
„Kein Ort der Welt scheint mir geeigneter, die Schwermut zu bannen und einem schmerzlich ergriffenen Gemüte den Frieden wiederzugeben, als Teneriffa.“
Alexander von Humboldt
Schon sein siebtes „Schlaglicht“ hat Daniel A. Kempken geschrieben. Diesmal lockt sein Reiseführer die Leserinnen und Leser nach Teneriffa. Highlights, Tipps und Kuriositäten wechseln sich ab. Gerade letzteres ist im Kapitel „Verlassene Orte“ ausgiebigst zu finden. In der Tat, auf dem Buchmarkt ist Kempkens Teneriffa-Reiseführer der einzige, der sich mit den „Lost Places“ der Kanareninsel befasst.
Also mal herhören, liebe Blogger und Amateur- und Profi-Fotografen! Er stellt mit der Ferienanlage Ten Bel an der Costa del Silencio bei Las Galletas eine ehemalige Perle vor, die jetzt als das Tschernobyl Teneriffas bezeichnet wird. Oder den „Panoramabunker“, das halb zerfallene Herrenhaus mit eleganten Arkaden, das durch seine morbide Schönheit besticht. Oder wie wäre es mit einer Foto-Session auf und im Beton-Gerippe eines Hotels aus den 1970er Jahren, das niemals fertig gestellt wurde? Die Einheimischen nennen das verlassene Monstrum nur „El Esceletón“ – das Skelett.
Ihr erfahrt auch, dass die Krimi-Königin Agatha Christie einst ihren Liebeskummer auf Teneriffa kurierte. Und für alle Fans der Insel hat Kempken zahlreiche Literaturtipps parat, denn was gibt es Schöneres als Urlaub zu machen und im Roman über den Sehnsuchtsort zu lesen?
Dass Linienbusse auf der Insel froschgrün sind, Zigaretten billig und man mit einem Trinkgeld von 10 Prozent fein raus ist, erfährt man so nebenbei. Der Autor guckt schon sehr genau hin und legt auch mal einen Finger in die Wunde, wenn er die Vorzüge der lokalen Gastronomie preist, anstatt über Schicki-Micki-Küche, Fusion, Molekularem oder einer Speisekarten-Litanei zu parlieren.
Der weitgereiste und bald wieder in Honduras lebende Diplomat gibt Tipps ohne Ende. Für Eure Neu-Entdeckungen und dem ganz besonderen Fotos mit einem Fokus! Zum schnellen Hinreisen, denn die kanarische Insel liegt ja fast um die Ecke.
Daniel A. Kempken: Schlaglichter Teneriffa, 140 Seiten, 12 Euro.
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Erinnern wir uns an die Wogen, die der Fall Claas Relotius vor ein paar Monaten in der deutschen Medienlandschaft geschlagen hat. Jetzt ist es um den Reporter ruhiger geworden. Nicht nur der Spiegel hatte seine spannenden Geschichten veröffentlicht. Auch in anderen renommierten Medien sind seine Interviews und Reportagen erschienen. Bei der Nachprüfung ergab sich ein erster Fälschungsverdacht, der sich später bestätigte. Handlungen und Zitate in seinen Geschichten wurden schlichtweg erfunden und damit unwahr.