
Gestern habe ich Euch schon auf einen kleinen Streifzug mitgenommen. Heute geht es weiter. Kommt einfach mal vorbei in Mainfranken!













Fotos: Enric Boixadós

Gestern habe ich Euch schon auf einen kleinen Streifzug mitgenommen. Heute geht es weiter. Kommt einfach mal vorbei in Mainfranken!













Fotos: Enric Boixadós

Kommt einfach mit auf einen Streifzug durch Unterfranken. Hier bin ich aufgewachsen und lebe ich. Mehr Infos über Mainfranken hier!









Fotos: Enric Boixadós

Ich habe gar nicht daran gedacht, Euch am letzten Donnerstag – meinem Lese-Donnerstag – ein Buch zu empfehlen. Heute habe ich dafür etwas schönes entdeckt, das Lust macht auf Reisen und Abenteuer. Passt auch gerade perfekt, da ich mich selbst bald wieder auf den Weg begebe.
Langes Zugfahren macht etwas ganz Besonderes mit dem Reisenden. Ich habe es immer sehr genossen, früher mit der Bahn anzureisen. Zugegeben, damals hatte ich auch noch etwas mehr Zeit bzw. die Uni-Ferien waren lang.
Der dänische Autor Kristian Ditlev Jensen hat auf zwölf verschiedenen Bahnfahrten alle Kontinente durchquert. Was das Zugfahren mit ihm gemacht hat, erfahrt Ihr neben vielen anderen Dingen in diesem köstlichen Reisebuch. Jensen fängt nicht nur eindrücklich die Bilder ein, die an seinen Augen vorüberziehen, er philosophiert auch übers Kofferpacken, über die Vor- und Nachteile des Alleinreisens, über italienische Tomatensoße, buddhistische Taxifahrer und darüber, dass man beim langsamen Reisen vor allem bei sich selbst ankommt. Also, ein Buch, dass Euch auf Eurer nächsten Reise bestimmt ein guter Begleiter sein wird!
Kristian Ditlev Jensen: Auf Schienen um die ganze Welt. Von der Köstlichkeit des langsamen Reisens, 224 Seiten, 22 Euro. Bestellen könnt Ihr es hier!
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In Manchester gibt es die Victoria Baths im Art Deco-Stil. Für mich als Schwimmbad-Fan war der Besuch ein absolutes Muss. Und ich bin nicht enttäuscht worden. Die Schwimmhallen wurden 1906 eröffnet und dienten damals dazu, der ärmeren Bevölkerung ohne eigenes Bad eine Waschmöglichkeit zu bieten. Doch nicht nur das.
Bald wurde die Anlage der Stolz der Stadtbevölkerung. Es gab drei große Pools, türkische und russische Bäder, prachtvolle Glasmalereien auf den Fenstern und eine Wohnung für den Hausmeister. Zum ersten Mal durften hier im Jahr 1914 Frauen und Männer gemeinsam schwimmen.
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Sunny Lowry, die später den Ärmelkanal durchquerte begann hier ihre Schwimmkarriere, genau wie John Bedford, der 1934 bei den Schwimmeuropameisterschaften in Magdeburg den Titel im Rückenschwimmen gewann. Sehr zum Entsetzen von Adolf Hitler, der den Deutschen Ernst Küppers favorisierte. 1993 wurden das Victoria-Bad schließlich geschlossen, doch ein Freundeskreis strebt die Wiedereröffnung so bald wie möglich an. Dazu werden Spenden gesammelt und die leeren Schwimmhallen für Festivitäten und Hochzeiten vermietet.
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Vergesst nicht, die Victoria Baths bei Eurem Manchester-Besuch mit einzuplanen. Es lohnt sich!
Victoria Baths
Hathersage Road Chorlton-on-Medlock
Manchester M13 0FE
Mehr über Manchester in meiner Reportage. Hier!
Es macht Spaß, das Victoria-Bad zu entdecken!

Falls Ihr eine Reise in meine Heimatstadt Würzburg oder in die schönen Weindörfer in der Umgebung plant, möchte ich Euch einen Tipp geben. Über diesen werden sich nicht nur Eure Kinder und Enkel riesig freuen, sondern auch Euer Hund, denn der darf mit.

Es ist der Wildpark in Sommerhausen. Dieser Tierpark ist etwas besonderes, denn hier arbeiten Menschen mit Behinderungen. Im direkten Erleben mit der Natur führen sie eine sinnvolle Arbeit aus und übernehmen Verantwortung. Und hier begegnen sich Interessierte mit und ohne Behinderung. Sie alle verbindet die Liebe zur Natur und zu den Tieren.
Seit dem Jahr 1993 füttern und pflegen etwa 35 Mitarbeiter unter Anleitung von Fachpersonal die Tiere und halten den Park in Ordnung. Ein gemeinsames und wichtiges Anliegen ist hierbei die ökologische Ausrichtung. So werden Arbeitsplätze für Personen geschaffen, die auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt keine Jobs finden würden. Es gibt vor Ort einen tollen Abenteuerspielplatz mitten im Wald, dazu therapeutisches Reiten, ein Restaurant, einen Kiosk, und vieles mehr.


Ihr seid hier auf Du und Du mit Schafen, Ziegen, Kaninchen, Meerschweinchen, Hängebauchschweinen, Kühen, Pferden, Lamas, Alpakas, Esel, Heidschnucken, und noch ganz vielen anderen tierischen Freunden. Übernachten könnt Ihr sogar in Tipis, also richtigen Indianerzelten. Auf Tafeln findet Ihr überall kindgerechte und liebevolle Erklärungen zu den einzelnen Tierarten. Und Ihr erfahrt, was es mit dem Traum des Hirschen wirklich auf sich hat.

Tierpark Sommerhausen
An der Tränk
97286 Sommerhausen
Infos: www.tierparksommerhausen.de
Fotos: Enric Boixadós
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Schon mal was von Urban Gardening gehört? Sich einen kleinen Garten anlegen mitten in der Stadt ist trendy. Bewohner von Stadtwohnungen nutzen die winzigsten Flächen, um Beete zu bepflanzen. Im Vordergrund steht dabei eine umweltschonende Produktion und ein bewusster Konsum der landwirtschaftlichen Erzeugnisse. So ist der urbane Gartenbau nicht nur „in“, sondern entspricht auch ganz dem Bewusstsein für Natur, Gesundheit und Umwelt.
Diese Idylle habe ich mitten im urbanen Dschungel von Manchester entdeckt.
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In Manchester habe ich zum ersten Mal von der englischen Schriftstellerin Elizabeth Gaskell gehört. Zugegeben, eine Wissenslücke. Aber man lernt ja bekanntlich nie aus. Umso interessanter war dann mein Besuch in ihrem Haus. Ich liebe es nämlich, Wohnungen von Schriftstellern zu besuchen. Kommt einfach mal mit!
Ihr seht: Es ist eingedeckt!
Das Haus der bekannten englischen Autorin liegt etwas außerhalb des Stadtzentrums von Manchester. Die 1910 in London geborene Elizabeth lebte mit ihrer Familie ab 1850 in dem Haus mit dem großzügigen Garten. Mrs. Gaskell, wie sie in England immer noch liebevoll genannt wird, mochte es sehr, Gemüse selbst anzupflanzen.
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Im gleichen Jahr traf sie auf Charlotte Brontë. Seitdem verband die beiden Schriftstellerinnen eine tiefe Freundschaft bis zu Brontës Tod 1855. Nach ihrem Ableben schrieb Mrs. Gaskell die Biografie „The life of Charlotte Brontë“, siehe unten. Das Original-Manuskript gibt es heute in der historischen John Rylands Library in Manchester. Beim Gang durch die Räume hat sich nichts verändert. Alles ist noch genau so wie zu ihren Lebzeiten. Die Times von damals liegt auf dem Sekretär und der Tisch ist für ein opulentes Mahl gedeckt.
Elizabeth‘ Arbeitsplatz.
Lesetipp: Elizabeth Gaskell: Das Leben der Charlotte Brontë. Zu bestellen hier! Wer es lieber auf englisch lesen möchte, hier!
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Falls Ihr in Manchester seid, schaut mal vorbei. Für die meisten ist das Haus der Schriftstellerin immer noch ein Geheimtipp!
Elizabeth Gaskell’s House
84 Plymouth Grove
Manchester M13 9LW
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Meine Gedanken zum Tod von Dr. Ruth Pfau
Gestern am frühen Morgen, dem 10. August 2017, erfuhr ich vom Tod Dr. Ruth Pfaus. Überrascht hat es mich nicht, da sie schon seit einigen Tagen auf der Intensivstation des Aga Khan-Krankenhauses im pakistanischen Karachi lag. Von einem Schwächeanfall hatte sie sich nicht mehr erholen können. Um 0.30 Uhr hörte das Herz der deutschen Ordensfrau und Ärztin zu schlagen auf.

Foto: Bernd Hartung
Im März 2016 war ich bei ihr gewesen, eine ganze Woche lang, um ihren Tagesablauf zu begleiten und darüber zu schreiben. Ich habe sie als eine sehr warmherzige Person in Erinnerung, die trotz allem energisch und klar ausdrückte, was sie wollte und wofür sie stand. Von den Patienten und Menschen vor Ort wurde sie wie eine Heilige verehrt. Sie hatte ein ganz eigenes Charisma, mit dem sie auf die Menschen zuging und sie anzog. Ich bin glücklich, diese Tage in Karachi gemeinsam mit ihr erlebt zu haben. Zum Essen saßen wir beisammen und unterhielten uns über ihre Arbeit und das Leben, ein Leben, dem sie trotz aller Widerstände immer sehr positiv gegenüberstand.

Sie trägt viele Titel. „Mutter Teresa von Pakistan“ ist nur einer von ihnen. Sie hat zahlreichen ehemaligen Lepra-Patienten ein Leben in Würde ermöglicht. Ihr Tod bedeutet für alle, die sie kannten, einen großen Verlust und hinterlässt durch die enge Verbundenheit eine tiefe Trauer.

Immer zum Helfen bereit: Auch in den unwirtlichen Regionen Pakistans und Afghanistans unterwegs. Foto: Rolf Bauerdick
Mehr als 50.000 Menschen wurden in Pakistan dank dem Engagement der Lepra-Ärztin von der Krankheit geheilt. Dafür wurde sie nicht nur „Mutter der Leprakranken“ genannt, sondern 1979 auch zur Ehrenbürgerin und nationalen Beraterin für Leprafragen im Rang einer Staatssekretärin Pakistans ernannt.

Für ihre aufopfernde Arbeit, auch bei der Nothilfe nach Erdbeben oder Flutkatastrophen, hatte sie zahlreiche Anerkennungen erfahren, darunter den Marion-Dönhoff-Preis, den Klaus-Hemmerle-Preis, den Albert-Schweizer-Preis, den Damian-Dutton-Award, den Ramon-Magsaysay-Award, den pakistanischen Lifetime-Achievement-Award, sowie den deutschen Fernsehpreis Bambi als „Stille Heldin“ im Jahr 2012. Bis zu ihrem Tod setzte sie sich immer für Menschenrechte, Völkerverständigung sowie die Achtung aller Religionen ein.

Mit dem Bambi 2012 als „Stille Heldin“ ausgezeichnet. Foto: Hubert Burda Medien

Dr. Ruth Pfau, von vielen als der „Engel von Karachi“ bezeichnet. Foto: DAHW
Fast 60 Jahre hatte sich die Ärztin kämpferisch für Kranke und Ausgestoßene in Pakistan und auch Afghanistan eingesetzt. Mit Unterstützung der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe, einem in Würzburg ansässigen Hilfswerkes, und später auch der Ruth-Pfau-Stiftung baute sie in den 1960er Jahren in Karachi mit dem Marie-Adelaide-Leprosy-Centre (MALC) eine moderne Spezialklinik auf. Daraus schuf sie in Pakistan ein flächendeckendes und bis heute funktionierendes Netz von Lepra- und TB-Stationen. So werden selbst in den entlegensten Dörfern am Hindukusch die betroffenen Menschen mit den wichtigen Medikamenten versorgt.

Ich erinnere mich an die Begegnung mit ihrem früheren Mitarbeiter und Arzt Arif Hemat aus Kabul, mit dem sie einst in den unwirtlichen Bergregionen Afghanistans Patienten behandelte. Hemats größter Wunsch war es gewesen, ihr noch einmal zu begegnen. Er traf ein, als wir beim Abendessen saßen. Die Freude, die beide verspürten, als sie sich nach Jahrzehnten wiedersehen, werde ich nicht vergessen. Als seine Mentorin verehrt Hemat sie aus tiefstem Herzen. Sein Leben hat sie entscheidend mitgeprägt. Ruth Pfaus Erbe ist auch heute noch in ganz Afghanistan gegenwärtig. Zahlreichen Menschen hat sie dort das Leben gerettet oder ein würdiges Leben, fern von Ausgrenzung und Stigmatisierung, ermöglicht. Für Arif Hemat und viele andere wird sie für immer der „Engel von Karachi“ bleiben.

„Ihr Tod ist ein großer Verlust für Pakistan“, äußerte sich der pakistanische Präsident Mamnoon Hussain unmittelbar nach ihrem Tod. Dr. Ruth Pfau wird nach ihrem Wunsch am Samstag, den 19. August 2017, auf dem christlichen Friedhof Gora Qabrastan in Karachi bestattet werden. Das Beerdigung wird laut Premierminister Shahid Khaqan Abbasi ein Staatsbegräbnis werden.

Islamabad: Prime Minister (PM) Shahid Khaqan Abbasi announced on Thursday a state funeral for Pakistan’s leprosy fighter Dr Ruth Pfau, who passed away early morning.
„The entire nation is indebted to Ruth Pfau for her selfless and unmatched services for the eradication of leprosy. We are proud of her exemplary services and she will remain in our hearts as a shining symbol in times ahead“, according to the statement by the PM office.
Tributes poured in from across the country after the passing of the humanitarian Dr Pfau, who led a battle against the stigmatised disease of leprosy, passed away early Thursday morning after a long illness. She was 87.
She had been hospitalised at a private hospital in the metropolis for two weeks due to age-related illnesses and her condition had been worsening.
Dr Pfau, the founder of the National Leprosy Control Programme in Pakistan, was in charge of the Marie Adelaide Society of Pakistan (MASP), where leprosy patients are treated.

Ich mag die Berge, seitdem ich sie als Kind zum ersten Mal sah. Sie vermittelten mir ein Gefühl von Angekommensein, von Majestät, Kraft und Energie. Sie gaben mir Liebe und Vertrauen. Ich mag sie im Sommer wie im Winter. Vielleicht sogar lieber im Winter, wenn ein dichtes Schneekleid die Landschaft so friedlich erscheinen lässt. Ich habe mich oft gefragt, wie es denn ist, da oben zu leben. Nicht nur für ein paar Tage sondern für ein ganzes Leben. Und jetzt bin ich auf dieses bemerkenswerte Buch gestoßen.
Es war Liebeskummer, der sie hinaufziehen ließ, in die Einsamkeit der Berge. Die damals siebzehnjährige Bauerntochter Maria Wiesböck aus Samerberg packte 1941 ihren Rucksack, verließ den väterlichen Bauernhof und stieg auf zur Oberkaser-Alm in den Chiemgauer Alpen. Dort versorgte sie fortan als Sennerin das Vieh und kehrte seitdem nicht einmal in den harten Wintern ins Tal zurück.
Die Biografie der Sennerin vom Geigelstein entführt die Leser auf eine anrührende Weise in die längst untergegangene Welt der traditionellen Alm-Wirtschaft inmitten einer Natur, die sich die meiste Zeit des Jahres lebensfeindlich zeigt. Dieses Leben ist alles andere als ein Idyll gewesen. Es war voller Entbehrungen und bot dennoch jene Geborgenheit, die wir heute Heimat nennen.
Ganz am Anfang steht eine enttäuschte Liebe. Sie bringt die junge Maria Wiesbeck dazu, der Welt zu entsagen und ihr Glück auf der Oberkaser-Alm zu suchen.
Die Alm-Wirtschaft wurde Marias Lebensinhalt. Sie lebte einfach und gesund im Einklang mit der Natur ein Leben in Bescheidenheit und Stille. In den Sommermonaten sind die Tage abwechslungsreich und voller Arbeit. Die langen Winter aber, wenn die Hütte zugeschneit ist, sind eine lange, entbehrungsreiche Zeit.
Während die Jahrzehnte ins Land ziehen, sieht die Sennerin die amerikanischen Soldaten eine neue Ordnung bringen. Sie erlebt, wie der Hunger die Menschen zum Wildern treibt und wie der Schmuggel hinüber nach Österreich blüht. Sie muss erkennen, wie das Leben im Tal immer näher rückt. Im Winter kommen die ersten Skifahrer, es werden Wege und Straßen auf die Alm hinauf gebaut, und einige Großkopferte aus München errichten neue Hütten. Schließlich kommen die Wanderer in Scharen und später die Mountainbiker und Paraglider. Und am Ende ihres Lebens kämpft die Oberkasermare, wie sie genannt wird, um das letzte Stück Heimat, das ihr geblieben ist – ihre Hütte und ihr Wohnrecht.
Am 25. Juni 2017 schloss Maria Wiesbeck für immer die Augen. Im Beisein eines Freundes durfte sie dort sterben, wo sie auch ihr gesamtes Leben verbrachte: Auf ihrer Alm.
70 Jahre in den Bergen – was für ein ungewöhnliches und außerordentliches Leben, das die Sennerin vom Geigelstein gelebt hat.
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Christiane Tramitz: Harte Tage, gute Jahre. Die Sennerin vom Geigelstein, 272 Seiten, 16,99 Euro, E-Book: 14,99 Euro.