12 Juni: Der Tag des Tagebuches

Meine alten Tagebücher! Neulich bin ich auf sie gestoßen, ganz zufällig, als ich nach etwas im hintersten Teil meiner Wandschränke suchte. Zugegeben, ich schreibe immer noch Tagebuch, aber längst nicht mehr so häufig wie vor 25 oder 30 Jahren. Als ich mich nun kriechend in meinen Wandschrank hineinbegab, sah ich sie aufgelistet an der hinteren Wand stehen, diszipliniert und ordentlich nach den Jahren meiner Vergangenheit geordnet. Was wird wohl mal aus all den Kladden, all den Bänden, die der Gegenwart trotzen? Eine Freundin erzählte mir neulich, sie hätte ihre Tagebücher verbrannt. Im Hof zündete sie ein Feuer an und warf alle Erinnerungen hinein, bis sie lichterloh brannten. Das sei eine Art Befreiung für sie gewesen.

Nein, so ist es bei mir definitiv nicht. Ich liebe meine Tagebücher, könnte mir nie vorstellen, sie zu vernichten. Ich erinnere mich an die unzähligen Abende, an denen ich die Erlebnisse der Tage niederschrieb, unaufhörlich. Ich verlor mich in einzelnen Wörtern, Buchstaben, Formulierungen. Krisen, Glück, Weltschmerz, glückliche und unglückliche Lieben.

Dann entdeckte ich diesen alten Karton gleich daneben, gefüllt mit meiner Postkartensammlung von damals, alten Kinokarten, Zeitungsartikeln und Original- Autogrammen. Ich setzte mich auf mein Sofa, öffnete die Kiste und stöberte darin herum. Der Nachmittag verflog, und als die Dämmerung kam und ich die Lampe anknipsen musste, fühlte ich ein ungeahntes Glücksgefühl. Ich war wieder dort, wo es nach Abenteuer roch, wo die großen Erwartungen auf ein spannendes Leben greifbar waren, wo ich meine Freundin aus dem Münzfernsprecher anrief, wo man mit dem Klappfahrrad zur nächsten Eisdiele fuhr und Internet und E-Mails noch  in großer Ferne lagen.

Heute ertappe ich  mich dabei, darüber nachzudenken, wann ich denn zum letzten Mal in einem alten Tagebuch gelesen habe. Ich erinnere mich nicht mehr. Oft war es zumindest nicht gewesen. Trotzdem – meine Tagebücher sind meine Schätze, die ich wie meinen Augapfel hüten werde. Für immer!

Was bedeuten Euch Eure alten Tagebücher?

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Das Datum geht auf den Geburtstag der Jüdin Anne Frank zurück, Diese bekam zum 13. Geburtstag – dem 12. Juni 1942 – ein Notizbuch von ihrem Vater geschenkt, welches sie für mehr als zwei Jahre als Tagebuch nutzte. Geschildert werden die Erlebnisse und Gedanken der Zeit, als sie sich mit ihrer Familie in einem Hinterhaus in Amsterdam vor den Nazis versteckt hat. Der Rest ist traurige Geschichte. Trotz dieses konkreten historischen Bezugs ist aber nicht ganz klar, seit wann der „Tag des Tagebuches“ begangen wird und von wem er ins Leben gerufen wurde. So wird er zwar inzwischen bundesweit begangen, konkrete Hinweise auf den oder die Initiator(en) gibt es jedoch nicht. Einige Quellen berichten davon, dass der 12. Juni seit Beginn der 1980er Jahre den heutigen Status trägt, Details werden aber nicht genannt.

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Am Ende ihrer Tage

Leider habe ich immer viel zu wenig Zeit zum Bücherlesen. Aber auf Reisen lass ich es mir nicht nehmen, endlose Stunden zu schmökern. Ich habe ein großes Regal und darin noch viele Bücher, die mich faszinieren, aber die ich noch nicht gelesen habe.

So war meine Reise wieder mal ein Grund, einen meiner Schätze auszuwählen und mitzunehmen. Ich habe mich für „Die dreizehnte Geschichte“ von Diane Setterfield entschieden. Ihre Erzählung machte das Rennen und ich habe sie auf meinem Roadtrip durch die USA mitgenommen. Wegen meiner Reiseerlebnisse und der vielen Blog-Einträge von unterwegs hatte ich wenig Zeit zum Lesen.

Ganz am Anfang war ich enttäuscht. Denn ich bin wahrlich kein Freund von Geschichten aus dem viktorianischen England. Doch ich gebe nicht so leicht auf und wenn ich mal ein Buch angefangen habe, will ich es auch zu Ende lesen. Nach etwa 100 Seiten wurde es spannend. Nur mal soviel vorweg!

Vida Winter weiß, dass sie nicht mehr lange zu leben hat. Die berühmte Bestsellerautorin möchte das Geheimnis um ihre Vergangenheit lüften und hat dazu die junge Buchhändlerin und Biografin Margaret Lea auserkoren. Erst weigert sich die junge Frau, auf ihren Landsitz zu kommen und lange Tage mit Englands bekanntester Autorin zu verbringen.

Doch sie gibt nach und besucht Vida Winter. Es dauert nicht lange, bis sie vom Sog der Vergangenheit überwältigt wird. Denn Vidas Geständnis führt weit zurück in die Vergangenheit. Sie erzählt von ihrem Großvater, mit dem der Niedergang der einst angesehenen Familie begonnen hat und von ihrer bildschönen Mutter, die jung dem Wahnsinn verfiel, und von ihrer gutmütigen, doch einfältigen Zwillingsschwester Emmeline.

Damals buhlte sie um Emmelines Zuneigung und versuchte, die Welt, in der die beiden vollkommen zurückgezogen lebten, vor dem Untergang zu bewahren. Doch dann ging diese Welt in Flammen auf. Wer war die Tote, die in jener Feuersnacht ums Leben kam? Und wer ist Vida Winter wirklich?

Das Lesen hat sich für mich gelohnt, denn nach den besagten ersten 100 Seiten wurde es spannend bis zum Schluss.

Diane Setterfield: Die dreizehnte Geschichte, 525 Seiten, 9,99 Euro (Taschenbuch)

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Foto der Woche – Wiedersehen

L1140409 (Large)Nähe spüren. Vertrautheit. Die tiefe Verbundenheit zwischen mir und meinem Hund. Die Welt um mich herum vergessen.

Foto: Enric Boixadós

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End of my Road Trip

With a poem from New Mexico I like to say Thanks for joining me on this trip.

See you again here!

Wesak Moon

The rhythms in the blood run deep
Giving voice to the ancient truths
Sun and moon breathe light and love
On a land now scarred and dry
Though human tongues be mute
Encased in bodies driven to a machine’s beat
The heart yet drums its message through the vein
Listen
Listen to the deep stirrings
Life calls to Life
We are here to dance upon the Earth
We are here to sing beneath the sky.

By Gay Witherington

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The Power of women

It is my second visit to Taos. And again, my mind turns to be full of new ideas and projects. Also here the art scene is just as incredible as in Santa Fe. Taos always inspires me, now and then.

L1150119 (Large)From the early days of Taos’ establishment as an art colony women were a big part of the scene. From the early 20th Century artistic matrons Lucy Harwood and Mabel Dodge Luhan to the countless visual artists, writers, musicians and gallery owners in modern-day Taos, this valley has offered an unique sanctuary for women to create. Artistic women in Taos were liberated long before the battle of the sexes.

Dodge Luhan famously played a big role in establishing Taos as a place without boundaries when gender and artistic spirit were concerned. She offered shelter and encouragement to many famous women of the era: Georgia O’Keeffe, author Peggy Pond Church, printmaker Barbara Latham, writer Mary Austin, photographer Laura Gilpin, choreographer Martha Graham, author Willa Cather and her dear friend Frieda Lawrence, who came to Taos on the arm of her more famous husband, D.H. Lawrence, but who also found her own literary voice while living close by with her husband.

DSCF3648 (Large)Some of her guests became lifelong Taos residents; some came in and just as quickly departed, but no doubt, Dodge Luhan’s famous parties helped inspire countless other women to join the ranks of the creative types.

Of course, the feminine creative spirit existed here long before East Coast socialites made it trendy. Taos Pueblo women had been painters, weavers and potters for 1.000 years in this valley.

In the worlds of art, music and literature, women are still drivers in the art scene, just as they were in the beginning.
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Farewell

I am a long way from home and yet feel that everything around me is oddly familiar. I spent my last night in Albuquerque, cruising around in an Oldsmobile convertible and was rewarded with a breathtaking sunset and when I got up the next morning with balloons coloring the horizon at sunrise.

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Day Tripping or a memorable adventure on a tank of gas

DSCF3945 (Large)Author Henry James said his two favourite English language words were „summer afternoon“. Mine are „road trip“. I am just cranking up the (Latin) music, would open the sunroof if I had one, pass the trail mix and start the engine for a cruise to beat the blues.

With Santa Fe as my base camp, I am filling up the tank in the morning, hit the road and by the evening I download enough photos of scenic beauty, historic significance and WOW-factor discoveries.
DSCF3846 (Large)I am taking the Jemez Mountain loop to Bandelier National Monument. My hike passes the former home of Ancestral Puebloans who migrated from Mesa Verde about A.D. 1100. I wander through amazing cliff dwellings and visit some of their caves. Some petroglyphs dating to A.D. 1400, bringing back the spirits of the ancients.
DSCF3837 (Large)„The Pueblo Indians lived in the cliffs in up to three levels from about 1400 to 1600. By 1580 they were all gone“, says Ranger Tony Riker. About 300 people had their homes in the cliffs and about 500 in a nearby village. He said that in former times they domesticated turkeys as a primary source of protein. Further they planted corn, beans and squash on nearby fields.
KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA„Today the Pueblo Indians live in a village near the Interstate. There are less than 1.000 left. Normally they marry within the tribe.“

On my way back to Santa Fe I feel the dry air and see the wide-open blue sky evoking the ampleness of light and space that I so love about the Southwestern US.

 

 

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Road Trip USA – Taos

L1150138 (Large)Auch in Taos bin ich nicht zum ersten Mal. Damals hatte ich das Glück, zum Pow Wow-Festival anzukommen. Es findet einmal im Jahr im Juli statt, und Taos wird zum Treffpunkt der Indianerstämme, die hier ansässig sind. Und alle kamen sie in ihren farbenprächtigen Kostümen mit dem passenden Federschmuck. Dieses Glück habe ich jetzt nicht.
L1150166 (Large)L1150165 (Large) L1150170 (Large)Spanische Siedler gründeten Taos im 17. Jahrhundert in der Nähe eines Indianerdorfes. Zentrum der Kleinstadt ist die von Gebäuden im Adobe-Stil umgebene Taos Plaza. Ich sitze in einem Café. Eine Band spielt. Bevor ich Taos Pueblo besuche, fahre ich nach Ranchos de Taos, wo die schönste Kirche der USA steht: Die 1772 erbaute Missionskirche San Francisco de Asis, ganz im perfekten Adobe-Stil gebaut.
KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERATaos Pueblo gilt als die älteste, kontinuierliche bewohnte Siedlung in den USA. Sein Alter wird auf rund 1.000 Jahre geschätzt. In der mehrstöckigen und verschachtelten Anlage leben heute noch rund 150 Menschen. Wie in alten Zeiten verfügen sie weder über Strom noch fließenden Wasser. Das bekommen sie aus dem Fluss, der den Ort in einen Nord- und einen Südteil teil.
KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA L1150139 (Large) L1150125 (Large) KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERAFlowerbasket sitzt in ihrer kleinen Galerie und bemalt eine Tonschüssel. Fotografiert werden will sie nicht. „Diesen Namen gaben mir meine Großeltern, das ist bei uns Tradition. Meinen christlichen Namen Jeti Samora bekam ich von meinen Eltern.“ Für die Red Willows-Indianer, zu denen Flowerbasket gehört, ist der traditionelle Name am wichtigsten. „Er ist einzigartig und darf nur wiederholt werden, wenn der Namensträger gestorben ist. Die Familie muss aber die Erlaubnis dazu erteilen.“
KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERASeit 17 Jahren töpfert Flowerbasket und verkauft ihre Produkte in der winzigen Galerie mitten in Taos Pueblo. Ausschlaggebend war damals, dass sie von zuhause aus arbeiten wollte, um ihre drei Enkelinnen zu beaufsichtigen. „Ich wollte nicht, dass sie in einen Kindergarten gehen, deshalb habe ich mich für diese Tätigkeit entschieden. Und ich bin froh darüber.“ Sie träumt davon, an die Ostküste zu reisen. „Die Landschaft, das Wetter und die Sauberkeit beeindrucken mich“, sagt der Baseball-Fan. Jetzt hat sie genug Geld gespart, um im Herbst mit ihren Enkelkindern nach New York zu reisen.
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Santa Fe: Gallery Hopping along Canyon Road

„My personal journey as an art lover began at an early age, when my mother would visit with me museums and buy me postcards from different painters.“

Carpe arte!
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Trend des Tages – 31. Mai 2014

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERADowntown Santa Fe, New Mexico, Mai 2014

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