Nordseesplitter: Bremerhaven ist eine Reise wert

Ende September 2021 war ich für ein paar Tage in Bremerhaven und möchte Euch ein paar Tipps mitgeben, wie Ihr diese bis jetzt doch sehr unterschätzte Stadt kennen und mögen lernt.

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Verschiedene Hafenrundfahrten werden hier angeboten – mal gemütlich, mal rasant!

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Die Havenwelten

Hotels und Restaurants

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Schulschiff Deutschland, jetzt in Bremerhaven. Hier gibt es Kojen zum Übernachten.

Resteessen – zu gut für die Tonne im ATLANTIC Hotel Sail City

Die Philosophie dieses Hotelrestaurants ist klasse. Man nehme verkrüppelte Gurken oder wuchernde Möhren und bereite damit ein Teil des Gemüses zu. Oder man nehme beim Tiramisu am Bufett statt Suppenlöffel Kaffeelöffel und schon packt sich der Gast weniger auf den Teller. Und damit bleiben dann auch weniger Reste für die Tonne übrig. Das Konzept hat sich bewährt. Das ATLANTIC Hotel Sail City produziert nun viel weniger Abfall als früher. Lebensmittel landen in vielen Gastronomiebereichen immer noch massenweise in der Tonne. Ein paar Zahlen: Jeder deutsche Privathaushalt wirft im Jahr durchschnittlich 75 Kilo weg. Einfach so! Die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Folgen von Food Waste sind dramatisch. Allein für ein Kilo Äpfel werden 820 Liter Wasser benötigt. Wenn für unsere Gesellschaft dann auch noch viel vergebens produziert wird, steigen die Preise für Lebensmittel am Weltmarkt. Und das hat Auswirkungen auf die schon jetzt schwierige bis dramatische Ernährungssituation für geschätzt 815 Millionen Menschen in Entwicklungsländern. Bis 2030 soll die weltweite Lebensmittelverschwendung halbiert werden, fordern die Vereinten Nationen. Junge Unternehmen und Start-ups haben den Geist der Zeit erkannt und machen mit. 1,6 Menschen in Deutschland wird bereits durch Tafeln geholfen. Gut genießbare Lebensmittel, die in Handel und Gastronomie aussortiert werden, an Bedürftige weiterzugeben, ist sinnvoll. Jährlich können durch dieses System 265.000 Tonnen Lebensmittel gerettet werden. Jeder Einzelne kann etwas gegen Lebensmittelverschwendung tun. Achtet mal auf Euren Einkaufszettel, dann landet nicht zu viel wahllos im Korb. Und das Mindesthaltbarkeitsdatum auf den Verpackungen bedeutet nicht automatisch, dass die Ware verdorben ist. Außerdem sollt man im Restaurant maßvoller bestellen und sich die Reste auch gerne mal einpacken lassen. Das ATLANTIC ist dafür ein gutes Beispiel.

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ATLANTIC Hotel Sail City

Schaufenster Fischereihafen

Ihr könnt Kultur und Essen wunderbar mit einer Fahrt mit dem HafenBus verbinden. Letzterer zeigt Euch nämlich die verbotene Stadt. Bremerhaven besitzt einen der weltweiten größten Container-Terminals. Hier könnt Ihr sehen, wie Container auf riesige Frachtschiffe millimetergenau aufgesetzt werden oder die nagelneuen Autos, die von hier aus in alle Welt verschifft werden. Der Containerhafen ist militärisch abgesichert, ohne die Tour mit dem HafenBus habt Ihr kaum die Möglichkeit, hinter die Kulissen zu blicken. Von da aus geht es in den Fischereihafen, ein buntes Ensemble aus traditionellen Shops und Restaurants. Fisch ist hier der Renner auf den Speisekarten. Wer möchte, kann im Seefischkochstudio vor Ort lernen, wie man beispielsweise Lachs am besten und schmackhaftesten selbst zubereiten kann.

Wer kein Interesse an dieser Tour hat, kann sich an der Seebäderkaje in den Salondampfer Hansa einschiffen, der seine Gäste inklusive Sektempfang in den Fischereihafen tuckert.

Zurück zum Ausgangspunkt Hafenwelten geht es dann per Boot, Bus oder auf dem E-Bike. Ich habe mich für die rasante Speedboattour Rib-Safari. Vom Neuen Hafen ging es damit raus auf die Weser, vorbei am Schlepperpier, dem Kreuzfahrtterminal und mit Kurs auf die Stromkaje. Hautnah erlebt Ihr die riesigen Containerfrachter. Auf der Rückfahrt erlebt Ihr vom Wasser aus die Skyline von Bremerhaven.

The Liberty

Seine Namensgeberin ist die Freiheitsstatue vor Manhattan. Das moderne Designhotel steht heute an dem Ort in Bremerhaven, von dem über sieben Millionen Auswanderer Europa verließen, um in der Ferne ihr Glück zu finden. Die Havenwelten, so nennt man das Quartier, repräsentiert die Geschichte der Auswanderung aufs Feinste. In allen Zimmern des Hotels erzählen Details der Ausstattung Geschichten von Sehnsucht, Fernweh und legendären Ocean Linern. Von den „Water View“-Zimmern schweift der Blick über den Yachthafen raus auf die Außenweser über die Nordsee, den historischen Leuchtturm und die Seeschifffahrt in die ferne Welt im Blick.

Direkt im Erdgeschoss des Hotels und an der Kaje (so nennt man die Mole hier), natürlich mit Blick auf die vielen Traditionsschiffe, liegt das Hotelrestaurant Mulberry Street. Inmitten von stilvollen schwarz-weiß Fotos, die die wirkliche Mulberry Street in New York zeigen, lässt sich hervorragenden dinieren, egal ob beim Frühstücksbüfett oder später à la carte. Und auf das Abendessen folgt der „Absacker“ in der New York-Bar im Penthouse des The Liberty, den Ihr bei schönem Wetter auch auf der Terrasse mit Seeblick genießen könnt.

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The Liberty

Das Hotelkonzept: Was steckt dahinter?

Inhaltlich ist das Haus als Themenhotel in Verbindung mit dem Deutschen Auswandererhaus (Museum) ausgelegt. Die Idee für die Umsetzung des Projektes basierte auf den historischen Ursprung, der dem Hotel mit den Themen Fernweh und Neue Welt eine deutliche Identität gab. Im Hotel selbst erwartet Euch eine moderne und elegante Interpretation des Themas Auswanderung. In unmittelbarer Nähe liegen das Klimahaus (Museum), das Deutsche Auswandererhaus, der Zoo am Meer und das Deutsche Schifffahrtsmuseum.

Museen und ihre Websites

Klimahaus Bremerhaven 8°Ost

Deutsches Schiffahrtsmuseum

Zoo am Meer

Deutsches Auswandererhaus

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Auswanderer: Hoffnung auf ein besseres Leben in der Ferne.

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Kochen lernen mit Experten: Die Fischküche

Seefischkochstudio

Innenstadt

Die Innenstadt ist ziemlich trist, doch sind laut offiziellen Angaben Investitionen in Millionenhöhe geplant. Warten wir es ab und sehen wir, wie sich Bremerhaven als Gesamtkonzept in den nächsten Jahren entwickeln wird. Einen Besuch ist die Stadt allerdings jetzt schon wert.

Über sl4lifestyle

Journalistin aus Leidenschaft, Tierschützerin mit Hingabe und neugierig auf das Leben. Ich stelle Fragen. Ich suche Antworten. Und ab und zu möchte ich die Welt ein Stückweit besser machen ... Manchmal gelingt es!
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4 Antworten zu Nordseesplitter: Bremerhaven ist eine Reise wert

  1. meereskindblog schreibt:

    Liebe Sabine, Bremerhaven ist eine Stadt mit vielen Gesichtern. Ich mag sie sehr. Architektonisch ein bisschen Dubai und New York. Für mich ist es eine Stadt mit ganz viel Potential. Du hast sie gut beschrieben.

    Liebe Grüße Maria

  2. Gabi Glücker schreibt:

    Deine Informationen kommen gerade recht. Ich will unbedingt nach Bremerhaven. Danke für die hilfreichen Tipps. Das Hotel Atlantic werde ich mir vormerken. Und wie immer zieht es mich zum Hafen. Auswanderer-Museum ist auf jeden Fall dabei.
    Danke

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