Neue Chancen für Babyboomer

Einige meiner älteren Verwandten und Bekannten wollen weiterhin beruflich aktiv bleiben, auch im Ruhestand, und es kommen immer mehr Interessierte dazu. Die Zahl der Berufstätigen im Rentenalter hat sich seit rund 15 Jahren fast verdoppelt. In den nächsten Jahren wird sich dieser Trend noch steigern. Die einen müssen aus finanziellen Gründen weiter arbeiten, die anderen werden mit ihrem Know-How auf dem Arbeitsmarkt dringend gebraucht, und die nächste Gruppe genießt die Arbeit im Rentenalter.

In 50 Jahren wird es weltweit mehr über 50- als unter 15-Jährige geben. In Deutschland wird das jeder Dritte sein, auch dank der medizinischen Entwicklung. Die einstigen „Babyboomer“ werden in den kommenden Jahren in Rente gehen, viele von ihnen wollen lieber weiter arbeiten, wenigstens in Teilzeit. Denn nur Golfen und nur Weltreisen finden die wenigsten erstrebenswert.

Eine finanzielle Notlage ist oft nicht das Hauptmotiv. Denn die meisten möchten helfen, ihr Wissen weitergeben und soziale Kontakte pflegen. „Das sind Motive, die nicht zu unterschätzen sind“, sagt Holger Schäfer vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln. Denn oft arbeiten Ärzte, Unternehmensberater und Manager auch noch im Ruhestand. Ein typisches Beispiel sei der Anwalt, der auch mit 70 noch Mandanten betreut. Ehemalige Führungskräfte haben nicht den Wunsch, mit 67 einfach aufzuhören. Der Grund ist häufig, dass sie so lange beruflich aktiv sein wollen, wie sie leben.

Ohne sinnhafte Tätigkeit sei für sie das Leben nicht erstrebenswert. Steffen Haas vom Vermittlungsportal ASE kennt viele Leute, die materiell keine Sorgen haben, sich aber trotzdem ohne Aufgabe, Anerkennung und Selbstwertgefühl unglücklich fühlen. Denn ein Lebensabend, der nur aus Freizeitbeschäftigung bestehe, reiche ihnen nicht aus. Hinzu käme, dass man das Wissenspotenzial der Älteren nicht brachliegen lassen könne, gerade im Hinblick auf den gravierenden Mangel an Fachkräften, der im deutschen Mittelstand herrsche.

Die Arbeitswelt der Zukunft scheint den Älteren zu gehören. Dazu gehört, dass die Wirtschaft ihre Einstellung ändern muss. Die Chancen, als Ruheständler nicht einfach aufs Abstellgleis geschoben zu werden, stehen also bestens.

Erzählen Sie doch mal, wie Ihr Unruhestand aussieht!

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