Kongo sind dies Liberia, Sierra Leone, Guinea und Nigeria. Insgesamt sind in den vergangenen Monaten nach offiziellen Angaben rund 2.000 Menschen an dem Virus gestorben. Es gibt mehr als 3.000 bestätigte Fälle. Nach Aussage der Weltgesundheitsorganisation liegt mit rund 12.000 die Dunkelziffer viel höher.

Die noch nicht betroffenen Nachbarländer reagieren mit Vorsichtsmaßnahmen.  Aus Furcht vor einer Ausbreitung der Seuche hat die Elfenbeinküste ihre Grenzen zu Guinea und Liberia geschlossen.

Busch-Fleisch auf dem Speisezettel

Leon Zabo lebt in Abidjan, der größten Stadt der Elfenbeinküste. Er berichtet, dass die Regierung Fluggesellschaften verbietet, Menschen aus Ebola-Gebieten einzufliegen. Weiter darf das vielerorts beliebte „Busch-Fleisch“ nicht mehr verzehrt werden, wie beispielsweise Affen, Stachel- und Warzenschweine, Igel, Eichhörnchen und Fledermäuse.  Flughunde oder Fledermäuse könnten ein direkter Träger des tödlichen Virus sein. Doch kontrollieren lässt sich die Jagd nicht. Auch Händeschütteln und Umarmungen sind verboten.

Währenddessen mangelt es in den von Ebola betroffenen Gebieten an Personal für die vielen Kranken. Die Helfer bekommen keine Gefahrenzulage. Hinzu kommt, dass sie von der Gesellschaft und sogar von ihren Familien aus Angst vor Ansteckung gemieden werden. Trotz Masken, Schutzbrillen und -anzügen sind  seit Ausbruch der Seuche schon über 20 Krankenpfleger und –schwestern gestorben, darunter auch einige Ärzte. Ein falscher Griff genügt: Die hohe Arbeitsbelastung in den oftmals nur provisorisch eingerichteten Krankenstationen könne die Konzentration beim Anlegen der Schutzkleidung so beeinflussen, dass die Helfer sich oft selbst dem Virus ungeschützt aussetzen.

„Alle ankommenden Passagiere müssen auf den Flughäfen ihre Körpertemperatur kontrollieren lassen“, sagt Leon Zabo. „Ich selbst habe große Angst, dass die tödliche Epidemie auch unser Land erreichen könnte. Zumal es noch keine erwiesene Heilung gibt“, sagt der 51-jährige Familienvater.

Landesgrenzen sind geschlossen

Im Senegal ist die Situation ähnlich. Die Landesgrenzen zum Nachbarland Guinea sind geschlossen. Schiffen und Flugzeugen aus den betroffenen Ländern wird der Zugang ins Land verweigert. Françoise arbeitet für eine internationale Organisation in der Hauptstadt Dakar. Ihren vollständigen Namen möchte sie nicht nennen. „Zu unserer Kultur zählt das Händeschütteln oder eine kurze Umarmung zur Begrüßung. Ich versuche das nun zu vermeiden, obwohl es mir sehr schwerfällt.“ Wegen der Nähe zu Guinea hat auch sie Angst vor einem Ausbruch der Epidemie. Eine Erkrankung ist im Land bekannt. Ihr Glauben hilft ihr bei der Bewältigung ihrer Ängste. „Gerade in dieser schweren Zeit bete ich viel zu Gott und bitte ihn um ein Wunder, damit wir alle bald zur Normalität zurückkehren können.“

Auch Geoffroy Gantoli aus Benin vertraut auf Gott. „Wir hoffen, dass unser Land von Ebola verschont bleibt.“ Der Agrarexperte ist sich sicher, dass es viele Tote geben würde, da die Bevölkerung auf einen Ausbruch der Seuche nicht vorbereitet ist. „Hinzu kommt, dass die Menschen mit der Gefahr nicht unmittelbar konfrontiert sind und  auch keine Ebola-Patienten sehen. Viele glauben nicht, dass von dem Virus eine so große Gefahr ausgeht oder er überhaupt existiert.“

Geoffroy Gantoli und seine Frau hören regelmäßig die Nachrichten aus den Nachbarländern.

Geoffroy Gantoli und seine Frau hören regelmäßig die Nachrichten aus den Nachbarländern.

Mehr Aufklärung übers Radio

Jose Marie Koussemou ist leitender Oberarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum Heidenheim. Von1997 bis 2003 hat er in Würzburg Medizin studiert. Auch seine Heimat ist Benin. Regelmäßig besucht der 42-Jährige Familie und Freunde. „Klar habe ich Angst, zurzeit in Westafrika zu sein. Dazu gehört auch mein Land“, sagt er. Die Regierung von Benin würde in vielen Bereichen versagen, keine ausreichenden Informationen geben und die Bevölkerung im Unklaren lassen. „Nach wie vor wird auch in Benin Busch-Fleisch konsumiert. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass der Ebola-Virus dadurch übertragen wird“, betont Dr. Koussemou. „Die Menschen werden in absehbarer Zeit ihr Verhalten nicht ändern, weil ihnen die Übertragungswege überhaupt nicht bekannt sind.“

Dr. Jose Marie Koussemou aus Benin macht sich Sorgen um seine Landsleute.

Dr. Jose Marie Koussemou aus Benin macht sich Sorgen um seine Landsleute.

Der Arzt, der von 2002 bis 2003 sein praktisches Jahr in der Missionsärztlichen Klinik in Würzburg gemacht hat, weiß, wie schwer es ist, Menschen zu erreichen, die nicht lesen und schreiben können. Und davon gibt es immer noch sehr viele in Benin. „Am besten ist die Aufklärung über das Radio. Denn das erreicht die Menschen auch in entlegenen Regionen. Ich habe diesen Wunsch gegenüber den Behörden geäußert. Vor allem müssen die Sendungen in allen Lokalsprachen, die es in Benin gibt, gebracht werden.“ Dr. Koussemou selbst hat in seiner Heimat ein Infoblatt zu Ebola herausgegeben. „Es ist in unserer offiziellen Sprache französisch und mein Verein Oredola e. V. verteilt es.“ Er ergänzt, dass der Verein Oredola  in Kooperation mit deutschen Ärzten entstanden ist und Hilfe bei schwierigen medizinischen Eingriffen vor Ort vermittelt. Geplant ist ein Informationstag zu Ebola für die Bevölkerung in Benin, die der Arzt gemeinsam mit Kollegen vor Ort veranstalten will.

Nachrichten aus dem Nachbarland Nigeria werden auch die beninischen Gesundheitsbehörden aufrütteln und in höchste Alarmbereitschaft versetzen: Mittlerweile gibt es dort Infizierte und erste Tote. Auch hier liegen die Probleme ähnlich wie in den anderen Staaten Westafrikas. Informationen über die Krankheit erreichen längst nicht alle Bevölkerungsschichten. In der Hauptsache werden sie über Radio, Fernsehen oder Plakate weitergegeben. Klar im Vorteil liegt die städtische Bevölkerung, die Zugang zu allen Medien hat, während viele Dorfbewohner mangels medialer Versorgung von jeglicher Information ausgeschlossen sind.

Viele Menschen, die auf dem Land leben, sind von Informationen ausgeschlossen.

Viele Menschen, die auf dem Land leben, sind von Informationen ausgeschlossen.

 

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To live a visual life

Fotokamera„One should really use the camera as though tomorrow you´d be stricken blind. To live a visual life is an enormous undertaking, practically unattainable. I have only touched it, just touched it.“

Dorothea Lange, Photographer

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Gaudi

One of the must experience in a lifetime travel moments: The Gaudi Experience in Barcelona.

Facade of La Sagrada Familia.

Facade of La Sagrada Familia.

Interior of La Sagrada Familia.

Interior of La Sagrada Familia.

Gaudi's lamppost on Plaza Real.

Gaudi’s lamppost on Plaza Real.

Gaudi´s La Pedrera.

Gaudi´s La Pedrera.

 

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Up with the sun

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Near Barcelona. Rise and shine! Up with the sun at 6.30 am.

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Struggles are part of my story

„Sometimes struggles are exactly what we need in life. Giving every opportunity a chance – leave no room for regrets.
It takes courage to change and grow and become who you really are.  Your struggle is part of your story.“

SabineWEB-8012Photo: Nicola Mesken

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Das perfekte Bild

„Ich werde niemals das perfekte Bild schießen. Niemals! ‚Das perfekte Bild‘ würde bedeuten, dass nichts mehr zu tun bleibe. Und das wäre die Hölle für mich.“

Mario Testino

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Neue Reportagen: Als Gastautorin bei Huffington Post Deutschland

Screenshot 2014-09-01 10.32.25Seit letzter Woche bin ich Gastautorin für die Huffington Post Deutschland. Am Wochenende ist mein erster Beitrag erschienen.

Info: Ursprünglich ist die Huffington Post eine US-amerikanische Onlinezeitung. Sie wurde von Arianna Huffington, Kenneth Lerer und Jonah Peretti gegründet und ging am 9. Mai 2005 als Nachrichten- und Nachrichtenkommentarplattform online. 2012 erhielt sie als erste kommerzielle Onlinezeitung einen Pulitzer-Preis.

Seit dem 10. Oktober 2013 gibt es auch eine deutsche Ausgabe, die unter dem Dach des Burda-Verlags erscheint und mit Focus Online kooperiert.

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Neue Reportage: Burma – ein Land im Umbruch

Diese Reportage erschien am 15. Juli 2014 in der Zeitung Die Tagespost.

1996, zwischen zwei Hausarresten, habe ich Aung San Suu Kyi in ihrem Haus in Rangoon getroffen.

1996, zwischen zwei Hausarresten, habe ich Aung San Suu Kyi in ihrem Haus in Rangun getroffen.

Gespannt werden die nächsten Wahlen 2015 erwartet. Kann Aung San Suu Kyi siegen?

An der Bo Gyoke Road, einer der quirligsten Straßen von Rangun, kaufe ich eine Tasse mit ihrem Porträt. Das Konterfei von Aung San Suu Kyi, der burmesischen Friedensnobelpreisträgerin, ist allgegenwärtig. Auf Taschen, Feuerzeugen und T-Shirts. Noch vor wenigen Jahren wäre diese Art von Propaganda undenkbar gewesen.

Wie in jenem Frühsommer im März 1996 als ich nach Burma reiste. Damals arbeitete ich an verschiedenen Reiseberichten und einem Buch über die Länder des ehemaligen Indochinas. Nach Burma konnte ich nur inkognito einreisen, mein Beruf als Journalistin hätte mir Scherereien wenn nicht sogar Haft eingebracht. Ich schrieb einen Brief an Aung San Suu Kyi, dass ich sie gerne sprechen würde. Sie hatte gerade einen mehrjährigen Hausarrest hinter sich gebracht und stand kurz vor dem nächsten, was wir beide damals noch nicht wussten. Am nächsten Tag läutete in meinem Gästehaus das Telefon und ich bekam den heiß ersehnten Gesprächstermin.

Hoffnungsträgerin für ein marodes Land

Heute pendelt „The Lady“, wie sie von der Bevölkerung bewundernd genannt wird, als Parlamentarierin und Chefin der größten Oppositionspartei zwischen ihrem Wohnort Rangun und der neuen Hauptstadt Naypyidaw. Die zierliche 68-Jährige hat sich in den knapp 20 Jahren kaum verändert. Nach wie vor trägt sie täglich eine frische Blüte im dunklen Haar. In den vielen Jahren ihres Hausarrests ist sie zur Symbolfigur für eine demokratische und zivile Bewegung gegen die Militärjunta geworden. Für viele gilt sie als Hoffnungsträgerin auf eine bessere Zukunft des maroden Landes.

Heute: Die Parteizentrale der NLD in Yangon.

Heute: Die Parteizentrale der NLD in Rangun.

Die aggressiven Politslogans in den Straßen Ranguns sind verschwunden. Vielmehr versucht sich die Stadt durch bunte Reklameschilder für westliche Konsumgüter einen modernen Anstrich zu geben. Vor vier Jahren übernahm Thein Sein, Ex-General und einst größter Widersacher Suu Kyis, die Macht. Seine Reformen in Myanmar, wie die Junta Burma heute nennt, sind allgegenwärtig. Kräne und Bauplätze zeugen vom neuen Boom der Stadt. Unzählige Hotels, Einkaufszentren und schicke Wohnanlagen werden gebaut. Das Verkehrschaos hat einen Namen: Die Marken deutscher und japanischer Automobile. Denn die Importbeschränkung für Autos wurde längst aufgehoben. In der Nähe des Hafens am Hlaing-Fluss soll über kurz oder lang eine Sonderwirtschaftszone entstehen. Für die Tagelöhner und einfachen Arbeiter ist soweit alles beim Alten geblieben. Gerade mal 1,50 Euro verdienen sie am Tag, falls sie überhaupt eine Arbeit finden. Armselige Behausungen, notdürftig aus Strohmatten, Wellblech und Holz zusammen gezimmert, beherbergen viele von ihnen. Sie kommen aus den ärmeren Regionen des Landes, mit der großen Hoffnung, in Rangun viel Geld zu verdienen. Es werden immer mehr, die arbeiten wollen, und die sich stundenlang anstellen, um einen der begehrten Jobs zu ergattern. Wenn es auch nur für einen Tag ist.KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERADie Angst, offen zu reden, ist immer noch da. Aber längst nicht mehr so prekär wie früher. Anwälte, Künstler und Oppositionelle sprechen über die miserablen Zustände in ihrem Land, von Landvertreibungen und der vielerorts herrschenden Korruption. Sie sind skeptisch, denn immer noch sei mehr Rechtsstaatlichkeit nicht in Sicht und ungeliebte Journalisten würden nach wie vor verhaftet.

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERAHetzkampagnen gegen Muslime

„Die buddhistische Regierung gibt uns Moslems keine Jobs“, bringt es ein Taxifahrer auf den Punkt. „Fünf Prozent der Bevölkerung in Burma gehören dem islamischen Glauben an. Sie werden ständig diskriminiert.“

Dramatisch sind die ethnischen Konflikte in vielen Gegenden des Staates. „Spannungen werden von Teilen des Militärs und buddhistischen Kreisen nur noch geschürt“, sagt der Mittdreißiger, der seinen Namen nicht nennen will. Mehrfach haben Hetzparolen in den vergangenen zwei Jahren zu anti-islamischen Pogromen geführt. Im Parlament wurde vor einiger Zeit ein Gesetzentwurf eingebracht, der Ehen zwischen Buddhisten und Muslimen verbieten will. Auch Nichtregierungsorganisationen bekamen den Hass zu spüren, als sie den bedrängten muslimischen Rohingyas im Westen des Landes helfen wollten.

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERANur vier Prozent der Einwohner Burmas sind Muslime, davon rund 750.000 Rohingya. Sie leben zum großen Teil in Rakhine an der Grenze zu Bangladesh. Obwohl diese Volksgruppe seit Generationen in Burma lebt, verweigert ihnen die Regierung die Staatsbürgerschaft. Eine eindeutige Position zur Situation der Unterdrückten nimmt Aung San Suu Kyi nicht ein. Denn sie könnte die Unterstützung der gesellschaftlich und politisch sehr einflussreichen Mönche verlieren. Und das könnte die Wahlen negativ beeinflussen.

Außerdem fehlen junge und qualifizierte Kandidaten, die danach politische Ämter übernehmen könnten. Nach vielen Jahren Militärregime ist die demokratische Opposition noch zu geschwächt. Burma hat rund 300 Städte und 65.000 Dörfer und Wahlkreise. Min Nan Thu heißt einer dieser Orte in der Nähe von Bagan. Hier ist Nyo Nyo zuhause. Die 21-Jährige hat ihr Dorf nie verlassen und nur die Grundschule besucht. Das politische Geschehen verfolgt sie trotzdem regelmäßig. „Ich hoffe, Aung San Suu Kyi gewinnt nächstes Jahr die Wahlen und wird unsere Präsidentin. Alle Menschen in meinem Dorf unterstützen die NLD, ihre Partei.“

Die 21-jährige Nyo Nyo hofft auf Aung San Suu Kyi als neue Präsidentin.

Die 21-jährige Nyo Nyo hofft auf Aung San Suu Kyi als neue Präsidentin.

Doch die Verfassung könnte verhindern, dass Suu Kyi jemals Staatsoberhaupt ihres Landes wird. Eine Klausel verbietet Politikern mit ausländischen Familienangehörigen, Präsidentin oder Präsident zu werden. „The Lady“ hat zwei Söhne mit britischer Staatsbürgerschaft.

„Ich möchte reisen. Dazu brauche ich einen Pass, den ich mir im Moment nicht leisten kann. Er kostet 200 Dollar und ist nur vier Jahre gültig. Aber die Zeiten werden besser“, ist Tun Tun überzeugt. Der Taxifahrer spricht hervorragend Englisch. „Jeden Samstag und Sonntag höre ich mir den Unterricht im Radio an, jeweils für eine Stunde.“ Er deutet auf sein T-Shirt und macht das Siegeszeichen. Touristen haben es ihm geschenkt. Es trägt das Porträt von Burmas charismatischer Heldin. Die Shirts werden übrigens auch an der Bo Gyoke Road verkauft.

Buchtipp:

Sabine Ludwig: Unterwegs am Mekong, Iatros Verlag, 10 Euro.

Mekong Cover

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Travelling the world

„I want to make memories all over the world!“

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Gastautor Jules Lemou: Les femmes handicapées au Togo

Erstmals werde ich einen Beitrag auf französisch veröffentlichen. Jules Lemou ist Journalist und lebt in Togo, Westafrika. Gerne möchte er Euch einen Einblick in den afrikanischen Alltag geben. Wer könnte darüber besser schreiben als ein Afrikaner? So ist diese Kooperation während meiner Reise durch Westafrika zustande gekommen. Frauen gehören in Afrika zu den schwächsten Mitgliedern der Gesellschaft. Und Frauen mit Behinderungen werden kaum wahrgenommen. Jules erste Reportage befasst sich mit ihnen, den „Femmes handicapées“.

For the first time I will post a story in French. The author is Jules Lemou. He is Journalist in Togo, West Africa. He would like to give you an insight in the daily life, the struggles and joys of Africa. Who could describe it better than an African? The cooperation with Jules emerged during my trip around West Africa in April. His contribution is about women, whom are the most vulnerable members of society. And the life of handicapped women in Africa is very difficult, because they hardly exist. In his first story Jules writes about them.

With journalist Jules Lemou in Togo, West Africa.

With journalist Jules Lemou in Togo, West Africa.

La perception communautaire togolaise sur la femme handicapée

Des millions de personnes dans le monde souffrent de déficiences physiques, mentales, psychologiques ou sensorielles. Au Togo, selon la Direction des Personnes Handicapées (DPH) et d’après le recensement général de la population de Juin 2011, ces personnes sont estimées à environ 900 000 dont 468 000 femmes. Ces „personnes handicapées ou personnes en situation de handicapes“ ont dans les principes les mêmes droits que tous les autres citoyens comme les droits à l’égalité des chances dans la société.  Mais elles se voient marginalisées par des barrières physiques  ou des comportements sociaux, qui ne leur permettent pas de participer pleinement à la vie de la communauté. Cette problématique est très perceptible lorsqu’on jette chaque jour un regard du côté de la femme handicapée.

Au Togo la loi n° 2004-005 relative à la protection sociale de la personne handicapée définit la personne handicapée comme suit : „Est considérée comme personne handicapée toute personne qui du fait d’une déficience motrice, sensorielle ou mentale, congénitale ou acquise, est dans l’incapacité d’assurer par elle-même ou partie de ses nécessités d’une vie individuelle ou sociale normale et se trouve empêchée ou limitée dans ses possibilités de jouir des même droits et de faire face aux même obligations que ses concitoyens de même âge et de même sexe“.

„Au-delà de cette définition, une double discrimination frappe certaines femmes handicapées“

Sous estimées, exclues, elles sont parfois violentées du fait de leur handicap. Si une minorité a tendance à tolérer „le mal „, la majorité en fait un total objet de rejet. Judith, sœur cadette d’une handicapée témoigne : „J’avoue que je n’approuvé pas certains fait et actes de ma sœur Jeannine. Elle est ‚mongole‘ comme on le dit ici. Elle bave et râle tout le temps. Quand elle voit une personne, elle veut la toucher. Là, elle essuie coups de pieds, injures et brimades. Au début, on l’enchaînait, mais elle a commencé à vivre  comme un chien. Les parents on décide de ne plus le faire. Elle sort et fait la ronde dans le quartier. Il arrive quelle reviennent avec des blessures.“

L1140449 (Large)La femme handicapée semble avoir perdu même le droit à la parole et ceci se révèle à travers le récit de dame Thérèse une femme devenue handicapée suite à un accident de circulation. Elle dit : „Après mon handicap, plus rien n’allait entre mes propres frères et moi. Pour ceci ou cela, on trouvait que jetais devenu grincheuse. Puis un jour on devait régler quelques problèmes au commissariat. Le papa étant vieux et ne pouvant pas s’y rendre a souhaité qu’on nomme un chef de famille pour le représenter. A la réunion, personne n’a levé le petit doigt pour se faire designer. C’est alors que mes frères se sont moqués de moi en me disant: Tu n’es même pas une personne entière pour prendre le devant des choses. Tu es audacieuse“.

La femme handicapée dans la société entre mépris et obscurantisme

Parmi les personnes handicapées, les femmes représentent une population à part et semblent d’ailleurs être plus vulnérables. En effet, elles font face à un double handicap du fait de leur état et leur condition de femme qui leur obligent à faire face à l’exclusion, la peur et aux superstitions. Il arrive que dans une situation de de conflits on lui lance : „Dieu sait avant de te créer ainsi.“ „Si Dieu t’avait permis d’être un homme complet hmmm – ou bien – Dieu sait pourquoi il n’a pas donné des cornes à l’âne.“ Ces exclusions pour le moins insultantes rendent la femme handicapée coupable de son état et suppose qu’elle doit expier jusqu’au bout ses fautes. „On pense que je suis habitée par un génie. On a souvent peur de moi et quand j’essaie de m’approcher de quelqu’un on me refoule sous prétexte que les éléphants et les crapauds ne vont pas ensemble au marigot“, raconte Honorine, une fille handicapée. Dans la société traditionnelle en général, la femme handicapée inspire une double vision paradoxale. La première est la tolérance du mal. Là nous sommes en présence d’une humanisation du handicap de la femme et la société compatit d’emblée. Elle nécessite bien d’attention et les parents prennent soin d’interdire aux enfants toute raillerie à son égard. On peut entendre par exemple : „C’est la femme qui donne la vie. Si tu te moques de celle-là, demain matin tu te retrouveras comme elle. Mais si tu lui rend service, tu auras des récompenses divines.“ Certains vont voir dans le handicap une tentation. „Soyez prudent, on ne sait jamais. C’est surement un aïeul qui est revenu sous cette forme pour nous tenter“, relaie-t-on.

Dans d’autres croyances, la femme handicapée est considérée comme un être anormal issu des forces surnaturelles. Elle ne doit pas s’approcher des divinités sous prétexte qu’elle est impure. Lors de certains rites traditionnels, on met toutes ces „impures“ en quarantaine de peur qu’elles ne souillent et ne compromettent le succès de la cérémonie.

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERALa femme handicapée: l’éducation, la formation et le mariage

Bien de parents font peu confiance au succès de leurs enfants handicapés de manière générale. Cependant, il s’avère que ceux qui ont la chance d’aller à l’école, surtout dans les écoles spécialisée, font parler d’eux positivement. Mais comme le souligne Monapake Norbert, un informaticien handicapé moteur : „Nous avons les mêmes diplômes que les hommes valides, certes. Mais ne voilons pas la face. Dans un marché d’emploi déjà saturé, on ne nous engagera pas forcement parce-que nous sommes des personnes handicapées. Il y a des postes qui ont certaines exigences et il est difficile pour un handicapé de les assumer pleinement.“

Le mariage et la procréation sont souvent hors de question pour une femme handicapée. Il est inadmissible qu’elle se marie de peur de faire perpétuer des générations de „malades“. Les hommes valides qui tentent de vivre des relations avec elles sont quelques fois lapidés verbalement.

Au sein de la même famille, on préfère soigner un garçon handicapé qu’une fille handicapée puisqu’elle aura moins de chance de se marier.

Quelques parents de filles handicapées sont souvent complexés et se culpabilisent. Dans certains cas, ils les soustraient de la vue des gens. Elles sont ainsi rejetées et privées des expériences qui font parties du développement normal de tout être humain.

Haliya, une jeune handicapée rencontrée à Agoè, se confie timidement : „Ma mère ne m’a jamais parlé de ma féminité, contrairement à mes jeunes sœurs. Quand j’évoque le problème, toutes en rient en me demandant pourquoi je me donne tant de mal. Dans mon quartier un jeune a été attiré par je ne sais quoi chez moi. Quand il a commencé par me rendre visite, ma mère et mes sœur ont tout fait pour le dissuader de ne plus me fréquenter. Depuis lors, je suis là et j’attends le jour où Dieu va me rappeler à lui.“ Nombreuse sont celles qui vivent en zone rurale où l’agriculture est la principale activité de la population. On peut en passant, leur confier des petites tâches utiles. Par exemple, surveiller le séchage  des récoltes, séparer les bons grains des mauvais. Sinon, en général, elles sont mises de côté et se sentent bonnes à rien. Dans les centres urbains où d’autres activités se substituent à l’agriculture, c’est pire. Elles recourent constamment à la mendicité pour subvenir à leurs besoins. Il n’est donc pas rare de retrouver dans les rues, des femmes handicapées entrain de quémander leur pitance suscitant pitié ou mauvaise foi des passants.

En somme, la situation de la femme handicapée est peu enviable. Isolée, maltraitée, certaines femmes handicapées pensent retrouver réconfort dans la mort. D’autres par contre  pensent qu’elles ont malgré tout quelque chose à donner à l’humanité. A titre d’exemple, dame Laurette, handicapé motrice est patronne d’un atelier de couture à Djidjolé. Elle encadre plus d’une trentaine d’apprentis et confectionne de belles tenues de soirée.

Josiane, bien qu’amputée d’un bras et d’un pied assure avec art et brio son rôle de dessinatrice à la coopérative des handicapés de Niamtougou.

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERAUn appui pour une autonomisation de la femme handicapée

Il y a quelques années, il était rare de rencontrer des femmes handicapées dans l’administration publique. Celles qui avaient la chance de se hisser se voyaient confier des tâches subalternes et mal rémunérées. Aujourd’hui, avec la promotion et la protection que le gouvernement fait à travers la Direction des Personnes Handicapées (DPH), les institutions ont un autre regard sur ces femmes.

Bien aiguillonnées, bien formées et correctement placées, elles peuvent donner le meilleur d’elles-mêmes en exécutant une grande variété de tâches, conformément aux règles en vigueur.

Selon M. Tchacondoh Mounirou, chargé d’étude des à la DPH, en 2009, lorsqu’il s’est agi de recruter les agents dans la fonction publique, la direction a œuvré pour que les femmes handicapées soient dans le lot. C’est ainsi qu’on peut dénombre une dizaine dans l’administration.

Ainsi, la femme handicapée voit ses droits de plus en plus respectés. M. Atchou Kwami, chef division de la Protection de la personne handicapée souligne que „l’actuelle loi sur la protection de la personne handicapée en cous de révision prend des dispositions spécifiques à la femme“.

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERAPour cela, la DPH mène des campagnes de sensibilisation à l’endroit de la femme handicapée elle-même ainsi qu’à l’endroit de la société. Par exemple les sages-femmes sont sensibilisées et formées sur les prestations de soins de santé de la femme handicapée.

La structure travaille également avec la société civile, notamment avec la FETAPH et les autres acteurs intervenant dans la thématique du handicap. Ensemble, ils recherchent aussi des voies et des moyens pour permettre à celles qui ne peuvent pas accéder à la fonction publique, de bénéficier des crédits pour des activités génératrices de revenu en vue de les rentre autonomes. Celles qui bénéficient des appuis techniques, des appareillages, des micro-crédits s’en sortent bien.

C’est ce que semble affirmer Jeanne Dark, coiffeuse de son état : „Si moi j’ai eu la chance de me surpasser, ce n’est pas le cas pour bien d’autres. J’ai bénéficié d’appareillages et de micro-crédit et voilà mon salon équipé. Mais il faut du temps pour convaincre la clientèle sur mon savoir-faire. Les gens pensent que comme femme handicapée, je ne suis pas compétente, mais non. Je coiffe des mariées ! Mon seul souci reste le mariage. A 42 ans, je suis encore célibataire.“

Les handicapés sont des êtres humains au même titre que les hommes valides. Mais, encore faudrait-il que les personnes handicapées se surpassent. Mme A. K., une fonctionnaire handicapé dans l’administration publique l’a compris très tôt : „Nul n’est responsable de notre situation, et il n’est point question de mendier au bord des routes. Nous avons l’intelligence, et nous pouvons travailler. Qu’on nous le permette. Nous voulons juste des appuis techniques, donnez-nous les et vous verrez. La preuve, je suis là, moi une handicapée visuelle, non dans la rue, mais au bureau et mon travail est très apprécié.“

En somme, le handicap pour la femme de nos jours n’est pas „le mal“ qu’elle porte, mais l’idée qu’elle se fait d’elle-même.

Quand l’homme comprendra qu’il est menacé d’invalidité à chaque instant de sa vie, il aura un autre regard sur les personnes handicapées en général. Un accident de circulation, cardio-vasculaire ou cérébral, l’hyper-tension, une mauvaise nouvelle, la poliomyélite, la rougeole, le glaucome, peuvent faire perdre des sens et handicaper à vie.

Enfin, la gêne que l’on ressent en voyant une femme handicapée et en lui glissant une pièce de monnaie afin de l’aider est des attitudes qui n’indiquent que quelque part, tout le monde est responsable de la situation précaire et non enviable dans laquelle vit cette femme. Que la société aimerait faire quelque chose pour corriger cette situation.

Ce n’est pas la pitié que la femme handicapée demande. Mais que la société respecte ses droits. Si en toute circonstance l’on peut déjà prendre sa défense, on rendra service à l’humanité toute entière. Ainsi, la sensibilisation, l’éducation, la formation, la réinsertion pourront venir à bout et renverser cette tendance.

Monsieur M. Ayassou, chef division de la promotion de la personne handicapée, exhorte alors la femme handicapée „à accepter son mal, le minimiser et le surclasser. Qu’elle sache qu’elle a quelque chose à donner à l’humanité. Elle doit s’efforcer de militer dans des associations pour revendiquer ses droits et le tour sera joué.“

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