Daniel A. Kempken, Buchautor und Kosmopolit

IMG_1180_2_2 (Medium)„Vor mehr als einem halben Jahrhundert wurde ich am Niederrhein geboren. Etwas später habe ich die Juristerei studiert. Gearbeitet habe ich als Rechtsanwalt und Notar. Aber auch als Fließbandarbeiter, Trödler, ehrenamtlicher Sozialarbeiter und Reiseleiter. Es sollte ja nicht langweilig werden. Danach kam die Entwicklungszusammenarbeit und die Diplomatie – bis heute. Gelebt habe ich in Deutschland und in Spanien, im Kongo und in Sambia, in Ecuador und jetzt in Honduras – und bin viel herum gereist in unserer großen Einen Welt, am liebsten in Lateinamerika, sehr gerne auch auf den Kanarischen Inseln. Ich bin neugierig und hantiere gerne mit der Sprache. So ein Mensch könnte doch glatt Reiseführer schreiben! Irgendwann habe ich tatsächlich damit angefangen, Schlaglichter auf die Länder und Städte zu werfen, die mir besonders gut gefallen. Mittlerweile gibt es Schlaglicht-Bücher über Ecuador, Berlin und die Kanaren, ab Februar 2013 auch über Uruguay.“

12 Fragen – 12 Antworten

Ihr ultimatives Gute-Laune-Lied?

Lieder von der Ersten Allgemeinen Verunsicherung; am Besten gleich eine ganze LP.

Ihr Lieblingsbuch?

Das wechselt; ich finde das Leben ein bisschen kurz, um ganze Bücher zweimal zu lesen.

Ihr Lieblingsfilm?

Auch das wechselt;  im Moment ist „Whisky – eine Liebesgeschichte aus Uruguay“ mein Favorit.

Ihre Lieblingsküche?

(Natürlich) französisch.

Ihr Lieblingsreiseziel?

(Mi querido) Ecuador.

Ihr Haustier?

Leider nur aus Plüsch: Ein rosaroter Panther.

Park oder Prärie – Welcher Freizeittyp sind Sie?

Kann beides sehr nett sein, doch ein Palmenstrand oder eine schöne Altstadt wären mir lieber.

Ihr erstes Auto?

Simca 1100 – aber das war Zufall.

Mit wem würden Sie gerne eine Spritztour machen?

Mit meiner Frau – das tun wir auch bisweilen.

Was haben Sie immer dabei?

Geld – und Kleidung natürlich.

Hätten Sie einen Wunsch frei, so wäre dieser …?

Noch mal 30 sein!

Ihr Lebensmotto?

Es gibt zehn Gebote und hunderttausende Gesetze – und dann soll ich nur ein Lebensmotto haben?

Lok (Medium)3 Kanu (Medium)

www.danielkempken.de

Veröffentlicht unter Porträts | Verschlagwortet mit , , , , , | 1 Kommentar

Gastautorin Sara Nelke: Im Rausch des Samba

P1130151 (Medium)Milena ist sechzehn. Zeit ihres Lebens wohnt sie bereits in Miranda, einer Favela in einer der ärmsten Gegenden Rio de Janeiros. Der tägliche Kampf ums Überleben, Gewalt, nächtliche Schießereien, Armut und Angst haben Milenas kurzes Leben geprägt. Sie weiß, dass sie nie die Möglichkeit haben wird, dieses Leben zu verlassen. Sie, Milena, ist ein Kind der Favela. Tagsüber hilft sie der Mutter beim Nähen. Hosen, Röcke und Hemden werden an Nachbarn und Freunde verkauft. Milena kann schon gut nähen. Sie ist stolz darauf, zum Unterhalt der Familie beitragen zu können. Schließlich ist sie als Älteste für ihre fünf jüngeren Geschwister verantwortlich. Alles hat sich verändert, seit der Vater die Familie verlassen hat.

Die Nacht gehört dem Tanz, dem Rhythmus des Samba. Die Sambaschule der Favela ist gut und hat schon viele Preise gewonnen. Milena ist Mitglied dieser Sambaschule. Die nächtlichen Übungsstunden fordern ihre Tribute. Doch alle Mühen und Opfer zielen nur auf ein Ereignis hin. Der große Tag, der nur einmal im Jahr stattfindet. An Karneval ist die riesige Parade der Sambaschulen im Sambodrom. Nur die besten Schulen dürfen teilnehmen. Und die, die dabei sind, haben es geschafft. Milena weiß, dass das ihre Chance ist. Die Chance ihres Lebens, endlich die Tristesse der Favela verlassen zu können. Sie muss gut sein. Verbissen übt sie, tanzt und kämpft gegen die allabendliche Müdigkeit an. Voller Ehrgeiz ist sie. Sie weiß, dass sie es schaffen kann. Milena – die Sambakönigin. Einmal dem Elend und der Trostlosigkeit entrinnen zu können. Die Familie glaubt an sie und ihr Talent. Die wenigen Ersparnisse werden zusammengetragen. Stoff, Pailletten, Federn werden gekauft. Ein wunderschönes Kleid soll daraus entstehen – ganz weiß, unterstrichen durch den matten Schimmer unzähliger Perlen.

Die folgenden Tage und Wochen sind geprägt von Bangen und Hoffen. Wird sie es schaffen? Haben sich ihre Mühen, Entbehrungen und die vielen schlaflosen Nächte wirklich gelohnt? Kurz vor Karnevalsbeginn wird Milena schließlich zur Sambakönigin ihrer Schule ernannt. Sie darf die Parade anführen. Sie ist glücklich. Die Favela ist nun ihr Königreich. Für eine einzige Nacht darf sie die Anonymität verlassen – sie, die Königin der Sambaschule. Für eine einzige Nacht erfüllt sich der Traum ihres Lebens. Milena ist schön und ihre Schönheit wird durch den weißen Glanz ihres Kleides noch unterstrichen. Eine Krone aus Federn und Pailletten zieren ihr Antlitz wie ein kostbares Diadem.

Milena genießt jede Sekunde dieser Nacht, der längsten Nacht ihres Lebens. Zuschauer, Blitzlichtgewitter, Kameras, Trommelwirbel – alles verdichtet sich zu einem ekstatischem Schauspiel. Sie wünscht die Unendlichkeit dieser Nacht herbei. Die Unendlichkeit einer Nacht, in der sich ihr Leben, ihr Traum erfüllt. Doch schon zeigen sich lichte Spuren am nächtlichen Himmel. Unaufhaltsam werden die hellen Schimmer des nahenden Morgens Milenas Illusion zerstören. Wie ein drohendes Unheil rückt der Tag heran. Bald wird die Musik verstummen. Der Tanz ist vorbei. Erschöpft sinkt Milena nieder. Ihr weißes Kleid mit den Perlen, Pailletten und Federn fällt in sich zusammen. Ein sterbender Schwan.

Milena erhebt sich langsam. Es ist heller Tag. Der Traum der Nacht ist vorbei. Sie weiß, dass sie in den Alltag der Favela zurückkehren muss.

Veröffentlicht unter Autoren zu Gast/Guest Authors | Verschlagwortet mit , , , , | 1 Kommentar

Kurz nachgebellt: Der Kater

06 1112 (Large)War das `ne heiße Faschingsparty! Der erste Schwips meines Lebens …  Und heute hab‘ ich einen Kater, neiiiin, keine Katze, einen KATER! Sofa ist angesagt.

Bis denne, Euer Gaston.

Veröffentlicht unter Kurz nachgebellt | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

Kurz nachgebellt: Die 5. Jahreszeit!

015 Jecke Gaston 0207Jetzt noch ein klein bisschen frisch machen und auf geht’s zum Tuntenball …
Helau – Alaaf!!

Veröffentlicht unter Kurz nachgebellt | Verschlagwortet mit , | 2 Kommentare

Aki Ra, former child soldier

P1110640 (Medium)

Aki Ra is the founder of the Land Mine Museum near Siem Reap, Cambodia.

“I was given my first gun at the age of ten. I was a Child soldier of the Khmer Rouge. I’m told that my parents were killed by the Khmer Rouge before I was five years old. I saw many of my friends die during the war as well as many civilians. It was normal to see such things as a soldier in Cambodia. I used to lay landmines when I was a soldier. I laid thousands. At the time I did not realize how terrible landmines were or how much pain they caused my people. From childhood to adulthood all I knew was war. I grew up thinking that war was normal. I was very good at using landmines and I learned all about them as a soldier. Landmines were my friends because they could catch food for me. They would even protect me while I slept. But they were also very terrible because they killed and injured lots of innocent people.
In 1987 I defected from the Khmer Rouge and became a soldier in the Vietnamese Army. After 1989 the Vietnamese left and I continued to fight against the Khmer Rouge with the Cambodian National Army. In 1993 I worked for the United Nations when they came to Cambodia under UNTAC. I was trained as a deminer and helped to clear landmines and unexploded bombs. After the UN left I continued working with two French demining NGOs. I was very good at this job because I already knew a lot about landmines. I continued to clear mines on my own years later until I eventually collected enough weapon shells and casings to make a museum of my work.
I first opened the original landmine museum in 1997 near Siem Reap. After many years of planning and support from friends around the world, we were able to build this new facility that cares for over two dozen children. We have also created dozens of jobs that support local Khmers. “

Aki Ra

P1110639 (Medium)

How old are you?

I do not know the date I was born but I believe that I was born in 1970.

Do you have family?

My wife died in 2009. She took care of the museum with me. We have three children. My brother Yon also lives and works here. My sister Von lives in Siem Reap.

Why do you have a Japanese name?

I have had many names over the years. When I was s Khmer Rouge Soldier I was called Yeak which means dirty giant. Another name given to me by different KR soldiers was called Lo which means to cry a lot. I got this name because many people would try to tease me or pinch me to make me cry. Another name was Clay which is the name of a legendary animal that is stronger than a tiger. I got this name because I was a small but strong soldier and a great hunter. Later when I was a soldier fighting with the Vietnamese army I was called Teov which means cute, again because I was so small. In 1996 I met a group of Japanese journalists who called me Aki Ra. It s a very famous name in Japan. I decided that I liked this name and wanted it to be my final name. I have been called Aki Ra ever since.

How many mines and bombs have you de-activated?

I have been clearing mines and bombs for almost 18 years. There are several thousand here on display in the museum but I have cleared much more than what is here. It is estimated that I have cleared well over 50.000 mines and UXOs.

How do you clear a landmine?

Clearing landmines is very dangerous work. You have to know a lot about each type of weapon because they are all different. Any mine can kill you for making simple mistakes. I have good experience as a soldier and know how to take many weapons apart without them exploding, but I have also learned many additional safety techniques from going to special explosives disposal schools in the UK. It is very dangerous work and it takes a long time to master this profession. Mostly village people or the army will contact me to report when they have found a bomb or mine and ask me to help.

How many mines do you think are still active in Cambodia?

It is a difficult question to answer. Some believe that there are still between 3 millions and 6 millions. There are tons and tons of bombs as well that were dropped by the US during the Vietnam War. It will take many years to clear them all.

Do you work alone?

For many years I worked on my own and would travel to villages that asked me to come and clear mines around their homes. But it became very difficult for me because I did not have proper a license. Now I am working very closely with the Cambodia Mine Action and Victim Assistance Authority. This is much better because we can work much faster to clear mines when we work together with safety as a priority.

P1110641 (Medium)

Veröffentlicht unter Cambodia, Porträts | Verschlagwortet mit , , , , , | 4 Kommentare

Foto der Woche – Brooklyn, 1913

1-5941 (Large)I  found his picture on http://nicola-mesken.com/blog/

„One in a Million – I found this pile of thousands of photos in Brooklyn in a Second Hand shop. I thought, isnt it sad for a picture to end up here – and for the story it is telling which is getting lost? For 30 cents I bought the oldest photo I could find. (the date shows 7/31/13) I thought – I just pick „ONE in a Million“ just to reconnect the moment back than with the year 2013.“

Nicola Mesken

Meet Nicola on http://www.facebook.com/nicola.mesken

Veröffentlicht unter Foto der Woche | Verschlagwortet mit , , , , , | 3 Kommentare

Guest Author Gwynneth Anderson: Finishing the first draft

Gwynneth Small photoWriting withdrawal: what no one tells you about finishing the first draft.

Link: http://wp.me/p6pQ0-176

Summary: Yes, finishing the first draft is wonderful but then there’s the odd empty feeling that comes afterward.

Veröffentlicht unter Autoren zu Gast/Guest Authors | Verschlagwortet mit , | 1 Kommentar

Kurz nachgebellt: Wenn ich einmal sterbe …

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERAWenn Menschen sterben, machen sie ein Testament,
um ihr Heim und alles, was sie haben
denen zu hinterlassen, die sie lieben.
Ich würde auch solch´ ein Testament machen,
wenn ich schreiben könnte.
Einem armen, sehnsuchtsvollen, einsamen Streuner
würde ich mein glückliches Zuhause hinterlassen,
meinen Napf, mein kuscheliges Bett,
mein weiches Kissen, mein Spielzeug
und den so geliebten Schoß,
die sanft streichelnde Hand,
die liebevolle Stimme,
den Platz, den ich in jemandes Herzen hatte,
die Liebe, die mir zu guter Letzt
zu einem friedlichen und schmerzfreien Ende helfen wird,
liebevoll im Arm gehalten.
Wenn ich einmal sterbe, dann sag´ bitte nicht:
Nie wieder werde ich ein Tier haben,
der Verlust tut viel zu weh!
Such Dir einen einsamen, ungeliebten Hund aus
und gib´ ihm meinen Platz.
Das ist mein Erbe.
Die Liebe, die ich zurück lasse, ist alles,
was ich geben kann.“

Euer nachdenklicher Gaston.

Veröffentlicht unter Kurz nachgebellt | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Neue Reportage: Grüße aus aller Welt

Meine Freundin Siggi sammelt. Was? Postkarten! Davon hunderte, tausende, alle fein archiviert, mit viel Arbeit und Liebe. Siggi ist jemand, die sich über eine eingehende Postkarte freut wie ein Kind, das ein neues Lego-Bauteil bekommt. Genau das hat mich fasziniert, eine Geschichte über sie und ihre Leidenschaft zu schreiben.

Und wenn Ihr Siggi einen großen Gefallen machen wollt, so schreibt Ihr eine Postkarte aus Euren Heimatorten. Kleiner Tipp: Sie sammelt vor allem Ansichten von Kirchen, Burgen, Schlösser, Landschaften und sogenannte Map-Karten, also Karten mit einer kleinen Landkarte darauf. Also, einfach der Siggi eine Mail schicken (sigridheckl@yahoo.de) und nach ihrer Adresse fragen. Sie schreibt auch gerne Postkarten zurück. Vermerkt einfach Eure Adresse. Ganz gewiss sucht sie für Euch eine besonders schöne Postkarte aus ihrem idyllischen Weinort am Main aus! Einen Versuch ist das doch wert – mit Sicherheit!

BerichtMainpost Würzburg, 18. Januar 2013

Veröffentlicht unter Reportagen | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Foto der Woche – Bivanca

P1130084Grand Palace, Bangkok, January 2013

Veröffentlicht unter Foto der Woche | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar