Check in: Hotel Bellevue, Bad Gastein

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Als ich nachts ankomme und durch den Ortskern laufe, gleicht der Ort einer Geisterstadt. Doch sobald ich den anbrechenden Tag auf meinem Balkon begrüße, sehe ich die prächtige Bergkulisse. Morbider Charme und Aufbruchstimmung lassen grüßen. Und mittendrin am Berghang gelegen das Hotel Bellevue, mein Domizil für die nächsten Tage. Ein Haus aus der Gründerzeit in unmittelbarer Nähe zu Retro-Villen und dem Grand Hotel de l’Europe, das ein Casino sein soll, auch wenn es während meines Besuchs geschlossen ist.

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Doch nun hinunter in den Spa-Bereich, um im Pool eine Runde zu schwimmen. Anschließend beginnt mein Tag am reichhaltigen Frühstücksbüfett. Von meiner Suite aus blicke ich direkt auf den Ort und die Berge. Zu ihr gehört ein „Wohnzimmer“, eine Küchenzeile, das große Bad und ein Schlafzimmer. Perfekt, um am Abend mit meinen Freundinnen zusammen zu sitzen, denn die sind an dem Wochenende auch in Bad Gastein. Unser „Mädels-Wochenende“ planen wir einmal pro Jahr an wechselnden Orten. Heuer fiel unsere Wahl auf Bad Gastein mit seinen Belle-Époque-Hotels. Nachdem wir alle in unterschiedlichen Städte leben, sehen wir uns leider nicht so oft. Deshalb kommen uns die Treffen immer sehr gelegen.

Zu Gast im „Bellevue“ – Impressionen:

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Ich habe mir das „Bellevue“, das zur Mondi-Hotelgruppe gehört, ganz bewusst ausgesucht. Denn ich liebe Hotels, die Geschichten erzählen. Und Geschichten hat das „Bellevue“ reichlich, denn bereits im 19. Jahrhundert war es in aller Munde, nicht nur als Empfehlung im Baedeker und im damals bekannten Mayerschen Reiseführer sondern auch als Geheimtipp unter den ersten europäischen Jetsettern, die entweder die Sommerfrische in den Bergen genießen wollten oder den Wintersport. Beides hatte Bad Gastein zu bieten. Und es waren genau diese Grand-Hotels, in denen man nicht nur logierte, sondern zugleich auch wohnte. „Gast im Bellevue“ zu sein, wurde zum geflügelten Wort für Menschen aus Wirtschaft, Politik, Kultur und dem internationalen Jetset.

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Der Gasteiner Wasserfall mitten im Ort überraschte mich. Er gehört zu den bekanntesten Österreichs, ist das Wahrzeichen von Bad Gastein und auf fast allen Postkarten abgebildet. Seine Besonderheit ist, dass er donnernd durch den Ort rauscht, zwischen zwei Häusern bahnt er sich seinen Weg in drei Stufen in die Tiefe. Die Fallhöhe beträgt immerhin 340 Meter. Dann das Zentrum. Viele Geschäfte im Ortskern haben geschlossen und sind leer, es heißt, ein unbekannter Investor hätte fast alles aufgekauft, was in Zukunft damit passiert wisse man nicht.

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Zurück ins „Bellevue“. Architekt Fred Malik wählte bei der Renovierung des Hotels als Reminiszenz an die Kaiserfarbe Gelb, diesmal in mehreren Nuancen. Heute finden sich in den Korridoren des Hotels geschmackvolle Jugendstil-Bilder. Die Gäste bleiben stehen, gucken und verweilen. So kann die Rückkehr auf das Zimmer auch gerne mal etwas länger dauern. Die früheren Stammgäste hatten wie die heutigen ihre Ansprüche und Wünsche.

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Lady Hamilton aus New York wohnte gerne im Appartement 121/122 und Lady Fitzgerald hatte ihren weißen Cadillac samt Chauffeur im Gepäck. Eduard Zimmermann, Chef von Aktenzeichen XY saß während seiner jährlichen Kur im Speisesaal und das Football-Team „Dallas Cowboys“ kam auch schon mal samt Presse-Entourage. 1992 dann der große Brand, der das alte Gebäude zerstörte. Mit dem Bau des heutigen Hotels begann eine neue Ära, die bis heute anhält.

Mein Aufenthalt wurde vom Hotel Bellevue unterstützt. Meine Meinung ist wie immer meine eigene.

 

 

 

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Horrorautoren in Gefahr

Kill Creek

„Das letzte Mal habe ich mich als Teenager bei der Lektüre von Shining so gefürchtet.“
The Hollywood Reporter

Heute ist Lese-Donnerstag! Gestern abend war ich im Kino – in „Es“. Der neue Stephen King. Naja, so lala! Gefürchtet habe ich mich nicht, ganz im Gegensatz zu einigen jungen Frauen neben mir, die bei jeder Horrorszene aufschrieen. Ich bin also noch ein wenig im Kinomodus und habe eine gute Geschichte für Euch entdeckt.

Was überhaupt macht eine gruselige Horrorgeschichte aus? Laut Horrorautor Sam McGraver sind es vier Aspekte: Die Beschränkung auf einen klar abgegrenzten Ort, ein Geheimnis aus der Vergangenheit, eine Atmosphäre des Verfalls und Verderbens, und: die Verführung der Unschuldigen.

Scott Thomas Neuerscheinung ist „Kill Creek“. Damit gelingt dem Kalifornier ein Horror-Debütroman, der all diese Kriterien erfüllt. Und er kann sich mit Stephen Kings „Shining“ oder Thomas Olde Heuvelts „Hex“ messen. Eine Verfilmung als TV-Serie ist bereits in Planung.

Die Story: Am Ende einer langen Straße mitten im ländlichen Kansas liegt einsam und verlassen das Finch House. Es ist berüchtigt, schließlich ereilte jeden seiner Bewohner einst ein grausames Schicksal. Könnte es eine bessere Kulisse geben, um die vier erfolgreichsten Horrorautoren der USA zu einem Interview zusammenzubringen und das ganze live im Internet zu streamen? Was als harmloser Publicity-Spaß beginnt, entwickelt sich schnell zum Albtraum für alle Beteiligten. Denn es kommen nicht nur die dunkelsten Geheimnisse der vier Schriftsteller ans Tageslicht, auch das Finch House selbst hütet ein Geheimnis. Aber anders als die vier Autoren möchte es dieses nicht für sich behalten. Und schon bald gibt es den ersten Todesfall.

Scott Thomas: Kill Creek, 544 Seiten, 14,99 Euro.

 

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The responsibility of a photographer

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„This should be the responsibility of photographers today to free women, and finally everyone, from the terror of youth and perfection.“

Peter Lindbergh (1944 – 2019)

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Liebe und Verrat am Bauhaus

Die goldenen Jahre

Lese-Donnerstag! Das Buch, das ich für Euch gefunden habe, passt hervorragend zum Bauhaus-Hype, der in diesem Jahr unser Land erfasst. Museen werden eröffnet, Ausstellungen widmen sich dem Thema. Doch was ist „Bauhaus“ wirklich?

Kurze Info: 1919 gründete der Architekt Walter Gropius in Weimar das „Staatliche Bauhaus“. Dabei geht es um die neue Gestaltung alltäglicher Dinge sowie um einen neuen modernen Menschen. 1925 zog die Hochschule unter politischem Druck nach Dessau um, 1932 nach Berlin. Dort wurde sie kaum ein Jahr später von den Nazis geschlossen.

Und nun zum Buch: Es ist die Zeit ihres Lebens: 1922 beginnen fünf junge Menschen ihr Studium am neu gegründeten Bauhaus in Weimar. Es sind Jahre voller Glanz, Ekstase und dem Rausch der Freiheit. Sie glühen für die Ideale dieser jungen Kunstwelt und können es kaum erwarten, sich darin zu verlieren. Doch so intensiv die Freundschaft zwischen Paul, Walter, Jenö, Irmi und Charlotte auch scheint, sie ist durchwirkt von Geheimnissen, Intrigen und unglücklicher Liebe.

Und als die goldenen Zwanziger in die düstersten übergehen, bricht all das so sorgsam Verborgene hervor – und zieht die Freunde in einen tiefen Abgrund. In ihrem neuen Roman erzählt Naomi Wood eine Geschichte von bedingungsloser Liebe, tiefer Freundschaft und dem größten Verrat.

Naomi Wood: Diese goldenen Jahre, 352 Seiten, 22 Euro.

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Schwedische Fettnäpfchen

Fettnäpfchen

Reisebuchautorin Cornelia Lohs hat sich diesmal den Fehltritten in Schweden angenommen. Und die können in dem skandinavischen Land immens sein, was vielen Reisenden so gar nicht bewusst ist. Lohs Protagonistin Katharina freut sich auf das Forschungssemester am berühmten Karolinska-Institut in Stockholm. Knäckebrot hat sie schließlich schon als Kind geliebt, und nirgends sind Frauen und Männer so gleichberechtigt wie hier.

Aber schneller als ihr lieb ist, spürt Katharina schon die Auswirkungen ihrer ersten Fehltritte. Zum Glück findet Katharina bald Freundinnen wie Emma, die ihr die schwedischen Sitten und Gebräuche näherbringen. Und mithilfe von Emmas Tipps und Hintergrundwissen, fühlt sich Katharina bald richtig angekommen. In zahlreichen Beispielen wird Euch vermittelt, was Ihr in Schweden lieber vermeiden solltet. Und Infos über den „Swedish way of life“ gibt es auch noch!

Cornelia Lohs: Schweden.Fettnäpfchenführer, 256 Seiten, 12,95 Euro

Die Autorin verlost ein handsigniertes Exemplar. Einfach in den Kommentaren schreiben, was Schweden für Euch einzigartig macht!

Connie

„In einige der Fettnäpfchen, in die ich meine Fantasiefigur Katharina treten lasse, bin ich in Schweden selbst getreten. So habe ich vor der Pressekonferenz mit den Nobelpreisträgern einer Mitarbeiterin des Pressestabs auf die Schulter getippt, weil ich eine Frage hatte – ein absolutes No-Go. Wenn sie nicht gerade miteinander verwandt, verschwägert oder befreundet sind, halten die Schweden zu ihrem Gegenüber einen gebührenden Abstand von mindestens einem Meter. Wenn Fremde sie berühren oder ihnen auf die Schulter klopfen, empfinden sie das als sehr unangenehm. Ich musste im Nobelrestaurant niesen, habe ins Taschentuch geschnäuzt und damit alle Blicke auf mich gezogen. Der Gebrauch von Taschentüchern im Restaurant gilt in Schweden als Ekelfaktor – man geht zum Naseputzen auf die Toilette. Meine Small-Talk-Versuche kamen ebenfalls nicht gut an – den Schweden ist es generell unbehaglich zumute, wenn sie von jemanden angesprochen werden, den sie nicht oder kaum kennen. In andere Fettnäpfchen, in die Katharina tritt, sind deutsche, englische und amerikanische Freunde und Bekannte von mir getreten. Manches kam mir übertrieben vor, bis selbst wieder in den Fettnapf trat.“ (Cornelia Lohs (links) hier mit der US-amerikanischen Nobelpreisträgerin, der Biochemikerin Frances Arnold, in Stockholm.)

 

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Puppy Love

“A dog is a heart on four legs.”

Irish Proverb

My neighbour Gosha cannot only bake cakes! No, she also has a heart for animal’s protection. The last days were crazy. Gosha met during her stay in Poland a dog in a real state of emergency. After many worries, rescue procedures and her strong will Misiek („Bear“) came to Germany. And with the precious help of others he found already his forever dream home with 2 bigger sisters.

Well, a heart on four legs embodies a feeling that dog lovers have known for ages. From the very first moment of cuddling the new pet, whether you are a child or a grown-up, a beautiful friendship begins to blossom. That’s because cats, dogs and other pets understand us without a word – and never lecture us.

We can share all of our deepest secrets and they listen patiently, without judgement, even when they have heard it all so many times before. No matter whether you are rambling on again about that irritating know-it-all at work, swooning over the cute guy or trying to continue living with a post-breakup broken heart: Isn’t your puppy’s paw or your kitty’s nose so much more comforting than any human friend or family member’s well intended words of advice?

Research has actually shown that dogs perceive language in the same brain regions as humans do – maybe that’s why we feel like they understand us so well! But it’s not just dogs: Caring for and interacting with many different kinds of animals, from fish to hamsters, build up children’s confidence and self esteem. Pets bring so much joy and give such unconditional love to young and old alike – it’s no wonder that’s so many of us are so happy living side by side with them.

By the way, Misiek has a new name: Mogli!

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Die unvergesslichen Sommer der 70er Jahre

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„Und es war Sommer“

… auf der Scherenburg in Gemünden.

„Mein Bauch gehört mir!“, „Persil, da weiß man, was man hat“, „Salamander lebe hoch“ oder die „offene Zweierbeziehung“ als angesagteste Form des Zusammenlebens!

Willkommen in den 1970er Jahren!

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Vor der Kulisse der romantischen Scherenburg im unterfränkischen Gemünden war die Schlagerrevue ausverkauft.

Im Hintergrund politische Willy Brandt- und Walter Scheel-Plakate sowie Persil’s Klementine. Davor eine bunter Truppe in Schlaghosen, Batik-Blusen, Stirnbänder oder fein im Tweed-Anzug. Und da waren wir: In der schrillen Welt der 1970er Jahre. Mittendrin! Nur schade, dass es für diesen Sommer die letzte Vorstellung in der mittelalterlichen Burgruine war. Die drei Stücke, neben der Reise in die 1970er gab es noch „Pension Schöller“ sowie das Kinderstück „Jim Knopf und die Wilde 13“ brachten einen Besucherrekord von knapp 25.000 Gästen in insgesamt 53 Vorstellungen.

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„„Und es war Sommer“ – was für ein fulminantes Spektakel an Abba und Ahoi-Brause, Boney M. und Bonanza-Rad, Costa Cordalis und Capri Sonne, Deep Purple und Disco-Feeling, ELP und Erfrischungsstäbchen, Freddy Mercury und Fahndungsplakate.

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Kaum ein Jahrzehnt war so voller Gegensätze, reich an Ikonen, an Moden und Trends, an politischen Gipfeln und Tälern. Lebenshaltungen wurden mit vielfältigen Buttons nach außen getragen und der Marsch durch die Institutionen begann und hatte Erfolg. Aber gleichzeitig versandete auch manch eine politische Utopie in diesem Jahrzehnt. Lifestyle und der richtige Look waren mindestens ebenso wichtig wie politische Überzeugungen. Und es wurde gefeiert, im Hippie-Look genauso wie in glänzendem Satin und mit Dauerwelle – nicht zuletzt in den sich immer weiter ausdehnenden Discotheken.

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Ein reiches und buntes Jahrzehnt, dessen Soundtrack u.a. aus Disco, Rock, Blues, Schlager, Punk, Softrock und Glamrock bestand. Und man staunt über die Parallelen zu heutigen politischen Brennpunktthemen: Terror, Umweltbewegungen, früher Gastarbeiter heute Flüchtlinge sowie das Überdenken der Frauenrechte und Sexualität – das gab es schon in den 1970ern und ist heute gar nicht mal so neu.

Freuen wir uns schon mal auf den Sommer 2020 auf der Scherenburg. Das Kinderstück ist mit „Emil und die Detektive“ schon mal beschlossene Sache. Auf die neuen Stücke darf man gespannt sein!

www.scherenburgfestspiele.de

Fotos: Scherenburgfestpiele/Elke Röder

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Noch einmal „Immenhof“ sehen …

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Erinnern sich einige von Euch noch an Dick und Dalli, die Trippel-Trappel-Ponys, den Stallburschen Hein Daddel, Oma Jantzen und Tierarzt Dr. Pudlich? An die Reihe deutscher Heimat- und Pferdefilme, die zwischen 1955 und 1974 in die Kinos kamen und auf dem fiktiven Gutshof Immenhof in Schleswig-Holstein spielen? Sie basieren auf dem Roman „Dick und Dalli und die Ponies“ von Ursula Bruns. In den 1950er Jahren entstand zunächst eine erfolgreiche Filmtrilogie, der in den frühen 1970er Jahren zwei weitere Filme folgten. Im Januar 2019 kam eine Neuinterpretation unter dem Titel „Immenhof – Das Abenteuer eines Sommers“ in die Kinos.

Für die zwischen 1955 und 1957 gedrehte Filmtrilogie „Die Mädels vom Immenhof“, „Hochzeit auf Immenhof“ und „Ferien auf Immenhof“ diente das Gut Rothensande bei Malente im Kreis Ostholstein als Drehort für die Außenaufnahmen. Auch die übrigen Außendrehorte der ersten drei Immenhof-Filme fanden sich im Malenter Umland. Gedreht wurde in Eutin, Lübeck, Malente, Niendorf und Plön. Dagegen wurden die Innenaufnahmen des Immenhof-Wohnhauses im Studio gedreht.

Ich habe ein langes Wochenende bei Malente verbracht. Ganz klar, dass ich neugierig war, den einstigen Drehort zu besichtigen. Doch nun ist er nicht mehr zugänglich. Eine Ferienanlage, Wohn- und Geschäftshäuser werden hier bald vor historischer Kulisse entstehen. Ich habe nur dieses Bild mitgebracht. Sicher werden bei einigen wenigen von Euch Erinnerungen wach. So soll es ja auch sein. Vielleicht habt Ihr Lust, mal wieder ein paar Immenhof-Folgen auf DVD anzusehen? Damals in den 1950ern spielten Angelika Meissner als Dick und Heidi Brühl als Dalli mit.

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Glamour und Verrat in Cape May

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Heute ist Lese-Donnerstag! Es passt, da an meinem Wohnort ein Feiertag ist. Dank Mariä Himmelfahrt liege ich auf dem Sofa und kann die letzten paar Seiten meines momentanen Lieblingsbuches zu Ende schmökern.

Eine Sommerlektüre, die man auch in den Herbst mit hinüber nehmen kann. Ich bin auf den letzten Seiten. Es hat etwas gedauert, bis ich mich auf den kleinen Ferienort an der Ostküste der USA und seiner Feriengäste einlassen konnte. Doch dann wurde der Wunsch, weiterzulesen, immer intensiver, bis nun die letzten Seiten ein fulminales Ende versprechen. Es ist eine leise Erzählung, die von menschlichen Abgründen handelt, von den Trieben der Lust, von verhängnisvollen Leidenschaften und natürlich von Abschieden.

September 1957: Henry und Effie fahren für die Flitterwochen nach Cape May. Doch das Städtchen ist verlassen, die Saison ist zu Ende. Die beiden jungen Leute aus Georgia fühlen sich fremd, isoliert und in ihrer Schüchternheit gefangen. Gerade als sie beschließen, den Urlaub zu verkürzen, treffen sie zufällig auf Clara, eine Ferienbekanntschaft Effies aus Kindertagen, die eine glamouröse Clique von New Yorkern um sich versammelt. Darunter Max, ein reicher Playboy und ihr Liebhaber, und dessen unnahbare und rätselhafte Schwester Alma.

Der verlassene Ort wird zu ihrem Spielplatz, und während sie in leer stehende Ferienhäuser einsteigen, Segeln gehen, nackt unter dem Sternenhimmel herumwandern, sich lieben und sich betrinken, geraten Henry und Effie in einen Sog, der den Rest ihres Lebens prägen wird. Ein hypnotisierender Roman und auch heute noch aktuell. Tragen wie nicht alle in uns diese Abgründe, die man entweder ignoriert oder auslebt? Ein Buch, das im Spiegel von Sexualität und gesellschaftlicher Realität der Fünfzigerjahre zeitlose Fragen zu Ehe, Liebe und Loyalität behandelt.

Chip Cheek: Tage in Cape May, 336 Seiten, 22 Euro.

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Zum Träumen schön: Der Sandmann

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Statt einem Buchtipp gibt es heute mal was ganz anderes. Aber literarisch verewigt wurde das auch in unzähligen Kinderbüchern. Letzte Woche im Filmpark Babelsberg habe ich nämlich das Sandmännchen getroffen. Was für uns im Westen die Mainzelmännchen waren, war der Sandmann der Held aller Kinder im Osten. Er war der Star einer Kindersendung, die seit 1959 produziert wurde. Sicher habt Ihr noch all die tollen Erinnerungen im Kopf, denn das Sehen dieser Episoden war für die Kleinen ein Ritual vor dem Zubettgehen.

Aber wisst Ihr, dass es den geselligen Zeitgenossen und seine Mitstreiter auch heute noch gibt? Seit der Deutschen Wiedervereinigung wird im Auftrag der ARD das Sandmännchen des früheren DFF vom Rundfunk Berlin-Brandenburg weiter produziert und in den Vorabendprogrammen des RBB, des MDR und des KiKA gesendet, jeden Sonntag über den zweiten Tonkanal auch auf Sorbisch.

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Info: Die literarische Figur des Sandmanns ist seit Jahrhunderten aus verschiedenen Erzählungen bekannt, zum Beispiel von E.T.A. Hoffmann, oder auch Hans Christian Andersens Ole Lukøje. Dargestellt wird es in allen Fernsehreihen als Stop-Motion-Animation. Entsprechend der literarischen Vorlage ist die Trickfilm-Puppe ein kleiner Mann mit weißem Bart. Es erscheint in einer Rahmenhandlung vor bzw. nach einem kindgerechten Kurzfilm und streut am Ende jeder Sendung seinen Schlafsand, um den Kindern angenehme Träume zu schenken.

Wen von Euch hat denn der Sandmann damals vor dem Schlafengehen besucht?

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