Bis ans Ende der Welt

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In der Ferne Freunde finden. Nichts leichter als das! Oder doch nicht? Manchmal werden die Menschen der Länder, die wir bereisen, Freunde fürs Leben. Oft sogar. Doch manchmal kommt man zurück und fragt sich, warum es mit den Freundschaften dann doch nicht so geklappt hat, wie man es sich wünschte. All das gehört zum Reisen und in gewisser Weise zur Normalität, wenn man unterwegs ist.

Johannes Klaus hat einen weiteren Band seiner momentanen Trilogie herausgebracht. Gewidmet ist sie allen Entdeckern. Und so können wir uns doch nennen, wir, die auf Reisen gehen, die in die Ferne ziehen, um mit Mehr zurückzukehren, als man zurück gelassen hat.

Zum einen geht es um das Glück des Fremdseins, was Menschen hinausziehen lässt, nach Russland, Burma, Indien, Finnland oder gar nach Syrien. Das Buch macht Lust darauf, die Welt oder zumindest einen Teil von ihr zu erkunden. Und für alle, die noch nicht wissen, wo der Jahresurlaub verbracht werden soll: Lesen und sich inspirieren lassen. Also am besten gleich bestellen!

The Travel Episodes. Neue Reisegeschichten von allen Enden der Welt, herausgegeben von Johannes Klaus. Mit einem Vorwort von Gesa Neitzel, 333 Seiten, 15 Euro.

 

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Ich habe wieder einen Hund!

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Vom Straßenhund zum Jetsetter – Brads Geschichte

Es war einer dieser Tage, die man schicksalhaft nennen kann. Anfang November 2017 besuchte ich Guanajuato in Zentral-Mexiko, um dort das außergewöhnliche Fest zum Tag der Toten zu erleben. Nach einem langen Spaziergang durch die koloniale Altstadt blieb ich an der Calle Juan Valley stehen, wo sich auch die Diego Rivera-Statue und das gleichnamige Museum befinden.

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Wenn ich reise, begegne ich vielen Straßenhunden. Ich spreche sie oft an, um so etwas mehr über sie erfahren zu können. Manchmal gelingt es mir sogar. Die meisten reagieren interessiert. An diesem Tag sah ich einen Mischlingshund auf mich zukommen. Auch ihn sprach ich an. Er ähnelte einem Schnauzer und war ganz verstaubt. Er blieb stehen und sah mich mit seinen tiefschwarzen Knopfaugen an. Die Haare hingen ihm wirr ins Gesicht. Ich nahm ihn auf und streichelte ihn. Er drückte sich ganz fest an mich. Ich setzte mich auf eine Bank, den Hund hatte ich auf meinem Schoß, streichelte ihn und konnte unter seinem Fell die Rippen zählen.

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Ein junger Mann kam angerannt und fragte, ob ich ihn adoptieren möchte. Ich antwortete, dass das nicht ginge, ich sei auf Reisen, käme aus Deutschland. Ein weiterer Mann kam dazu. Es war der Portier eines nahen Hotels. Er meinte zu mir, dass sein Kollege und er so sehr nach jemanden suchen, der den Hund doch mitnehmen möge. Sie hätten ihn vor ein paar Wochen aufgesammelt, als er vor dem Hotel auf der Straße saß.
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Er hätte einen guten Charakter und es nicht verdient, auf der Straße zu leben. Man nannte ihn „Sevino“, was soviel bedeute wie „Der Angekommene“. Hinzu käme, dass es immer noch Hundefänger gibt, die Straßentiere einfangen. Falls sich keine Besitzer melden, werden die Vierbeiner nach einer Woche getötet. Und diesen staubigen Hund, den ich gerade auf dem Arm hielt, hätte wohl niemand als sein Eigentum bezeichnen wollen.

Ja, ich hielt das Fellknäuel immer noch. Ich folgte den beiden Männern zum Hotel. Dort, in einer Ecke hinter der Rezeption, hatte man für den Hund ein Stück Pappkarton hingelegt, sowie Futter und Wasser aufgestellt. Ich setzte ihn ab und kehrte um.

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Der Hund rannte mir nach, wollte verhindern, dass ich gehe. Ich nahm ihn auf und brachte ihn zurück, setzte ihn wieder auf seinen Karton. Wieder rannte er mir nach. Schließlich drückte ich ihn in die Arme des Portiers und ging meines Weges. Das war meine erste und wohl auch meine entscheidende Begegnung mit dem wuscheligen Kerl.

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Ich musste die darauf folgende Nacht immer an ihn denken.

Es war mir schon einmal so ergangen, in Rumänien, als ein an der Autobahn ausgesetzter Retriever in meine Arme rannte und ich ihn nicht mitnehmen konnte, da wir Gaston bereits an Bord hatten und der sich lautstark gegen einen Neuankömmling wehrte. Bereut habe ich es nach ein paar Kilometern, doch als wir an die Stelle zurückkehrten, wo wir den Retriever zuletzt sahen, war er nicht mehr da. Ich habe es bis heute bereut, ihn bei unserer ersten Begegnung zurückgelassen zu haben.

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Und nun gab es diese kleine Kreatur in Mexiko. Am nächsten Morgen stand mein Entschluss fest: Wir nehmen ihn mit! In drei Stunden musste alles erledigt sein, denn wir flogen an dem Tag weiter nach Baja California Sur. Ich fragte bei Calafia Airlines an, ob ich einen Hund mitnehmen könnte. Alles kein Problem. Doch er brauchte eine Flugbox und ein Gesundheitszeugnis.

Auf zum Tierarzt. Was für ein Glück hatten wir, dass es neben der Praxis einen Hundesalon wie auch ein Geschäft gab, in dem man Flugboxen und Leinen kaufen konnte. Sehr praktisch! Besonders wenn man auf die Schnelle einen Straßenhund mitnehmen will!

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Und so kam es, dass wir innerhalb von zwei Stunden einen neuen Hund hatten. Vom Straßenhund zum Jetsetter! Frisch gewaschen, geföhnt, versehen mit den nötigen Untersuchungen und ausstaffiert mit Geschirr, Leine, Kauknochen und Flugbox riefen wir ein Taxi. Ab zum Flughafen. Und einen Namen bekam er auch: Brad! So wie Brad Pitt! Weil er so schön ist! Und ganz einfach zu merken.

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Das Abenteuer mit Brad, dem Straßenhund, nahm seinen Anfang. Bis heute haben wir es nicht bereut.

Deshalb gibt es ab heute hier auch eine neue Rubrik: Brad, der Straßenhund. Denn es werden weitere Geschichten mit und um Brad folgen. Er wird in Zukunft mein Web-Magazin sl4lifestyle mit seinen Abenteuern bereichern! Freut Euch einfach schon mal drauf!

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Wenn Ihr wollt, könnt Ihr Brad schon mal auf Instagram folgen: @bradthestreetdog
Da gibt es bereits viele Fotos, die auch von den Anfängen erzählen.

Herzlich Willkommen, kleiner Brad, in Deiner neuen Welt!

Fotos: Inge Schröder (6)

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Achtung Hochwasser!

Auch in meiner Heimat Unterfranken! Mal wieder Hochwasser. Am Dreikönigstag! Wer von Euch ist noch betroffen? Der Pegel des Mains steigt und steigt! Es kommt oft um diese Jahreszeit vor. Regen, dann noch Schneeschmelze, zum Glück müssen wir noch nicht in die Schlauchboote steigen!

Die Situation an der Mosel soll noch schlimmer sein. Haben wir also einfach Vertrauen in die Natur! Mehr bleibt uns nicht übrig.

Seid Ihr gut ins Neue Jahr gekommen? Ich habe eine kleine Blog-Pause gemacht. Morgen überrasche ich Euch! Ihr dürft gespannt sein. Dann versteht Ihr auch meine Auszeit.

Euch ein glückliches und gesundes 2018!

Sabine

Fotos: Enric Boixadós

 

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Seht Ihr Euch positiv?

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Jetzt geht es mal wieder um unsere guten Vorsätze zum neuen Jahr. Und dazu gehört einfach auch gesund sein und gesund bleiben. Ein positives Selbstbild hilft dabei. Ganz klar!

Was hält gesund? Die Fakten kennen wir nur zu gut: Nicht rauchen! Und bloß kein Alkohol! Täglich bewegen! Ausgewogen und gesund ernähren: Viel Vitamine, wenig Kalorien! Und bloß keinen Stress! That’s it!

Professor Dr. Tobias Esch, der an der Uni Witten-Herdecke lehrt, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Selbstheilungsfähigkeiten des menschlichen Organismus. In seinem Buch verdeutlicht der Gesundheitswissenschaftler, wie Menschen Einfluss auf ihre Gesundheit nehmen können. Dazu zählt er insbesondere ein positives Selbstbild.

Außerdem empfiehlt der Wissenschaftler unter anderem, jeden Tag auch die kleinen und erfreulichen Dinge im Leben wahrzunehmen und schätzen zu lernen. Na, fangen wir doch mal damit an. Es sollte gar nicht so schwer sein. Viel Erfolg!

Tobias Esch: Der Selbstheilungscode. Die Neurobiologie von Gesundheit und Zufriedenheit, 337 Seiten, 19,95 Euro.

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Da Mariella: Cioccolata calda

DALL’ ITALIA CON AMORE

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FROM ITALY WITH LOVE

Comfort food per eccellenza, è una bevanda ideale non soltanto nei freddi pomeriggi invernali, ma in qualunque momento si desideri viziarsi un pò. Per questo va fatta a regola d’arte. Pochi ingredienti ma buoni. Questo è il segreto di una perfetta cioccolata calda fatta in casa, densa e golosa. Una vera gioia per il palato e anche per gli occhi, perché basta un solo sguardo per avere l’acquolina in bocca. Bevanda che riporta subito ad un’immagine di puro piacere, la cioccolata in tazza ha tradizioni antichissime: tra le civiltà precolombiane del Sud America, come Aztechi e Maya, era considerata la bevanda degli dei, protagonista di antiche leggende e profezie.

Il cioccolato è arrivato in Europa soltanto nel ‘500, affermandosi prima medicinale e poi come alimento destinato all’aristocrazia. E in Italia si dice che la prima cioccolata calda si bevve a Firenze nel ‘600, grazie a Francesco d’Antonio Carletti, un viaggiatore che la introdusse come abitudine, al termine di un viaggio nel Nuovo Mondo.

Come veniva consumato il cioccolato all’epoca? Quello in tazza era diverso da quello che conosciamo noi: per esempio all’inizio veniva diluito nell’acqua e non nel latte (come fanno ancora adesso i “puristi”): aveva quindi un gusto molto forte, che già i nobili del ‘700 decisero di addolcire, profumandolo con vaniglia, cannella ed altre spezie, facendolo così diventare uno sfizio molto costoso. In seguito arrivò il latte: quello intero è ancora oggi l’ideale per avere un risultato più cremoso, ma gli intolleranti al lattosio non devono rinunciare a questo piacere: si può variare con latte senza lattosio o latte di soia. E per una cioccolata “light” via libera al latte scremato.

In più, anche il cioccolato stesso può avere diverse varianti: si può usare il classico fondente, o quello al latte, bianco, al gianduia …

La ricetta che vi propongo è molto semplice da realizzare. Una ricetta base da cui partire per scegliere la versione che più vi piace.

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Ingredienti

INGREDIENTI PER 4 PERSONE:

500 ml latte intero

20 gr farina fecola (oppure amido di mais)

100 gr cacao amaro in polvere

40 gr cioccolato fondente in tavoletta

20 gr zucchero

PREPARAZIONE:

Per preparare la cioccolata calda iniziate mescolando assieme in un pentolino il cacao in polvere e la farina setacciati quindi lo zucchero. (Foto 1)

Unire un po‘ di latte freddo ed iniziate a stemperarlo con le polveri. (Foto 2)

Lentamente versate il resto del latte mescolando continuamente in modo da sciogliere ogni eventuale grumo. (Foto 3)

Porre il pentolino sul fuoco basso, mescolando. (Foto 4)

Quando il composto arriverà a sfiorare il bollore unite il cioccolato fondente in pezzetti. (Foto 5)

Mescolare finchè il cioccolato fondente non si sarà sciolto e portare il tutto a ebollizione. (Foto 6)

La cioccolata calda è pronta per essere gustata!

 

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Geschenktipps für Leseratten

Lese-Donnerstag! Diesmal ist er ein ganz Besonderer, denn in 3 Tagen ist Heiligabend und damit Bescherung! Schnell noch ein paar Geschenktipps für Familie und Freunde. Ich habe mich in meinen beiden Lieblingsbuchhandlungen umgesehen. Mit einem Klick könnt Ihr die Bücher heute bestellen und sie kommen noch rechtzeitig vor Weihnachten bei Euch an. Viel Freude beim Schmökern.

Märchen, Spannung und Nostalgie

Das Geheimnis des alten Moenches von Jan-Philipp SendkerEs sind bewegende Geschichten, die von den Mythen der verschiedenen Völker Burmas erzählen, von der Spiritualität der Menschen und wie tief buddhistisches Denken die Gesellschaft über Jahrhunderte geprägt hat. In den Märchen kommen Affen, Tiger, Elefanten und Krokodile vor anstatt der uns bekannten Igel, Esel oder Gänse. Die Lehren, die sie vermitteln, ähneln denen der Brüder Grimm oder Hans Christian Andersens, eben nur auf für uns exotische Art und Weise.

Jan-Philipp Sendker: Das Geheimnis des alten Mönchs. Märchen und Fabeln aus Burma, 288 Seiten, 20 Euro

london stalker (Large)Detective Nick Belsey ist vom Dienst suspendiert, hat eine Anklage am Hals und haust im verlassenen Polizeirevier von Hampstead. Amber Knight ist Londons größtes It-Girl und lebt das glamouröse Leben eines Pop- und Filmstars. Als eines Tages eine ältere Frau bei Belsey anklopft und ihn bittet, ihren Sohn aufzuspüren, der seit Tagen verschwunden ist, findet Belsey Hinweise darauf, dass er Amber Knight gestalkt hat. Belsey schmuggelt sich als Security-Mann in Amber Knights Leben ein und gerät, als eine Bekannte von Amber tot aufgefunden wird, selbst unter Mordverdacht. Während er versucht, seinen eigenen Hals zu retten sowie den wahren Täter und den Vermissten zu finden, stößt Belsey hinter Reichtum, Glanz und Glamour auf Verzweiflung, Obsession und eine mysteriöse Organisation, die davon zu profitieren scheint.

Oliver Harris: London Stalker, 368 Seiten, 19,99 Euro

Die Berlinreise von Hanns-Josef OrtheilAnfang der sechziger Jahre hat der spätere Autor Hanns-Josef Ortheil zusammen mit seinem Vater eine Reise in das geteilte Nachkriegsberlin unternommen. Es ist eine Reise zurück an die Orte, an denen sein Vater und seine Mutter als junges Paar während des Zweiten Weltkriegs gelebt haben. Geduldig und fasziniert hört er zu, was der Vater ihm von dem Leben damals erzählt. Instinktiv begreift er, welche Bedeutung Berlin für das Leben seiner kleinen Familie hatte und für ihn immer noch hat. Tag für Tag notierend und schreibend, sucht der gerade einmal zwölfjährige Junge sehnsüchtig nach einer Verbindung zu dieser Welt.

Hanns-Josef Ortheil: Die Berlinreise, 288 Seiten, 16,99 Euro

Von Revolutionen und Frustationen

978-3-426-27710-2_Druck (Large)Es ist eine monumentale russische Familiengeschichte vor dem Panorama der Oktoberrevolution, der Weltkriege wie des ganzen 20. Jahrhunderts.
Irina Scherbakowas jüdische Großmutter hat die Pogrome, die Oktoberrevolution und den Bürgerkrieg von 1917/18 überlebt. Ihr Vater kämpfte als Offizier im Zweiten Weltkrieg vor Stalingrad. Und sie selbst wuchs zur Stalinzeit in Moskau auf: Irina Scherbakowa stammt aus einer Familie, die alle Schrecknisse des 20. Jahrhunderts miterlebt hat. Und doch empfindet die renommierte russische Publizistin ihre Familiengeschichte als eine glückliche – sind ihre Vorfahren und sie doch immer wieder davongekommen, Ein beeindruckendes Porträt nicht nur einer Familie, der es stets mit viel Glück gelang, düstere Zeiten zu überstehen, sondern auch und vor allem die mitreißende Geschichte eines bewegten Jahrhunderts.

Irina Scherbakowa: Die Hände meines Vaters, 416 Seiten, 22,99 Euro

Alles ist besser als noch ein Tag mit dir von Jan FleischhauerFür die Mega-Frustrierten unter Euch, die das Leben wieder auf die Reihe bringen wollen. Mit dem Buch müsste es klappen!
Es ist gar nicht so schwierig, angesichts einer Scheidung guter Dinge zu bleiben … Man braucht nur einen ausreichenden Vorrat an Gin Tonic, eine Werkausgabe von Sigmund Freud und ab und an das Zwiegespräch mit einem Engel.
Über einen Mann, der die größte Katastrophe seines Lebens überstehen muss! Von einem auf den anderen Tag hat er alles verloren, worauf bis eben das gemeinsame Leben gründete.

Jan Fleischhauer: Alles ist besser als noch ein Tag mit dir, 240 Seiten, 20 Euro.

Altes und neues Berlin und die Welt der Wunder

Staatsoper von Misha AsterAm 3. Oktober 2017 kehrte die Berliner Staatsoper nach einer siebenjährigen Zwangspause wieder an ihren ureigenen Ort zurück – ein Ereignis von internationaler Bedeutung. Misha Aster erzählt die Geschichte der Staatsoper Unter den Linden vom Kaiserreich bis in unsere Tage und lässt damit ein farbenreiches Bild des stürmischen 20. Jahrhunderts entstehen, in dem die Musik immer wieder vor den Karren der wechselnden politischen Systeme gespannt wurde.

Misha Aster: Staatsoper. Die bewegte Geschichte der Berliner Lindenoper im 20. Jahrhundert, 544 Seiten, 28 Euro

 

„Thich Nhat Hanh zeigt uns die Verbindung zwischen innerem Frieden und Frieden in der Welt.“

Dalai Lama

Das Wunder im JetztThich Nhat Hanh teilt in seinem Buch erstmals viele persönliche Erfahrungen seines Lebens. Er beschreibt seine eigene spirituelle Suche, seine Zweifel auf dem Weg und seine tiefen Einsichten. Besonders beeindruckend ist, wie Meditation und Poesie ihm geholfen haben, das Erleben von Gewalt und Unterdrückung zu transformieren und sich in der Welt zu engagieren.
Er erzählt seiner Zeit als junger Mönch während des Vietnam-Krieges, als die Wände des Klosters von Gewehrkugeln durchsiebt waren. Er hat damals verstanden, dass der Buddhismus das reale Leiden der Menschen lindern kann. So entstand die Bewegung des Engagierten Buddhismus, den er bis heute vertritt.
Auch vermittelt er seine tiefen Einsichten der buddhistischen Lehre anhand einer in Vietnam sehr bekannten historischen Erzählung. Dadurch werden die komplexen Sachverhalte anschaulich und leicht nachvollziehbar. Es geht dabei immer wieder um das Phänomen der Stille und Zeitlosigkeit und um das tiefe Verstehen des Lebens.

Thich Nhat Hanh: Das Wunder im Jetzt, 160 Seiten, 18 Euro

Gesundheit und gesundes Chatten

Owen (Large)Hirnhautentzündung, Schädel-Hirn-Trauma und Schlaganfall können die Ursachen für ein Dasein in der sogenannten Grauzone zwischen minimalem Bewusstsein und Hirntod sein. Manche Patienten reagieren weder auf externe Reize, noch scheinen sie ihre Umwelt wahrzunehmen. Lange glaubten Ärzte, sie seien unfähig, zu denken und zu fühlen – bis dem britischen Neurowissenschaftler Adrian Owen das Unfassbare gelang: Mit speziellen Kernspin-Tests zeigte er, dass selbst Menschen mit schweren Hirnschäden durchaus Bewusstseinsregungen haben können.
Spannend und einfühlsam erzählt Owen von Fällen aus seinem Forscheralltag – von Patienten, die selbst nach Jahren im Wachkoma plötzlich Kontakt zur Außenwelt aufnehmen. Ihre Botschaften sind der Beginn einer Kommunikation, die Einblicke erlaubt, wie diese Menschen ihr Schicksal erleben, was man für sie tun kann – und wie sie ins Leben zurückkommen können.

Adrian Owen: Zwischenwelten, 320 Seiten, 19,99 Euro.

Switch off (Large)Smartphone und mobiles Internet haben unser Leben auf den Kopf gestellt. Wir reden nicht mehr, wir chatten. Wir fühlen nicht mehr, wir liken. Wir erleben nicht mehr, wir sharen. Viele Menschen fühlen sich überfordert vom Anspruch, ständig zu kommunizieren, zu antworten, zu reagieren. Krankheiten wie Burn-out, Angststörungen und Depressionen nehmen zu. Höchste Zeit, die Reißleine zu ziehen und wieder in Kontakt zu treten mit sich selbst und den eigenen Wünschen. Denn jüngste Umfragen zeigen: Das, was die meisten Menschen wollen, sind stabile Beziehungen und ein Lebenstempo, das den eigenen Bedürfnissen entspricht. Wie wäre es denn mal mit einem 14-tägigen „Switch-off“-Abenteuer?

Monika Schmiderer: Switch Off und hol dir dein Leben zurück, 304 Seiten, 16,99 Euro.

Alternatives Heilen

Ayurveda (Large)Mit über 100 Ayurveda-Heilrezepten lassen sich gängige Alltags-Beschwerden auf natürliche Weise heilen. Dazu gehören Erkältungskrankheiten, Verdauungsprobleme, Hautkrankheiten, Kopfschmerzen oder Heuschnupfen.

Besondere Bedeutung haben Vorsorge-Programme für Darm, Immunsystem und einen guten Schlaf, die im Ayurveda die Voraussetzung sind für eine stabile Gesundheit.

Vinod Verma: Die Ayurveda Apotheke, 208 Seiten, 16,99 Euro

 

Aufgedeckt-Die-Geheimnisse-der-Spitzenkueche-21x26-208-hard (Large)Kochprofis mal anders

Wie arbeiten eigentlich die Küchenchefs der Gourmetgastronomie? Food-Journalistin Stefanie Hiekmann schaut in „Aufgedeckt – Die Geheimnisse der Spitzenküche“ hinter die Kulissen und kommt ins Gespräch mit den sieben Spitzenköchen
Paul Ivic (TIAN, Wien), Johannes King (Söl’ring Hof, Sylt), Sarah Henke (YOSO, Andernach), Thomas Bühner (La Vie, Osnabrück), Micha Schäfer (Nobelhart & Schmutzig, Berlin), Thomas Martin (Jacobs Restaurant, Hamburg) und
René Frank (CODA, Berlin).

Sie zeigen raffinierte Tricks rund ums Kochen, verraten kleine und große Geheimnisse und stellen edle Rezepte zum Nachmachen vor. Kochkunst auf höchstem Niveau für zu Hause – lesen, loslegen und genießen!

Stefanie Hiekmann: Die Geheimnisse der Spitzenküche, 208 Seiten, 24,99 Euro

Ich hoffe, Ihr habt das Passende gefunden! Gerne könnt Ihr in den Kommentaren auch weitere Lese-Tipps abgeben! Bin gespannt!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Von Tieren und Menschen …

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Für viele Menschen gehört zum Weihnachtsfest traditionell die Gans. Doch weil so stark auf den Preis geachtet wird, landen viele gemästete, importierte und unglücklich groß gewordene Gänse auf dem Teller. Und das gerade am Fest der Liebe. Mit ein paar Euro mehr erhaltet Ihr auch Gänse aus artgerechter Tierhaltung. 
Und! Es geht auch ganz ohne Gans: Mit Gemüseragout gefüllte Pasteten eignen sich wunderbar als vegetarisches oder veganes Festmahl.

Euer Gaston.

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Was sind selbst die schlimmsten Tötungen von Menschen durch Menschen neben dem, was man dem Tier antut. Theodor Lessing fand die Fischzüge und Vogelmorde eines einzigen Jahres so randvoller Leiden, dass ihm dagegen das Blutbad des ganzen Ersten Weltkriegs „wie ein harmloses Kinderspiel“ vorkam. Erscheint doch sogar das in sämtlichen Menschengemetzeln geflossene Blut, quantitativ gesehen, ganz und gar bedeutungslos neben all dem vergossenen Blut der Tiere.

Über die Jagd wird wohl noch mehr gelogen als über den Krieg. Sie ist selbst einer. Ein höchst ungleicher freilich, ein Krieg gegen völlig wehrlose Wesen, wobei die Jäger nichts riskieren als allenfalls ein bisschen Schnupfen oder einen Sturz von ihrem Aussichtsturm.

Noch im 20. Jahrhundert martern Menschen – auch Christen! – Tiere mit so ungehemmter Grausamkeit, dass es jeden Sensibleren eigentlich sofort um den Verstand bringen müsste.

Tiere leben so gerne wie wir. Viele Menschen würden kein Tier essen, wenn sie es selbst schlachten müssten. „Für ein bisschen Fleisch“, klagte schon Plutarch, „nehmen wir einem Tier die Sonne und das Licht und das bisschen Leben und Zeit, an dem sich zu freuen seine Bestimmung gewesen wäre.“

Vergessen wir nie, was Tolstoi einst sagte: „Solange man Tiere schlachtet, schlachtet man auch Menschen.“

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Geheimtipp Ochsenfurter Adventsgässle

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Es ist das Advents-Highlight des Jahres. Nicht nur für die Ochsenfurter. In Höfen, Häusern und „auf der Gass“ erwartet die Besucher neben fränkischem Glühwein, gehaltvoller Feuerzangenbowle und lukullischen Leckereien auch originelle Geschenkideen. Zum Beispiel am Stand von Klaus Anton Schäfer im historischen Rathaus. Lichttüten, schwer entflammbar, die schon mal Karl Valentin, die Monroe oder einfach nur Kirchtürme seiner Heimat zieren. Und dann gibt es noch die bemalten Main-Steine. „Die glitzernden Schutzengel auf den Steinen sind als Weihnachtspräsent gefragt“, sagt er.

Nebenan deutet Schreiner Alexander Karl auf seine Lernlaufhilfe in Lokomotivform. „Aus Echtholz für Kleinkinder“, beteuert der Hopferstädter. Er und Kollege Stefan Wiehl sind schon seit ein paar Jahren dabei. „Mittlerweile kommen zum Adventsgässle rund 12.000 Besucher“, betont Anne Derday vom Tourismusbüro. „Vor 16 Jahren fing es im Ehrenhof und der Spitalgasse an“, ergänzt Bürgermeister Peter Juks.

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Schreiner Alexander Karl aus Hopferstadt und die Lernlaufhilfe (links).

Mittlerweile ist der 3. Advent in Ochsenfurt eine Institution. Ein weihnachtlich geschmücktes Karree zieht sich bis zum Rathaus.

„Wir wollen lokale Produkte aus der Region und Unikate, die selbst gemacht sind“, erwidert Juks. Beim Adventsgässle finden die Gäste daher auch sehr viel Individuelles.

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Zum Beispiel einen Yak-Schal aus Nepal. Mit dem Verkauf unterstützt Klaus Meyer in der Ferne ein Schulprojekt. Sein persönliches Schlüsselerlebnis war eine Reise in das asiatische Land im Jahr 2002. Das Leid der Menschen und besonders der Kinder war prägend für den Ochsenfurter. Die von ihm unterstützte Schule hat heute 350 Schüler und 26 Lehrer. Er erinnert sich an die Anfänge mit 7 Lehrern und an das Herzblut, dass er in die gute Sache setzt. Immer wieder. Von Adventsgässle zu Adventsgässle!

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Klaus Meyer von der Nepalhilfe zeigt einen Yak-Schal.

Der fliegende Nikolaus von Horst Hartel ist jedes Jahr dabei und eine Attraktion. Staunende Kinderaugen, lächelnde Erwachsene, die dem Bärtigen in seinem Gefährt zugucken. Zusätzlich wird Tee gegen eine Spende ausgeschenkt. Zugunsten des Fördervereins Spital. Die Verantwortlichen haben ein ehrgeiziges Ziel: Im alten Spital sollen spätestens bis 2019 ein überregionales Museum zum Thema Main und Veranstaltungsräume entstehen.

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Der fliegende Nikolaus von Horst Hartel.

Und es gibt auch einen Stand, der die Nixe unterstützt. Die Fähre, mittlerweile aus Ochsenfurt nicht mehr wegzudenken, hat eine lange Tradition. Für Bürgermeister Juks war schon immer klar, dass die Nixe in Ochsenfurt bleiben muss. Und dafür gibt es den Verein, der an diesem Wochenende mit Punsch und Crêpes vertreten ist. „Damit wir auch weiterhin autark bleiben können“, ergänzt der Vorstand.

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Die Unterstützer der „Nixe“.

Die Oma war Ochsenfurterin. Deshalb dürfen Verena Sieber und Cara Wehner aus Nürnberg dabei sein. Sie verkaufen unter anderem das TaTuTä, landläufig bekannt als Taschentuchtäschchen. An ihrem Stand gibt es auch garantiert nadelfreie Filz-Bäumchen für jede Jahreszeit.

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Verena Sieber (rechts) mit dem TaTuTä!

Ein Muss ist die historische Kapuzinerkrippe in der Kirche St. Andreas. Doch zuerst wird am Stand des Ochsenfurter Carneval Clubs (OCC) eingekehrt. Er liegt ja auf dem Weg. Hier gibt es neben Hochprozentigem auch Drachenblut, den leckeren Kinderpunsch.

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Bürgermeister Peter Juks mit Sebastian Metzger als Nikolaus.

Feuertonnen spenden Wärme. Heiße Liköre mit Sahne oder eine Feuerzangenbowle laden zum Probieren ein. Warum auch nicht, denn „rund 50 Vereinsmitglieder sorgen für einen reibungslosen Ablauf“, betont OCC-Mitglied Thorsten Leimeister.

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OCC-Mitglied Thorsten Leimeister (2. v. li.) und seine Unterstützer.

Zum Innehalten geht es schließlich an die Krippe. 232 Figuren, 125 Tiere und Kulissenteile aus längst vergangenen Zeiten laden zum Verweilen ein.  Manche Figuren sind bis zu 400 Jahre alt. Und damit kommt eine gute Portion Weihnachtsgefühl auf, nach vielen Eindrücken, Gesprächen und lukullischem Genuss. Und das ist gut so.

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Die historische Kapuzinerkrippe in St. Andreas.

Ochsenfurter Adventsgässle am 16. und 17. Dezember 2017 von 14 bis 19 Uhr.

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Die Zuckerfee war auch dabei!

www.ochsenfurt.de

Fotos: Enric Boixadós

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Eine literarische Schnitzeljagd

Lowell (Large)Von Gastautorin Züs Bünzlin

Zum Lese-Donnerstag ein Roman für Brontë-Fans, aber nicht nur. Auch Literaturwissenschaftler dürften ihren Spaß mit der Lektüre haben, geht es doch um die große Entdeckung, dass „die Fiktion realer als die Realität“ sein kann und um die verschiedenen Spiegelungen dieser Feststellung.

Für alle anderen Leser, die einfach nur gut unterhalten werden wollen, finden sich sowohl eine Liebesgeschichte, als auch ein Nachruf auf einen geliebten (aber nur allzu menschlichen) Vater.

In dieser literarischen Schnitzeljagd, nimmt Lowell mit ihrer Protagonistin eine eher ungewohnte Perspektive ein: Diese Samantha Whipple ist nämlich eine direkte Nachfahrin der Brontës, die nun ihr Literaturstudium in Oxford aufnimmt.

Konfliktträchtig wird dieses Studium nicht allein durch den Verwandtschaftsballast, sondern auch durch die Trauer über ihren kürzlich verstorbenen Vater, einem Bestsellerautor, der im Besitz einer ominösen Brontë-Hinterlassenschaft geglaubt wird.

Dieser Vater nun, hat sein Erbe für Samantha in Form einer semantischen Schnitzeljagd hinterlassen, das zu Irrungen und Wirkungen im Literaturverständnis und akademischen Literaturbetrieb führt.

Die Suche nach dem Erbe entpuppt sich immer wieder als die Frage danach, wieviel Realität in einem Roman stecken kann. Gleichzeitig wird für Anne Brontë eloquent eine Lanze gebrochen, ihr Einfluss auf die wesentlich berühmteren Schwestern hervorgehoben.

Das geschieht mit unglaublich viel Freude an der Fabulierkunst und Vergleichen, die beim Leser hängen bleiben: So liest man von „tyrannischen Dozenten wie aus Grimms Märchen“ oder auch mal davon, dass Samantha, die vor der Bürotür eines Dozenten eingeschlummert ist und dort liegend vorgefunden wird, „wie eine griechische Tragödie“.

Sehr plastisch. Und durchaus amüsant.

Allerdings bin ich als Leser nicht ganz d’accord mit der Feststellung, „einen vollendeten Roman in Frage zu stellen führ(e) lediglich und unvermeidlich dazu, dass man das zerstör(e), was man schützen will“. Denn Gott sei Dank habe ich das anders erfahren dürfen: Ein guter Roman hält das locker aus.

Die Frage geht nur an mich als Leser: Wann bereichert ein Hinterfragen die eigene Lektüre und wie stelle ich es an, dadurch nicht etwas Liebgewonnenes für mich zu ruinieren?

Hier möchte ich mich unakademisch aus dem Diskurs stehlen: Folgen Sie einfach Ihrem Herzen :-).

Catherine Lowell: Die Kapitel meines Herzens, 352 Seiten, 15 Euro. Gleich noch rechtzeitig fürs Wochenende bestellen – hier!

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C.F. oder F.C. Barcelona?

Ein kleiner Exkurs zur momentanen Katalonien-Krise!

Spanien wurde erstmals am 11. Juli 2010 Fußball-Weltmeister. Wir erinnern uns auch, dass nicht wenige Spieler des Spanien-Teams vom F.C. Barcelona waren. Also vom katalanischen Pendant des Real Madrid C.F.

Im Sommer 2010 hatte ich meinen Urlaub an der Costa Dorada nahe Barcelona verbracht. In Katalonien wohlgemerkt. Und da ticken die Uhren anders als im Rest des Landes. Das fing während dieser Tage vor allem beim Fußball an. In den katalanischen Strandorten fiel mir auf, dass kaum eine spanische Flagge an den Hauswänden, Balkonen oder Fenstern hing. Obwohl doch die spanische Nationalmannschaft gewonnen hatte.

Ganz zu schweigen von spanischen Fähnchen an Autofenstern. Das Bild war ein vollkommen anderes als jenes, das ich von zuhause gewohnt war. Als in den letzten Tagen der Fußball-WM im Sommer 2010 und vor allem vor dem Halbfinale sich die Farben Schwarz-Rot-Gold an Hauswänden, Autos, Seitenspiegel und sogar den Wangen der Bevölkerung voll entfalteten.

In Katalonien war trotz gewonnener Weltmeisterschaft alles anders. Die meisten Katalanen feierten verhalten. Das liegt wohl daran, dass sie sich gerne und oft von Madrid abgrenzen, wie eben auch jetzt. Ihre Geschichte sei eine ganz andere als die spanische. Katalonien existiere seit 1.000 Jahren, somit viel länger als Spanien, betont der Katalane. Während dieser Zeit versuchte die Bevölkerung, sich dreimal von Madrid zu lösen. Dreimal ohne Erfolg. Unter Franco litt sie besonders, denn Unterricht, Zeitungen und Bücher auf català, ihrer Nationalsprache, waren verboten.

Seit Francos Tod herrscht in der Region Zweisprachigkeit. Und um auf den Fußball zurückzukommen: Manchmal sind Winzigkeiten entscheidend, können kleine Dinge hochbrisante Diskussionen auslösen. Beispielsweise wie Barcelonas Fußballverein überhaupt heißt: C.F. oder F.C. Barcelona?

An dieser Frage hat sich schon ein wahrer Glaubenskrieg entzündet. C.F. bedeutet Club de Fútbol und F.C. Fútbol Club. Egal, glauben Sie, doch so einfach ist es nicht. Denn die erste Variante ist Spanisch, die zweite Katalanisch. Und da scheiden sich mal wieder die Geister. Natürlich heißt der Club seit seiner Gründung F.C. Barcelona.

Doch dann kam Franco und taufte ihn in C.F. um. Der Diktator hielt sich 40 Jahre an der Macht. Im allgemeinen Sprachgebraucht überdauerte die Umbenennung von F.C. in C.F. auch Franco. Zumindest in Rest-Spanien, aber nicht in Katalonien. Dort wandelte man das C.F. ganz schnell wieder in F.C. um. Und unter welchem Namen kennt Ihr den Fußballverein von Barcelona?

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