Medien, Freiheit, Werte

Global Media ForumDas Global Media Forum der Deutschen Welle (DW) im ehemalige Plenarsaal des Deutschen Bundestags in Bonn mit 2.000 Teilnehmern aus 110 Ländern. Drei Tage lang drehte sich alles um „Medien, Freiheit, Werte“. Ich war dabei. Und fand es super interessant. Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte, meiner Meinung nach.

„Gerade in Zeiten beständig wachsender Informationsmengen im Netz brauchen wir im weltweiten Zusammenleben Debatten um Werte und Orientierung, die unser politisches Denken, Reden und Handeln bestimmen.“ Das sagte Bundespräsident Joachim Gauck in einer Video-Grußbotschaft zur Eröffnung am 13. Juni 2016. „Nie gab es so viele Möglichkeiten zur Information wie heute. Wir sehen aber auch, dass damit zugleich die Möglichkeiten zur Manipulation und zur Desinformation wachsen – und diese von vielen auch skrupellos ausgenutzt werden.“

Umso mehr komme es darauf an, dass man „bewährten Medien, die zu Markenzeichen verlässlichen Journalismus geworden sind, auch weiterhin vertrauen kann. Und dass diese weiterhin unbestechlich, tatsachenorientiert und seriös berichten“, so der Bundespräsident. Gauck bestärkte die Teilnehmer darin, „sich eine eigene Meinung zu bilden und diese auch unerschrocken zu vertreten“.

Wirkliche Freiheit gibt es nur mit freien Medien. Das wird aber auch in Nachbarländern zunehmend infrage gestellt. Medien müssen vor politischem Einfluss stärker geschützt werden“, betonte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles.

Die SPD-Politikerin griff in ihrer Rede das Thema des internationalen Medienkongresses auf: „Medien. Freiheit. Werte.“ Politische Macht beschneide die Freiheit von Journalistinnen und Journalisten und den freien Zugang zu Medien. „Und da zeige ich mit dem Finger nicht nur auf andere. Wir müssen auch im eigenen Land Partei für die Pressefreiheit ergreifen.“ Nahles verwies auf Angaben der Organisation Reporter ohne Grenzen, wonach Deutschland in der Rangliste der Pressefreiheit unter 180 Ländern von Platz 4 auf Platz 16 zurückgefallen sei. „Werte sind nicht nur für Journalisten, sondern auch für Politiker Grundvoraussetzung für Glaubwürdigkeit“, sagte Nahles. Sie appellierte an die Journalisten, „Haltung zu zeigen, statt in Zynismus zu verfallen“.

„Sechs von sieben Menschen leben in Ländern ohne freie Medien. Das ist ein alarmierendes Hindernis für die globale Entwicklung“, ergänzte Thomas Silberhorn, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Silberhorn plädierte in Bonn für eine stärkere Einbindung der Zivilgesellschaft, der Wirtschaft und der Medien, da „Regierungen allein nicht das Ziel einer stärker von Gerechtigkeit geprägten Welt erreichen können“. Im digitalen Zeitalter könne das Internet dabei eine immer wichtigere Rolle spielen, zumal „schon heute die meisten Nutzer in Entwicklungsländern leben und vom Informationsaustausch profitieren“. Silberhorn verwies auf Projekte in rund 70 Ländern, darunter Uganda, Kenia und Indien, die sein Ministerium unterstütze. Eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg der teilweise online-gestützten Projekte sei ein freier Zugang „mit starken partizipativen Möglichkeiten, einem wirklich freien Ideen- und Informationsaustausch“.

Mehr als 2.300 Beiträge waren für den 14 Sprachen umfassenden Wettbewerb „The Bobs – Best of Online Activism 2016“ eingereicht worden. Die Deutsche Welle hat im Rahmen ihres Wettbewerbs international herausragende Online-Aktivisten und -Projekte ausgezeichnet. „Die Gewinner verdienen die Auszeichnung, denn sie führen einen mutigen Kampf für Menschenrechte“, sagte Gerda Meuer, Programmdirektorin der DW, vor rund 300 Gästen bei der Preisverleihung.

Der ägyptische Polit-Satiriker Bassem Youssef und die kubanische Menschenrechtsaktivistin Yoani Sánchez überreichten die Preise an die Gewinner aus Bangladesch, Iran, Deutschland und Indien. In der Kategorie „Citizen Journalism“ gewann der Blog „Razor’s Edge“ aus Bangladesch. Die Dokumentation des 35-jährigen Filmemachers Nastiker Dharmakatha beleuchtet die Situation atheistischer Blogger in Bangladesch.

Hochrangige Politiker unterstützen die brutalen Morde an Aktivisten durch islamistische Milizen. Die Lage für Netzaktivisten habe sich „weiter dramatisch verschlechtert“, so ein Betroffener in Bonn. Allein  in diesem Jahr habe es vier tödliche Angriffe gegeben. Säkulare Aktivisten, Schriftsteller, Blogger, Lehrer und Angehörige von Minderheiten seien „nirgendwo mehr sicher“.

In der Kategorie „Tech for Good“ wurde die App „Gershad“ aus Iran ausgezeichnet. Die App verzeichnet die aktuellen Aufenthaltsorte der  iranischen Sittenpolizei und dient als Frühwarnsystem, um ihr aus dem Weg gehen zu können. Gershad sei mehr als eine Crowdsourcing-App. Sie sei auch „der Beginn eines Dialogs über die willkürlichen Praktiken der Sittenpolizei und über die dringende Notwendigkeit, die Bürgerrechte in Iran zu stärken“.

Die indische Kampagne Stop Acid Attacks wurde in der Kategorie „Social Change“ ausgezeichnet. Die Aktion wendet sich gegen die in Indien verbreiteten Säureattacken gegen Frauen und schlage „eine Brücke zwischen der Gesellschaft und den Opfern, die sich zumeist vollständig isolieren und in Einsamkeit leben“, so die Jury.

Eine weitere Auszeichnung ging an die deutsche Initiative „Zentrum für  Politische Schönheit“ (Kategorie: „Arts and Culture“). Die politische Aktionskunst „will aufrütteln und zum Widerstand aufrufen“. Mit dem Projekt „Die Toten kommen“ protestierten die Organisatoren 2015 gegen die Folgen der europäischen Flüchtlingspolitik und erinnerten an die Menschen, die auf ihrer Flucht an den Außengrenzen Europas sterben.

Der Freedom of Speech Award der DW erhielt Sedat Ergin, der Chefredakteur der türkischen Tageszeitung Hürriyet. Bei der Preisverleihung sagte Ergin, Vorfälle in Bezug auf die Meinungsfreiheit gebe es „auch in Ländern, die vorgeben, Demokratien zu sein. Der europäische Kontinent ist nicht länger immun gegen diese autoritäre Tendenz.“ In seiner Laudatio für Preisträger Ergin sagte der Journalist und Herausgeber der Bild-Zeitung Kai Diekmann: „Die Pressefreiheit ist ein wertvolles und edles Gut. Wir dürfen nicht nachlassen, die furchtbare Situation der Pressefreiheit in der Türkei anzusprechen.“

Warten wir es also mal ab, ob die Medien-Welt wirklich besser wird!

 

 

 

 

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Neuer Reiseführer Bornholm

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So richtig in Schwung kommen! Reiseautorin Cornelia Lohs auf der Schaukel am Balka-Strand auf Bornholm!

Cornelia Lohs mag Dänemark. Sie hat sogar dort geheiratet. Und nun hat die Reisejournalistin auch noch einen Reiseführer herausgebracht. Über Bornholm, diese dänische Ostsee-Insel mit langen paradiesichen Stränden und schroffen Granitklippen. Die Insel sei zu allen Jahreszeiten schön, sagt sie. „Doch am liebsten mag ich die Insel im Herbst. Dann habe ich den 20 Kilometer langen Dueodde Strand ganz für mich allein!“

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Bauer Paulsens Cola trinkendes Hausschwein!

Bornholm„Das Amüsanteste, was mir auf der Insel begegnet ist, war das Cola trinkende Schwein von Weinbauer Jesper Paulsen“, erinnert sie sich. Bei mehreren Umrundungen mit Fahrrad, Bus und Auto ist sie auch vielen Insulanern begegnet. Und manche erzählen Legenden von Trollen, andere von ihrem Weingut, übrigens das einzige der Insel, und wieder andere von der Beschaulichkeit des Insellebens.

Ihr könnt erfahren, wo Gottes Heim liegt oder wo sich Dänemarks größte Windmühle befindet. Dazu gibt es jede Menge Restauranttipps, und Vorschläge für einen Aktivurlaub. Spannend wird es im Kulturhistorisk Museum. Hier erfährt der Besucher alles über die Seeroute der ehemaligen DDR-Flüchtlinge. Denn in der Ostsee starben weitaus mehr Fluchtwillige als an der Berliner Mauer. Historisches bietet das Urlaubsparadies also auch so einiges.

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Am Dueodde-Strand!

Und die weltbeste Lakritz soll es hier auch geben. Die rollt Johan Bülow noch mit der Hand. Unzählige Sorten, sogar mit Chili- und Kaffeegeschmack, stehen in den Regalen. Lakritz-Fans aufgepasst: Einfach mal in dem kleinen Laden in Svaneke vorbeischauen! Und ein wenig Hollywood-Flair gibt es auf Bornholm auch: Im Hafen des Ortes Gudhjem wurde „Pelle, der Eroberer“ unter der Regie von Bille August gedreht. Und der Film hat es sogar zu einem Oscar gebracht.

Das und noch viel mehr könnt Ihr in Connies Reiseführer nachlesen. Und am besten dann gleich nach Bornholm reisen. Der Sommer ist ja noch lang.

Allerdings würde ich Hundebesitzern und ihren vierbeinigen Lieblingen von Dänemark als Reiseland abraten. Warum? Das erfahrt Ihr hier!

Cornelia Lohs: Insel-Trip Bornholm, Verlag Reise Know-How, 144 Seiten, 11,95 Euro.

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eBay und Co. – Wie Tiere verschachert werden

Tatort Internet (Large)Ein Welpe, der gegen ein Smartphone eingetauscht wird, ein Pitbull, der heimlich für professionelle Hundekämpfe angeboten wird, illegal aus Litauen importierte Welpen, ein trächtiger Affe, den seine Besitzer loswerden wollen, ein Wildschwein, das zum Training für Jagdhunde feilgeboten wird, ein vom Aussterben bedrohter Katta, der als „Haustier“ beworben wird oder ein Papagei im Tausch gegen einen Laptop – das sind nur einige Fälle, auf die die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN bei ihren Recherchen gestoßen sind. Sie alle sind auf fehlende Regulierungen im Online-Tierhandel zurückzuführen. Das berichtet Kampagnenleiterin Denise Schmidt. Es ist die traurige Wahrheit, mit der heutzutage viele Tiere konfrontiert werden.

VIER PFOTEN geht nun mit einer internationalen Kampagne entschieden gegen diese Betrugsfälle vor. Ein Online-Ranking listet die wichtigsten Kleinanzeigen-Plattformen auf und bewertet diese nach einem Kriterienkatalog. So kann jeder genau nachlesen, welche Plattformen bestimmte Tierschutzmaßnahmen bereits ergriffen haben. Wer die Kampagne zusätzlich unterstützen will, kann eine Petition unterschreiben. Darin werden die weltweit führenden Seiten wie etwa die eBay Classified Group aufgefordert, eine verstärkte Umsetzung von Tierschutzmaßnahmen auf ihren Verkaufsplattformen umzusetzen.

german-a4-portrait-and-landscapeRabbit portrait (Large)Tausende Anzeigen auf den unterschiedlichsten Webseiten weltweit bieten Haustiere zum Verkauf an. Die Tiere werden dabei, wie gewöhnliche Produkte, einfach auf Knopfdruck erworben. Einige Seiten listen sogar bis zu 200.000 Anzeigen für den Verkauf von Haustieren und erreichen teilweise über vier Millionen Nutzer. Die Plattformen profitieren dabei von der hohen Zahl an Klicks auf ihrer Seite und den dementsprechend hohen Werbeeinnahmen. Trotz allem gibt es auf einem Großteil der Plattformen nur wenige Regulierungsmaßnahmen. Daher bieten sie auch wenig Schutz für die Tiere, die dort verkauft werden und bergen auch diverse Risiken für die potentiellen Käufer.

Es sind schockierende Fakten rund um den illegalen Handel mit Haustieren auf Kleinanzeigen-Plattformen. Angeboten werden unter anderem illegal eingeführte Hundewelpen, gesetzlich verbotene Rassen oder vom Aussterben bedrohte Tiere aus Wildfängen. So geraten interessierte Käufer unter Umständen an kranke, gefährliche oder sogar illegale Tiere. Die Tierschutzorganisation hat eine umfassende Recherche auf 42 Kleinanzeigen-Plattformen in zehn Ländern weltweit (Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, den Niederlanden, Österreich, Rumänien, der Schweiz, Südafrika und UK) durchgeführt und hier veröffentlicht.

4 geforderte Maßnahmen im Überblick:

1. Eine Verifizierung der Verkäufer, um anonyme Tierverkäufe zu vermeiden, denn nur so können illegale Aktivitäten gestoppt werden.

2. Überprüfungen der Anzeigen bevor diese geschaltet werden, damit illegale, irrführende oder unangemessene Inserate gar nicht erst online gehen können.

3. Verpflichtende Angaben über das angebotene Tier, wie der Gesundheitszustand, wichtige Pflegehinweise und Herkunftsnachweise, um dem Käufer ausreichend Information für die Kaufentscheidung zur Verfügung zu stellen.

4. Eine Liste von Tieren, die nicht verkauft werden dürfen, wie Primaten, bedrohte Tierarten, Wildfänge, zu junge oder trächtige Tiere.

Der Plattform-Checker hier!

Zum Film: Der VIER PFOTEN-Detektiv hier!

Macht mit! Es lohnt sich. Zum Wohl der Tiere! Denn sie haben keine eigene Stimme, sie haben nur unsere!

 

Zur Online-Kampagne: www.petdeception.org

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Der Helferkompass – Gutes tun kann einfach sein

OLYMPUS DIGITAL CAMERAKürzlich war ich mal wieder in Bonn und habe meine ehemalige Arbeitskollegin und Freundin Monika besucht. Wir beide waren für einige Jahre beim Deutschen Entwicklungsdienst (DED) tätig und lernten uns über die humanitäre Arbeit kennen. Anschließend waren sie und ihr Mann Bernd für zwei Jahre in der Entwicklungszusammenarbeit in Malawi tätig. Jetzt hat es beide – mittlerweile mit kleiner Tochter – wieder in die ehemalige Hauptstadt gezogen. Und in den letzten Jahren habe sie ein ambitioniertes Internetprojekt entwickelt. Auch da geht es um das Thema Helfen, Gutes tun und Engagement.

OLYMPUS DIGITAL CAMERADer Helferkompass führt deutschlandweit alle Organisationen, Vereine und Interessensgruppen – egal welcher Größe – auf, die sich in irgendeiner Weise sozial engagierten. Er bündelt auf seiner Website Aktivitäten und zeigt Möglichkeiten auf, wo und wie Ihr Euch einbringen könnt, sei es ehrenamtlich oder hauptberuflich.

Besonders übersichtlich ist die Karte, wo Ihr sowie den Bereich wie auch den Ort finden könnt, in dem Ihr Euch engagieren wollt. Denn oft fehlt einfach die Idee, was man genau tun kann, wo man mitarbeiten könnte oder wie man sich durch den Internetdschungel kämpfen kann. Der Helferkompass bündelt daher auf einer Seite die gesamten Möglichkeiten im Bereich „Gutes tun“ und führt durch die zahlreichen Angebote. Und davon gibt es viele – so kann man sich zum Beispiel über Friedensarbeit informieren, über Umwelt-, Natur- oder Tierschutz oder ein Angebot finden, wie und wo man sich in der Flüchtlingsarbeit engagiert.

Die Angebote richten sich nicht nur an Menschen, die sich ehrenamtlich oder hauptberuflich einbringen wollen sondern auch an Personen, die einmalig helfen wollen – sei es bei einem Projekt oder durch eine Sach- oder Geldspende. Zudem gibt der Helferkompass Tipps zu Vereinsgründungen, Links zu Jobangeboten oder allgemeine Hinweise, wie man allein durch den bewussten Einkauf von Fair Trade-Produkten Gutes tun kann. Buch- und Filmempfehlungen ergänzen das Angebot.

Monika und ihr Mann Bernd kennen nicht nur die ganze Palette an Möglichkeiten sozialen Engagements aus eigener Erfahrung sondern wissen auch, wie schwierig es sein kann, das Richtige zu finden. Als ich vor ein paar Jahren von ihrem Projekt hörte, war ich Feuer und Flamme und habe gleich Freunde und Bekannte angeschrieben, die selbst in Vereinen tätig sind.

Falls Ihr also bereits Mitglied in einem Verein seid oder selbst einen gegründet habt, so tragt ihn doch einfach in den Helferkompass ein. Und das Beste daran ist, dass es kostenlos ist.

Also, auf geht’s!

Nun möchte ich Euch die Gründer vom Helferkompass mal vorstellen:

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Monika Schimmelpfennig in Malawi.

Monika Schimmelpfennig arbeitet seit 20 Jahren im sozialen und entwicklungspolitischen Bereich, zurzeit bei Engagement Global in Bonn. Davor war sie in der Jugendhilfe, Obdachlosenarbeit, Zivilen Konfliktbearbeitung und Terrorismusprävention tätig.  Mit der Internetplattform möchte Monika Schimmelpfennig ihre Erfahrungen teilen und dazu motivieren, Euch sozial zu engagieren.

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Bernd Smuda unterwegs in Malawi.

Bernd Smuda arbeitet hauptberuflich bei der Deutschen Post in Bonn und engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich als Mitglied und Vorstand bei action five e.V., einer kleinen Nichtregierungsorganisation in Bonn. Er weiß aus eigener Erfahrung, dass es vor allem für kleinere Vereine schwierig ist, Unterstützer zu gewinnen und an die Öffentlichkeit zu gelangen. Auch diesen kleinen Organisationen möchte er mit dem Helferkompass ein Portal bieten.

E-Mail: info@helferkompass.de
www.helferkompass.de

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Salz auf unserer Haut oder alte Frauen, die Männer anmachen

OLYMPUS DIGITAL CAMERA„Mit dem Altern verschwinden die Frauen. Niemand schaut sie mehr auf der Straße an. Sie werden transparent, verlieren den Blick der Männer, die Angst vor dem Altern der Frauen haben und noch mehr vor alten Frauen, die sie anmachen“, sagte die französische Schriftstellerin und Feministin Benoîte Groult 2012 der französischen Frauenzeitschrift Elle. Nun ist die Schriftstellerin im Alter von 96 Jahren gestorben.

Ich erinnere mich an ihr Buch Salz auf unserer Haut von 1988, das ich vor vielen Jahren las. Und natürlich an den Film, den ich mir ein paar Mal ansah. Das Buch sei zu ihrem feministischen Befreiungsschlag geworden, schrieb sie in ihrer Autobiografie.

Mit 68 Jahren hatte sie den Roman, der heute zu den Klassikern der erotischen Literatur zählt, als Ich-Erzählerin geschrieben. Die Leute hätten wissen wollen, „wie man 50 Jahre lang eine glückliche Ehe mit Affäre führen kann, ohne die Beziehung zu gefährden“, erklärte sie sich den Erfolg ihres Romans.

P1120380 (Large)Über ihren Mut, als Ich-Erzählerin ihre Sexaffäre vor aller Welt auszubreiten, war sie noch lange erstaunt, wie sie in ihrer 2009 auf Deutsch erschienenen Biografie Meine Befreiung schrieb. Darin gab sie zu, dass es sich bei dem Fischer um den 2004 verstorbenen Kurt Heilbronn gehandelt habe. Den amerikanischen Piloten hatte sie 1945 nach der Befreiung Frankreichs kennengelernt. Über 50 Jahre dauerte die Affäre zwischen den beiden – trotz mehrerer Ehemänner und Kinder.

Einen zwanghaften Drang nach dem Leben, so nannte sie ihre Philosophie einmal. Sie habe in ihrem Leben kein Gelöbnis der Monogamie abgelegt, sagte sie in einem Interview. Noch im hohen Alter nahm die gebürtige Pariserin aus der Oberschicht kein Blatt vor den Mund. Ihr Kampf galt den Rechten und der Freiheit der Frau. Diesem blieb sie bis zum Ende treu. „Ich schaue den Männern immer noch nach“, sagte sie vor wenigen Jahren.

Eine glückliche Ehe mit außerehelichen Affären – kann das gut gehen? Was meint Ihr? Ich freue mich über Eure Kommentare!

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Media. Freedom. Values.

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I was taking part at the Global Media Form (GMF) of Deutsche Welle (DW) last week at the former plenary hall of the German Parliament in Bonn. Here are some of the highlights.OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA

„With the increasing abundance of information available online, we, as a global community, need to hold a debate about those values and orientations that dictate our ways of thinking, speaking and how we go about dealing with each other.“ Those were the words that Germany’s President Joachim Gauck spoke in a video message on the opening, greeting more than 2,000 attendees at the Global Media Forum of the Deutsche Welle in Bonn. The three-day long conference held at the World Conference Center centers on the theme of „Media. Freedom. Values.“

Gauck went on to say: „Never before have we had so many possibilities for acquiring information as we have today. But we see at the same time the increasing possibilities for manipulation and disinformation – and that this is being used scrupulously by some. For this reason it is so necessary to enshrine the media whose hallmark is one of reliable journalism, one which you can continue to trust. One which is incorruptible, which continues to remain fact-based. A medium whose reporting is serious.“

Deutsche Welle was praised by Gauck for its role as a medium „in the midst of all of the crises and conflicts occurring today and has remained a reliable medium that enjoys trust the world over.“ Gauck implored the participants to „shape your own opinions and to unabashedly advocate for them.“

„Press freedom needs to be defended even in our own country“, said Andrea Nahles, Germany’s minister of labor and social affairs. „True freedom can only exist where there is free press. In our neighboring countries, however, that is increasingly brought into question. Media has to be better protected from political influences.“ Nahles delivered a keynote speech to the participants of the Global Media Forum. „Political powers are limiting the freedom of journalists and public access to the media. And I’m not only pointing a finger at others here. We need to take up the subject of press freedom even in our own country.“

The state of journalism as a career has also come under intense pressure due to digitalization and has changed as a result. All the more reason to „uphold control and oversight of media without being overbearing“, Nahles said. The minister appealed to the journalists in attendance to „stand behind their positions instead of giving in to cynicism.“

One of the most inspiring moments of this year’s Global Media Forum was when Sedat Ergin, editor-in-chief of the Turkish daily newspaper „Hürriyet“ received the Deutsche Welle Freedom of Speech Award. Upon accepting the award, Sedat Ergin said: „Issues related to freedom of expression are increasingly apparent not only in third world countries, dictatorships and monarchies, but also in countries claiming to be democracies. The European continent is no longer immune to this authoritarian tendency.“ In his laudation for Sedat Ergin, fellow journalist and publisher of the German newspaper „BILD“, Kai Diekmann made it abundantly clear: „The freedom of the press is a valuable and noble good. We must not tire of addressing the terrible state of the freedom of the press and opinion in Turkey.“ Some reactions from Turkish media close to the ruling party were extreme, a reminder of the pressure which journalists are working under in Turkey.OLYMPUS DIGITAL CAMERA

The important role of bloggers and activists in societies without true freedom of speech was on the agenda of the GMF once again. Egyptian satirist Bassem Youssef came to Bonn to take part in the award ceremony for The Bobs, awards given out by Deutsche Welle to honor the best international online activists and their work.

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A Blogger from Bangladesh, granted asylum in Norway.

The German Commissioner for Human Rights Policy Bärbel Kofler joined a panel with Bloggers from Bangladesh who are now living under asylum in Germany and other European countries. Attacked by Islamist extremists and offered no protection from their government, journalists whose lives are in danger in their home countries were the topic of a discussion at Global Media Forum aimed at raising more awareness for the need for asylum.

International speakers on several panels at the conference made it clear that media are at a turning point. The shift to an ever more important role of direct dialogue with people around the world through social media opens new opportunities for journalism. „This is an opportunity that media have to seize to be able to truly make a difference“, said DW’s Director General Peter Limbourg.

Finally we’ll see where it goes from there!OLYMPUS DIGITAL CAMERA

 

 

 

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A woman photojournalist in Egypt

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Trend des Tages – 21. Juni 2016 (International Yoga Day)

Yoga Day 001As we calm our minds and begin to unravel the knots of the stress that is wound throughout our bodies, we can ask, „what do I really want from this life, and will that make me truly happy?“ After all, happiness is what we are after, and all the money in the world cannot buy it.

(see English version below)

Sabine Ludwig 2015-7486 (Large)Ich habe vor etwas einem Jahr mit Yoga angefangen. Jetzt mache ich Yin-Yoga mit langen Dehnübungen. Damals hatte ich gerade einen schlimmen Hexenschuss auskuriert. Und mit dem „langsamen“  Yoga und täglichen Übungen nach dem Aufstehen habe ich wohl das Passende für mich gefunden.

Wer von Euch macht Yoga? Und warum? Bin gespannt!

I am taking care of my body with Yoga. One year ago I had bad back pain. Since then I started with Yin Yoga, which is very slowly with stretching exercises. I do it once a week. But daily in the mornings after waking up I am exercising for myself. I do not have problems anymore. Almost.

What about you? Are you into Yoga?

Foto: Nicola Mesken

 

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Kollege Hund!

P1130456 (Large)Ich hatte früher auch schon mal Gaston mit im Büro dabei. Plötzlich kamen mehr und mehr Kolleginnen und Kollegen ins Zimmer, um ihn kurz zu sehen, zu streicheln oder ein paar Worte an ihn zu richten. Einige hatten für diese Gelegenheit auch Leckerlis dabei. Auch andere Mitarbeiter hatten ihren Hund dabei. Das sorgte immer für eine positive Grundstimmung.

Das ist nun leider vorbei, da ich in ein Großraumbüro umgezogen wurde. Eigentlich schade! Der Besuch der Vierbeiner hat die Arbeitsfreude und -motivation tatsächlich gesteigert. Jetzt gibt es auch eine Studie über Hunde am Arbeitsplatz.

Der neue Kollege

„Kollege“ Hund sorgt unter richtigen Voraussetzungen für ein angenehmes Arbeitsklima. Dies zeigt eine aktuelle Studie der Banfield Tierklinik in Portland, USA. Aus ihr geht hervor, dass Arbeitsplätze mit Hunden als äußerst positiv bewertet werden. Die Arbeitsmoral wird höher, die Effektivität und Produktivität steigt und die Mitarbeiter zeigen einen geringeren Stresslevel. Auch der Hund profitiert davon: Im Gegensatz zu dem Vierbeiner, der stundenlang allein in den heimischen vier Wänden ausharren muss, bis sein Halter oder seine Halterin wieder zurück kommt, braucht der Bürohund diese Trennung erst gar nicht erfahren. Für die Psyche des Tieres ist dies äußerst positiv.

„Damit sich der Hund am Arbeitsplatz seines Halters wohl fühlen kann, muss er seinen eigenen Platz mit Korb, Decke oder ähnlichem an einer ruhigen Stelle bekommen“, sagt Sarah Ross, Heimtierexpertin bei VIER PFOTEN. „Er darf keiner Stresssituation ausgesetzt werden, die zum Beispiel durch eine extrem laute und unruhige Umgebung, hohe Temperaturen oder laute Druckergeräte entstehen kann.“

Frisches Wasser darf genau so wenig fehlen wie die regelmäßige Fütterung. Jedem Vierbeiner muss zudem die Möglichkeit gegeben werden, sich zu erleichtern und am besten auch mit Artgenossen zu spielen. Da die Pausenzeit meistens zeitlich gering ausfällt sollte mit dem Hund schon vor Arbeitsbeginn eine ausgiebige Gassi-Runde gegangen werden. Dies ist insbesondere bei sehr agilen Hunden wichtig, da sie sonst ihren Bewegungsdrang und Spieleifer während der Arbeitszeit austoben werden. Dies kann die Konzentration der Kollegen schwer beeinträchtigen und von der Arbeit ablenken. Grundsätzlich sollte die Hunderasse zu den ruhigeren zählen. Sehr aktive Hunde, wie beispielsweise Border Collies, sind im Büro schnell unterfordert.

Ausschüttung des Liebeshormons

Neben der Banfield-Studie unterstützen weitere den positiven Einfluss des Hundes auf das Arbeitsklima. So zeigt eine Arbeit der schwedischen Universität für Agrarwissenschaften (Fakultät für Veterinärmedizin und Tierwissenschaft), dass Hunde bei uns Menschen den Ausstoß des Hormons Qxytocin aktivieren. Dieses  auch als Liebeshormon bekannte Hormon trägt zur Steigerung der sozialen Kompetenz bei und vermindert Depressionen. Große Unternehmen haben den positiven Effekt des Bürohundes bereits erkannt und erlauben ihren Mitarbeitern, ihre geliebten Vierbeiner mitzubringen.

Kein Arbeitgeber ist jedoch dazu verpflichtet, Hunde am Arbeitsplatz zu erlauben. Wer seinen Hund mitbringen möchte, sollte vorher die schriftliche Erlaubnis seines Arbeitgebers einholen. Im Sinne der Kollegialität und um spätere Stresssituationen vorzubeugen wird geraten, schriftliche Einverständniserklärungen auch von den Kollegen und Kolleginnen einzuholen um eventuelle Allergien und Ängste im Vorfeld abzuklären.

Jetzt mal an die Hundebesitzer unter Euch! Nehmt Ihr Eure Vierbeiner mit zur Arbeit? Freue mich über Eure Kommentare!

 

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To travel is to live

IMG_3179 (Large)„To move, to breathe, to fly, to float, to roam the roads of lands remote, to travel is to live.“

Hans Christian Andersen

Photo: Enric Boixadós

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