Meine Stiefmutter Ulrike Meinhof. Eine Annäherung

Anja RöhlDas Buch ist eine literarische Verarbeitung von Erinnerungen an Ulrike Meinhof und führt zwangsläufig in eines der dunkelsten Kapitel der noch relativ jungen Bundesrepublik.

Sehr gespannt war ich auf die Lesung von Meinhofs Stieftochter Anja Röhl. Gut zwei Stunden hat sie aus dem Buch vorgetragen, nichts dazwischen kommentiert sondern erst nachher. Ihr eigener Erzählstil erzeugte Spannung und auch Verständnis – ja, zumindest ein bisschen – für eine RAF-Terroristin, die Röhl als warmherzig und sensibel schildert.

RöhlDas Buch ist aber auch eine Abrechnung – mit dem gewalttätigen Vater, der schwachen, in eine desolate Frauenrolle gepressten Mutter und mit sich selbst als Missbrauchsopfer. Sie berichtet über Heimaufenthalte mit körperlichen Züchtigungen noch in den 1960er Jahren und immer auch von Naziattitüden der Älteren.

Als Tochter aus erster Ehe Klaus Rainer Röhls lernt Anja im Alter von fünf Jahren die neue Freundin und spätere Frau ihres Vaters kennen: Es ist Ulrike Meinhof. Es entsteht eine unerwartet intensive Beziehung, die über Jahre anhält, auch als Ulrike Meinhof in Isolationshaft in Köln-Ossendorf und später in Stammheim inhaftiert ist. Anja Röhl besucht sie im Gefängnis und erhält von ihr Briefe.

Anja Röhl beschreibt ihre Stiefmutter als Gegenpol zum sehr autoritären Umfeld ihrer Zeit – ganz anders, als ihre Halbschwester Bettina Röhl, die ihre Mutter entmythologisieren möchte. Das führte letztendlich auch zum Bruch mit der Halbschwester.

Anja Röhl: Die Frau meines Vaters. Erinnerungen an Ulrike Meinhof, 160 Seiten, 18 Euro.

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Foto der Woche – Spiritual Seeker

L1200402 (Large)Varkala, Südindien, Februar 2016

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Istanbul Attentat

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Straßenbahn in der Istiklal-Einkaufsstraße.

Wieder ein Selbstmordanschlag heute morgen in Istanbul. Noch genau vor einer Woche war ich in Istiklal, eben dieser Einkaufsstraße unterwegs, um ein bisschen Shopping zu machen, denn dort gibt es tolle Geschäfte. Sie ist ganz in der Nähe des Taksim-Platzes mitten im Zentrum von Istanbul. Ich muss wohl einen Schutzengel gehabt haben. Mal wieder!OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA

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Life’s sweet caress

DSCF4084 (Large)„How ever long your stay on this small planet lasts, and whatever happens during it, the most important thing is that – from time to time – you feel life’s sweet caress.“

Jean-Baptiste Charbonneau, Avis de passage (1957)

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Back from Pakistan

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Driving on Karakorum Highway, Northern Pakistan.

Coming back from my trip to Pakistan. I worked 13 days in a row and often up to 14 hours daily. I collected a lot of stories, got to know many lives, had interesting encounters and touching moments. Had to be always surrounded by people, was never on my own due to the very difficult situation in the country. And I do love very much being on my own!!

I always had to be alert and the colleagues and my team too. Not only because of the political side but also being at risk for kidnapping which happens in Pakistan every day. But I trusted my people and that was good. I was never afraid. Everything went smooth. Now at the end I just look at all the work, the departures, the landings and the long and exhausting road trips with a big smile …

The team around me did a great and wonderful job! Have a nice weekend wherever you are!

More stories will follow. In German and English!KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA

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Eine Hommage an handgeschriebene Briefe

Donate-download (Large)Während ich in Indien war habe ich nicht nur meine Liebe für das Schreiben von Postkarten neu entwickelt sondern auch jene für handgeschriebene Briefe. Und diese habe ich an meine Freundinnen in USA und Kanada geschrieben. Denn: Es ist doch schön, im Briefkasten wieder mal einen Brief vorzufinden, auf dem eine echte Briefmarkte klebt!

Eine leidenschaftliche Hommage an das Briefeschreiben legt die spanische Autorin Ángeles Doñate mit ihrem ersten Roman vor. In dem kleinen spanischen Ort Porvenir zieht der Winter mit einer schlechten Nachricht ein: Das über hundert Jahre alte Postamt soll geschlossen werden. Eine Hiobsbotschaft für Sara, die rothaarige Postbotin und alleinerziehende Mutter, die nun nach Madrid versetzt werden soll. Und eine Katastrophe für die achtzigjährige Rosa, die in der sympathischen Frau und ihren drei kleinen Kindern eine Familie gefunden hat.

Doch dann hat die alte Dame eine Idee, die alles vielleicht noch retten könnte: Sie schreibt einen Brief, der ihr schon seit Jahrzehnten auf der Seele brennt, und eröffnet damit einen Reigen außergewöhnlicher Briefe, die alle auf dem Postamt von Porvenir landen. An ihrem vierzigsten Geburtstag erhält die vollkommen überraschte Sara neununddreißig Briefe mit Zitaten aus den schönsten Liebesbriefen der Weltliteratur. Der vierzigste Brief aber ist von dem Mann, der sie heimlich liebt …

Ángeles Doñate: Der schönste Grund, Briefe zu schreiben, 420 Seiten, 20 Euro

 

 

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Retroschick mit der Olympus PEN

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERAKurzprofil Olympus PEN E-PL7

  • 16 Megapixel
  • ISO 100 – 25.600
  • integriertes Wi-Fi
  • klappbares Touch-Display
  • ca. 400 Gramm
  • ab 350 Euro

Ich war auf meiner Reportagereise in Pakistan wie immer mit zwei Kameras unterwegs. Diesmal habe ich mich als Zweitkamera für die handliche und schicke Olympus PEN E-PL7 im Retrolook entschieden. Gehört habe ich schon länger von ihr, zum Beispiel, dass sie „die ultimative Kamera für Fashion-Blogger“ sei. Hörte sich gut an.KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA

Ich wollte sie einfach mal in meinen Themenbereichen ausprobieren. Und tatsächlich: Top-Bilder auf Knopfdruck. Und obwohl ich keine Selfies mache, kann sie diese aber recht gut. Dafür wird lediglich das LCD nach unten geklappt und schon haben sich die Fotografen für die Porträtserie oder das Video im Blick. Die Kamera lässt sich auch über das Smartphone auslösen.KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERAKONICA MINOLTA DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERABegeistert war ich von den 15 Art-Filtern und den kreativen Effekten. Damit kann man schon mal ganz besondere Bilder zaubern. Und wer möchte, kann die PEN mit anderen Objektiven ausstatten. Dafür stehen mehr als 65 Modelle zur Verfügung. Und ein Hingucker ist sie auch. Ich hatte das weiße Modell im Retro-Look mit dem Objektiv 14-42 und dem passenden weißen Trageriemen.

Und hier ein paar Art-Filter-Fotos mit meiner Freundin Vivian in Istanbul, die sich als Model zur Verfügung stellte.

Mit Dank an Olympus für die Testkamera, die ich während meiner Reportagereise nach Pakistan und Istanbul ausprobieren konnte.

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Kathakali Make-up und Kostüme

L1200336 (Large)L1200367 (Large)(see English version below)

Das Schminken und Kostümieren der Darsteller dieser südindischen Tanzform nimmt oft mehrere Stunden in Anspruch. Die Materialien sind alle lokal erhältlich. Die einzelnen Figuren erkennt man an ihrem Make-up. Ich war schon vor der Aufführung vor Ort und konnte der Schminkzeremonie beiwohnen. Und ich lernte die Darsteller kennen: Maneesh, Manohar und Vinayan.L1200333 (Large)

The makeup is very elaborate. It is so elaborate that it is more like a mask than makeup in the usual sense. The materials that comprise the makeup is all locally available. The white is made from rice flour; the red is made from Vermilion (a red earth such as cinnabar). The black is made from soot. The colours are not merely decoration, but are also a means of portraying characters. For instance, red on the feet is used to symbolise evil character and evil intent. I was there some hours before the show and could look at the make-up procedure. And I got to know the artists: Maneesh, Manohar und Vinayan.

Each character is instantly recognisable by their characteristic make-up and costume.The extraordinary costumes and make-up serve to raise the participants above the level of mere mortals, so that they may transport the audience to a world of wonders.

 Kathakali (Large)

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Der Jain-Tempel von Ranakpur

IMG_4137 (Large)„Ich verzeihe allen Lebewesen, mögen alle Lebewesen mir vergeben, alle Seelen sind meine Freunde, in mir existiert keine Feindseligkeit.“ (Jain-Zitat)IMG_4199 (Large)

Er gehört zu den schönsten Tempeln Nordindiens. Die Anlage von Ranakpur in Rajasthan. Sie ist dem Jainismus geweiht. Diese besondere Religionsform aus dem 6. Jahrhundert vor Christus entstand einst als Reformbewegung gegen die Strenge des Brahmanismus. Die meisten ihrer 4,5 Millionen Anhänger leben in Nordindien. Anders als beispielsweise der Buddhismus konnte sich diese Religion außerhalb ihres Ursprungslandes nicht ausbreiten. Ihre Anhänger, die Jains, sind meist Akademiker oder Geschäftsleute und zählen zu den Wohlhabendsten des Landes. Das erklärt auch, warum Jain-Tempel oft aus Marmor und sonst irgendwelchen teuren Materialien bestehen und viel prachtvoller als andere Tempel sind. Das oberste Gebot der Jain-Gläubigen ist die Einhaltung und die Toleranz jeglichen Lebens. Einige von ihnen tragen einen Mundschutz, um nicht aus Versehen ein Insekt zu verschlucken.

Alle Lebens- und Arbeitsbereiche der Jains sind von ihrem Glauben betroffen. Einige essen nichts aus der Erde, da beim Herausziehen Insekten getötet werden könnten. Ihr Glaube verbietet ihnen gleichwohl, in der Landwirtschaft oder beim Militär zu arbeiten, wo das Tötungsverbot missachtet wird. Gemäß ihrer Askese bewahren sie ihren Wohlstand für ihre Heiligtümer auf, da persönlicher Konsum – so gut es geht – vermieden werden soll.

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Laughing with the stars

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERABeing lost in your mind and your ego is exactly like swimming in a fish bowl inside an ocean. When you finally come out of that fish bowl you realize all the freedom you already have and you can’t help but tilt your head back and laugh with the stars.

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