Werbung auf afrikanisch

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Fast alle Werbeschilder – besonders die der kleineren Händler und Selbständigen – werden von Plakatmalern gefertigt. Viele stehen direkt auf der Straße vor den Läden und ergeben ein buntes und fantasievolles Straßenbild. Anatole Ballovi ist einer der Plakatmaler. Ich lerne ihn in Kandi, Nordbenin, kennen, wo er in einem winzigen Straßenatelier arbeitet. Stolz erzählt er mir, dass er bereits drei Innovationspreise gewonnen hat.

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In Togo/Teil IV: Im Buruli Ulcer-Zentrum des Landes

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Ortswechsel Tsévié. Wir besuchen das Regionalkrankenhaus in der Nähe der Hauptstadt. Seit vielen Jahren wird es von der DAHW unterstützt. Hier befindet sich auch das Buruli Ulcer-Zentrum des Landes.

Vor fünf Jahren hat eine Spenden-Kampagne der DAHW mit der Würzburger Zeitung Mainpost eine ansehnliche Summe erbracht. Damit wurde ein Anbau finanziert, in dem Buruli Ulcer-Patienten behandelt werden sowie ein Klassenzimmer untergebracht ist. Für kleine Patienten wie Kofi.

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Der Elfjährige hat Buruli Ulcer am rechten Bein. Er wird seit fünf Monaten hier behandelt. Auch der andere Fuß und der Arm sind befallen. Anne Braun, eine Volontärin der Stiftung Foullereau aus Luxemburg, macht ein viermonatiges Praktikum im Krankenhaus. Sie hilft in Tsévié mit. Sie liebt es, mit den Kindern zu spielen und sie zu unterrichten. „Bei Kofi haben sich weitere Abszesse gebildet. Aber der Junge ist geduldig und weiß, dass er nach der Behandlung wieder ganz gesund wird“, sagt die 27-Jährige.

Kofi wird von seiner Großmutter begleitet. Der Rest der Familie ist im weit entfernten Dorf geblieben. „Wir sind eine richtig tolle Buruli-Familie“, sagt Anne Braun. Kofi nickt. Nein, seine Geschwister vermisst er nicht, denn er hat neue Freunde hier gefunden.

Er drückt die Hand der Luxemburgerin. Sie lächelt ihn aufmunternd zu. Dann macht sich Kofi auf den Weg ins Behandlungszimmer. Der Physiotherapeut wartet schon auf ihn – wie jeden Tag.

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Am Abend sind wir in der Residenz des Deutschen Botschafters eingeladen. Es kommen viele Gäste. Jeder von uns findet interessante Gesprächspartner. Hohe Mauern grenzen das Anwesen zum Meer hin ab. Mit einer Trommel- und Tanzgruppe aus Kpalime ist nun Afrika nicht nur draußen sondern auch drinnen!

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Die Woche vergeht wie im Flug und bald ist der offizielle Teil meiner Afrikareise beendet. Ab jetzt reise ich privat weiter. Bevor ich am nächsten Tag meine lange und abenteuerliche Fahrt in den Norden Benins antrete, gönne ich mir noch eine einstündige Massage in der Nähe meines Hotels. Ich bin gerüstet.

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Buddha’s Happiness

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA„Happiness does not depend on what you have or who you are; it solely relies on what you think.“

Buddha

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Togo: Im Gefängnis von Lomé

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Es war nicht einfach, die Erlaubnis zu bekommen, das Gefängnis von Lomé zu besuchen. Mit dem Deutschen Botschafter und Vertretern der Organisation, für die ich arbeite, ist es schließlich möglich. Die Menschenrechtssituation ist dort sehr prekär – wie in fast allen afrikanischen Gefängissen.

Etwa 2.000 Männer sind täglich im engen Gefängnishof versammelt. Das Gefängnis hat eine Kapazität für 800 Männer. Nachts schlafen 80 von ihnen in etwa 25 Quadratmeter großen Zellen, die für 40 Häftlinge gerade mal so ausreichen. Sie schlafen im Sitzen, dicht gedrängt und mit dem Rücken aneinander gelehnt.

Tagsüber herrscht im Hof ein Treiben wie auf einem Marktplatz. Überall sind kleine Stände, an denen die Inhaftierten Essen oder Dinge des täglichen Bedarfs für ihre Mithäftlinge verkaufen. Die Angehörigen versorgen sie mit Essen und diesen Artikeln. So können sie ein wenig zu Geld kommen, um sich Nahrungsmittel zu kaufen. Denn es gibt nicht genug zu essen. Die, die kein Geld haben, sind am schlimmsten dran. Rund 67 Prozent sind Untersuchungshäftlinge, doch die Verfahren können hier ewig dauern.

Wir bewegen uns völlig frei durch die Menschenmassen – ohne Wächter. Sicher, auch wenn das Vorhaben recht mutig ist – ich habe keine Angst. Ich fühle Respekt und Zurückhaltung von Seiten der Gefangenen. Einige Inhaftierte kommen auf mich zu, um mit mir zu sprechen. Doch Unterhaltungen sind nicht erlaubt.

Außerdem besuchen wir Häftlinge, die an Tuberkulose und oft auch an HIV erkrankt sind. Einmal in der Woche kommt eine Ärztin und behandelt sie. Kontrolluntersuchungen bei neuen Häftlingen finden nicht statt. Dazu gibt es keine finanziellen Mittel.

Der Halbbruder des Präsidenten sitzt hier in einer Einzelzelle im Hochsicherheitstrakt ein, angeklagt wegen Staatsverrat und Putschversuch.

Im nahen Frauentrakt sieht es nicht viel anders aus. Hier gibt es rund 100 Frauen, Platz ist nur für die Hälfte. Die Gründe für ihre Inhaftierungen sind meistens Drogenhandel, Betrug oder Kindermord.

Mein Fazit: Hygiene, Medizin, Nahrung – es fehlt an allem.

Fotografieren war nicht erlaubt. Die hier abgebildeten Bilder sind daher außerhalb entstanden.

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Togo: Voodoo für die Ahnen

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In Togo/Teil III: Voodoo und der Zauber des Nordens

Lange Stunden fahren wir in den Norden. Gegen Abend erreichten wir Kara. Unser Hotel ist das Beste am Platz, hat einen großen Pool aber kein Internet.

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Eine staubige Piste bringt uns nach Siou. Die DAHW hat dort ihre Arbeit in Togo mit der Unterstützung der Leprastation im Jahr 1964 begonnen. Die Station wurde damals von katholischen Schwestern geleitet.

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Der Dorfplatz ist voller Menschen. Viele tragen traditionelle Kleidung und haben weiß bemalte Gesichter. Trommeln werden herbei getragen und in der Mitte aufgebaut. Ein Banner weist auf das 50-jährige Engagement der DAHW in Togo hin. Bald beginnt die Trommelgruppe zu spielen. Die Musik steckt an. Immer mehr Menschen finden sich auf dem Platz zusammen und laufen tanzend und singend im Kreis. Wir sitzen auf Stühlen unter einem improvisierten Plastikdach. Ohne das könnten wir die Hitze kaum aushalten. Mittlerweile ist das Thermometer auf 36 Grad angestiegen.

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Es kommen immer mehr Leute hinzu, die singen und mittanzen. Das staatliche Fernsehen ist gekommen und einige Journalisten, die über das Ereignis berichten. Wieder folgen Ansprachen verschiedener Gäste.

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In einer Zeremonie für die Ahnen wird ein Huhn getötet, und das Blut auf dem Boden verteilt. Voodoo ist auch hier allgegenwärtig und es gibt Rituale, die man sich als normaler westlicher Mensch nicht vorstellen kann. Während ich im Nachbarstaat Benin lebte, habe ich vieles mitbekommen. Das rituelle Töten eines Huhns gehört noch zu den harmloseren Ereignissen. Ich kann es nicht sehen, wenn Tiere getötet werden und wende mich ab. Ein Kollege macht die Fotos. Alle warten gespannt auf den Höhepunkt des Tages, der Enthüllung der Gedenktafel an einer Wand neben der Gesundheitsstation. Es ist soweit. Der Jubel ist groß. Jeder möchte einen Blick darauf werfen: Die DAHW in Togo seit 1964!

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Erneut setzt Trommelwirbel ein. Menschen tanzen, klatschen in die Hände und jubeln. Die Dorfvorsteherin, Madame Barandao, lädt uns zum Essen in ihr Haus ein. Es gibt Maisbrei mit Tomatensauce und Hühnchen. Als Vegetarierin esse ich kein Fleisch. Der Maisbrei schmeckt fad, ist mit der würzigen Sauce sehr schmackhaft. Auch ohne Fleisch, das überall und in jeder Art angeboten wird, finde ich leckere Alternativen, um satt zu werden.

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Wir werfen einen letzten Blick auf den Dorfplatz. Jetzt ist er menschenleer. Die Bewohner haben sich in ihre Häuser zurückgezogen. Flimmernde Hitze liegt über der kargen Landschaft. Bald wird sich die Nacht über das Land senken. Ein ereignisreicher Tag in Nordtogo geht zu Ende.

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA Auf der Rückfahrt in die Hauptstadt am nächsten Morgen halten wir bei den italienischen Missionsschwestern in Koloware, einem Lepradorf. Mit Unterstützung der DAHW kümmern sich die Schwestern um Patienten und haben eine gut funktionierende Krankenstation aufgebaut. Wir übergeben Materialien und Medikamente, bevor wir nach Lome zurückkehren.
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Sterne, die lachen

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Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust,
wird es dir sein, als lachten alle Sterne,
weil ich auf einem von ihnen wohne,
weil ich auf einem von ihnen lache.
Du allein wirst Sterne haben, die lachen können.

Antoine de Saint Exupéry

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Den eigenen Weg gehen

„Nur wer seinen eigenen Weg geht, kann von niemanden überholt werden.“

Marlon Brando

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In Togo/Teil II: Der kleine Eli und andere Patienten

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERADumpfer Trommelwirbel kündigt unseren Besuch in Tchekpo-Dévé an. Fast das ganze Dorf hat sich vor dem kleinen Gesundheitsposten versammelt. Die Atmosphäre ist festlich. Nach der Begrüßung möchten die Frauen mit uns tanzen. Freude über ankommende Gäste wird in Afrika durch Musik und Tanz ausgedrückt. Die Ansprachen werden ins Französische und in die Lokalsprache Ewe übersetzt. Das ist wichtig, denn viele neugierige Augenpaare verfolgen die Reden.

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Im Hintergrund stehen Jugendliche, die an Buruli Ulcer erkrankt waren und nun geheilt sind. Sie danken Dr. Jörg Nitschke für seine medizinische Behandlung. Der pensionierte Chirurg arbeitet ehrenamtlich in Togo für die DAHW und kommt alljährlich mehrmals in den westafrikanischen Staat. Darüber hinaus ist er für „Ärzte ohne Grenzen“ in den Krisenregionen Afrikas tätig.

Dr. Jörg Nitschke mit seinen kleinen Patienten.

Dr. Jörg Nitschke mit seinen kleinen Patienten.

Der kleine Eli ist am Auge an Buruli Ulcer erkrankt.

Der kleine Eli ist am Auge an Buruli Ulcer erkrankt.

Eli und seine Familie.

Eli und seine Familie.

Der kleine Eli und seine Familie warten im Nachbardorf. Auch hier haben sich fast alle Bewohner versammelt. Denn wann kommen schon mal so viele Leute, um Eli zu besuchen? Der Junge mit dem an Buruli Ulcer erkrankten Auge ist heute die Hauptperson. Dr. Nitschke hat ihn operiert und verfolgt den Heilungsprozess. Zufrieden ist er nicht. Eine Trübung der Linse macht ihm Sorgen. Er vereinbart einen Behandlungstermin in der nächsten Woche.

Während der Rückfahrt in die Hauptstadt ist es ein wenig stiller als auf der Hinfahrt. Die Ereignisse des Tages beeindrucken. Jeder hängt seinen Gedanken nach. Jeder auf seine Weise.

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Togo, Westafrika/Teil I

collage

April 2014

Ankunft in Lomé

Es ist schon dunkel, als die Air France-Maschine auf dem Rollfeld von Lome/Togo landet. Es ist früher Abend, doch die Nacht beginnt sehr bald in Afrika. Als wir die Gangway hinuntergehen, weht uns ein tropischer Lufthauch entgegen. Ja, wir sind in Afrika. Wie soll es auch anders sein. Nach den Apriltemperaturen zuhause freuen wir uns über die ersehnte Wärme.

Ich bin dienstlich hier. Der Vertreter meiner Organisation in Togo erwartet uns am Rande des Rollfeldes und lotst uns in die VIP-Lounge des Flughafens. Wie angenehm, wir brauchen uns weder um Einreisestempel noch um die Gepäckabholung zu kümmern. Die Mitarbeiter kennen sich aus, und im Nu sind die vielen Koffer und Taschen verstaut.

Die DAHW in Lomé, Togo.

Die DAHW in Lomé, Togo.

Die Arbeit in Togo kann beginnen. Ich reise mit einer Delegation von sieben Personen, die die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe, seit langem unterstützen. Außerdem: In diesem Jahr blickt die DAHW auf 50 Jahre Engagement in Togo zurück.

Die Kathedrale von Lomé.

Die Kathedrale von Lomé.

Geschäftiges Treiben in der Rue Commerciale.

Geschäftiges Treiben in der Rue Commerciale.

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Was für ein Zufall. Ich treffe Gundula bei ihren Freunden in Lomé. Sie lebt jetzt in Italien. Wir haben uns vor vielen Jahren im Niger, Westafrika kennengelernt.

Was für ein Zufall. Ich treffe Gundula bei ihren Freunden in Lomé. Sie lebt jetzt in Italien. Wir haben uns vor vielen Jahren im Niger, Westafrika kennengelernt.

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