Meister der cineastischen Albträume

Alfred Hitchcock praktizierte das, was er selbst als die Kunst des „reinen, visuellen Kinos“ bezeichnete: Eine Form des Dramas, in dem sogar die Dialoge der Macht des Bildes untergeordnet waren. Die von ihm gestalteten Filme erzählen mehr als eine simple Geschichte. Dank raffinierter cinematographischer Techniken und einer genialen Filmmontage, durch Ton-Drehbücher und dem suggestiven Einsatz von Licht und Schatten, konnte er nicht nur Emotionen auf der Leinwand vermitteln, sondern auch direkt in den Köpfen der Zuschauer entstehen lassen. Hitchcock besaß einen instinktiven Sinn dafür, was Menschen denken, wie sie fühlen und agieren. Jedes ihm zur Verfügung stehende Mittel nutzte er, um das Publikum in seine Filmwelt hineinzuziehen – darunter auch so legendäre Spezialtechniken wie den „Vertigo-Effekt“, eine schwindelerregende, gegenläufige Zoomtechnik, die dem Betrachter gleichsam den Boden unter den Füßen verlieren lässt.

„Psycho“

Hitchcock, Erfinder des Thrillergenres und das brillante Genie hinter Horrorklassikern wie „Psycho“, bereicherte die Filmgeschichte um eine Reihe von raffinierten technischen und künstlerischen Innovationen sowie um die Kunst des „reinen Erzählens“. Hitchcock wusste um die Vorliebe seiner Zuschauer, in ein Wechselbad der Gefühle und Ängste einzutauchen, und entwickelte meisterhafte Filmtechniken, um diese Emotionen hervorzurufen. Obwohl oft brutale Verbrechen im Mittelpunkt seiner Filme stehen, erweckte er das Grauen mit einem Minimum an sichtbarer Gewalt. Anstatt den Mord auf der Leinwand zu zeigen, brachte er die Zuschauer dazu, sich ihn im Geiste vorzustellen. Im Oscar-nominierten Thriller „Psycho“, 1960 gedreht und noch heute als einer der wichtigsten amerikanischen Kinoklassiker gerühmt, zeigt die legendäre Duschszene einen grausamen Mord – oder vielleicht doch nicht? In Wirklichkeit ist in keiner der rund 70 Kameraeinstellungen zu sehen, wie das Messer die Haut des Opfers auch nur berührt.

Suspense

Die dramaturgische Kunst des „Suspense“ entsteht, wenn die Zuschauer den Figuren auf der Leinwand einen Schritt voraus sind. Hitchcock bediente sich häufig dieses Kunstgriffs der Spannungssteigerung, indem er dem Publikum Informationen vermittelte, über die die handelnden Personen nicht verfügten. „The Birds“ (1963, deutsch „Die Vögel“) zeigt einen jener klassischen Momente des „Suspense“, als sich ein Krähenschwarm auf dem Kinderspielplatz zum bedrohlichen Angriff sammelt, während die Aufmerksamkeit der Hauptfigur abgelenkt ist. Szenen wie dies gestaltete Hitchcock äußerst sorgfältig. Geschickt zieht er durch zahlreiche Wendungen die Spannung in die Länge, überrascht und erschreckt seine Zuschauer in ein und demselben Atemzug.

Selbstinszenierung

Hitchcocks subtiler Sinn für Humor zeigt sich am besten in seinen persönlichen Kurzauftritten, den „Cameos“, die vom Publikum stets mit Spannung erwartet wurden. Er konnte einfach nicht umhin, sich für einen Augenblick schelmisch selbst in Szene zu setzten. Im Film „Die Vögel“ ist er zu sehen, wie er gemächlich mit zwei Hunden aus der Zoohandlung spaziert, in „Psycho“ blickt er mit einem Cowboyhut auf dem Kopf durchs Fenster. Hitchcocks Auftritt in „The Rope“ war schwieriger zu inszenieren, da sich das gesamte Geschehen innerhalb eines Apartments abspielt. Er löste das Problem, indem er sein berühmtes selbstgezeichnetes Konterfei in Form einer Neonreklame durch das Panoramafenster aufleuchten ließ.

Veröffentlicht unter Filme | 1 Kommentar

Alfred Hitchcock: Filme aus Geschichten machen

„Making a film means, first of all, to tell a story. That story should never be banal. It must be dramatic and human. What is drama, after all, but life with the dull bits cut out.“

Alfred Hitchcock im Gespräch mit François Truffaut

Veröffentlicht unter Notabene | Hinterlasse einen Kommentar

Sardinien – immer noch ein Geheimtipp

Urlaub an der Costa Smeralda – für mich seit Jahren immer wieder ein Highlight. Der Name „Smaragdküste“ kommt nicht von ungefähr. Anfang 1960 beauftragte die Weltbank einen Angestellten, die wirtschaftliche Entwicklung und die Verteilung der Kredite in dieser Region zu beobachten. Angetan von der unberührten Schönheit der Landschaft, den blau-grünen Farben des Meeres, der Transparenz des Wassers und den weißen Stränden sprach er begeistert zu Freunden und Bekannten. Mehr und mehr Fremde kamen, um Land zu kaufen. Darunter auch Prinz Aga Khan. Er gründete schließlich 1962 die Costa Smeralda. Berühmte Architekten konstruierten Häuser und Hotelanlagen. Die Philosophie dieser Architektur ist auch heute noch gegenwärtig: Harmonisch passen sich Villen, Hotels und Orte der Umgebung an. Es werden weder Hochhäuser noch Ferienzentren gebaut. Die Gebäude bestehen oft aus unbehandeltem Fels mit traditionell gedeckten Dächern und umgeben von blühender Vegetation. Viele Häuser behalten die ursprüngliche Form ihrer Steine, während andere schneeweiß gestrichen werden. Somit entsteht ein reizvoller Kontrast zum azurblauen Meer. Mittelpunkt der Costa Smeralda ist Porto Cervo. Von den berühmtesten Architekten Europas gestaltet, ist es noch heute ein Anziehungspunkt für Touristen und Schiffseigener aus aller Welt. Rosa Stein taucht die Piazza in sanftes Licht. Der Hafen von Porto Cervo gehört zu den besten des Mittelmeeres und Schiffe aus aller Welt legen hier an. Auch nach 40 Jahren hat die Costa Smeralda nichts von ihrer Exklusivität verloren. Im Lauf der Zeit entstanden neue Orte – Baia Sardinia, Cala di Volpe, Liscia di Vacca, Romazzino, Capriccioli, Cannigione.

Erschwinglich und attraktiv in Cannigione gelegen ist die Appartementanlage www.residenzasarradientu.com

Veröffentlicht unter Reise | 2 Kommentare

Eine Nummer rettet Leben

Stellen Sie sich vor, Sie sind zu Hause oder in einem anderen Land der EU unterwegs und brauchen einen Krankenwagen, die Feuerwehr oder die Polizei. Wüssten Sie dann, welche Notrufnummer Sie wählen müssen?
Da die Europäer immer häufiger geschäftlich oder privat verreisen, kann dieses Problem Millionen Menschen betreffen. Zum Glück brauchen Sie nicht die Notrufnummern für jedes einzelne EU-Land herauszusuchen und sich zu merken – die 112 reicht!
Über die Rufnummer 112 lassen sich die Notfalldienste in den EU-Ländern aus dem Festnetz oder vom Mobiltelefon aus kostenlos erreichen. Diese Notrufnummer kann Leben retten. Nur 18 Prozent der Deutschen ist bis jetzt bekannt, dass sie die Notrufnummer europaweit nutzen können.

Info:  http://www.112.eu

Veröffentlicht unter Reise | Hinterlasse einen Kommentar

Ohne Worte

Veröffentlicht unter Notabene | 1 Kommentar

Fleisch

Ich betrachte mich als engagierte Tierschützerin. Ab und zu esse ich mal ein Stück Fleisch. Es schmeckt mir, doch ich ärgere mich zusehends darüber. Wenn ich Tiertransporte auf Autobahnen sehe, wird mir schlecht.

In den letzten Wochen habe ich verstärkt darüber nachgedacht, Vegetarierin zu werden. Geschichten von Kühen, die kurz vor der Schlachtbank ausreißen, fliehen wollen und dann doch wieder eingefangen werden, berühren mein Herz. Kühe oder Schweine auf dem Weg ins Schlachthaus riechen das Blut ihrer toten Artgenossen. Sie gehören von Natur aus zu den Fluchttieren und geraten in solchen Situationen in Panik. Wir erinnern uns an die geflohene Kuh Yvonne. Sie hat es letztendlich geschafft und wird nun auf einem Gnadenhof bis zu ihrem natürlichen Ende gut leben. Eines von vielen Tieren, das sich aufbäumt und widersetzt. Yvonne hat ihr Leben zurück bekommen, den meisten der anderen Nutztiere ist dieses Glück nicht vergönnt. Kalbsschnitzel, Kalbsleberwurst – viele der sogenannten „Nutz-Tiere“ sind sehr jung, wenn sie getötet, also geschlachtet, werden. Das gilt für alle der menschlichen Ernährung dienenden Tierarten obligatorisch. Grundsätzlich heißt das, wenn „der Nutzen“ weniger wird oder gar wegfällt, schwindet das Interesse des Halters am Tier. So traurig diese Feststellung auch ist, sie gilt mit wenigen Ausnahmen von der Brieftaube bis zum Rennpferd. Gerade alte oder ausgediente Pferde werden auf Todestransportern nach Italien gekarrt, um dort in einem der berüchtigten Akkord-Schlachthöfe ihr Leben zu lassen. Alt, nutzlos, aussortiert, was tun wir Menschen unseren Tieren nur an?

Nehmen wir das Schwein. Erst der Mensch hat es zur Sau gemacht. 40 Millionen Schweine leben im deutschsprachigen Raum. So, als würden sie nicht existieren. In kahlen, anonymen und strohlosen Stallungen, in unerträglicher Enge, auf Spaltenböden. Schweine sind nämlich besonders reinlich, beschmutzen, wenn man ihnen Stroh und genügend Platz gibt, niemals den Ort, an dem sie schlafen oder fressen. Der Mensch zwingt sie ihr ganzes Leben lang, ihre eigene Gülle, deren Geruch mit unerträglichem Gestank durch die Spaltenböden dringt, einzuatmen. Dieser Ammoniak-Geruch ist das Schlimmste für die Schweine und ist Tierquälerei.

Die Worte von Albert Schweitzer gewinnen an Tragweite: „Wer die Würde der Tiere nicht respektiert, kann sie ihnen nicht nehmen, aber er verliert seine eigene.“ Darüber sollten wir verstärkt nachdenken und wünschenswerterweise auch in seinem Sinne handeln.

 

 

 

 

 

 

Lesen Sie auch zum Thema:

https://sl4lifestyle.wordpress.com/2012/05/21/no-comment-oder-von-der-sinnlosigkeit-des-schlachtens/

https://sl4lifestyle.wordpress.com/2012/04/13/tiere-essen/

Veröffentlicht unter Glücksbote | 2 Kommentare

Pasión de Buena Vista: Rumba gegen Winterblues

Ein bitterkalter Abend im Februar 2012. Doch nicht für die vielen Besucher in der Würzburger Posthalle, die Pasión de Buena Vista mit heißen Rhythmen begeisterte und sie ins Havanna der 40er Jahre mitnahm. Leidenschaftliche Tänze mit Frauen voller Lebenslust und Männer mit Musik im Blut – der bunte Mix der charismatischen Kubaner ließ die Funken schnell überspringen. Erinnerungen an die verstorbenen Legenden Ibrahim Ferrer und Compay Segundo brachte der 78-jährige Inocente „Pachin“ Fernández-Jimenez mit weißer Schirmmütze und Dandy-Schuhen, als er die Bühne betrat. Er ist der letzte Überlebende des legendären Buena Vista Social Clubs. Über zwei Stunden dauerte die Show, die den Winterblues vergessen und das Temperament Kubas spüren ließ.

Video: YouTube

Fotos: Enric Boixadós


Veröffentlicht unter Musik | 3 Kommentare

Gabi Weinkauf, Künstlerin

Gabi Weinkauf ist bildende Künstlerin und lebt in Güntersleben bei Würzburg. „Jedes Medium, jedes Material hat eigene Möglichkeiten und Grenzen. Für meine Arbeiten wäge ich diese ab.“ Denkbar sind eine Zeichnung, ein Bild, ein Wort, ein Gegenstand oder eine Installation. Viele ihrer Arbeiten beschäftigen sich mit dem Rollenverständnis der Frau in der Gesellschaft, moralischen Wertvorstellungen, Festhalten an der Jugend, Sehnsüchten und Gefühlsstimmungen. Sie verwendet Fundstücke, Alltagsgegenstände, Stoffe, Spitze, die Farbe Weiß oder die in ihren Arbeiten immer wiederkehrende Frauenfigur. Als Bestandsaufnahme des Alltäglichen reflektieren ihre Arbeiten aktuelle Themen der Zeit, Geschichten zwischenmenschlicher Beziehungen und eigene Befindlichkeiten. Die sinnliche Präsenz spielt hierbei eine große Rolle. Autobiografische Erfahrungen bezieht sie in ihr Schaffen mit ein.

12 Fragen – 12 Antworten

Ihr ultimatives Gute-Laune-Lied?

„Für mich soll’s Rote Rosen regnen“ von Hildegard Knef.

Ihr Lieblingsbuch?

„La donna e mobile“ von Georgia van der Rohe.

Ihr Lieblingsfilm?

„Pina“ von Wim Wenders.

Ihre Lieblingsküche?

Italienisch, „Spaghetti aglio e olio“.

Ihr Lieblingsreiseziel?

Die Welt.

Ihr Haustier?

Wenn, dann einen Hund.

Park oder Prärie – Welcher Freizeittyp sind Sie?

Natur pur- steile Klippen, endlose Strände, weiter Blick in die Ferne,  dunkle Wälder, saftige Wiesen, Unendlichkeit  und Einsamkeit der Wüste, Zuhause mein wilder Garten.

Ihr erstes Auto?

Ein VW Käfer.

Mit wem würden Sie gerne eine Spritztour machen?

Mit meinem Mann.

Was haben Sie immer dabei?

Fotoapparat, weißes Hemdchen, Papier, Stift.

Hätten Sie einen Wunsch frei, so wäre dieser …?

,dass sich die Menschen gegenseitig respektieren und tolerieren.

Ihr Lebensmotto?

Das Leben ist schön, du musst nur dabei sein.

Veröffentlicht unter Porträts | 1 Kommentar

Wegmans Weimaraner

William Wegman und seine Hunde sind cool! Und die Fotobücher einfach genial …

Zum Beispiel:

„ABC“
„Cinderella“
„Meine Geschichte mit Fay“
„Modephotographien“
„Polaroids“

Teilweise noch bestellbar bei http://www.amazon.de

Einblick in seine Arbeit (1,11 Minuten):
http://video.de.msn.com/watch/video/william-wegman-shoots-february-dog-cover-for-national-geographic-magazine/7i0fqngo

Veröffentlicht unter Literatur | Hinterlasse einen Kommentar

Die schwache Stunde

„Wenn die Sonne hinter den Dächern versinkt, wenn die Schatten länger werden in den stillen Straßen der Stadt, wenn sich Eiswürfel mit Spirituosen vermengen und die Welt kurz den Atem anhält, bevor die nächtlichen Lichter leuchten, dann ist sie da: Die schwache Stunde.“

Anonym

http://www.youtube.com/watch?v=WK5fhdpKu1w

Veröffentlicht unter Notabene | 1 Kommentar