Die Leichtigkeit des Seins

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„Es ist wichtig, dass wir uns bewusst werden, wie viel von unserem eigenen Glück mit dem Glück anderer zu tun hat. 
Es gibt kein individuelles Glück, das von dem anderer ganz unabhängig ist.“

Dalai Lama

Und wir sollten in der Tat dankbar sein für die schönen Tage und Momente, denn sie werden so nicht wiederkehren. Es wird andere wundervolle Augenblicke geben, aber nicht mehr jene, die wir einmal erlebt haben.

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Welche Haustiere lieben wir am meisten?

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Fische gehören zu den beliebtesten Haustieren in Deutschland. Was für eine Überraschung!

Hättet Ihr das gedacht? 44 Prozent aller deutschen Haushalte besitzen ein Heimtier! 2016 waren es 31,6 Millionen Katzen, Hunde, Kleinsäuger und Vögel. Nicht gezählt wurden Fische und Reptilien.

Katzen: 13,4 Millionen

Hunde: 8,6 Millionen

Kleintiere: 5 Millionen

Vögel: 4,6 Millionen

Aquarien, Teiche: 3,6 Millionen

Terrarien: 700.000

Habt Ihr ein Lieblingshaustier oder hättet es gerne?

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Check in: Kamalaya, Koh Samui

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Es gibt Zeiten im Leben, da sollte man auf seinen Körper hören. Und nur auf den. Ich habe es immer wieder vernachlässigt und fühlte meine Energie und Kreativität schwinden. Aber ich habe weitergemacht als ob nichts wäre, habe viel gearbeitet, den Ärger im Job lange genug ignoriert und war viel unterwegs. Allein auf einer Reportagereise hatte ich ein Dutzend Starts und Landungen. Das Ankommen, das Abreisen, einfach das Unterwegs-Sein genieße ich normalerweise sehr, doch auf einmal fühlte ich nur noch die Pflichten, um meinen Job gut zu machen.

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Fragen über Fragen

Die Begegnungen und interessante Menschen mit ihren spannenden Biografien hatten mich für die Anstrengungen und die vielen Jetlag immer entschädigt. Auf erste Warnzeichen achtete ich nicht. Erst als ein guter Freund, ein Homöopathe, mir klarmachte, dass ich eine zukünftige Burnout-Kandidatin sei, horchte ich auf. Ich dachte nach. Wie lange wird es dauern, bis ich vollkommen bewegungsunfähig bin, bis meine Psyche mich lähmt und mein Körper nicht mal das wöchentliche Sportprogramm mehr mitmachen kann? Ich hatte immer diese geballte Energie in mir. Doch jetzt fühlte ich mich zunehmend schlechter. Am besten ging es mir, wenn ich lange, sehr lange schlafen konnte.

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Meine Suite mit Sitzecke und Schreibtisch.

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Terrasse mit Blick aufs Meer.

Ich wälzte mich durch das Internet, um eine Kur zu finden, die mich innerhalb ein paar Wochen wieder back on the track und zu meiner ursprünglichen Stärke zurückbrachte.
Meine australische Freundin Jane, mit der ich mich austauschte, erzählte mir von der Magie des Kamalaya-Resorts auf der Insel Koh Samui im Golf von Siam.

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Wieder half mir Google bzw. die Webseite der Anlage. Ich sah mir die unterschiedlichen Programme an und entschied mich schließlich für das Balance und Revitalise-Programm. Ich schrieb meiner Freundin, die gerade das Structural Revival-Programm für mehr Beweglichkeit, Vitalität und Stabilität abgeschlossen hatte, und sich wie ein neuer Mensch fühlte.

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Reiki-Master Unni aus Indien: Magische Hände.

Doch ich hatte gezielt nach einer Therapie, die Body, Mind und Soul kombinieren konnte, gesucht. Jane bestätigte mich in meiner Wahl. Bevor ich buchen konnte, musste ich noch einen Flug finden. Alles nicht so einfach, da mein Resturlaub lange Zeit nicht genehmigt wurde, und die Flugdaten immer knapper wurden.

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Ayurveda-Therapeutin Sheena: Bei der einstündigen Massage entspannte ich so sehr, dass ich einschlief.

Nach einer Zwischenlandung und Umsteigen stand mir nicht der Sinn, so bekam ich noch einen Platz in einem Lufthansa-Flieger, der mich in zehn Stunden direkt nach Bangkok brachte. Auch meinen Weiterflug nach Koh Samui buchte ich gleich. Das waren noch einmal 2 Stunden Aufenthalt auf dem Flughafen und einen kurzen Flug von 55 Minuten bis ich auf der Insel war. Schon vorher hatte ich das Kamalaya-Resort kontaktiert und ließ mir den Aufenthalt schon mal reservieren. Nachdem ich die Flüge hatte, konnte ich endlich fest buchen.

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Angekommen.

Ich schwebte direkt ins Paradies. Schon sieben Tage mit Therapieeinheiten, die die Seele und das Herz schön machen, reichen aus, um einer drohenden Burnout-Attacke den Kampf anzusagen. Jeder muss selbst wissen, wie weit er ist und wann es absolut nötig ist, auf seine innere Stimme zu hören. Ja, es sind die kleinen Behandlungen und Angebote voller Wertschätzung, die dem Gast lehren, sich und die Umwelt klarer zu betrachten, beide besser zu analysieren und letztendlich gute Lösungsansätze zu finden.

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8 Hektar Paradies

Das Kamalaya Resort hat eine Fläche von 8 Hektar tropischen Regenwald mit Hügeln, Pools und Spa-Einrichtungen. Die einzelnen Zimmer und Suiten liegen weit auseinander, entweder man läuft oder lässt sich im kleinen Van fahren. Es gibt keine Fernseher und jeweils nur eine Stunde Internetzugang am Tag. Rauchen und Alkohol sind verpönt.

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Dazu gibt es Höhlen in denen Dampfbäder integriert sind, einen großen Lap-Pool zum Bahnen schwimmen, einen weiteren am Strand, 2 Restaurants, ein eigenes Wellness-Koordinationszentrum und zahlreiche Behandlungsräume. Dazu Yogasäle, Fitnessräume, eine Galerie für Gesprächsrunden und einen Pavillon, in dem Konzerte stattfinden. Handys und Digitales sind außerhalb des eigenen Zimmers nicht gern gesehen. Rund die Hälfte der Gäste kommt allein.

Das „Du“ als angenehmer Umgangston

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Eines der 2 Restaurants.

Deshalb gibt es den großen Gemeinschaftstisch im Restaurant, an dem die Gäste mit Leichtigkeit ins Gespräch kommen. Das „Du“ gehört zum Umgangston. Viele sprechen offen darüber, warum sie im Kamalaya sind, manche schon zum wiederholten Mal. Auch Hollywood-Regisseur Oliver Stone gehört zu den Gästen. Fotos sind nicht gern gesehen, die Besucher wollen unter sich sein. Verständlich, denn unter ihnen sind nicht selten Top-Manager, Staranwälte, erfolgreiche Künstler oder Investment-Banker. Mit ihnen saß ich allabendlich am Tisch. Es geht international zu, und man sollte Englisch können.

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Chefkoch Kai Müller (rechts) und ein Teil seines Teams.

Das Essen ist Genuss pur. Chefkoch Kai Müller aus Chemnitz sorgt mit seiner 30-köpfigen Kochcrew für ein unvergessliches Genussabenteuer, egal ob Detox, vegetarisch oder ganz normal. Zum täglichen Einerlei will danach keiner mehr zurück, soviel ist sicher. Deshalb bietet Kai auch regelmäßig Kochkurse an.

Der Mönch aus dem Himalaya

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Ehemaliger Mönch: John Stewart.

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Mit Kamalaya-Gründer John Stewart.

John Stewart gründete das Kamalaya im Jahr 2005. Er hatte vorher in Nepal gearbeitet. Als er jünger war, lebte der gebürtige Kanadier als hinduistischer Mönch für 10 Jahre in einer Höhle an den Berghängen des Himalaya.

Doch dazu wird es bald ein eigenes Porträt geben, denn das, was hinter der Verwirklichung dieses Lebenstraumes steht, ist reine Magie. Schon längst hat er im Kamalaya seine Heimat und seinen spirituellen Platz gefunden, Dieser Aura können sich auch die Gäste nicht entziehen.

Während meiner Zeit vor Ort habe ich den Alltag vergessen. Erwachen kann man dann durchaus als neuer Mensch. Ich zumindest fühlte mich wie neugeboren.

www.kamalaya.com

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Mein Aufenthalt wurde vom Kamalaya-Resort unterstützt.

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Päckchen nach drüben

Vorweihnachtszeit in Deutschland Ende der 1960er Jahre. Ein zweigeteiltes Land. Wir waren im Westen, doch ein Großteil meiner Familie war drüben. Drüben, so nannte man die Ostzone. Für mich als kleines Mädchen aus der damals gerade mal 20 Jahre alten Bundesrepublik war es ein geheimnisvolles Land, in das man nicht so ohne weiteres reisen konnte.

Dresdner Christstollen und Bohnenkaffee

Die DDR war nicht greifbar. Überhaupt nicht. Doch der Dresdner Christstollen, der uns jedes Jahr in der zweiten Adventswoche mit der Paketpost erreichte, bedeutete für meine Familie Freude, Zuversicht und Zusammenhalt. Weihnachten nahte.

Drüben lebten Großonkel und Großtante sowie die Cousins und Cousinen. Einer meiner Cousins war so alt wie ich. Meine Mutter war seine Patentante. Die Weihnachtspäckchen für die Ostzone liebevoll zu gestalten war aufregend. Meine Mutter arbeitete in der Modebranche, und es war klar, dass sie meinem Cousin mit einer Markenjeans und dem passenden Sweat-Shirt beschenkte. Die waren bei den jungen Leuten in der DDR sehr begehrt. Mutters Cousine bekam dagegen Nylons und den letzten modischen Schrei aus dem Westen. Mal ein chices Kostüm, mal einen extravaganten Pulli oder ein besonderes Accessoires. Meine Großmutter legte zum Abschluss ein Pfund Bohnenkaffee dazu.

Familienritual in den 1960ern

Schließlich wurden die Kartons mit Packpapier umwickelt, die Oma noch liebevoll mit Tannenzweigen und Christbaumkugeln bemalte. Dann war das alljährliche Vorweihnachtsritual geschafft. Gemeinsam trugen wir die Schätze auf das nächste Postamt, um sie rechtzeitig gen Osten zu schicken. Das alles passierte in der ersten Adventswoche. Damit hatten wir die Gewissheit, dass Jeans, Pullis, Strümpfe und Kaffee am Heiligen Abend unter dem Weihnachtsbaum liegen konnten. Drüben.

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Wenn die Pyramide aufgebaut wurde begann für mich Weihnachten.

Und hüben freuten wir uns schon riesig auf den Dresdner Christstollen. Doch nicht nur auf ihn. Weitere Schätze, die durch die Päckchen in unsere West-Wohnzimmer gelangten, waren die Figuren aus dem Erzgebirge. Ich habe sie geliebt: Da gab es die Kurrende-Sänger, die großen Nussknacker, Pyramiden mit echten Kerzen und natürlich der wunderschöne Schwibbogen fürs Fenster. Genau dann, wenn man von draußen seinen hell erleuchteten Kerzenschein sah, begann für mich Weihnachten.

Habt Ihr ganz besondere Kindheitserinnerungen an Weihnachten?

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Dem Leben einen Sinn geben

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Dem Geist und der Seele etwas Gutes tun, dafür habe ich mich nun in den letzten Jahreswochen entschieden. Ich nehme mir eine Auszeit in Thailand, um nach der Hektik dieses Jahres meine Gedanken und meine Ausgeglichenheit wiederzufinden.

DSCF9657 (Large)Das ist ja nun fast schon mein Jahresendritual, sich in die Hände von denen zu begeben, die es besser wissen und die Balance des Körpers wieder herstellen können. Dazu gehören für mich Detox und Burnout-Prävention. Zu viele, auch in meinem Freundeskreis, habe ich erkranken sehen, um nicht selbst zu wissen, wie wichtig es ist, auf sich achtzugeben. Eine Freundin hat es mal passend genannt und vom Körper als „Deinem Tempel“ gesprochen, den es nur einmal gibt und auf den man umso mehr aufpassen sollte.

Und genau das mache ich jetzt. Diesmal verzichte ich sogar auf mein geliebtes Weihnachtsfest zuhause, denn ich habe noch ein paar Tage Resturlaub, die bis Ende des Jahres genommen werden müssen. Ganz klar, dass ich mich auch auf schöne Lesestunden in der Ferne freue. Und dabei habe ich ein besonderes Buch vom Dalai Lama entdeckt.

Dem Leben einen Sinn geben, wie er es so schön sagt. Ja, genau das ist es, was mich und ganz viele von uns doch sehr anspricht. Meinem Leben einen Sinn geben, darum geht es doch letztendlich in der großen, zentralen Daseinsfrage.

Sind wir nicht alle Sinnsucher und wollen ein glückliches und erfülltes Leben führen? Der Dalai Lama zeigt in diesem Buch, wie uns das gelingt kann und ermutigt uns außerdem dazu, dem Leben eine spirituelle Ausrichtung zu geben. Denn durch diese können wir lernen, uns von belastenden Emotionen zu befreien und uns von negativen Gedanken zu verabschieden.

Ich weiß, dass das nicht jedermanns Sache ist, aber es ist ein Ansatz, der sich bestimmt auch nur teilweise umsetzen lässt. Wie bei mir zum Beispiel, denn ich bin nicht sehr spirituell. Hier geht der Friedensnobelpreisträger immer wieder auf die zentralen Themen des Buddhismus ein und zeigt so den Weg zu einer tiefen, spirituellen Praxis. Er spricht über Geduld, Selbstvertrauen, Achtsamkeit, Weisheit und alles was dazu führt, friedvoll zu leben und auch zu sterben. Denn steht nicht für uns alle der Tod am Ende unseres Weges?

Inspirationen zur Meditation helfen Euch dabei, Euch in Mitgefühl und Achtsamkeit zu üben und so zu erfahren, was es bedeutet, zielgerichtet zu leben und den Buddhismus in seinen Alltag zu bringen. Auch ich schaffe die Meditation nicht, obwohl ich es ein paar Mal probiert habe. Aber das liegt immer ganz in der Persönlichkeit jedes einzelnen.

Was wir uns auf alle Fälle jetzt und für die Zukunft mitgeben sollten, ist folgender Satz:

Unser persönliches Glück liegt allein in unseren Händen! Und das sollten wir nie, wirklich nie vergessen.

Dalai Lama: Dem Leben einen Sinn geben, 255 Seiten, 10 Euro.

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Mein Weihnachts-Gaston

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Erinnert Ihr Euch noch an Gaston, meinen Vizsla-Jungen? Vor drei Jahren habe ich mit ihm zum letzten Mal Weihnachten gefeiert, drei Wochen später war er tot. Am 19. Januar 2016 hat sich ein Stückweit mein Leben verändert. Meinen Seelenhund gab es von einem Tag auf den anderen nicht mehr. Jetzt bin ich soweit, die Erinnerungen an ihn genießen zu können, lange Zeit konnte ich es nicht, denn sie waren zu sehr mit Schmerz erfüllt.

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Ich habe einem anderen Hund das Leben geschenkt, oder wie immer man das ausdrücken kann, denn ohne mich würde es ihn wohl heute nicht mehr geben.

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Für Euch alle, die Gaston kannten, hier ein paar Momente aus seinem Leben. Zur Erinnerung. Sozusagen.

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Wider dem Mobbing – so geht’s!

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Wer von Euch hat es schon erlebt? Mobbing in Eurer unmittelbaren Umgebung, am Arbeitsplatz oder sogar im Freundeskreis? Gerade ist eine Freundin sehr davon betroffen. Ihre Situation hat mich motiviert, ein bisschen dem nachzugehen und zu recherchieren.

In der Tat: In Deutschland gibt es mindestens 1,5 Millionen Betroffene. Wow! Die Dunkelziffer ist sogar noch höher. Denn wer gibt schon gerne öffentlich zu, gemobbt zu werden oder gemobbt worden zu sein.

Mobbing ist dabei fast immer ein Gruppenphänomen. Also ein „Verlierer“ gegen viele oder sogar alle. Deutliche Unterschiede gibt es dagegen bei der Einschätzung der Mobber als schwache oder als starke Persönlichkeiten.

Wie war/ist es bei Euch? Waren die Mobber eher unscheinbar oder ganz Mega-Coole? Meistens verstecken sich die „schwachen“ Mobber in der Gruppe. Für den Gemobbten läuft es am Ende auf das Gleiche hinaus. Er rennt gegen eine Mauer des Schweigens und von Schikanen. Es gibt das „Bossing“ (wenn Vorgesetzte mobben), aber weit verbreitet ist auch das von Kollegen oder sogar von Untergebenen.

Oft ist das Ziel, den Gemobbten zum Wechsel des Arbeitsplatzes, zur Kündigung oder zum Verlassen der Clique zu bringen. Aber: Die Folgen sind weitreichend und meist negativ, wenn es zur Nichtzahlung von Arbeitslosengeld oder gar dem Verlust von Abfindungen geht.

Interessant ist, dass Mobbing verstärkt in sozialen Berufen erfolgt. Nach Untersuchungen Frankfurter Arbeitspsychologen besteht im Gesundheitswesen und in typischen Sozialberufen ein siebenfach höheres Risiko, gemobbt zu werden. Oftmals passiert aber auch folgendes Szenario: Wer nach oben kommen will, greift angesichts fehlender objektiver Erfolgsmessungen gerne zum Instrument Mobbing.

Mobbingopfer müssen sich wehren und dafür kundigen Rat einholen. Und außerdem solltet Ihr eine gute Rechtsschutzversicherung haben. Journalisten kann ich unbedingt die Mitgliedschaft im Deutschen Journalistenverband (DJV) empfehlen.

Nichtstun macht die Sache nach einem Angriff auf Euch nur schlimmer, weil es die Mobber in ihren Motiven bestärkt. Zwar gibt es in Deutschland kein spezielles Gesetz gegen Mobbing, aber das 2006 verabschiedete Allgemeine Gleichstellungsgesetz bietet Handhabungen gegen Mobber. Strafrechtlich relevant sind die Paragraphen 185 bis 187 Strafgesetzbuch (Beleidigung, üble Nachrede und Verleumdung) sowie Paragraph 223 (Körperverletzung).

Denkt daran! Alles bleibt graue Theorie, wenn dem Gemobbten stichfeste Belege oder Zeugen fehlen. Manchmal ist es auch besser, den Arbeitsplatz zu wechseln oder eben den gesamten Freundeskreis. Weil es oft einfach nur heißt: „Der Klügere gibt nach!“

So könnt Ihr Mobbing am Arbeitsplatz vor allem erkennen:

  • durch Schikanen, denen Ihr ausgesetzt seid, und die dauerhaft anhalten (mindestens für ein halbes Jahr)
  • wenn diese sich systematisch und permanent (mindestens einmal wöchentlich) ereignen
  • wenn Ihr durch Kollegen belästigt, drangsaliert, beleidigt oder ausgegrenzt werdet
  • wenn Ihr kränkende Arbeitsaufgaben machen müsst
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„Written on Skin“ in der Hamburger Elbphilharmonie

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Was für ein Drama! Das Mahler Chamber Orchestra mit dem Dirigenten Sir George Benjamin im Großen Saal der Elbphilharmonie. Nicht vielen Neukompositionen ist es vergönnt, Teil des Kanons zu werden, statt direkt nach der Uraufführung in der Schublade zu verschwinden.

2012 wurde die Oper erstmals aufgeführt. Ein Klassiker der Moderne wurde geschaffen, den die französische Zeitung Le Monde sogar als beste Oper seit „Wozzeck“ bezeichnete. So weit, so gut. Ich fand es in der Tat sehr anstrengend, die komplexe Handlung über die eingeblendete Bildsprache nachzuvollziehen und verließ mich auf das Zuhören, während meine Freundin recht kurzweilig die Geschichte zusammenfasste.

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Hier eine Annäherung an die Tragödie der Aufführung:

Es ist die Zeit, da Herrscher Sachen, Dörfer und Menschen besitzen, willkürlich töten und brandschatzen. Und der Protagonist besitzt auch eine schöne junge Ehefrau, die nicht lesen und schreiben lernen, keine eigenen Wünsche haben darf. Die Frau ist Besitztum ohne Persönlichkeit.

Der Herrscher möchte seine Heldentaten und seine Geschichte in einem Buch verewigt sehen, zu einer Zeit, da diese noch von Hand geschrieben und illustriert wurden. So kommt ein Buchschreiber und Illustrator in das Haus des Herrschers. Er erzählt, wie er Bilder und Szenen entstehen läßt. Der Herrscher möchte Hölle und Paradies dargestellt bekommen anhand seiner Heldentaten.

Die Ehefrau wird neugierig, denn endlich tut sich etwas in ihrem goldenen Käfig. Sie fordert den Illustrator heraus, ein Bild von einer „wahren Frau“ zu erfinden. Der Illustrator geht darauf ein. Er erschafft ein Bild von der Frau im Dunkeln einer Schmuckschatulle mit ihrem Antlitz und ihren Gefühlen. Die Frau sieht, dass sie das erste Mal wahrgenommen wird, und es entsteht eine erotische Beziehung zwischen ihr und dem Illustrator.

Der Herrscher hört davon, will es aber nicht glauben, dass er betrogen worden sein soll. Daher glaubt er dem Schreiberling, dass dieser keine Affäre mit seiner Frau hat, sondern mit ihrer ähnlich aussehenden Schwester. Als nun wiederum die Frau davon erfährt, dass der Illustrator eine andere Affäre haben soll, wird sie wütend und stellt ihn zur Rede. Der sie liebende Illustrator erklärt, dass er diese Beziehung nur erfunden hat, um sie zu schützen vor dem Groll ihres Mannes. Sie kann ihm nicht glauben, fühlt sich wieder nicht gesehen. So fordert sie den Beweis, er solle ein Bild ihrer Liebe malen, mit dem sie ihren Mann konfrontieren und zerstören will.

So kommt es, dass der Illustrator dem Herrscher seinen fertig gestellten Auftrag vom Paradies und der Hölle  vorstellt. Zunächst eine Seite nur mit Grausamkeiten.  Als der Herrscher ungeduldig nach Abbildungen des Paradieses fragt, entgegnet der Schreiber überrascht, es seien Darstellungen des Paradieses auf der Erde hier, die ihn doch an seine eigene Umgebung erinnern müssten.

Schließlich fängt der  Herrscher an, die Seite über die Hölle zu lesen, in welcher der Schreiberling seine sexuelle Beziehung zu des Herrschers Ehefrau im Detail beschreibt: Ihrer beider Verlangen sowie die gegenseitige Befriedigung – genau so, wie die Ehefrau es sich gewünscht hatte. Der Herrscher bricht daraufhin zusammen.

Noch einmal versucht er, die Ehefrau wieder unter seine Kontrolle zu bringen. Er serviert ihr ein Mahl und befiehlt ihr, davon zu essen.  Nachdem sie etwas gegessen hat, offenbart er ihr, dass es das Herz des Illustrators war. Die Frau bricht aber nicht zusammen, sondern erwidert, dass die Erinnerungen an den Liebhaber ihr keiner mehr nehmen kann. Der Herrscher erreicht dadurch also nicht ihre Unterwerfung. Er will sie nun mit dem Messer umbringen, sie aber kommt ihm zuvor, stürzt sich aus dem Fenster und tötet sich dabei selbst.

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Der Große Saal der Elbphilharmonie beeindruckt durch sein klares minimalistisches Design und die großartige Akustik. Nichts soll von der Aufführung ablenken, die man besucht. Die Konzentration liegt dabei ganz auf der Musik und der Handlung.

Fotos: Daniel Dittus/Elbphilharmonie

Hoteltipp in der Nähe:

Das Hotel Stella Maris liegt direkt im Hafenviertel nahe der U-/S-Bahn-Station „Landungsbrücken“ und bietet somit den perfekten Ausgangspunkt für einen Abend in der Elbphilharmonie. Das maritime und moderne 3-Sterne-Hotel bot seit Mitte der 1950er Jahre Kapitänen, Offizieren, Matrosen und Reisenden als „Seemannsheim“ einen sicheren Hafen Diese Tradition pflegt das Haus auch heute noch. Es liegt im bunten Portugiesenviertel mit seinen Restaurants und Kneipen. Details im Inneren erzählen von der lebhaften Vergangenheit und spiegeln die maritimen Wurzeln wieder. Seemannsgarn und Kunstgenuss, im Stella Maris erlebt der Gast eine perfekte Symbiose.

 

 

 

 

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Im Basar von Zestaponi

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Im Oktober 2018 war ich als Wahlbeobachterin für die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) bei den Präsidentschaftswahlen in Georgien dabei. Mein Einsatzgebiet war die Gegend um Zestaponi. Das liegt im Westen des Landes.

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Klar, dass ich kurz vor meiner Abreise auch dem Basar im Stadtzentrum einen Besuch abgestattet habe. Hier kann man Gemüse, Obst und alles weitere direkt von georgischen Bauern kaufen. Ein paar visuelle Impressionen nach meinen Einkäufen habe ich Euch mitgebracht.

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Klein, aber fein

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Eigentlich war ich auf der Suche nach einem Kochbuch für meine Freundin. Dann begegnete mir in den Regalen meiner Buchhandlung ein Bändchen von Manesse. Darin ging es um das Leben der neuseeländischen Literatin Katherine Mansfield. Bis dato hatte ich noch nichts von ihr gehört. Zeit also, mal zu recherchieren. Was ich erfuhr, machte mich neugierig auf das Werk. Das möchte ich Euch nun gerne heute am Lese-Donnerstag in Kurzform präsentieren:

Katherine Mansfields Tagebücher gewähren Einblick in ein bei aller Kürze überreiches Leben: Überreich an Hochgefühlen und Selbstzweifeln, überreich an musischen Begabungen, Liebeswagnissen, Dramen und Schicksalsschlägen. Die Auswahl reicht von den Herzensergüssen der zwölfjährigen Neuseeländerin Kathleen Beauchamp bis hin zur brillanten Tagebuchprosa der gereiften Schriftstellerin von Weltrang, einer Frau mit eigenem Kopf, stark, unsentimental, klug, impulsiv und sensibel.

Doch die Notizen verraten auch, dass ihr Schaffen bitteren körperlichen und seelischen Leiden abgerungen ist. Keine Autorin der Moderne formulierte übermütiger, scharfzüngiger, vitaler und keine hatte zugleich mehr mit den Nöten der menschlichen Existenz zu kämpfen als sie. Sich nicht auf Rollen und Erwartungen festlegen lassen, nicht als Künstlerin, nicht als Tochter, Schwester, Freundin, generell nicht als Frau – das war ihre ganz besondere Leistung, die sie bis heute zur Ikone moderner Weiblichkeit macht.

Auch ihre Bio ist überaus interessant, wenn auch sehr tragisch:

Katherine Mansfield (1888 – 1923), aufgewachsen in der Kolonialwelt Neuseelands zwischen Maori-Bräuchen und Cellospiel, beginnt schon im Mädchenalter zu schreiben, entflieht, kaum volljährig, ihrer Familie nach London, wird schwanger, erleidet in Bad Wörishofen eine Fehlgeburt, wird zum Star der jungen Literaturszene und stirbt mit nur 34 Jahren in Fontainebleau. Ihr schmales Werk zählt zur modernen Weltliteratur.

Katherine Mansfield: Fliegen, Tanzen, Wirbeln, Beben. Vignetten eines Frauenlebens. Mit einem Essay von Virginia Woolf, 384 Seiten, 22 Euro

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