Immer wieder Mozart

Mozarts Kleine Nachtmusik im Hofgarten, anno 1993.

Als ich das letzte Mal zu Mozarts Kleiner Nachtmusik im Würzburger Hofgarten war, war ich noch jung. Genauer gesagt: Eine Studentin. Zu meinem Programm gehörte jedes Jahr im Juni der Besuch der Kleinen Nachtmusik im Freien vor der prächtigen Residenz. Meine Kommilitonen und ich erschienen jedes Mal mit Picknickdecken, ein oder zwei Flaschen Frankenwein, Wasser und Knabbereien. Wie tausend andere Besucher auch, die auf dem Gras picknickten. Im Herbst waren wir uns alle einig: Das war mal wieder einer unserer schönsten Sommerabende gewesen. Die Jahre danach waren geprägt vom Studium im Ausland und Jobs weltweit. Ich verfolgte die Würzburger News und dachte oft wehmütig an den Sommerabend im Hofgarten zurück.

Mozarts Kleine Nachtmusik 2025, über 30 Jahre später. Foto: Ingo Peters

Dieses Jahr hatte ich Besuch aus den USA und Brasilien. Genau, es waren jene Studienkollegen von damals, die ich im Auslandsstudium kennenlernte. Was für ein Zufall! Und die Kleine Nachtmusik gab es genau an diesem Wochenende. Was kann es Schöneres und Typischeres für einen romantischen Würzburger Sommerabend geben?

Romantik pur im Würzburger Hofgarten. Foto. Ingo Peters

Wir fanden mit unseren Picknickdecken ein Plätzchen zwischen vielen anderen. Für die, die es bequemer wollten, gab es Promenadenplätze auf Stühlen mit unverstelltem Blick auf die Open-Air-Bühne vor der beleuchteten Residenz. Mitgebrachte Getränke und Essen waren nicht mehr zugelassen, doch war beides an Ständen im Hofgarten erhältlich. Leider waren die Schlangen, die dafür anstanden, sehr lang. Nicht immer klappte eine zügige Ausgabe, da einfach zu wenig Personal vorhanden war, um alle Verpflegungswünsche zu bedienen. Punkt 21 Uhr begann die fast zweistündige Vorstellung.

Bühne vor der Würzburger Residenz. Foto: Ingo Peters

Das Philharmonische Orchester Würzburg begeisterte mit Stücken von Mozart, Brahms und Reinecke. Als Stargast trat die Südkoreanerin Jasmine Choi auf. Sie liebt übrigens die Möglichkeit, neue Medien zur direkten Kommunikation mit ihrem Publikum zu nutzen, und zeigt, wie nahbar ein Klassik-Superstar heute sein kann.

Jasmine Choi als Stargast. Foto: Ingo Peters

„Hier stimmt einfach alles“, sagte Eder Martins Pena aus Brasilien. „Den Besuch bei Freunden mit so einem spektakulären Ereignis zu verbinden, ist einfach wunderbar. Dazu Top-Musiker und ein großartiges Publikum.“

Zu Gast ist Tian Lai aus Boston: „Würzburg beweist einmal mehr, dass Deutschland als Heimat der klassischen Musikszene betrachtet wird. Das Land hatte immer schon eine Leidenschaft für klassische Musik. Gerade auch das Mozartfest spiegelt Deutschlands reiche kulturelle und intellektuelle Geschichte wider.“

Als sich die Nacht mit zunehmender Dunkelheit über Würzburg und den Hofgarten senkte, wurden Feuer-Fackeln auf den Steintreppen und -terrassen entzündet. Ein weiterer Wow-Effekt für die Gäste, die fast lautlos der Musik lauschten und nach Ende der Vorstellung in die warme Tropennacht hinauszogen.

Fackel-Illumination in der Dunkelheit. Foto: Peter Schuhmann

Geschichte des Würzburger Mozartfestes

Mozarts Kleine Nachtmusik ist ein fester Bestandteil des Würzburger Mozartfests und wird traditionell im Hofgarten der Residenz aufgeführt. Das Werk wurde 1787 komponiert und ist eine Serenade in G-Dur, KV 525. Mittlerweile seit 104 Jahren findet das Mozartfest in Würzburg statt und gilt als eines der ältesten und renommiertesten Musikfestivals Deutschlands.

Blick auf die Bühne. Foto: Peter Schuhmann.

Tausende von Zuschauern lauschen Mozarts Kleine Nachtmusik. Foto: Peter Schuhmann

Save the Date: Das Mozartfest 2026 in Würzburg findet vom 29. Mai bis 28. Juni statt: www.mozartfest.de

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Reinhold Messner: KALIPÉ – Immer ruhigen Fußes

Er sei ein gebeugter Mensch, aber kein gebrochener, sagt Reinhold Messner während seines Vortrages in der Mehrzweckhalle von Höhenkirchen-Siegertsbrunn bei München. Der 80-jährige Alpinist und Extrem-Bergsteiger ist unterwegs auf Vortragstour. Wieder einmal sind alle Plätze belegt.

Der Abenteurer kommt an, er bewegt, er hat schon längst den Zeitgeist getroffen: sein Leben, seine Risikobereitschaft, sein Mut, seine Verantwortung, die Nachhaltigkeit – das sind Themen, die Menschen jeden Alters bewegen. Deshalb sind auch viele junge Zuhörerinnen und Zuhörer im Publikum. Messner spricht alle Generationen an.

Stets war er ein Mann der Tat, Begeisterung sein Antrieb. Er ist der bekannteste Abenteurer und Bergsteiger unserer Zeit. Oft bewegte er sich auf einem messerscharfen Grat zwischen Durchkommen und Umkommen, zwischen Hoffen und Bangen. Sein neuer Vortrag „Kalipé“ ist ein bewegender Rückblick auf sein Leben und seine Werte – eine Art Selbstreflexion. „Kalipé“ – aus dem Tibetischen „Immer auf ruhigen Füßen“ – verweist auf Messners tiefe Verbundenheit mit den Bergen.

Im Gegensatz zu modernen Abenteurern geht es ihm nicht um Rekorde, sondern um das Ausgesetztsein in möglichst unberührten Naturlandschaften und das Unterwegssein mit einem Minimum an Ausrüstung. Entschleunigung, Ruhe und Genügsamkeit sind die Werte, die seinem Bergsteigen zugrunde liegen. Sein Erfolgsmodell liegt in der Reduktion und Einfachheit – auch im alltäglichen Leben. Messner hat sich kontinuierlich weiterentwickelt. Seinen ethischen Werten ist er dabei stets treu geblieben. Ob als Bauherr, Selbstversorger oder Museumsbetreiber: Er orientiert sich an einer nachhaltigen Sichtweise. Für ihn ist freiwilliger Verzicht der Schlüssel zu einem erfüllten Leben.

Reinhold Messner war der erste Mensch, der auf den Gipfeln aller 14 Achttausender dieser Erde stand. In seinem mittlerweile achtzigjährigen Leben hat er sich immer wieder neu erfunden. Ob als Kletterer, Höhenbergsteiger, bei Expeditionen in Wüsten und Polargebieten, als Politiker, Alpinistik-Experte, Bestsellerautor, Filmemacher oder Geschichtenerzähler – Hingabe und Leidenschaft für sein jeweiliges Tun sind das Fundament seiner Erfolge. Diese machen den Südtiroler zu einer lebenden Legende.

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Der Pinguin meines Lebens – eine Filmempfehlung

Heiter, melancholisch, lustig und traurig zugleich, ohne je kitschig zu wirken: „Der Pinguin meines Lebens“ als Kinofilm.

Die Freundschaft mit einem von Ölschlick geretteten Pinguin geht zu Herzen. Das Ganze spielt in Buenos Aires zu Zeiten der Militärdiktatur in den 1970er Jahren und ist auch historisch interessant.

Um was geht es im Film?

Tom (Steve Coogan), ein mürrischer Lehrer, durch und durch Engländer, kommt in den 1970er Jahren nach Buenos Aires, um an einem Jungen-Internat Englisch zu unterrichten. Mitten in den Unruhen des Militärputsches sind auch seine Schüler aufsässig und unbelehrbar. Das macht es für Tom nicht leichter. Doch sein Leben nimmt eine ungeahnte Wendung, als er eines Tages am ölverschmutzten Strand von Uruguay einem Pinguin das Leben rettet und diesen trotz aller Bemühungen nicht wieder los wird. Der Pinguin zieht auf Toms Terrasse ein, wird ihm ein treuer Freund und für seine Schüler zum Pinguin des Vertrauens. Pinguine sind nämlich nicht nur wahnsinnig niedlich, sondern auch hervorragende Zuhörer!

Was gibt es sonst noch Wissenswertes über Pinguine zu erfahren? Ich habe ein wenig recherchiert:

Weltbürger ohne Pass:

Während viele Pinguinarten in der Antarktis leben, gibt es auch welche in Afrika, Australien und Südamerika. Der 60 cm große Juan Salvador aus der Geschichte kommt aus Uruguay und ist ein Magellan-Pinguin. Er frisst am liebsten Fisch, ist 4,5 kg schwer und wird seinem Retter Tom ein Leben lang nicht von der Seite weichen.

Pinguine frieren nicht mal an den Füßen:

Ein spezielles Durchblutungssystem verhindert, dass sie mit den Füßen auf dem Eis festfrieren. Ihre dichte Fettschicht und wasserabweisende Federn halten sie auch bei -60 Grad warm. Sie haben bis zu 100 Federn pro Quadratzentimeter, mehr als jeder andere Vogel.

Pinguine erkennen sich an der Stimme:

Selbst in Kolonien mit tausenden Tieren finden sie ihren Partner und ihre Küken anhand einer einzigartigen Rufsignatur.

Pinguine sind beständige Gefährten:

Die meisten Pinguinarten leben monogam und bleiben sich treu – auch wenn sie die meiste Zeit des Jahres eine Fernbeziehung führen. Ist es Zeit für die Paarung, wartet das Männchen Jahr für Jahr am Nest auf sein Weibchen.

Pinguine können problemlos Salzwasser trinken:

Dank einer Spezialdrüse über den Augen filtern sie das Salz aus ihrem Blut und niesen es einfach wieder aus.

Pinguine sind Hochspringer:

Pinguine nutzen die sogenannte Porpoising-Technik. Dabei nehmen sie unter Wasser Anlauf, schießen mit voller Kraft an die Oberfläche und springen bis zu zwei Meter hoch aus dem Wasser.

Jetzt im Kino!

Hinweis: Infos entnommen aus der Filmbeschreibung.

Auch als Buch erhältlich:

Tom Michell: Der Pinguin meines Lebens, 256 Seiten, 14 Euro.
Originaltitel: The Penguin Lessons

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Sardiniens Mysterien-Prozession

Mit Moby Lines nach Sardinien.

Sardinien, eine Insel, fast zu schön um wahr zu sein. Besonders dann, wenn es noch kaum Touristen gibt. Ostern ist so eine Zeit. Die Landschaft mit dem Auto zu erkunden ist dabei eine Notwendigkeit. Mit dem Mietauto oder dem eigenen Wagen – beides ist möglich. Die Häufigkeit an Flugverbindungen wie im Sommer gibt es noch nicht. Warum also nicht langsam anreisen, um Zeuge der geheimnisvollen Osterprozessionen zu werden? Denn die Vorfreude auf das Unerwartete langsam zu steigern ist das Beste, was Reisenden auf ihrer Route nach Sardinien passieren kann. Umso besser also, wenn der Weg auch ein Ziel sein soll.

Mit dem Schiff ab Livorno, Genua oder Civitavecchia anzureisen passt dann umso mehr in die Reiseplanung. Möglich ist das zu jeder Jahreszeit, denn Fähren fahren immer. Zu verdanken ist dieser Gedanke ursprünglich der Familie Onorato und ihrem Frachtdienst zwischen Neapel und Sardinien bereits im 19. Jahrhundert. Bis heute kümmern sich die Nachfahren, mittlerweile die fünfte Generation von Reedern, um effiziente Verbindungen übers Meer. Das ist die Geschichte von Moby Lines.

Angenehme Nachtruhe.

Die Routen werden von Touristen nicht nur wegen der Mitnahme von Autos, Campern und Wohnwagen geschätzt, sondern auch aufgrund praktischer Abfahrtszeiten und des Komforts an Bord. Schlummernd über Nacht erwacht der Reisende am nächsten Morgen mit Blick auf die zweitgrößte italienische Insel. Die beliebtesten Schiffe der „Blauen Wal“-Flotte sind Moby Fantasy, Moby Aki, Moby Wonder und Moby Otta. Übrigens, auch die Inseln Korsika, Elba und Sizilien werden mit der Flotte maritim bedient.

Sardiniens Einzigartigkeit

Beliebt ist vor allem die Route von Genua nach Olbia, die man als Nacht- aber auch Tagestrip buchen kann. Von Olbia sind es dann nur noch rund drei Stunden Autofahrt bis nach Castelsardo an der Nordwestküste. Einmal quer durchs Land reisen und dabei schon mal viel von traditionellen Dörfern und der sardischen Macchia, dieser ganz besonderen Gebüschlandschaft aus Myrthe, wildem Fenchel, Rosmarin und Ginster sehen.

Die Kirche „Unsere Liebe Frau“ in Tergu.

Die Zeit um Ostern ist bekannt für ihre schaurig-schönen Prozessionen. Eine davon ist die Feier der Lunissanti am Montag vor Ostern. Nach Gianpaolo Pais, Priester an der Kirche Unsere Liebe Frau in Tergu im Landesinneren, ist die Karwoche gefüllt mit religiösen Bräuchen. Sie reichen von der Küste bis zu Orten wie Tergu. Die Feierlichkeiten sind auch heute noch von reichen spanischen Traditionen geprägt und verschmelzen mit archaischen sardischen Festen aus dem Mittelalter. Sie gehen bis in die heidnische Nuraghenzeit ab 500 vor Christus zurück. Damals entstanden auf der ganzen Insel eine Vielzahl an Wehrtürmen und menschlichen Siedlungen, gebaut aus Granit und Felsblöcken und entnommen der karstigen Landschaft.

Die Mysterien-Prozession beginnt.

Kapuzenmänner und ihre Choräle

Das mittelalterliche Castelsardo gleicht einer Trutzburg hoch über der Küste und wird getragen von alten Festungsmauern und farbenfrohen Häusern. Das Städtchen gehört zu den schönsten und interessantesten Orten in ganz Italien und ist für jeden Besucher eine Augenweide.

Wie eine Trutzburg und einer der schönsten Orte Italiens: Castelsardo.

Gianpaolo Pais (rechts) ist Priester an der Kirche in Tergu.

Laienbrüderschaften singen hier am frühen Morgen vor der Kirche Santa Maria ihre Choräle und machen sich nach der Frühmesse auf dem Weg ins rund zehn Kilometer entfernte Tergu, wo sie bereits von Bruder Gianpaolo Pais erwartet werden. Gemeinsam mit zwei weiteren Priestern bereitet er die Messe in der Dorfkirche vor. Nur hier – in Castelsardo und Tergu – wird am Montag nach dem Palmsonntag die Messe mit den Chören zelebriert.

Spaniens reiches Erbe

Bevor der Gottesdienst in der Kirche Unsere Liebe Frau beginnt, ziehen die Männer, genau wie bereits in Castelsardo am frühen Morgen, in ihren weißen Kutten und Kapuzen sowie mit Klagegesängen durch das Dorf und in die Kirche ein. Bei der sogenannten Mysterien-Prozession werden erschütternde Choräle und die Stabat Mater gesungen.

Damit werden die Schmerzen der Jungfrau Maria, als sie am Kreuz stand, zum Ausdruck gebracht. „Die sieben symbolhaften Mysterien, die von der Bruderschaft getragen werden, sind Kelch, Geißel, Dornenkrone, Kreuz, Kette, eine Leiter und eine Statue. Auch ein Totenschädel ergänzt die Mysterien“, sagt Priester Pais. Seit fünf Jahren dient er an der Kirche, zu der im Mittelalter ein Benediktinerkloster gehörte.

In der Kirche.

Ihre Gründung reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Helle und violette Kalksteinelemente prägen die Fassade des Gotteshauses. „Seit dem frühen 16. Jahrhundert gehörte Sardinien einst zum Königreich Spanien. Dem haben wir auch die Mysterien-Prozession zu verdanken“, ergänzt der Priester. Draußen vor dem Kirchplatz beginnt das kleine Volksfest, das jedes Jahr mit Picknick, sardischen Köstlichkeiten und Musik gefeiert wird.

Infokasten und Empfehlungen:

Fährüberfahrt mit Moby Lines.
Hotel in Olbia: Felix-Hotel.
Hotel in Arzachena (Costa Smeralda): Parco degli Ulivi.
Ferienappartements in Cannigione (Costa Smeralda): Residenza Sarra di Entu.

Fotos: Moby Lines, sl4lifestyle.

 

 

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Nicht nur für Kaspar Hauser-Fans: Ansbach

Schon immer wollte ich Euch einmal die idyllische Hauptstadt von Mittelfranken vorstellen. Gut erreichbar per Zug ist sie von Nürnberg aber auch von Würzburg.

Legende Kaspar Hauser

Ansbach ist ein Kleinod mit interessanten Entdeckungen zu Fuß oder per Rad. Das geheimnisumwitterte Findelkind Kaspar Hauser hat seine erwachsenen Jahre innerhalb Ansbachs Stadtmauern verbracht. Die Kaspar-Hauser-Sammlung des Markgrafenmuseums und der Attentatsort 1833 im Hofgarten bringen Euch diese geheimnisvolle Persönlichkeit näher. Bei einem Spaziergang durch die ornamentalen Anlagen längs der Orangerie und durch den Park wird das Schicksal des Waisenkindes besonders greifbar.

Die Anfänge der Stadt im 8. Jahrhundert mit dem legendenhaften Onold und dem Klostergründer Gumbertus waren eine spannende Zeit. Gumbertus, der Gründer und Abt des gleichnamigen Benediktinerklosters, sowie seine Mönche tranken bei ihren Spaziergängen vom Wasser der Quelle des Onoldsbaches, folglich entstand der Name „Gumbertus-Quelle“. Der Legende nach soll ihr Wasser auch zum Taufen von Christen verwendet worden sein.

In der Innenstadt lassen sich an manchen Stellen noch Anklänge an die Anfänge finden. Vor allem die romanische Krypta unter der Schwanenritterkapelle als ältestes steinernes Gebäude öffnet den Besuchern einen guten Blick auf die Anfänge.

Ansbach bewahrt mit seiner im Original erhaltenen Synagoge ein ganz besonderes Kleinod jüdischer Geschichte. Auch an anderen Stellen der historischen Altstadt sowie an der sogenannten Neuen Auslage finden sich Spuren des einst reichen jüdischen Lebens.

Vom Turm der Ludwigskirche lässt sich die Gegend rund um den Karlsplatz als ein am Reißbrett geplanter Stadtteil gut erkennen.

Altstadt von oben

Der Besuch der ehemaligen Hofkirche St. Gumbertus ist verbunden mit einem exklusiven Blick in die Schwanenritterkapelle und die Fürstengruft. Einer von Ansbachs versteckten Schätzen ist der mittelalterliche Beringershof. Ganz anders dagegen sind die Ausblicke vom Herrieder Tor und vom Turm der Johanniskirche, die eine über Jahrhunderte gewachsene und verschachtelte Innenstadtbebauung zeigen.

Ansbach ist eine barocke Stadt. Die Residenz sowie zahlreiche Gebäude der Altstadt machen deutlich, dass die Markgrafen in der Zeit nach dem 30-jährigen Krieg den Umbau ihrer Residenzstadt zu einem barocken Ensemble mit Nachdruck vorangetrieben haben. So findet Ihr wenig Mittelalterliches, aber viel Barockes in der Stadt.

Habt Ihr lukullische Tipps zu Ansbach? Schreibt sie gerne in den Kommentaren!

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Kostenlos ein Jahr lang Fähre fahren


Der Verband der Fährschifffahrt und Fährtouristik (VFF) ruft Euch zur Bewerbung als erster Fährbotschafter oder als erste Fährbotschafterin Deutschlands auf. Nachhaltigkeit ist dabei Trumpf.


Der Gewinner oder die Gewinnerin erhält die einmalige Gelegenheit, ein Jahr lang kostenlos die Fähren des Streckennetzes der Verbandsmitglieder zu nutzen – ob in der Nord- oder Ostsee bzw. im Mittelmeer. Mit Kreativität und eigener Stimme könnt Ihr so das nachhaltige und umweltfreundliche Reisen mit der Fähre bekannter machen. Ganz nebenbei entdeckt Ihr neue Destinationen und erlebt tolle Momente. Ob beeindruckende Landschaften an der Küste, das maritime Erlebnis oder die Vielfalt der Routen – auf Eure Eindrücke kommt es dabei an. 

Authentizität ist gefragt: Gesucht werden keine professionellen Influencer oder Reiseblogger, sondern kreative Persönlichkeiten mit Ideenreichtum und einer Leidenschaft fürs Reisen. Ihr stellt Euch mit einem kurzen Social-Media-Beitrag vor, der von einer Jury bewertet wird. „Wir möchten zeigen, wie vielseitig Fähren als Reisemittel sind – unabhängig von großen Budgets oder bestehenden Reichweiten,“ sagt Steffen Schiemann, Leiter des VFF-Fährverbandes.

Wie funktioniert es? Zehn europäische Reedereien haben sich zusammengeschlossen, um das Reisen mit der Fähre als nachhaltige, flexible und attraktive Möglichkeit neu ins Bewusstsein zu rücken. Im Rahmen einer besonderen Aktion stellen sie insgesamt knapp 30 Fährfahrten sowie Gutscheine für Unterkünfte, Tankstellen und Sightseeing-Erlebnisse an beliebten europäischen Zielen zur Verfügung.

Hier könnt Ihr Euch bewerben: www.botschafter.faehrverband.com.

Foto oben: VFF

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Was wäre das Leben ohne Liebe?

Liebe ist das schönste Geschenk im Leben! So denken wir doch alle, nicht wahr? Das kann die Liebe zum Partner, zur Partnerin, zum Nachwuchs und zum Haustier sein. Es gibt viele Arten von Liebe. Der Februar hat mit seinem Valentinstag Hochkonjunktur.

Hennes

Blumenläden stehen Kopf, Lieferdienste kommen mit Bestellungen kaum nach und Verliebte zerbrechen sich den Kopf darüber, was sie ihrer Liebsten oder ihrem Liebsten schenken könnten. Denn hat man nicht schon alles? Schmuck, Blumentöpfe, Schokolade, Unterwäsche, Kleidung, Schuhe! Nein, Danke, schon in Massen vorhanden!

Faultier

Untenstehend habe ich eine außergewöhnliche Möglichkeit entdeckt, Euren Valentinstag unvergesslich zu gestalten. Doch erst noch ein wenig Geschichte. 

Woher kommt eigentlich der Brauch an diesem Tag? Ich habe ein bisschen im Netz recherchiert und folgende Antwort gefunden: Valentin soll ein armer Priester gewesen sein, der im dritten Jahrhundert unter dem nicht christenfreundlichen Kaiser Claudius II. in Rom lebte. Laut der Legende schenkte er den frisch verheirateten Paaren Blumen aus seinem Garten und die Ehen, welche durch ihn geschlossen wurden, sollten immer unter einem guten Stern stehen. Einmal soll er sogar ein blindes Mädchen geheilt haben.

Doch Valentin traute auch Soldaten, die laut kaiserlichem Befehl unverheiratet bleiben mussten, nach christlichem Zeremoniell. Vermutlich war dies der Anlass, dass Valentin am 14. Februar des Jahres 269 auf Anordnung von Kaiser Claudius II. hin in Rom enthauptet und somit zum Märtyrer wurde. Der Heilige Valentin gilt seitdem als Patron der Liebenden und Verlobten. Außerdem ist er der Schutzpatron der Jugendlichen, Reisenden und Bienenzüchter. Mit letzterem kommen wir also zum heutigen Valentins-Thema: Den Tieren.

Der Kölner Zoo hat sich in diesem Jahr etwas ganz Besonderes einfallen lassen, nämlich die Tour D’Amour – für Paare und für Singles.

Sie sind frisch verliebt und möchten mit einem besonderen Event den Zusammenhalt stärken? Sie sind schon länger in festen Händen und wollen das gemeinsame Glück am Tag der Liebe auf „tierisch“-schöne Art neu zelebrieren? Oder Sie sind auf der Suche nach einem Partner fürs Leben? In allen Fällen sind Sie am Valentinstag, Mittwoch, 14. Februar 2025, im Kölner Zoo genau richtig. Um 17 Uhr startet die Tour d’Amour mit einem romantischen Abendrundgang mit vielen spannenden Infos rund um das Liebesleben der Tiere. Start aller Führungen ist am Haupteingang. Es gibt verschiedene Gruppen – einmal für Singles, einmal für Paare. Ganz dem Motto des Tages entsprechend: Alles für die Liebe am Valentinstag.  Im Anschluss an die Führungen können die Gäste den Abend bei einem Cocktail im Aquarium ausklingen lassen. Teilnehmen können nicht nur Paare und frisch Verliebte, sondern auch mehr oder weniger überzeugte Singles und alle anderen, die schon immer wissen wollten, was es mit dem tierischen Paarungsverhalten auf sich hat.

Preise: Single-Ticket: 42,50 Euro (ermäßigt 38 Euro) inklusive Cocktail; Paar-Ticket: 85 Euro (ermäßigt 76 Euro) inklusive Cocktail. Buchungen in Kürze hier.

Flusspferd

Fotos: Kölner Zoo

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Ein Fest für Leseratten

Zu den beliebtesten Weihnachtsgeschenken zählen Bücher. Hier stellt Euch sl4lifestyle ein paar atemlos machende Pageturner sowie spannende, erkenntnisreiche und kreative Fundstücke vor. Auch ein Werk über Skurrilitäten der Astrophysik ist darunter.

Thriller

Der Pfad

Ein abgeschiedenes Dorf im Schatten mächtiger Berggipfel: Seit zehn Jahren lebt Abby in Cutter’s Pass in North Carolina. Längst fühlt sie sich heimisch, obwohl der eigentlich so idyllische Ort ein düsteres Geheimnis hütet – seit Jahren verschwinden hier Wanderer spurlos im Gebirge. Als wäre der Ort verflucht. Dann taucht in einer stürmischen Gewitternacht plötzlich ein Fremder in Cutter’s Pass auf: Trey West ist gekommen, um herauszufinden, was damals mit seinem Bruder geschah. Denn auch er kehrte von jenem berüchtigten Pfad in die Wildnis niemals zurück. Lesereiche und schlaflose Nächte sind damit garantiert.

Megan Miranda: Der Pfad, 384 Seiten, 16 Euro.

Fantasie oder Wahrheit?

Viel zu lange hat Felizitas an der Hoffnung festgehalten, dass ihr Ehemann Marc aufhören wird, sie zu misshandeln. Aber jetzt weiß sie: Wenn sie nicht rechtzeitig flüchtet, wird sie sich nie mehr befreien können. Die einzige Zuflucht, die sie für sich und ihre neunjährige Tochter Vicki findet, ist das Haus ihrer Mutter, in dem sie groß geworden ist. Abgeschieden von der Welt im finsteren Wald gelegen, an einem nebligen See, in dem einst ein kleines Mädchen ertrunken sein soll. Nur vage kann sich Felizitas an schreckliche Szenen aus ihrer Kindheit erinnern, eine Höhle mit blutiger Kinderkleidung und an ein Monster, das sie überfallen hat. Oder entsprang das alles nur ihrer lebhaften Fantasie? Welche Rolle spielte dabei ihre Mutter, die sie jetzt äußerst kühl empfängt? Und wer treibt sich schon kurz nach Felizitas‘ Ankunft nachts am See herum? Felizitas ahnt, dass sie sich dem wahren Grauen stellen muss, wenn sie jemals wirklich frei sein will.

Michaela Kastel: Verirrt, 368 Seiten, 15 Euro.

Verschwundene Waisenkinder

1975 wird die junge Polizistin Jo zu einem Fall häuslicher Gewalt gerufen: Ein Familienvater schlägt seine Frau, die Kinder müssen hilflos zuschauen. Die Bedrohung ist zu akut, um auf Verstärkung zu warten, also greift Jo allein ein. Im Chaos der Auseinandersetzung gerät die Situation schrecklich außer Kontrolle: Beide Eltern kommen zu Tode, die Töchter Holly und Daisy müssen fortan im düsteren Waisenhaus Morgate leben. Jo fühlt sich für das Schicksal der beiden verantwortlich, und die Bilder dieses verhängnisvollen Abends verfolgen sie für den Rest ihres Lebens. Zehn Jahre später wird Holly vermisst. Kann Jo endlich ihre Schuld abtragen, indem sie das Mädchen findet? Die Suche nach ihr ist holprig, niemand vermisst ein aufmüpfiges Waisenkind. Auch bei der Polizei zeigt keiner ein großes Interesse an dem Fall. Dabei ist Holly nicht das erste Mädchen, dass aus dem Waisenhaus verschwunden ist.

Emily Gunnis: Die vergessenen Kinder, 448 Seiten, 22 Euro.

Wissen

Das Rotlichtmilieu des Universums

„Dieses Buch ist für all jene gedacht, die sich immer mal wieder fragen, woher wir Menschen eigentlich wissen, was wir wissen. Das Universum hat also mit einem Urknall begonnen? Okay. Und wer war damals dabei und hat’s gefilmt?“

In seinem neuen Buch lässt der Autor fesselnd, faktenreich und humorvoll die Wissenschaft am Rand des Universums lebendig werden.

Wisst Ihr, was die Entstehung des Kosmos mit Taubendreck zu tun hat oder warum ein paar Fische fast verhindert hätten, dass Newtons Gravitationstheorie publiziert wurde? Oder wie sich das Universum spalten lässt, ganz bequem per Knopfdruck von der Couch aus?

Sein neues Werk ist wie ein wilder Trip durch die großen Entdeckungen der Astrophysik, Chemie und Biologie. Niklas Kolorz beginnt seine Reise mit dem Urknall, macht weiter mit der Vermessung der Welt und stürzt sich in die relativ komplizierte Materie der Quantenmechanik. Er fragt nach dem Ursprung des Lebens und dann nach dem drohenden Artensterben in Zeiten des menschengemachten Klimawandels, um schließlich im ersten Mars-Habitat fern unseres blauen Planeten anzukommen. Unterwegs zeigt er, wie die großen Frauen und Männer der Wissenschaft es immer wieder geschafft haben, unser Weltwissen mal eben vom Kopf auf die Füße zu stellen. Dabei wird klar: Genie und Wahnsinn liegen im Labor näher beieinander als Protonen und Neutronen eines Atomkerns.

Niklas Kolorz: „Die letzten Rätsel des Universums“, 336 Seiten, 22 Euro.

Afrikas bunte Vielfalt

„Es geht darum, Afrika jenseits von Klischees und Stereotypen zu verstehen und die Vielfalt und Tiefe des Kontinents zu würdigen.“

Stève Hiobi

Ziel des Autors ist es, die weißen Flecken in unserem Verständnis von Afrika zu beseitigen und mit den stereotypen Darstellungen des Kontinents aufzuräumen. Er behauptet, dass unsere Wahrnehmung von Afrika seit dem Kolonialismus verzerrt und die aktuelle Medienberichterstattung von negativen Nachrichten beherrscht sei.

Und dabei ist Afrika so viel mehr als Hunger, Armut und Safari. Daran anknüpfend zeigt Hiobi, was den zweitgrößten Kontinent der Erde wirklich ausmacht. Er betont die oft unterschätzte globale Bedeutung Afrikas und beschreibt den Kontinent in seiner unendlichen kulturellen und historischen Vielfalt, von der Wrestler-Szene Senegals über das identitätsstiftende Beauty-Regime der Himba in Namibia bis hin zum ersten Kaiserschnitt, der einst in Uganda durchgeführt wurde.

Hiobi räumt mit den Mythen und Vorurteilen über die afrikanischen Staaten auf und beleuchtet kulturelle, politische und wirtschaftliche Aspekte fundiert und mit einer Prise Humor. Immer im Blick bleibt dabei die Frage: Was hat das mit uns zu tun? Am Ende steht ein faktengesättigtes und unterhaltsames Buch über einen Kontinent, in dem nicht nur die Wiege der Menschheit, sondern auch deren Zukunft liegt.

Stève Hiobi: All about Africa, 255 Seiten, 18 Euro.

Ernährung

Vegan, vegetari­sch, pescetarisch oder flexitarisch

Vegetarisch und vegan leben ist nicht nur trendy sondern auch gesund. Sagt man. Doch rund um die „veggie“-Lebensweise brodelt die Gerüchteküche: Sind Veggie-Burger gesundheitsbedenklich? Macht Soja Männer feminin? Und ist eine rein pflanzliche Kost für Kinder wirklich okay? Ernährungswissenschaftler Dr. Malte Rubach ist gefragter Experte, wenn es um die Themen Lebensmittel, Ernährung und Nachhaltigkeit geht. In seinem neuen Ratgeber widmet er sich Glaubenssätzen rund um pflanzenbasierte Ernährung. Ihm ist es dabei ein besonderes Anliegen, Ernährungsmythen neutral und objektiv aufzuklären.

Zunächst definiert er hierfür pflanzenbasierte Ernährung: Folgt man den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollte jeder von uns täglich 63 Prozent pflanzliche Lebensmittel verzehren. Stellt man eine zu 100 Prozent pflanzenbasierte, und demnach vegane, Ernährung dagegen, dann zählt der Verzehr zwischen 60 Prozent und 100 Prozent pflanzlicher Lebensmittel zu pflanzenbasierter Ernährung. Dies macht eine ganze Menge an unterschiedlichen Varianten möglich: vegan, vegetari­sch, pescetarisch oder auch flexitarisch.

Rubach prüft unter anderem, ob pflanzliche Ernährung genügend Nährstoffe beinhaltet, ob Soja gut für die Schilddrüse ist und ob diese Art von Ernährung Essstörungen fördert. Gleichzeitig hinterfragt er, ob pflanzenbasierte Ernährung vor Erkrankungen wie Krebs, Diabetes mellitus Typ 2 oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützt. Insgesamt werden so 30 Ernährungsmythen auf den Prüfstand gestellt.

Dr. Malte Rubach: „Die größten plant-based Ernährungs-Mythen“, 207 Seiten, 18 Euro.

Frauen

Frauen-Revolutionen

„Frauen können hier und heute damit beginnen, ihre Orientierung an der Männerwelt zu lösen und überkommenen Mustern wie Hierarchie und Konkurrenz ihre Sehnsucht nach Kooperation und Freundschaft entgegensetzen.“

Die Autorin zeigt anhand zahlreicher internationaler Beispiele aus Vergangenheit und Gegenwart, wie Frauen trotz Spaltung und Differenz durch ihre Beziehungen Revolutionen ermöglicht haben. Wie sie patriarchale Strukturen in Alltag und Politik lockerten, weil sie sich verbündeten und befreundeten. Sie beschreibt, was möglich ist, wenn Frauen sich an anderen Frauen orientieren.

Sie zeigt aber auch, wie schwer das ist. Denn die Spaltung der Frauen ist eine der Grundlagen patriarchaler Macht. Frauen sollen sich an Männern orientieren, nicht aneinander. Sie sollen sich an sexistischen Maßstäben und an der männlichen Gunst ausrichten. Sie sollen mit unterdrückerischen Systemen kooperieren, anstatt sich gemeinsam dagegen aufzulehnen.

Einigkeit und Harmonie sind keine Selbstverständlichkeit unter Frauen, es gibt Risse und Differenzen, wir finden Zerwürfnisse, Entsolidarisierung und Machtausübung. Und einen großen Mangel an Zeit. Auch diesen Herausforderungen geht das Buch auf den Grund. Anhand von Essays und Briefen lässt die Autorin eine Revolution der Verbundenheit als eine konkrete und persönliche Praxis spürbar werden. Ein leidenschaftliches Plädoyer für stärkende und ermutigende weibliche Beziehungen.

Franziska Schutzbach: Revolution der Verbundenheit. Wie weibliche Solidarität die Gesellschaft verändert, 320 Seiten, 24 Euro.

Psychische Gesundheit

Familienwunden

Bin ich wirklich gewollt gewesen? Welche Position hatte ich in der Geschwisterhierarchie? Welche Traumata hat meine Familie erlebt und welche Geheimnisse hat sie gehütet? Die Autorin enträtselt die verschlungenen Wege alter Familienwunden und gibt fundierte Ratschläge für deren Heilung. Es ist wichtig, die eingefleischten familiären Muster irgendwann zu überwinden und sie nicht zum Beispiel auch an eigene Kinder weiterzugeben. Die Trauma-Spezialistin schildert das Schicksalsmuster ungewollter Kinder ebenso wie die besonderen Erlebnisse in der Geschwisterhierarchie. Sie lotet typische Familienschicksale oder auch -geheimnisse aus und erläutert deren Konsequenzen für die Gesundheit unserer Psyche und unserer Grundstimmung im Leben.

Denn irgendwann im Leben kommt der Moment, in dem wir realisieren, dass unsere negativen Verhaltensweisen, unsere Ängste oder unsere gescheiterten Beziehungen ihre Wurzeln in der Vergangenheit haben. Dann ist es wichtig, sich von den nie angezweifelten Glaubenssätzen der Familie, den Heimlichkeiten, den Vertrauensbrüchen und Lieblosigkeiten zu befreien.

Noémi Orvos-Tóth: Vererbte Familienwunden, 255 Seiten, 24 Euro.

Basteln

Ideen und Inspirationen

Ein Buch für alle Kreativen mit oder ohne künstlerische Vorerfahrungen. Dazu bildschirmfrei, entspannend und farbenfroh. Marion Deuchars lädt Euch in ihre Welt ein und stellt über 100 Projekte und Ideen vor, die dazu inspirieren, das eigene künstlerische Potenzial zu entfalten. Handdruck, Marmorieren oder Gummistempeln sind nur einige der Möglichkeiten, andere wie Straßenfotografie und Skulpturen mit Fundstücken können ganz spontan durchgeführt werden. Es ist nie zu spät, die eigene kreative Seite zu entdecken – oder wiederzuentdecken. Mit inspirierenden Ideen für den Anfang könnt Ihr lernen, wie ein wenig Kreativität im Alltag jederzeit Glück, Freude und Erfüllung bringen kann. Die vorgestellten Ideen sind leicht umsetzbar und inspirieren Euch zum Ausleben Eurer eigenen Kreativität ohne viel Aufwand. Jeder kann so auf seine ganz eigene Weise künstlerisch aktiv werden.

Marion Deuchars: Jeden Tag kreativ sein. Eine Anleitung zum Glück, 192 Seiten, 20 Euro.

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Weihnachtsfreude mal ganz literarisch

Wer hätte das gedacht? Neben Gutscheinen und Geld gehören Bücher zu den beliebtesten Weihnachtsgeschenken. sl4lifestyle hat sich mal umgesehen und kann Euch – noch rechtzeitig zum Fest – folgende unterschiedliche Lese-Abenteuer und -Ratgeber empfehlen.

Paris mal ganz weiblich

Parisienne

Silvester in Paris? Für viele von Euch ist das sicher ein Traum! Autorin und Paris-Kennerin Lindsey Tramuta stellt die Stadt an der Seine und ihre Bewohnerinnen so vor, wie sie wirklich sind. 50 spannende Porträts verschiedener Frauen – Kreative, Heilerinnen, Lehrer­innen, Visionärinnen und Macherinnen – zeigen eine neue Bewegung, in deren Mitte sich Paris zu einem kulturellen Zentrum der Frauenpower entwickelt. „Das neue Paris – die Stadt der Frauen“ ist eine Liebeserklärung an die schönsten unentdeckten Orte dieser lebendigen Metropole.

Die Autorin erzählt von ihren Lieblingszielen, besonders über die von Frauen geführten Geschäfte und Unternehmen. Dazu beliebte kulturelle Einrichtungen, Parks, Veranstaltungsorte, Räume der Ruhe, Bistros, Cocktailbars und vieles mehr. Stimmungsvolle Fotos zeigen ein weibliches Paris in all seiner Vielfalt. „Das Bild der Pariserin braucht ein Update, denn die Zeiten von Edith Piaf und Brigitte Bardot sind längst vorbei. Paris ist heute eine der multikulturellsten Städte der Welt“, sagt zum Beispiel Filmemacherin Rokhaya Diallo. Sind wir doch einfach mal gespannt darauf, die Stadt selbst zu entdecken.

Lindsey Tramuta: La Parisienne. Das neue Paris – die Stadt der Frauen, 320 Seiten, 28 Euro.

Eine tiefe Frauen-Freundschaft

Wie wir waren

Was schenkt Ihr Eurer besten Freundin zu Weihnachten? Klar, ein Buch! Ich habe mich mal umgesehen, was es in der Kategorie „Freundinnenbuch“ so alles gibt. Hier mein Tipp:

Zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, spielen die Hauptrolle. Seit jeher sind sie beste Freundinnen. Paula ist so sehr bemüht, alles richtig zu machen, doch fühlt sich in ihrem Leben nichts richtig an, ganz besonders nicht ihre Ehe. Zett dagegen ist unabhängig, furchtlos und lebenshungrig. Dass sie tief im Inneren dunkle Erinnerungen verborgen hält, weiß niemand, nicht einmal Paula. Die beiden verbringen unvergessliche Tage auf einer griechischen Insel, Sommertage, die nie hätten enden sollen. Doch zu Hause wartet der Herbst, Krisen kommen auf die Freundinnen zu. Um sie zu meistern, müssen sie sich dem stellen, was sie einander verschwiegen haben. Denn eins wird immer Bestand haben: Das feste Band zwischen ihnen und der Glaube, dass alles gut wird.

Heike Duken: Wie wir waren, 352 Seiten, 22 Euro.

Alkohol? Nein Danke!

Ohne Alkohol

„Wäre dein Leben besser ohne Alkohol?“, so beginnt Therapeutin und Suchtexpertin Amanda E. White ihre Sitzungen. Als trockene Alkoholikerin kennt sie die Verhaltensmuster, aber auch die Fragen und Sorgen, die ihre Patientinnen umtreiben. Es ist ihr wichtig, deutlich zu machen, dass man nicht Alkoholikerin sein muss, um den eigenen Alkoholkonsum zu hinterfragen. Die Abhängigkeit beginnt schon sehr viel früher – in all den Momenten, in denen der Alkohol scheinbar hilft, das Leben besser zu bewältigen: Wir nutzen ihn, um leichter mit anderen in Kontakt zu kommen, und trinken ihn bei Hochzeiten, Beerdigungen, Verabredungen, gesellschaftlichen Ereignissen, guten und schlechten Nachrichten und auch sonst bei fast jeder Gelegenheit. Mit ihrem Buch möchte White allen, die ihr Trinkverhalten hinterfragen, eine Anleitung geben.

Konzipiert hat die Therapeutin ihr Buch insbesondere für Frauen. Im Fokus stehen Erfahrungen von Frauen mit Abstinenz sowie spezielle Aspekte in der Alkoholkultur, mit denen Frauen konfrontiert sind.

Amanda E. White: Glücklich – ohne Alkohol, 304 Seiten, 20 Euro.

Roland Berger – Der Consultant

RolandBerger

Auf Roland Berger hörten die Größen der deutschen und internationalen Wirtschaft ebenso wie Spitzenpolitiker aller Parteien. Der Historiker Gregor Schöllgen führte etliche Gespräche mit Berger und seinem Umfeld, hatte exklusiven Zugang zum Archiv der Beraterlegende und zeichnet in dieser faszinierenden Biographie dessen erstaunlichen Lebensweg nach: Von seiner Kindheit im Krieg über die Gründung seiner ersten Firmen als Student bis hin zu seiner beispiellosen Karriere in der Welt der Bosse, Manager und Konzerne, in der Politik und in den Medien. So gewinnt Ihr nicht nur tiefere Einblicke in ein außergewöhnliches Leben, sondern auch in den spannenden Aufstieg einer einflussreichen Branche und in die bewegte Geschichte der bundesdeutschen Republik seit ihren Anfängen.

Roland Berger: Der Consultant, 400 Seiten, 32 Euro.

Geschichten rund ums Oktoberfest

o-zapft-is

Oktoberfest! Es gibt genügend, die schon jetzt wieder auf Münchens 5. Jahreszeit warten. Mit Maggys Anekdoten könnt Ihr diesen Fans eine gelungene Weihnachtsfreude machen.

Margarete „Maggy“ Prijak kennt das Münchner Oktoberfest wie ihre Dirndltasche. Bereits seit 1987 arbeitet sie in der Augustiner Festhalle und gewährt Euch einen Einblick in die Erlebnisse einer waschechten Wiesnbedienung. „Maggy“ arbeitet seit 1987 jedes Jahr auf dem Münchner Oktoberfest. Sie trat damit in die Fußstapfen ihrer Tante und Mutter, heute sind viele weitere Frauen und auch Männer ihrer Familie feste Größen in der Augustiner Festhalle. Die Wiesn ist Maggys Wohnzimmer, zwischen den Bierbänken hat sie gelacht, geweint und unzählige verrückte, lustige und berührende Geschichten erlebt.

„O’zapft is!“ ist ein erzählerisches Panorama des größten Volksfests der Welt, es versammelt lustige Anekdoten, skurrile Fakten, unverzichtbare Insider-Tipps, Trachtenkunde, Bayrisch-Lektionen für Preißn, Wiesn-Hitlisten, Selbsttests und vieles mehr.

Da ist der Geschäftsmann, der Maggy jedes Jahr bereits vor dem Anstich 2.000 Euro auf ihr Privatkonto überweist, damit er im Rausch der Sinne nicht seine Existenz verliert. Da ist die Fundgrube, die empirisch auswertet, was alles verloren wurde und Statistiken über verlorene Toupets oder Gebisse führt. Da sind die Promis mit teilweise fragwürdigen Outfits, da sind die personalisierten Holzglubberl mit den kultigen Aufschriften, die Tobogan-Umkipper und Teufelsrad-Fans, die Wildbisler und der Kotzhügel, die Noargerl-Maß-Zamschütter, und da ist das Drama des Wiesn-Attentats 1980, das dem Feiern die Unschuld nahm.

Margarete Prijak: O’zapft is!, 208 Seiten, 18 Euro.

Habt Ihr weitere Buch-Tipps auf Lager? Dann her damit! Schreibt sie bitte in die Kommentare!

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Frankenfestspiele Röttingen: Spatz und Engel

Die Beziehung der Marlene Dietrich mit Edith Piaf war eine ganz besondere. Ist Euch bekannt, dass die beiden Stars sich kannten und mochten? Vielleicht auch liebten? Marlene Dietrich gab ihrer Freundin einst ein goldenes Kreuz, das der Spatz von Paris viele Jahre trug. Piaf dagegen schenkte der Dietrich ihrerseits eines ihrer erfolgreichsten Lieder, nämlich „La Vie en Rose“. Edith Piaf wurde 47, Marlene Dietrich 91 Jahre alt. Bis zuletzt hatte sie einen Zettel bei sich, auf den Piaf gekritzelt hatte: „Marlene, vergiss nie, dass ich dich liebe.“

War das eine lesbische Liebe zwischen den beiden Künstlerinnen? Der Bühnenauftritt deutet darauf hin. Als „Perle, die man gut behandeln muss“ beschreibt Regisseur Urs Schleiff das Musical in Röttingen. Es sind die grundverschiedenen Charaktere der Hauptdarstellerinnen, die sich ergänzen und auch einander Halt geben.

Edith Piaf, aufgewachsen in einem normannischen Bordell, hat schon früh zu kämpfen mit ihrem unkontrollierbaren Alkoholkonsum und der Liebe zu den falschen Männern. Dagegen die preußische Offizierstochter Marlene, die sich immer zu kontrollieren weiß. Sind es genau diese Ansätze, die die Aufführung auf der Burg-Bühne so kontrovers aber zugleich auch so liebenswürdig machen? Es ist ein beschwingtes Musik-Theaterstück, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer mitreißt aber gleichzeitig auch am Lebens-Drama der beiden ungleichen Frauen teilnehmen lässt.

Die Handlung ist schnell erzählt: Sie beginnt in New York City. Die 32-jährige Piaf wird in ihrer Heimat Frankreich bereits verehrt. Nun möchte sie Amerika erobern, was ihr nach einem glücklosen Start auch gelingt. Die 14 Jahre ältere Dietrich hat zu dieser Zeit mit Filmen wie „Shanghai Express“ als erster deutscher Filmstar Hollywood längst erobert. Den beiden Diven stehen dabei auf der Bühne eine Schauspielerin und ein Schauspieler zur Seite, die in wechselnde Rollen schlüpfen und entscheidende Personen und Lebens-Situationen abbilden. „Marlene erlag dem Zauber der Piaf und versuchte jahrelang, diese vor sich selbst zu schützen“, fasst Dietrichs Tochter Maria Riva zusammen.

Noch bis 9. August 2024 auf dem Spielplan der Burg Brattenstein in Röttingen.

Fotos: Michael Gura

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