„Wer mit dem Schrecklichsten rechnet, hat begründete Hoffnung, dass er da durchkommt.“
Bazon Brock
Keines unserer Haustiere gleicht dem anderen. Die Wellensittiche, die Hamster, die Hunde und viele andere, deren Namen in unserer Familienchronik verewigt sind. Jedes hatte eine eigene Gestalt, eine unverkennbare Färbung des Fells oder Gefieders, einen eigenen Charakter und eine Seele. Meine Haustiere lehrten mich auf ihre Weise das Staunen über den inneren Reichtum. Denn wir teilen ihn mit den Tieren. Tiere haben eine Seele. Sie sind aus den Religionen der Welt nicht wegzudenken. Der Schamane verehrt den heiligen Elch, der Buddhist glaubt an die Möglichkeit der Wiedergeburt in Gestalt einer Ziege oder eines Widders. Adam und Eva lebten mit den Tieren im Paradies, Noah fuhr mit seiner Arche ausgewählte Tierpaare über die große Wasserflut. Das Tier als Freund und Wegbegleiter der Menschen. „Tiere helfen Menschen“ ist heute ein geflügeltes Wort. Der Hund, der ins Altenheim geht, um dort die Bewohner ein wenig glücklicher zu machen. Menschliches Leben ohne Tiere ist nicht vorstellbar. Jeder, der ein Haustier besitzt oder den Tieren in der freien Natur zusieht, kann von Momenten des Staunens erzählen. Die Katze spürt, wenn ihr Mensch nach Hause kommt. Auch mein Hund weiß genau, wann ich mit ihm zum Nachmittagsspaziergang aufbrechen will. Er kann sich dabei nicht auf einen regelmäßigen Zeitpunkt verlassen. Denn ich sitze am Schreibtisch und er liegt neben mir. Mehrfach stehe ich auf, um dies oder jenes zu erledigen. Immer bleibt mein Hund ruhig liegen. Doch wenn ich mich zum Spaziergang entschließe, springt er freudig auf. Dann staune ich jedes Mal und frage mich, woher er das denn wissen kann? Kann er in mich hineinschauen? Besitzt er einen sechsten Sinn, eine Intuition? Bestimmt! Die geheimnisvolle Welt der Tiere erzählt von innerem Reichtum. Der bleibt, auch wenn sie ihre irdische Hülle längst verlassen haben. Nicht umsonst trägt die Familienchronik auch weiterhin ihre Namen, hält sie fest und bewahrt sie so vor dem Vergessen. Denn das sind wir unseren Haustieren schuldig. Jedem einzelnen.
„Für Geld kann man sich keine Freunde kaufen, aber es verschafft einem zumindest ordentlich Feinde.“
Denny O’Neil
„Fehler sind wie Berge, man steht auf dem Gipfel seiner eigenen und redet über die der anderen.“
Unbekannt
„Viele Leute gucken sehr unkritisch. Sie sitzen so lang vor der Glotze, als würden sie ewig leben. Ich schaue gern Fernsehen, aber genauso gern schalte ich es ab.“
Henning Mankell
„Sag einem Krodkodil erst, dass es hässlich ist, wenn du den Fluss überquert hast.“
Afrikanisches Sprichwort
Der Tod von Gunter Sachs hat mich überrascht. Obwohl viel älter, hat er mich durch meine Jugend begleitet. Die Geschichten in den Boulevardblättern führten mich an den Strand von St. Tropez, auf die Yachten vor Monte Carlo, in die Clubs der Costa Smeralda und in die noblen Skigebiete der Schweiz. Die Papparazis waren ihm überall auf den Fersen. Und nun das: Verzweifelt, hoffnungslos, im Angesicht einer Diagnose, die kein normales Leben mehr zulassen wird. Ein Multimillionär, dem das Leben, die Gesellschaft und die Frauen zu Füßen lagen. Ohne peinliche Skandale war er ein Schöngeist, ein Kunstliebhaber und ein anerkannter Buchautor. Wie schlimm erst muss die Erkenntnis gewesen sein, seine Persönlichkeit, seinen Witz und Geist und die Anerkennung der anderen zu verlieren? Die Angst vor Fotos, die in Zukunft in die Öffentlichkeit dringen könnten. Die einen vom Verfall gezeichneten Menschen zeigen, der nichts mehr gemein hat mit der Aura des Jetsetters, des Gentleman-Playboys und des verwöhnten Millionärs. Ein Mann, der durch eine Krankheit seine Würde nicht verlieren wollte. Den gewählten Freitod muss man akzeptieren. Es gehört viel Mut dazu, diesem reichen Leben ein Ende zu setzen. Schließlich hat sich der Industriellen-Erbe aus Schweinfurt alles leisten können. Einmal sei er sogar wegen eines Zahnarztbesuches nach Kalifornien geflogen. Gesundheit ist nur in sehr eingeschränktem Maße käuflich. Meistens nicht. Diese Erkenntnis kann auch wehtun.
Was bleibt von uns nach unserem Tod? Alles, was wir besessen und gesammelt haben, werden wir eines Tages loslassen müssen. Keines von unseren äußeren Besitztümern werden wir mit nach drüben nehmen können, kein Haus, kein Auto, kein Handy. Niemand wird uns mehr nach der Höhe unseres Bankkontos fragen, niemand wird wissen wollen, wie weit wir es im Beruf gebracht haben. Das letzte Hemd hat keine Taschen.