The Iron Curtain and my family

IMG_2534 (Large)Is it just me or has this year already flown by? I cannot believe: It is already June! Sometimes it feels like I am on a carousel. Things start spinning so fast. 6 months are just gone. This weekend is a family meeting with all my relatives. We do this every 2 years and always at another location in Germany or Switzerland. The younger ones of us have to organize it. This year we meet in the beautiful area of Harz.

It is Germany’s most northern mountain range which touches the horizon. Rugged granite cliffs, mountain pines, misty moors and deep valleys with babbling brooks are some of the characteristics of this region. Hiking and mountain bike trails wind through dense forests and lead to high mountain peaks. Rivers and lakes provide ideal places to cool down on hot summer days like today.

The Iron Curtain separated men and nature in Europe for almost 40 years. Lethal to humans, it was however a blessing for nature as endangered animals and plants found an undisturbed home in the shadow of the border.
Today, the former border acts as a „Green Belt“ across Europe – a treasure of bio-diversity. The Harz belongs to it.

Especially there the painful reality of the inner German border was present all the time. The Brocken, an impressive and highly visible symbol of the Harz, could only be seen from afar by people from both East and West Germany, as it was located in the military zone and was out of bounds.

Today the Harz has a new face: The „Green Belt“, where natural beauty nestles to cultural treasures along the former death strip, providing a valuable habitat for endangered animals and plants. A large part of my family comes from the Eastern part of Germany and we have been divided for many, many years. That’s also the reason why we do meet every 2 years: Due to the Iron Curtain we could not see each other for a long time. All together we will enjoy our meeting there in the footsteps of German history.

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Über die Liebe, von der Liebe und für die Liebe

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERAEs ist ein Buch von der Liebe. Und für die Liebe und über die Liebe. Und man sollte es im Sommer lesen. Und am besten am Mittelmeer.

Ach, Quatsch, man kann es auch überall sonst lesen. Ich meine, das sind nur die Idealvoraussetzungen, weil ich es in Griechenland gelesen habe. Und da gehört es auch hin. Nach Samos. Diese Insel mit dem blauen Meer, dem weiten Himmel, den Wind in den Tamarisken, den einfachen Tavernen und den wortkargen Menschen. Und den geheimnisvollen Frauen. Wie Genia eine ist. Sie und Stavros sind zusammen, ein Paar, seit langem. Stavros ist mächtig, das war er nicht immer, doch er hat es geschafft. Genia gehört ihm, er macht sie zur Königin der Insel. Doch dann taucht Lorenzo auf und nichts ist mehr so, wie es war.

Autorin Doris Gercke kennt man als Erfinderin von Bella Block, der Krimifigur. Ihr wisst schon! Das hier ist ihr neuer Roman.

Ihr könnt das Buch um Genia, Stavros und Lorenzo gewinnen. Schreibt einfach in den Kommentaren, welche Leseempfehlung Ihr für den Sommer habt! Bis kommenden Sonntag, 21 Uhr, könnt Ihr mitmachen und gewinnen! Auf geht’s!

Doris Gercke: Königin der Insel. Eine Liebe auf Samos, 144 Seiten, 16 Euro.

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Nostalgie

1895-235Manchmal denke ich noch darüber nach. Wie war es früher, als ich von längeren Auslandsaufenthalten nach Hause kam? Waren sie da auch schon so? Meine Freunde, die sich verändert haben, die älter geworden sind genau wie ich, aber oftmals Wege einschlagen, die ich nicht verstehe. Wo es keine gemeinsame Basis mehr gibt, weil wir uns entwickelt haben. Nur eben in unterschiedliche Richtungen.

Früher war es anders. Da waren meine Freunde noch aufgeschlossener, übermütiger. Jetzt hat das Leben sie geprägt, hat andere Werte für sie geschaffen, hat ihnen die Illusionen geraubt, doch noch so vieles anders machen zu können.

Früher war es einfacher, mich anzupassen, an das Leben zuhause, das sich in ganz anderen Bahnen bewegt hat. Die Neugier aufeinander, die langen Abende voller Erzählungen, weil man eben doch vergessen hat, die anderen mit Briefen auf dem Laufenden zu halten, das gemeinsame Lachen und das Mitgefühl bei Verlust und Trauer.

Der Zirkus kommt in die Stadt.

Der Zirkus kommt in die Stadt.

Vieles geht jetzt nicht mehr. Das gegenseitige Verständnis fehlt. Es ist abhanden gekommen, einfach so. Ich habe neue Freunde gefunden. Zugegeben, ich genieße es. Auch durch das Internet, durch die Blogs, durch Facebook. Ja, ich habe richtig gute Freunde gefunden. Ich hätte das nie geglaubt. Mit ihnen teile ich nun das, was ich früher mit den anderen geteilt habe: Lebensfreude, gemeinsame Interessen, Kreativität und neue Pläne zu haben.

Dann gibt es noch die anderen Erinnerungen, die mit Menschen nichts zu tun haben. Diese, die mich an Orte denken lassen, Orte, die vielleicht nur ich als etwas besonderes empfinde, da sie mich in einem Teil meines Lebens geprägt haben: Der Ringpark, der sich um die Innenstadt zieht, Wohnungen, in denen ich gelebt habe, Straßen, die mir vertraut waren und nun nicht mehr sind, der Tante Emma-Laden, den es schon seit Jahrzehnten nicht mehr gibt, das Freibad, in dem ich die heißen Sommer meiner Kindheit verbracht habe …

Die Sommer meiner Kindheit im Freibad.

Die Sommer meiner Kindheit im Freibad.

Und jetzt? Wenn ich in meiner Stadt bin, wenn ich zurückgekehrt bin, setze ich mich immer noch gerne in die Straßenbahn und lasse mich von einem Ende der Stadt an das andere bringen. Dabei sehe ich, wie sich das Bild verändert hat. Ich mag es, meine Stadt aus den Augen einer Touristin zu entdecken. Deshalb mache ich gerne Stadtführungen mit. Um immer wieder Neues zu entdecken.

Ich wundere mich, dass ich Straßennamen vergessen habe, die mir früher vertraut waren. Dass ich mit dem Auto plötzlich nicht mehr weiterfahren kann, weil Straßen zu Einbahnstraßen wurden.

Straßen, die es nicht mehr gibt.

Straßen, die es nicht mehr gibt.

Auch das ist Heimat. Sich auf die unbekannten Flecken neu einlassen. Und zu fühlen, dass Heimat immer ein Platz ist, wo man willkommen ist. Das ist ein schönes Gefühl. Das Reisen bedeutet für mich Leidenschaft. Das Heimkommen auch. Beides gibt mir viel: Mein Zuhause gibt mir die Kraft, neue Wege zu gehen. Zuhause bedeutet für mich Zufriedenheit.

Und die Länder, in denen ich gelebt habe? Die anderen Kontinente? Die fremden Menschen? Die Kultur, die es zu erleben galt? Was war das?

Ganz einfach: Glück, das ich spüre, wenn ich darüber nachdenke. Nein, ich betrachte Weggehen und Ankommen nicht als Selbstverständlichkeit, sondern immer noch als etwas Besonderes. Wie beim ersten Mal!

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Kurz nachgebellt: Scottish Mega Whizz 2015

DudelsackNein, ich war nicht dabei. Frauchen und Herrchen sind allein nach Schottland gereist und haben dort meine vielen Freunde getroffen. Das sind die, die ich über Facebook kennengelernt habe. Für Hundefreunde und ihre Vierbeiner war es das Ereignis des Jahres: Das Scottish Mega Whizz, eine Benefiz-Veranstaltung unserer schottischen Freunde zugunsten von Tierschutzprojekten. Zugute kam es Vizsla Rescue-Projekten, wie HVS Rescue, HVC PM Research, Iowa Viz Rescue, Midwest Viz Rescue und K9 Rescue.L1170395 (Large)Frauchen erzählte mir später, wie toll es war. Nicht nur das Zusammensein mit insgesamt 127 Vizslas und anderen Hunden sowie natürlich ihren Besitzern sondern auch das Logieren in den Cottages von Carmichael Estate in der Nähe von Edinburgh. Wald und Wiesen mit Rehen und Hirschen soweit das Auge reicht. Ahhh, wäre ich nur dabei gewesen!

Müde im Pub. Tired at the Pub.

Müde im Pub. Tired at the Pub.

Der Höhepunkt war eine lange Wanderung mit allen Vier- und Zweibeinern durch die Ländereien. An einem See durften meine vierbeinigen Freunde baden. Ein paar Regentropfen gab es inklusive. Danach gab es eine Versteigerung und ein Grillfest. Den Gästen saß das Geld ganz schön locker, denn sie ließen sich beim Kaufen all der schönen Sachen nicht lumpen. Ha, das kommt ja meinen Kumpels zugute. Und am Abend zuvor trafen sich alle im Crown Inn in Biggar zum Pub-Quizz. Der Hauptgewinn waren 100 Britische Pfund, doch die noble Gewinnerin hat ihren Preis gleich wieder gespendet. So soll es sein! Frauchen und Herrchen waren auf alle Fälle total begeistert.

Euer Gaston.

Versteigerung zugunsten des Tierschutzes. Auction for the Vizsla Rescue.

Versteigerung zugunsten des Tierschutzes. Auction for the Vizsla Rescue.

No, I was not there in Scotland. What for a pity. I would have loved to see all my friends. It was the event of the year, the Scottisch Mega Whizz 2015. All profits went to Vizsla Rescue organisations. Everybody digged deep to raise money for my less fortunate ginger furry friends. The event included the accommodation in Cottages at Carmichael Estate, a Pub Quiz in The Crown Inn in Biggar, a long walk with 127 doggies, a BBQ and an Auction. My owners loved everything about it and told me a lot when they came back home.

Yours, Gaston.

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1. Juni 2015: Heute ist Welt-Milch-Tag!

Bei Bauern in Entwicklungsländern leben die Kälber mit ihren Müttern meist sehr lang zusammen.

Bei Bauern in Entwicklungsländern leben die Kälber mit ihren Müttern meist sehr lang zusammen.

Und genau darum möchte ich auf das traurige Schicksal von Millionen Milchkühen und Kälbern in Deutschland hinweisen. Da ist es, das neugeborene Kalb. Es liegt neben seiner Mutter im Gras. Noch spürt es die mütterliche Zuneigung, Wärme und Geborgenheit, wird liebevoll abgeleckt und gesäugt. Doch die gemeinsame Zeit mit dem Muttertier ist knapp.

Bereits in wenigen Stunden wird das Kleine sich allein für mehrere Wochen in einer Einzelbox wiederfinden. Seine Mutter wird es nie mehr wiedersehen. Denn die Muttermilch der Kuh ist uns Menschen vorbehalten. Jede Milchkuh muss jährlich ein Kalb zur Welt bringen, damit der Milchfluss nicht versiegt. Neun Monate trägt sie es aus – um es noch am Tag der Geburt zu verlieren.

Ganz klar: Es geht darum, bessere Lebensbedingungen für Milchkühe zu schaffen, jenseits von Mutter-Kalb-Trennung, Hochleistungszucht und ganzjähriger Anbindehaltung. Ich selbst trinke auch Milch und fühle mich in gewisser Weise schuldig. Was kann man tun? Habt Ihr eine Idee?

Und hier geht’s zum Milchratgeber, den Ihr kostenlos bestellen könnt.

Eine Bäuerin mit einem Kalb, das noch in unmittelbarer Nähe zur Mutterkuh lebt.

Eine Bäuerin mit einem Kalb, das noch in unmittelbarer Nähe zur Mutterkuh lebt.

Fotos: Enric Boixadós

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Happy Birthday, sl4lifestyle!

ChampagneEs gibt etwas zu feiern! Heute wird unser Blog sl4lifestyle 4 Jahre jung! Danke, dass Ihr dabei seid. Wir freuen uns! Ihr seid klasse!

Today sl4lifestyle has its 4th birthday! Thanks for being with us! Your support is our reason for blogging. You are just great! Let’s have a party!

Sabine, Mariella, Gaston.

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Being successful – what does it mean?

_DSC1237I was travelling in Greece for some days. I met some interesting and inspiring blogger colleagues there. And I had time to think. About me and my work-life-balance. I admit I am quite happy with everything and how it works out. But what is actual the meaning of the phrase „having success“or „being successful“?

Well, it seems to be something we all strive for. Or at least the majority of us! I try to work hard to be a bit successful and sometimes I just push myself in doing so.

But what means success for me? The main thing I think is that I should have a plan, an ambition, a goal. And important is just to focus on it. And on myself. Not in an egoistic matter! But just to forget about those around me and about what they are achieving, what they are doing and the successes they deliver!

I do not forget that everyone out there has its own ambition, its own journey. I think comparing myself to others can be one of the most negative things to do, and can really hinder myself of achieving something what is important for me, rather than aid it. Well, it is great to check the competition, but it will not be my focus or definition of my own success.

For me it is always good to get a feedback or even critics on my performance from others. I can feel like a total failure if I am having an emotionally bad day. Lucky me it is not too often. Otherwise I can feel great when I just get a few really good opportunities along the way.

The emotions around my personal success can fluctuate in many ways. I always try to have a good life balance. I try to eat healthy (not always, hahaha!), I do sport on a regularly basis (martial arts, swimming and running). Beside that I try to get enough sleep what is not always easy, especially when I do have some new and exciting projects in mind. I just try to be surrounded by good people, measurable objectives and a very clear definition of what I really want to achieve.

I believe that we all can achieve whatever we set our mind to, with hard work, high spirits and a non stop flow of passion and enthusiasm! The irritating thing about people who we often admire as successes is that it’s not just their achievements we aspire to and respect, it’s often that they seem happy, content and like they have got a really good life.

For me it is always important to remember: Success is not just about financials, achievements or other big awards I can get. In my opinion the ultimate life success is a good balance between my career and my personal life. I like to fulfil my career ambitions as well as my personal life with friends, family, my dog and some fun along the way.

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Happy Birthday, Pippi!

P1020698 (Large)Herzlichen Glückwunsch, Pippi, zum 70. Geburtstag!

Ich habe sie geliebt, die Romanfigur von Astrid Lindgren. Sie hat mich durch meine Kindheit begleitet. Ich wollte immer so werden wie sie!

P1020759 (Large)Am 21. Mai 1945 erschien erstmals Pippi Langstrumpf als Buch im schwedischen Verlag Rabén & Sjögren. Die Geschichten um Pippi, Tommy und Annika waren ursprünglich ein Geburtstagsgeschenk Astrid Lindgrens an ihre Tochter Karin. Das kleine Mädchen von damals ist mittlerweile 81 Jahre alt.

Fasziniert war ich auch von ihrer Mutter, der schwedischen Kinderbuchautorin. So sehr, dass ich mich vor ein paar Jahren aufmachte, um Bullerbü zu suchen: Ich fuhr nach Schweden.

Sie sei immer nur eine Bauerntochter aus Småland gewesen, vom Anfang bis zum Ende, sagte Astrid Lindgren einmal. Sätze wie dieser, Ausdruck ihrer Bescheidenheit, faszinierten die Anhänger der bekanntesten schwedischen Kinderbuchautorin. Sie erweckte nicht nur Pippi Langstrumpf zum Leben, sondern auch Lausbub Michel, Karlsson vom Dach, die Gebrüder Löwenherz und die Kinder von Bullerbü. Für die meisten Erwachsenen sind die Figuren untrennbar mit ihrer Kindheit verbunden. Noch heute haben Pippi und Co. einen festen Platz in vielen Spielzimmern. Generationen von Kindern und Jugendlichen wurden durch sie geprägt.

Astrid Lindgrens Nichte Gunvor Runström.

Astrid Lindgrens Nichte Gunvor Runström.

„Wir waren Bullerbü-Kinder, denn wir hatten die gleichen Erinnerungen und Plätze zum Spielen wie Astrid“, sagt ihre Nichte Gunvor Runström. „Sie hat meine Kindheit mit ihren Büchern dokumentiert.“

Das schwedische Städtchen Vimmerby ist Pippi Langstrumpf- und Bullerbü-Land. Besonders im Sommer kommen große und kleine Gäste aus der ganzen Welt, um ihren Idolen zu huldigen. Mitten auf der Hauptstraße findet sich Pippis Bonbonladen, ein gelb angestrichenes Haus, in dem die Göre zweimal 18 Kilo Süßigkeiten, 60 Zuckerstangen und 72 Pakete Sahnebonbons kaufte. In der Gasse Bätsmansbacken schlichen einst Kalle Blomquist und die Weißen Rosen als Detektive umher.

„Hier entstand Kalle Blomquist. Am Abend hat sie uns vorgelesen“, erinnert sich Runström. „Wir waren ihre Versuchskaninchen, und wenn uns der Text gefiel, hat sie ihn wortwörtlich übernommen.“ Als Lindgren schon längst in Stockholm wohnte, kam sie immer wieder nach Hause, um den Rest der Familie zu besuchen.

Pippis Bonbonladen.

Pippis Bonbonladen.

In Vimmerby ist Pippi überall.

In Vimmerby ist Pippi überall.

Astrid Lindgrens Elternhaus.

Astrid Lindgrens Elternhaus.

In Vimmerby vermischen sich Dichtung und Wahrheit. Hier hat die junge Astrid im Stadthotel getanzt. Es war die Zeit des Jazz, und sie hat sich als erstes Mädchen der Stadt die Haare kurz schneiden lassen. Nicht weit entfernt liegt das Theater, in dem sich Lindgren mit ihrer Volkstanzgruppe traf. Auch das Haus, in dem sich zur Jahrhundertwende im Café Royal Lindgrens Eltern trafen, gibt es noch. Sie war eine Rebellin, die sich gegen das Ende der Kindheit wehrte. Sie wollte nicht erwachsen werden, sondern sich ihr kindliches Gemüt so lange wie möglich bewahren. Das junge Mädchen erkannte jäh, dass ihre unbeschwerte Kindheit vorbei ist. Es dauert lange, bis sie sich damit abfinden konnte.

Astrid Lindgren.

Astrid Lindgren.

Am 14. November 1907 wird die Kinderbuchautorin in Näs bei Vimmerby geboren. Sie wächst gemeinsam mit ihren drei Geschwistern in einer Bauernfamilie auf. Der Hof ist zwar bescheiden, doch gut in Schuss. Die Familie muss schwer schuften, um den Pachtzins bezahlen zu können. Zum über hundert Jahre alten Hof gehören ein Obst- und Gemüsegarten, Scheune, Stall, das Waschhaus am Bach und ein Holzschuppen. Nach Herzenslust können hier die Kinder zwischen alten Kastanien, Ulmen und Linden herumtollen.

Sie macht in ihrer Heimatstadt eine Ausbildung zur Journalistin und wird von ihrem verheirateten Chef schwanger. 1926 wird ihr Sohn Lars in Kopenhagen geboren und zu einer Pflegemutter gegeben. Zum Vater des Kindes hat Lindgren keinen Kontakt. Sie lebt in Stockholm und schlägt sich als Sekretärin durch. Schließlich begegnet sie Sture Lindgren, den sie 1931 heiratet. Endlich kann sie dem kleinen Lars eine Familie bieten. Drei Jahre später kommt Tochter Karin auf die Welt. Mit den Büchern beginnt Astrid Lindgren erst viel später. Die Erlebnisse in ihrer Kindheit wird sie darin verarbeiten. Die Geschichte von Pippi Langstrumpf schreibt sie für Tochter Karin 1944, da die Kleine mit einer schweren Grippe im Bett liegt. Auf Pippi Langstrumpf folgen Mio, mein Mio, Rasmus und der Landstreicher, die Bullerbü-Kinder und viele weitere Kinderbücher.

Später engagiert sich Astrid Lindgren auch politisch. Sie kämpft für die Rechte der Kinder und den Tierschutz. Beharrlich und unerbittlich. Und sie wird gehört. Zahlreiche Auszeichnungen folgen. Niemals erwähnt sie die dunklen Seiten ihres Lebens. Ihr Mann Sture und ihr Sohn Lars sterben an Alkoholismus. Damit muss sie fertig werden. Solange sie lebt, wird das Schweigegebot von allen respektiert Vielleicht gerade deshalb flieht sie immer wieder in die entschwundene Kindheit, zu Pippi Langstrumpf, nach Bullerbü und anderswo.

Die Kinderbuchautorin in Bronze in Vimmerby.

Die Kinderbuchautorin in Bronze in Vimmerby.

Vimmerby hat heute mit Astrid Lindgrens Welt, einem Vergnügungspark vor den Toren der Stadt, seiner berühmtesten Tochter ein Denkmal gesetzt. In unmittelbarer Nähe zu ihrem Elternhaus eröffnete an ihrem 100. Geburtstag im Jahr 2007 ein Museum. Hier lassen sich alle Stationen ihres Lebens nachverfolgen. „Rund 36.000 Besucher haben wir jährlich. Viele kommen mit wässrigen Augen aus der Ausstellung“, sagt die Museumsangestellte Michaela Hinze. „Bei den Führungen treffe ich oft auf Kinder, die ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Sie erfahren, wo Astrid früher gespielt und geschlafen hat.“

P1020682 (Large)Ganz in der Nähe liegt der Friedhof. Hier hat die Schriftstellerin am 28. Januar 2002 ihre letzte Ruhe gefunden. Ein Findling von der Kuhweide der Eltern trägt ihren Namen. Bescheiden, ganz so, wie sie auch gelebt hat.

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REWUE: Ein Jahrhundert Würzburg

2gp_0005_20150522_1478413475 (Large)Wusstet Ihr, dass der Unternehmer Josef Neckermann kurz vor Weihnachten 1944 kein freies Lager mehr für seine letzte Bestellung hatte? Es handelte sich um „hygienische Empfängnisverhütungsmittel“, sprich Kondome. Drei Waggons davon waren einfach zu viel für sein Depot. Kurzerhand schickte er zwei Wagenladungen Kondome an die Wehrmachtssoldaten, der überflüssige Rest wurde als Weihnachtsdekoration verwendet. Kerzen, Lametta und Kugeln waren eh rar und Neckermann wusste Rat: Kurzerhand wurden die offiziellen Christbäume in der Stadt mit aufgeblasenen Gummis dekoriert.

Oder wusstet Ihr, dass das Capri Deutschlands älteste Pizzeria ist? Der Grund für ihre Entstehung war der schlichte Wunsch nach Pizza der US-Soldaten, die als Besatzer nach dem Krieg kamen. Für die Würzburger war das natürlich etwas ganz Neues, denn belegte Teigfladen kannten sie damals nicht.

Erinnert Ihr Euch noch an die Invasion der Trabis auf dem Residenzplatz? Die Grenzöffnung der DDR war noch keinen Tag alt, da kamen sie schon gerollt, in Mengen und mit leuchtenden Augen: Die DDR-Bürger aus Sachsen und Thüringen!

Daran und an noch viel mehr erinnert sich die Klofrau Margot (Marianne Kittel) an ihrem letzten Arbeitstag in ihrem geliebten Café. Sie kann viel erzählen und das tut sie auch in dem neuen Stück „Café REWUE“ im Mainfranken Theater Würzburg. Sich aufs Altenteil zurückziehen möchte die „Zuckerpuppe von der Kloputztruppe“ noch längst nicht. Und das sagt sie auch der Wirtin Luise (Barbara Schöller), die ihr geduldig zuhört, mal mehr, mal weniger verständnisvoll. 100 Jahre Ereignisse der Stadt, lustige, traurige, historische, alle gemischt mit der unvergesslichen Musik eines ganzen Jahrhunderts, verführt die Zuschauer zum Nachdenken und Träumen.

Ja, da sind sie, die Erinnerungen an die gute alte und weniger gute alte Zeit, dazu die bekannten Ohrwürmer. All das, gemixt mit viel Würzburg-Flair, führt letztendlich nach gut zwei Stunden, zu Standing Ovations. Viel Applaus also für die Darsteller! Und eine gelungene After-Show-Party rundet den Ausflug in Würzburgs Vergangenheit mit manch sentimentalen Anekdoten ab.

Ein Muss für alle Würzburger, die ihre Stadt lieben und an die, die ihre Heimat mal in einem anderen Licht sehen wollen!

Weitere Vorstellungen hier!

Fotos: Falk von Traubenberg/Mainfranken Theater Würzburg

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Nur keine Frau sein …

200 Oslo Vigeland-Anlage (Large)„Gern wäre ich irgend etwas auf dieser Welt.
Nur keine Frau.
Ich könnte ein Papagei sein.
Oder ein Schaf.
Ein Reh oder ein Spatz,
der auf einem Baum lebt.
Nur keine afghanische Frau.“

Jenny Nordberg

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