Lesetipps für lange Tage

Donnerstag – Lesetag! Aufgrund der momentanen Ausnahmesituation und da es unter Euch viele begeisterte Leseratten gibt, möchte ich Euch statt des gewohnten einzelnen Lesetipps nun an den nächsten Donnerstagen mehrere Bücher vorstellen, die ich entdeckt habe und die meines Erachtens empfehlenswert sind. Da Eure Interessen unterschiedlich sind, versuche ich, sie mit der Vielfalt der Empfehlungen abzudecken. Heute dabei sind die berührende Geschichte zweier Frauen im Umfeld der US-amerikanischen Spitzenpolitik, ein Ausnahme-Ehepaar, das Geschichte machte, ein Karate-Held und seine Philosophie, ein spannender Justizthriller und last but not least ein Thema, das uns heute fast alle umtreibt: Unsere Umwelt und wie wir Einfluss auf sie nehmen können. Das wird alle Veganer unter uns und die, die es noch werden wollen ganz besonders freuen.

Alle Bücher könnt Ihr bei Eurem Lieblingsbuchhändler online bestellen. Wenn Ihr es heute noch schafft, habt Ihr Euer Lesefutter schon am kommenden Wochenende.

Eleanor

Washington, 1932: In der heißen Phase des Präsidentschaftswahlkampfes reist die junge, erfolgreiche Reporterin Lorena Hickok in die Hauptstadt, um in einer Kolumne Einblicke in das Leben von Franklin D. Roosevelt und seiner Frau Eleanor zu liefern. Nur wenige Wochen nach dem neuen Präsidentenpaar zieht „Hick“ ebenfalls ins Weiße Haus ein – und wird zur Geliebten der First Lady. Sie lieben, fördern und fordern einander gleichermaßen: die geistreiche Hick, die sich aus armen Verhältnissen hochgearbeitet hat, und die idealistische, warmherzige Eleanor, die mit ihrem Kampf für die Menschen- und Arbeiterrechte, für Pressefreiheit und Gleichberechtigung in die Geschichte eingehen wird. Nach außen hin ein wohlgehütetes Geheimnis, ist die wahre Natur der Freundschaft in vertrauten Kreisen schnell bekannt – und wird von politischen Affären und Pflichten immer wieder auf die Probe gestellt.

Amy Bloom: Meine Zeit mit Eleanor, 272 Seiten, 12 Euro.

Die Schmidts

Anhand der gemeinsamen Lebensgeschichte der Schmidts erzählt der Autor zugleich die Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert, die die Schmidts gemeinsam erlebt haben: 68 Jahre waren die Schmidts verheiratet, 81 Jahre kannten sie sich. Die Verbundenheit überstand den Zweiten Weltkrieg und die darauf folgende Mittellosigkeit, den frühen Tod des ersten Kindes, den Terror der RAF und die politische Karriere des Ehemanns. Helmut und Loki Schmidt hielten in Krisenzeiten zusammen – und stellten sich den äußeren Herausforderungen ebenso wie jenen, die nur ihre Ehe betraf. Ein besonderer Blick auf die innere Dynamik dieser einmaligen Beziehung, die die Menschen bis heute fasziniert.

Reiner Lehberger: Die Schmidts. Ein Jahrhundertpaar, 368 Seiten, 14 Euro.

Bruce

Bruce Lee gilt als der größte Kampfkünstler des 20. Jahrhunderts. Im November 2020 wäre er 80. Jahre alt geworden. Doch seine Popularität und sein Einfluss wirken bis heute fort, weit über seinen Kampfkunststil und den Erfolg seiner Martial-Arts-Filme hinaus. Sein persönliches Weisheitsbuch „Know yourself!“ enthüllt nun die Geheimnisse von Bruce Lees unglaublichem Erfolg. So lässt sich Bruce Lee ganz neu entdecken, als Schauspieler und Kampfkünstler, aber auch als Weisheitslehrer und Inspiration für die Welt. Die darin versammelten 825 Lebensweisheiten basieren auf Bruce Lees privaten Notizbüchern, zu denen Herausgeber John Little erstmals exklusiven Zugang hatte.

Bruce Lee

Sie umfassen ein breites Themenspektrum, das Bruce Lee bewegte, von Grundfragen zu Leben und Tod, Zeit und Existenz über Leistung und Erfolg sowie Fragen des täglichen Lebens, wie Familie, Kindererziehung und Ehe bis hin zu Kunst und Gedanken zu Selbstverwirklichung, Wachstum, Spiritualität und persönlicher Befreiung. Der enorme Erfolg von Bruce Lee basiert auf einer glasklaren geistigen Ausrichtung, die der Kampfkünstler und Schauspieler ebenso trainierte wie seinen Körper. Bruce Lee verkörperte daoistische und buddhistische Prinzipien und setzte sie in seinen Kämpfen, aber auch in seinem alltäglichen Leben um. Sie ermöglichten ihm zu „wissen“, was ein Gegner als nächstes tun würde, bevor dieser überhaupt damit begonnen hatte. Seine Lebensweisheiten haben auch seine Familie, Freunde, Studenten und Kollegen dazu inspiriert, immer wieder selbstgesetzte Grenzen zu hinterfragen und über sich selbst hinauszuwachsen. Die nun endlich auch auf Deutsch zugänglichen „Geheimnisse seines Erfolgs“ sind eine Fundgrube an Inspiration für jeden, der sich weiterentwickeln will.

Bruce Lee: Know yourself! Die Geheimnisse meines Erfolgs, 272 Seiten, 18 Euro.

Grisham

Seabrook, Florida: Der junge Anwalt Keith Russo wird erschossen. Der Mörder hinterlässt keine Spuren. Es gibt keine Zeugen, keine Verdächtigen, kein Motiv. Trotzdem wird Quincy Miller verhaftet, ein junger Afroamerikaner, der früher zu den Klienten des Anwalts zählte. Miller wird zum Tode verurteilt und sitzt 22 Jahre im Gefängnis. Dann schreibt er einen Brief an die Guardian Ministries, einen Zusammenschluss von Anwälten, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, unschuldig Verurteilte zu rehabilitieren. Cullen Post übernimmt seinen Fall. Er ahnt nicht, dass er sich damit in Lebensgefahr begibt. Ein packender Justizthriller für alle, die nicht mehr mit dem Lesen aufhören können und wollen.

John Grisham: Die Wächter, 448 Seiten, 24 Euro.

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Wir alle lieben Nachhaltigkeit. Oder nicht? Wer mehr über die vegane und umweltfreundliche Lebensweise erfahren möchte, der liest am Besten „Bosh! Einfach vegan leben“. Darin zeigen die zwei Bestsellerautoren, dass das jeder von uns ganz einfach umsetzen kann. Denn ob Hygieneartikel, Kleidung oder Alltagsbedarf – für alles gibt es wunderbare Alternativen ganz frei von tierischen Produkten. Und wer noch einen Schritt weitergehen möchte, der kann sich den verschiedenen Challenges in „Einfach nachhaltig leben – Meine grüne Bucket-List“ von Julia Zohren stellen. Egal ob Haushalt,  Kosmetik, Reisen oder Ernährung, die Möglichkeiten ein nachhaltiges Leben zu führen, sind grenzenlos und werden in der Bucket List auf spielerische Art und Weise dem Leser näher gebracht.

Henry Firth & Ian Theasby: Bosh! Einfach vegan leben, 319 Seiten, 17 Euro.

Schreibt doch mal, für welches Buch Ihr Euch entschieden habt oder entscheiden würdet!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Nächstenliebe

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Dieses Foto zeigt meine Oma und mich am Fenster, als wir einen Freund zum Abschied winkten. Das war im Sommer kurz vor ihrem Tod.

Was für eine schöne Idee. Der Pfarrer meiner Gemeinde St. Johannis in Würzburg, Jürgen Reichel, ermuntert dazu, die Bewohner eines Altenheims mit handgeschriebenen Geschichten, Gedichten, Postkarten und selbstgemalten Bildchen zu erfreuen. Teilweise wildfremde Menschen schreiben Älteren, die sie nicht kennen – sie erzählen von sich und ihrem Leben, malen Bilder, legen Fotos und kleine Geschenke bei.

Oft liegen frankierte Kuverts für eine Rückantwort bei. Ich denke, das ist eine schöne Sache. Ihr könnt Eure Beiträge gerne in einem Kuvert senden an

Pfarrer Jürgen Reichel
Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde St. Johannis
Hofstallstraße 5
97070 Würzburg

Eure Beiträge werden dann in einzelne Kuverts gesteckt und im Altenheim, dem Wohn- und Pflegezentrum Ludwigshof, für die Bewohner abgegeben.

Wäre schön, wenn einige von Euch mitmachen würden! Ich bin dabei, weil ich die Idee klasse finde!

 

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Wir spielen mit Hund und Katz!


Wir bitten, dass Sie sich gut um Ihre Tiere kümmern und sie nicht einfach im Tierheim abgeben. Haustiere sind Familienmitglieder und genauso wie für unsere Familie sollten wir auch für sie sorgen. Es geht KEINE Gefahr von Ihrem Tier aus.

Vier Pfoten

Nutzt die Zeit und beschäftigt Euch jetzt besonders ausgiebig mit Eurem Liebling. Hier einige Vorschläge für Spiele, die Tier und Mensch Spaß machen.

Hunde

Suchspiele: Spielzeug, Leckerlies oder sich selbst in der Wohnung verstecken und den Hund auf die Suche schicken.

Nasenarbeit: Ein Parcours aus mehreren umgedrehten Bechern oder Tassen aufstellen, ein paar Leckerlies unter eins der Verstecke legen und diese den Vierbeiner erschnüffeln lassen.

Indoor-Agility: Einfach eine Hürde aus zwei Eimern und einem Besenstiel zum drüber springen, ein Hocker zum drauf springen, eine aus Stühlen und Decken gebildete Brücke zum drunter her kriechen aufbauen.

Kauen und Schlecken: Natürliches Verhalten fördern und Kauspielzeug oder in viel Wasser eingefrorene Leckerlies anbieten.

Aufräumen: Auch der Hund kann sein Spielzeug wegräumen, am besten in eine Kiste.

Kommandos beibringen: Beherrscht der Hund die Grundkommandos „Sitz“, „Platz“, „Bleib“? Jetzt ist eine gute Zeit zum Üben.

Namen lehren: Spielzeugen Namen geben und Hunde auffordern, „Teddy“, „Ball“ oder „Puppe“ zu holen und in eine Truhe zu legen.

Katzen

Agility: Do-It-Yourself-Talente nutzen und Parcours für die felinen Freunde bauen. Im Internet gibt es eine Unmenge an Anregungen zu Parcours, die an der Wand entlang bis zur Deck e und wieder runter führen.

Angelspiele: Aus einer Schnur eine Art Angel machen. Am Ende wird ein Federball befestigt und dieser dann durch den Raum geschwungen. Die Katze wird es lieben, ihn zu jagen.

Clickertraining: Mittels Clickertraining kann man einer Katze viel beibringen. Zum Beispiel „Sitz“, „High five“, „Gib einen Kuss“.

Laser: Einen Laserlichtpunkt durch den Raum huschen lassen und schon kann die Katze ihrer Jagdleidenschaft frönen.

Kleintiere

Do it yourself-Spielzeuge: Eine Anregung gibt das DIY-Video von VIER PFOTEN.

Parcours: Dazu einen kleinen Hindernis-Parcours aufbauen. Ein paar kleine unterschiedlich hohe Kistchen mit Leckerlies darauf können so aufgestellt werden, dass ein Meerschweinchen oder Kaninchen dort auf- und absteigen muss.

Versteckspiele: Der Anreiz ist besonders hoch, wenn darum geht, Leckerlis zu finden. Einfach ein paar gesunde Häppchen im Raum verteilen und das Kleintier auf die Suche schicken (anfänglich wird es etwas Unterstützung benötigen).

Fangspiele: Ein Stück Apfel an einem festen Band befestigt wird durch den Raum gezogen. Die Kleintiere werden dadurch aufgefordert, das Obst zu jagen.

Diese Ideen stammen von der Tierschutzorganisation VIER PFOTEN.

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Nichts zu verlieren

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Meine Mutter. Markusplatz, Venedig, Ende 1960.

„Freiheit ist nur ein anderes Wort dafür,
nichts zu verlieren zu haben.“

Janis Joplin (1943 – 1970)

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Die Kirchengemeinden trifft es mit aller Härte

Kein Gottesdienst zu Corona-Zeiten: Pfarrer Waldschütz setzt die Monstranz aus. Die wenigen Besucher haben sich weitläufig im Kirchenschiff verteilt. Der Sicherheitsabstand beträgt mindestens eineinhalb Meter.

Corona ist auf dem Vormarsch. Ein Virus, der derzeit die Welt in die Knie zwingt. Auch die Kirchen und ihre Gemeindemitglieder werden aufgefordert, zur Eindämmung der Pandemie beizutragen. Das heißt im Klartext keine Gottesdienste mehr oder nur sehr eingeschränkt. Kirchen bleiben aber offen, um in all dem Trubel ein wenig Ruhe zu finden. Auch die idyllische Urlaubsregion Tegernsee ist mitten drin in der Krise und dem Wirbel um das Virus. Das Erzbistum München und Freising sagt bis Anfang April alle öffentlichen Messen ab. Das ist für viele Gläubige eine schlimme, fast unglaubliche Nachricht, genau so wie für Kardinal Reinhart Marx. Denn wer sonst soll Gläubigen Trost spenden, wenn nicht die Kirche. „Es ist eine schwierige Situation, und die schneidet ein in unser kirchliches Leben“, äußert sich Marx bestürzt.

Der Pfarrer ist auch weiterhin Ansprechpartner

So sieht es auch Pfarrer Walter Waldschütz, der die katholischen Kirchen in Tegernsee, Rottach-Egern und Kreuth betreut. „Unsere Gemeinden trifft es schwer, gerade jetzt in einer Krisenzeit, wo durch den Gottesdienst auch Halt und Hilfe gegeben werden soll. Doch das Gemeinwohl geht vor.“

Auch weiterhin ist der 68-Jährige Ansprechpartner, erhält Fragen, gibt Antworten. Muss die Messe denn wirklich ausgesetzt werden? Wer gibt dringend benötigte Antworten, wer spendet Trost? Waldschütz weist auf die Botschaften und Gebete auf der Homepage des Pfarramtes hin. In diesem Fall muss es digital gehen. „Wir geben Hilfestellungen zum Beten, veröffentlichen entsprechende Texte und wollen sicherstellen, dass die Gemeindemitglieder nicht das Gefühl haben, allein gelassen zu werden.“

Eine Urlaubsregion in der Krise

Ein sonniger Sonntag in Tegernsee. Pünktlich um 10 Uhr morgens läutet die katholische Pfarrkirche St. Quirinus die Glocken. Danach ist es seltsam still. Wenig Geräusche, keiner spricht, die Klinke der Kirchenpforte wird zum Öffnen durch die Jacke gedrückt. Ein einzelner wagt sich hinein, ein anderer kommt nach. Nebenan im Bräustüberl sitzt ein Paar eng beieinander im Freien auf einer Holzbank. Bei Weißwürsten und Bier. Es unterhält sich leise, so als ob es die vorhandene Ruhe nicht stören möchte. Die beiden sind die einzigen Gäste. Die Normalität sieht anders aus. Drinnen im Kirchenschiff ist es ganz ruhig. Die paar Besucher halten Sicherheitsabstand. Mindestens eineinhalb Meter. Hier sogar mehr: Leere Kirchenbänke finden sich zwischen den Besuchern. Mit Absicht.

Die Pfarrkirche St. Quirinus in Tegernsee. Sie gehört zum Wirkungskreis von Pfarrer Waldschütz.

Vor fast zwei Wochen war die letzte Messe, die Pfarrer Waldschütz halten konnte. Die Kirche nun im Ausnahmezustand. Trotz allem stehen der Priester und sein Ministrant am Altar. Die Worte des Pfarrers sprechen von Solidarität und Achtung vor den Mitmenschen. Gerade jetzt, in dieser sehr schwierigen Zeit. Nein, es ist nicht so wie immer. Vor ihm sitzen lediglich fünf Menschen. Auf mehrere Kirchenbänke verteilt, jede und jeder für sich allein. Sicherheitsabstand und Schutz vor dem Unbekannten. Die Kirche in Zeiten der Krise. Weltweit. Unglaublich. Pfarrer Waldschütz setzt das Allerheiligste aus, die Monstranz mit dem heiligen Brot. Er betet: „Für alle, die Angst haben und in ihrer Not hilflos bleiben.“ Trotz allem, die Ansprache schafft Zuversicht, Mut und Hoffnung. Auch wenn nur wenige sie hören.

Zuversicht finden

Seit zehn Jahren dient Waldschütz in den Gemeinden rund um den Tegernsee, die zu den idyllischsten Ferienorten Deutschlands zählen. Doch so eine Situation hat er noch nie erlebt. Wo finden die Menschen Zuversicht? Und Ruhe, vor all den Schlagzeilen, die seit Wochen die Medien beherrschen. In den letzten Wochen hat es im Süden Bayerns noch geschneit. Immer mal wieder. Wenige Kilometer von Tegernsee entfernt liegt Wildbad Kreuth, immer noch unter einer sanften Schneedecke. Vereinzelt suchen Spaziergänger ein wenig Zerstreuung von all den Nachrichten, die die sozialen Netzwerke zurzeit dominieren. Es kann gut tun, die Begegnung mit einem Ort voller Geschichte. Wildbad Kreuth strahlt den Frieden aus, den der Besucher sich wünscht. Der Name kommt nicht von ungefähr, waren es doch Wildtiere, die einst und jetzt aus den Quellen tranken und gesundeten. So die Legende. Den Zweiten Weltkrieg hat der Ort durch seine isolierte Lage in den Wäldern der Voralpen fast unbeschadet überstanden. Das Dorf hat eine reiche Geschichte. Vor dem Jahr 1490 soll hier ein Jäger eine verletzte Hirschkuh beobachtet haben, wie sie an einer Quelle Linderung von ihrem Leiden suchte. Die Hirten und Bauern der Gegend machten es dem Tier nach und wurden gesund. Damals wusste noch keiner, dass das Wasser schwefelhaltig und damit gesundheitsfördernd war. Der Ruf, dass Heilkraft von der Quelle ausging, verbreitete sich in der Region in Windeseile.

Urkundliche Aufzeichnungen darüber gab es erst später. Um 1490 wird das heutige Wildbad Kreuth als „Bad Sankt Leonhard“ erstmals erwähnt. Abt Heinrich V. von Tegernsee errichtete daraufhin im Jahr 1511 ein richtiges Badehaus. Seine Bedingung: Jeder Tegernseer Abt und seine Brüder sollen dort umsonst baden dürfen. Alle anderen müssen Eintritt zahlen. Es entstehen weitere Gebäude. Das Geschäft mit der Gesundheit floriert.

Noch bis vor wenigen Wochen: Spaziergang in der frischen Luft und in einer idyllischen Umgebung hellt das Gemüt auf. Ausflügler, die die Umgebung von Wildbad Kreuth bei einer Kutschfahrt genießen.

Bis zur Säkularisation im Jahr 1803 bleibt das Bad im Besitz der Benediktiner in Tegernsee. Der damalige Bademeister Simon Zahler erwirbt die nahe Kapelle, das Wohn- und Badehaus sowie die umliegenden Wiesen und Wälder. Dafür zahlt er umgerechnet 500 Euro. Er verpflichtet sich jedoch schriftlich, dass auch bei einem Weiterverkauf jeder zukünftige Besitzer das Bad pflegen und bewahren muss.

Historischer Jet Set im Voralpenland

Die Ära der Wittelsbacher im Kreuther Tal beginnt anschließend, im Jahr 1818. König Max I. Joseph von Bayern kauft die Anlage mit den Gebäuden. Die besten Architekten sind für den König gerade gut genug. Der berühmte Baumeister Leo von Lenze bekommt den Auftrag des Königs, den heute noch bestehenden zweiflügeligen Bau samt Nebengebäuden zu errichten. Nun beginnt der Prunk und der Glanz des Ortes. Nicht nur wegen der Quellen kommt die damalige Prominenz.  Russische Zaren, Thomas Mann und seine Familie oder der illustre Kaiser Franz von Österreich besuchen Wildbad Kreuth, weil es zum guten Ton gehört und Beschwerden heilen oder Krankheiten gar nicht erst entstehen lassen soll. Auch die Ziegenmolke-Kuren wurden dort erfunden. Ihnen eilt der Ruf voraus, Gebrechen zu lindern und Gesundheit zu fördern.

Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb das Bad im Besitz der Wittelsbacher. Den Kurbetrieb in seiner ursprünglichen Form gibt es nicht mehr. Das Bad entspricht nicht mehr dem Zeitgeist. Mitte der 1950er Jahre lassen es die Adligen renovieren. Das Sanatorium kehrt zu altem Ruhm zurück. 1973 schließt Max Emanuel, Herzog in Bayern, das Kurhaus. Eine Ära geht zu Ende. Die Hanns-Seidel-Stiftung übernimmt die maroden Anlagen, erneuert sie und eröffnet ein Bildungszentrum. Der geschichtsträchtige Ort wird noch einmal berühmt. Bis 2016 tagte hier jährlich die CSU-Landesgruppe. Und nun? Das historische Anwesen soll bald mithilfe eines neuen Investors ein Hotel werden. Kategorie Luxus.

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Corona – Die Rache der Tiere

Langsam geht es uns allen auf die Nerven: Die Berichterstattung über den Corona-Virus. Kaum mehr ein Wort davon, was denn überhaupt die Ursache für die mittlerweile weltweite Tragödie war. Da gab es doch diesen Wildtiermarkt in Wuhan, irgendwo in Zentral-China. Und dort soll er herkommen, dieser beängstigende Virus, der in unglaublicher Geschwindigkeit um die Welt eilt. Wenn sich nun jemand vorstellt, dass dieser Markt süße kleine Rehe, Eichhörnchen oder Waschbären als Spielgefährten und Haustiere verkauft, dann hat er sich geirrt. Denn all diese Tiere werden verspeist oder zu Potenzmittel und Arzneien verarbeitet.

Chinesen essen nun mal Tiere. Wie fast alle anderen Völker auch. Die einzige Ausnahme ist, dass sie alle Tiere essen: Das können schon mal süße Koalas sein, Schuppentiere, die Haut von Eseln, die Penise stolzer Tieren, die wir aus dem Urwald oder den Steppen dieser Welt kennen.

Und genau von dort, wo die Tiere normalerweise lebend ankommen, präsentiert werden und bei Bedarf und auf Wunsch des Käufers geschlachtet werden, soll dieser Virus nun herkommen. Bekannt ist auch, dass es Menschen gibt, die Tiere vor der Schlachtung noch quälen, oder sie langsam zu Tode kommen lassen, denn durch den Stress- und Adrenalinausstoß der gequälten Geschöpfe soll das Fleisch immerhin noch besser schmecken. Diese Methode betrifft auch die von uns allen geliebten Haustiere wie Hunde und Katzen, denn die landen auch erst gequält und dann gebraten auf den asiatischen Tellern.

Doch wie kann der Virus entstanden sein? Hat sich ein Tier gewehrt, geschrien, gekratzt oder gebissen, als klar war, dass ihm der Tod bevorstand? Ist der Virus vielleicht so auf den Schlächter übergesprungen, der ihn weiter verbreitet hat? Und der jetzt die ganze Welt verseucht? So oder so ähnlich kann es gewesen sein! Ein absolut logisches Szenario. Aber man spricht nicht mehr darüber, denn man will erstmal die Ausmaße bekämpfen und später vielleicht die Ursache. Wenn es erst mal ein Gegenmittel gibt, sind die Umstände des Ausbruchs dann eher zu vernachlässigen.

Fakt ist, dass China seine Tiermärkte geschlossen hat. Als Reaktion auf den Ausbruch. Doch es gibt zahlreiche Wildtierfarmen im Hinterland, die nur einen Zweck haben: Wildtiere zu züchten, damit Menschen sie auf ihren Speisezettel haben können. Die Farmen beliefern die Märkte, und die Märkte verkaufen an die Konsumenten. Ein Kreislauf, wie wir ihn alle kennen. Seitdem bekannt ist, dass das Virus von einem Wildtier stammt, werden die Farmen nicht mehr betrieben und die darin befindlichen Wildtiere ihrem Schicksal überlassen.

Nicht mal mit viel Fantasie kann sich jeder unschwer vorstellen, wie diese Tiere nun leiden. Und seit irgend jemand behauptet hat, dass Hunde das Virus eventuell übertragen können, steht die Welt abermals Kopf. Auch wenn die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das strikt dementiert, hat es sich in den Köpfen einzelner manifestiert. Mit der Folge, dass nun Haustiere verstärkt in Tierheimen abgegeben werden. Wenn die Tiere Glück haben! Dieses Handeln hat nun wiederum zur Folge, dass die Heime hoffnungslos überfüllt sind. Oder aber sie werden von unter Quarantäne stehenden Menschen, die zuhause bleiben müssen, von Hausdächern geworfen, damit sie ein schneller grausamer Tod ereilt, wie Bilder aus China vor ein paar Wochen zeigten. Oder sie werden in menschenleeren Städten und Wohngebieten ausgesetzt und so ihrem Schicksal überlassen. Wenn sie Pech haben!

Im besten Fall und das heißt im Klartext: Wenn wir alle die Viren heil überstanden haben, wird sich zeigen, ob diese Tragödie letztendlich, zumindest für Tierschützer wie mich, etwas Gutes hatte: Nämlich den achtsamen Umgang mit Tieren zu lernen, zu erhalten und zu schützen.

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Die einst so glücklichen Tage


Während meiner vierwöchigen Auszeit in Oberbayern habe ich viel gelesen. Für mich ein Traum. Endlich konnte ich mal wieder in Bücher abtauchen, die ich schon lange auf meiner To Do-Liste hatte. Auf ein Werk hatte ich mich dabei besonders gefreut:

Es geht um vier Freundinnen, einen Sommer am Meer und um eine große schicksalhafte Veränderung damals, vor langer Zeit.

Zugegeben, es war nicht leicht, mich in dieses Buch zu vertiefen, denn ich musste es schon sehr genau lesen, um die verschiedenen Nuancen und Charaktere zu erkennen und zu treffen. Es ist ein vielschichtiges Buch, das immer wieder von der Gegenwart in die Vergangenheit driftet. Schon deshalb ist die konzentrierte Lektüre wichtig, um nicht den Faden zu verlieren.

Um was es geht? Vier Frauen – sie sind Freundinnen – verbringen einen nicht enden wollenden Sommer an der französischen Atlantikküste. Sie sind jung, unbedarft und wollen dem Leben die Stirn bieten. Wie ein Versprechen liegt die Zukunft vor ihnen, so ausgelassen und unbeschwert. Sie merken gar nicht, wie das Leben seine Weichen stellt. Entschlossen und unabwendbar. Als sie sich viele Jahre später wiedersehen, erkennen sie, dass ihre Träume sie noch immer wie eine schicksalhafte Kraft verbinden. Trotz allem was geschehen ist: Seit jenem Abend, als Lenica ihren Freund Sean mitbrachte. Und die unaufhaltsame Geschichte ihren Lauf nahm und schließlich in einer Tragödie endete.

Julia Holbe: Unsere glücklichen Tage, 320 Seiten, 20 Euro.

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Kindheit in Bullerbü

„Ich sagte ja schon, dass ich für das Kind in mir geschrieben habe. Also wirklich für mich. Also für das Kind in mir, das ich selber einmal gewesen bin und das weiß, was andere Kinder lesen wollen.

Ja, was das für ein Kind war, das ist gar nicht so leicht zu beschreiben. Das interessiert mich selber auch. Eine klare Antwort darauf habe ich auch für mich immer noch nicht.

Eins ist sicher: Das Kind, das ich einmal war, das war keine Pippi Langstrumpf. Aber es war ein Kind mit viel Phantasie, glaube ich. Ein Kind, das mit seiner Phantasie ganz gut spielen konnte. Das Freude daran hatte, mit der Phantasie zu spielen. Sonst weiß ich nicht, wie ich die Bücher fertig gebracht hätte.

Ich kenne mich selber nicht gut genug, aber ich meine, dass ich weiß, wie ich ein Buch haben möchte. Das kommt automatisch, wenn ich anfange zu schreiben. Es wächst mir zu. Und ich denke nicht an die Kinder, die es lesen sollen. Ich schreibe nur für mein eigenes Vergnügen. Und das ist ein großes Vergnügen, das können Sie mir glauben.

Ich möchte nicht mehr in der heutigen Zeit Kind sein. Nein, ich bin froh, dass ich einmal Kind gewesen bin.“

Astrid Lindgren

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Ein Buch für echte Glückskinder


Ich lese gerne Reiseführer über meine Heimatstadt Würzburg. Zugegeben, dabei kann ich noch so vieles selbst entdecken, von dem ich vorher keine Ahnung hatte. Dagmar Wolf, eine befreundete Journalistin, hat mich neugierig gemacht. Denn sie hat ein Würzburg-Buch veröffentlicht und Orte beschrieben, die angeblich glücklich machen. Oder zumindest glücklich machen sollen. Sie oder mich oder andere. Ein interessanter Ansatz! Denn unter dieser Prämisse bin ich noch nie durch meine Stadt getigert. Ist die Perle am Main denn wirklich eine wahre Hochburg des Glücks, wie Dagmar es beschreibt? Ich wollte es von ihr selbst wissen. Sie erzählte mir, wie alles begann.

Kommt mit und reist mit ihr und ihrem Buch in die beeindruckende Vergangenheit von Würzburgs Altstadt oder probiert einen guten Tropfen Frankenwein im glitzernden Schein der Abendsonne am Mainufer. Horcht in Euch und verspürt dabei das einmalige Gefühl, das Kribbeln und die Sehnsucht nach dem Mehr. Dagmar Wolf hat dem Rechnung getragen. 80 besondere Orte stellt sie vor und verrät, in welchen versteckten Gärten man perfekt die Seele baumeln lassen kann oder wo das Glück vom Summen der Bienen getragen wird.

„Die Glücksorte-Reihe gibt es bereits für ein paar Städte. Für Würzburg wurde ich angefragt, weil ich die Karlsruhe-Autorin kenne. Ich fand das Projekt spannend, aber war mir erst nicht sicher, ob ich genug Orte finden würde, die mich ansprechen. Und die den Kriterien des Verlags genügen. Schließlich sollten die großen Sehenswürdigkeiten, die sich in Baedeker & Co. finden, außen vor bleiben – es sei denn, es gibt einen ganz persönlichen Zugang zu diesem Ort, eine andere Perspektive.

So bin ich vor der Zusage zwei Tage auf gut Glück durch Würzburg gestreift. Und da wusste ich: Das mache ich! Es war ganz wunderbar, mit Zeit, Muße und offenen Augen wie Ohren auf Entdeckungstour zu gehen. Und dabei so viele Orte zu entdecken, die mir vorher nicht oder nicht so intensiv aufgefallen waren. Oder mir bei anderen Orten, die mich immer schon angezogen haben, bewusst zu machen, was mich an diesen so fasziniert.

Zu den letzteren zählt zum Beispiel die Alte Mainbrücke, die zwar eine „Große Sehenswürdigkeit“ ist, die ich aber dennoch aufgenommen habe. Denn ich freue mich wirklich jedesmal, wenn ich erst auf sie zukomme und sie dann überqueren darf. Das geht eigentlich gar nicht ohne ein Lächeln, weil da so viel Geschichte drin steckt. Und beim Beobachten der Passanten, Straßenmusikanten, Weingenießer und Jungesell*innen-Teams so viele Geschichten erzählt werden.

Das war für mich bei der Auswahl sowieso ganz wichtig: Der Ort muss mich natürlich ansprechen, vor allem aber erlebt werden können, Spannung versprechen, Neugier und Entdeckerlust entzünden oder befriedigen … und zwar für Erwachsene genauso wie für Familien mit Kindern, für Touristen genauso wie für neu Hinzugezogene oder Eingesessene (und tatsächlich habe ich auch von denen Rückmeldung bekommen, dass das Büchlein Überraschungen für sie bereitgehalten hat!). Die Auswahl der 80 Glücksorte ist deshalb einerseits sehr subjektiv, gleichzeitig habe ich versucht, immer wieder die Perspektive zu wechseln und verschiedene Zielgruppen in den Blick zu nehmen. Und ich wollte ganz verschiedene Themenbereiche abdecken: Kulinarisches, Kulturelles, Geschichtliches, Bewegung und Sport, Natur, Beschauliches. Denn das alles macht doch Würzburg aus: Die Stadt lässt sich so vielfältig und abwechslungsreich erleben!

Weil ich das oft gefragt werde: Ich könnte keinen der 80 beschriebenen Orte als meinen Lieblings-Glücksort erwählen, weil sie so unterschiedlich sind und zu so verschiedenen Stimmungen oder Bedürfnissen  passen. Auf jeden Fall  gehe ich jetzt immer erhobenen Kopfes durch Würzburg, um weitere Hausmadonnen zu erspähen. Ich nehme gerne kleine Umwege in Kauf, um weitere Orte zu entdecken, die mir bisher entgangen sind. Und ich gehe offeneren Auges durch die Stadt (wie durch andere Städte), damit mir nicht mehr so viel entgeht.“

Dagmar Wolf

Dagmar Wolf: Glücksorte in Würzburg, 168 Seiten, 14,99 Euro

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Design Cakes by Gosha: Valentine Macarons

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Gosha surprised us again! Her newest creation: Wonderful hand painted Macarons. The ideal present for Valentine’s Day!

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