New Travel Plans

Soon my next travel starts. Almost 6 weeks after my USA road trip I’ll find myself in Barcelona again, where I live for some time of the year.

I’m not sure how this road trip around the US has made me a happier person, but it has. I’m not sure why I see the world in a different, more positive and optimistic way, but I do. I’m not sure when the change happened within me, but it did. It wasn’t the destination – a new country, new culture or new people who becoming my friends! No! It was the journey. It’s the journey that matters in the end.

sabine-9636 (Large)Photo: Nicola Mesken

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„Hier sind wir Menschen!“

Ein brasilianisches Leben mit Fußball und Lepra

Brasilien muss immer Weltmeister werden – egal, wie schlecht die Nationalmannschaft auch spielt. In der eigenen Vorstellung gibt es kein besseres Team. Aber in dieser Vorstellung gibt es auch keine Lepra, und doch erkranken jedes Jahr allein nach der offiziellen Statistik mehr als 33.000 Menschen in Brasilien daran. Noch bis vor 30 Jahren wurden erkrankte Menschen deportiert und in Kolonien eingesperrt. Familien wurden zerrissen, Leben zerstört, Schicksale verändert.

von Gastautor Jochen Hövekenmeier

Flavio Serafin Lisboa

Flavio Serafin Lisboa

Fußball ist ein wichtiger Teil seines Lebens. Flavio Serafin Lisboa hat selbst erfolgreich gespielt und seine Helden gefeiert – die von Flamingo Rio de Janeiro und natürlich der Seleção. Aber am meisten liebt er „o jogo bonito“, „das schöne Spiel“, für das sein Brasilien früher so berühmt war: „In Deutschland wird derzeit der schönste Fußball gespielt“, sagt Lisboa und deutet auf seine Mütze. Borussia Dortmund hat ihn begeistert, dieses schnelle Offensivspiel, das ihn an die guten Zeiten seiner Seleção erinnert.

Als Brasilien 1958 in Schweden zum ersten Mal Fußball-Weltmeister wurde, tanzte er als Zwölfjähriger mit seinen Freunden auf der Straße vor dem Waisenhaus. Weltmeister, endlich. Vergessen der harte Alltag des Jungen, der damals glaubte, keine Eltern mehr zu haben. Dass er als Säugling seinen Eltern entrissen wurde, sollte Lisboa erst vier Jahre später erfahren.

Wieder war Fußball-WM, und Brasilien sollte seinen Titel verteidigen. Doch Lisboa konnte und wollte auch nicht feiern, er war eingesperrt, in Isolationshaft, und hat von der WM nichts mitbekommen. Gegen ein Gesetz hatte er nicht verstoßen und war trotzdem mit einem in Konflikt geraten. Lisboa war an Lepra erkrankt und wurde sofort nach Bom Fim gebracht, der Lepra-Insel in der Bucht von São Luís.

Bom Fim, die Lepra-Insel in der Bucht von Sao Luis.

Bom Fim, die Lepra-Insel in der Bucht von Sao Luis.

Nach der Entlassung aus der Isolationshaft wurde ihm eine kleine Hütte zugewiesen. Hier sollte er von nun an leben, in der Leprakolonie Bom Fim, auf Deutsch: „Gutes Ende“, an Zynismus kaum zu überbieten. „Sie haben mir gesagt, dass ich hier sterben werde und mir dann noch ein gutes Ende gewünscht“, erinnert sich Lisboa.

Der Fußball und die Weltmeistermannschaft, die der damals 16-Jährige bislang so verehrt hatte, waren so weit weg. In seinem Kopf musste der Jugendliche so viele Dinge ordnen: die vielen Kinder aus dem Waisenhaus, die adoptiert wurden, nur er blieb immer übrig. Die Schwestern, die den zukünftigen Eltern immer etwas zugeflüstert hatten, als er gerade hoffte, endlich doch adoptiert zu werden. Was war dieser Makel, den er offenbar hatte, über den jedoch niemand mit ihm sprechen wollte?

Der Makel hieß Lepra. Hunderttausende Menschen in Brasilien waren damals an Lepra erkrankt, und per Gesetz wurden sie in Kolonien deportiert. Das hat ihm sein Nachbar erzählt, der ihm auch gezeigt hat, wie er hier zurechtkommt in Bom Fim. Lepra? Aber das hat doch erst vor wenigen Wochen ein Arzt festgestellt, der regelmäßig ins Waisenhaus gekommen war. Immer alle Kinder untersucht, ihn besonders intensiv und mit Abtasten der Haut.

Eine Straße in Bom Fim.

Eine Straße in Bom Fim.

Sein Nachbar wusste, warum: Flavio wurde hier geboren, hier in der Leprakolonie. Er ging mit dem Jugendlichen über die Insel, als er ihm das erzählte und plötzlich blieb er vor einer alten, aber gepflegten Hütte stehen. Hier wurde er geboren, und hier lebten seine Eltern heute noch. Die Behörden hatten Flavio zu seinem ersten Geburtstag abgeholt und ins Waisenhaus gebracht, weil er damals nicht an Lepra erkrankt war.

Als er das alles verarbeitet hatte, überwog die Freude in ihm: Er war doch kein Waise, er hatte Eltern, eine richtige Familie. Zwei Brüder und eine Schwester lebten bei den Eltern, ebenfalls an Lepra erkrankt. Acht weitere Geschwister wurden wie Flavio abgeholt und auf Waisenhäuser im ganzen Land verteilt.

Zumindest ein kleiner Teil der Familie war wieder vereint, Flavio hat seinen Lebensmut wiedergefunden und auch die Lust am Fußball. Er schloss sich einer der Mannschaften an, die in Bom Fim Fußball spielten. Es gab vier Mannschaften auf der Insel, Lisboas Team war das Beste: „Fast jedes Jahr waren wir Meister und durften dann ein Mal im Jahr die Insel verlassen, um gegen die Meister aus anderen Kolonien zu spielen.“

Gern hätten die Fußballer der Lepra-Insel auch gegen andere Teams gespielt, in einer ganz normalen Liga, aber das erlaubten die Gesetze nicht: „Wir waren ja Gefangene, durften nur mit scharfer Bewachung zu den Spielen auf dem Festland und wurden danach sofort wieder zurückgebracht. Und selbst, wenn sie uns gelassen hätten, mit uns wollte doch niemand spielen, sie hatten alle Angst vor uns Leprakranken.“

Immer wieder hätten Menschen aus Bom Fim versucht, der Gefangenschaft zu entkommen, erinnert sich der heute 68-Jährige: „Aber nicht während unserer Reisen mit dem Fußballteam. Wäre auch nur einer von uns abgehauen, hätten wir nie wieder außerhalb der Insel spielen dürfen.“

Viele wollten die bei Ebbe nur gut einen Kilometer entfernte Stadt Sao Luis schwimmend erreichen. Doch neben Patrouillenbooten der Polizei gab es noch weitere Hindernisse: „Die starke Strömung hat viele Schwimmer hinaus auf das offene Meer getrieben, und früher gab es hier sehr viele Haie. Die meisten sind nirgendwo an Land gekommen.“

Früher wollten viele aus der ehemaligen Leprakolonie abhauen. Doch die starke Strömung und Haie in der Bucht von São Luís machten ihre Pläne zunichte.

Früher wollten viele aus der ehemaligen Leprakolonie abhauen. Doch die starke Strömung und Haie in der Bucht von São Luís machten ihre Pläne zunichte.

Später konnte Flavio Lisboa nicht mehr im Tor seiner Mannschaft stehen. Nicht, weil er zu alt gewesen wäre mit damals 30 Jahren, sondern weil seine Hände von Lepra gezeichnet waren. „Wir mussten einen meiner Finger amputieren. Und wenn ich ‚wir‘ sage, dann meine ich ‚wir‘. Die Ärzte der Regierung sind fast nie zu uns gekommen, die hatten Angst vor uns und wollten uns nicht behandeln.“

Flavios Hände sind von der Lepra gezeichnet.

Flavios Hände sind von der Lepra gezeichnet.

Das war die Zeit, als sich die bis dahin sehr rigiden Vorschriften etwas gelockert hatten: „Wir durften nun auch draußen arbeiten oder leben“, erinnert sich Lisboa. Doch gelohnt hat sich das nicht, zumindest nicht für ehrliche Arbeit: „Nach dem Antrag bekam man einen Prokurator zugewiesen. Der sollte vermitteln, hat aber nur abkassiert, bis zu 80 Prozent des Lohns.“

Erst 20 Jahre nach seiner Deportation war Flavio Lisboa wieder ein freier Mann: „Pünktlich zur WM 1982 haben sie uns erlaubt, Bom Fim auch ohne Antrag verlassen zu dürfen.“ Eigentlich war es nur die Reaktion darauf, dass es inzwischen keine Insel mehr war. Immer mehr Hütten der Favelas entstanden an den Rändern der Bucht, immer wieder wurde neues Land aufgeschüttet und für die letzten 200 Meter schließlich eine Brücke gebaut. Villa Nova heißt der neue Stadtteil, der direkt an Bom Fim grenzt und in dem Menschen leben, die sich teure Wohnungen in Sao Luis nicht leisten können.

Auch Flavio Lisboa zog nach Villa Nova: „So konnte ich Arbeit bekommen, mit einer Adresse von Bom Fim hätte mich doch kein Chef eingestellt.“ Mehr als zehn Jahre lang schuftete er hart, zerstörte dabei seine durch Lepra bereits geschädigten Hände und Füße. „Man hat mir nur gesagt, dass ich geheilt bin. Worauf ich aufpassen sollte, damit das nicht passiert, habe ich erst viel später erfahren.“ Dabei hebt er seine Hände zur Anklage der Ärzte, die es doch eigentlich hätten wissen müssen.

Irgendwann konnte er nicht mehr arbeiten, bekam eine kleine Rente, zog zurück in sein Elternhaus nach Bom Fim. Und war dabei nicht allein: „Viele andere kamen auch zurück, weil sie mit dem Leben da draußen nicht klar kamen. Hier sind wir unter uns, hier ist niemand, der uns beschimpft oder beleidigt, hier macht keiner vor Abscheu einen Bogen um uns. Hier sind wir Menschen.“

Flavio vor seinem Elternhaus in Bom Fim.

Flavio vor seinem Elternhaus in Bom Fim.

Als „freiwilligen Gefangenen“ bezeichnet Lisboa sich selbst. Die Kolonie, aus der er früher gern geflohen wäre, gibt ihm heute Schutz. Doch langsam entdecken auch reiche Leute diesen Ort: „Die Strände sind fast überall Privatbesitz. Wer über Geld und gute Beziehungen verfügt, baut sich hier ein Haus für Wochenenden und Ferien. Wir werden hier wohl bald vertrieben.“

Doch Lisboa will hier bleiben, hat in den vergangenen Jahren sein Haus renoviert. Das Geld, das er als Entschädigung für seine lange Haft in der Kolonie bekommen hat, steckt nun in seinem Haus. Schön ist es geworden und zweckmäßig, weil er alles auch mit seinen zerstörten Händen bedienen kann. Auch einen Fernseher hat er sich gekauft, sieht sich jedes Spiel gemeinsam mit seinen beiden Söhnen an.

„Ich bin natürlich stolz, dass Brasilien die WM ausrichtet, aber ein paar Nummern kleiner hätte auch gereicht. Das Geld, das für die teuren Stadien ausgegeben wurde, fehlt nun in den Krankenhäusern, Schulen und Kindergärten. Auch die Busfahrkarten werden immer teurer.“

Über den ehemaliger Stürmer Ronaldo, dem er früher zugejubelt hatte, kann Lisboa heute nur noch müde lächeln: „Er hat ja die viel zu hohen Kosten verteidigt und gesagt, in Krankenhäusern könne man halt nicht Fußball spielen. Offenbar hat er vergessen, woher er selbst stammt, denn Fußball spielen können wir überall. Nur in den VIP-Logen der Luxus-Stadien kann man keine Lepra heilen. Aber die Politiker wollen uns ohnehin lieber verschweigen und vergessen.“

Dabei zieht er seine speziellen Schuhe an, setzt seine Mütze auf und geht hinaus. In die Kirche, beten, wie jeden Tag. Manchmal betet Flavio Lisboa für ein gutes Ergebnis seiner Mannschaft, manchmal für die vielen anderen Menschen, die wegen Lepra kein normales Leben führen können, manchmal dankt er Gott einfach, dass es ihm heute relativ gut geht. Aber immer betet er dafür, dass seine Söhne nicht an Lepra erkranken werden.

Flavios Pokale-Sammlung im heimischen Wohnzimmer.

Flavios Pokale-Sammlung im heimischen Wohnzimmer.

 

 

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David im Glück

Es sind Geschichten, die das Leben schreibt. Diesmal dreht sie sich um stolze Großeltern, stolze Eltern und meinen Protagonisten David, den Sohn eines Freundes. Aber lest das Märchen um den Eagle Scout am besten selbst.

DSCF2133 (Large)David Seulings Traum hat sich erfüllt. Als Eagle Scout steht er auf einer Ebene mit Neil Armstrong und Steven Spielberg.

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Doris und Helmuth Seuling aus Heidenfeld bei Schweinfurt sind stolz. Ihr Enkel David hat den Eagle Scout bestanden. „Das ist der höchste Rang bei den Boy Scouts, den amerikanischen Pfadfindern“, erklärt Helmuth Seuling. Was es bedeutet, in den USA dieses Abzeichen zu bekommen, lässt sich nur erahnen. 13 Pfadfinder-Jahre insgesamt waren erforderlich, um den Rang zu erhalten. Disziplin, Projektmanagement, Führung und Leitung von Jugendteams sind nur einige der Anforderungen, die der 19-Jährige in der Vergangenheit leisten musste.

„Die Auszeichnung bedeutet mir nicht nur einen neuen Sticker auf meiner Uniform, sondern zeigt ein Teil von dem, was ich bin und für welche Werte ich stehe.“ Er zeigt auf die Glückwünsche vom Weißen Haus, die er vor ein paar Tagen erhielt. Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle haben sie persönlich unterzeichnet. Und auf den Brief aus dem Vatikan mit der Unterschrift des Papstes. Die US-Flagge, die zu seinen Ehren über das Capitol in der US-Hauptstadt Washington geflogen wurde, hängt nicht in seinem Zimmer, sondern über dem Kamin. „Damit die ganze Familie etwas davon hat“, lacht er.

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David Seuling ist in Deutschland geboren. Bald darauf zogen seine Eltern nach Long Island bei New York, in die Heimat von Davids Mutter Danielle. Vater Jürgen Seuling hat einen Job bei der Bank of America. „Für mich war immer klar, dass ich hier arbeiten möchte, nachdem ich in den USA studiert habe.“ Der Traum wurde Wirklichkeit. „Mein Sohn hat lange an diesem Titel gearbeitet“, sagt der dreifache Familienvater. Verschiedene Stufen mussten geschafft werden, bis er den „Adler“ bekam.

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Sie tragen Tiernamen, wie Tiger, Wolf, Bär. Im letzten Jahr leitete David eine Gruppe von 50 Pfadfindern. Zusammen bauten sie eine Sportstätte für Menschen mit Behinderungen, mit der er wieder punkten konnte. „Zum großen Teil habe ich meine Ferien dafür verwendet.“ Mit dem Highschool-Abschluss in der Tasche studiert er nun Business an einer Hochschule in der Nähe. Dafür bekam er ein Hochbegabtenstipendium.

„Ich freue mich für meinen Enkel“, sagt Doris Seuling. Astronaut Neil Armstrong, Präsident Gerald Ford oder Filmemacher Steven Spielberg sind nur einige der bekannten Eagle Scout-Träger. Was die Auszeichnung für David Seuling bedeutet, ist klar: Die Türen von US Elite-Universitäten stehen ihm offen und um einen späteren Job muss er sich keine Sorgen machen. „In den USA werden solche Auszeichnungen sehr hoch gehandelt“, sagt Helmuth Seuling.

Die Großeltern sind zur Feier in Davids Heimatort Floral Park angereist. Vertreter der Pfadfinder haben ihre Uniformen angelegt – wie David auch. Regierungsvertreter sind gekommen und überreichen dem 19-Jährigen die Auszeichnung. Später will David in einem Weltunternehmen arbeiten, als Manager, der nicht nur seine Mitarbeiter führen kann, sondern auch weiß, wie man richtig zeltet, ein Feuer entfacht und in der Wildnis überleben kann.

Fotos: Enric Boixadós

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5 ganz besondere Reisetipps für Lübeck

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Lübeck ist anders. Zumindest wenn man die Hansestadt mit den Städten im Süden Deutschlands vergleicht. Die Stadt erzeugt Fernweh, gerade weil Segelkähne mitten in der wasserumflossenen Altstadt vor Anker liegen. „Das Tor zur Ostsee“, wie man die Stadt auch nennt, wurde 1987 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. An die gute alte Zeit erinnern die vielen denkmalgeschützten Kaufmannshäuser in den historischen Gassen und kleinen verwinkelten Gängen.

In Lübeck habe ich ein Wochenende verbracht. Hier 5 Reisetipps, die sich kein Besucher entgehen lassen sollte.

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Holstentor

Das Holstentor („Holstein-Tor“) ist das wohl bekannteste und bedeutendste erhaltene Stadttor des Spätmittelalters in Deutschland. Das spätgotische Gebäude, erbaut zwischen 1464 und 1478, gehört zu den Überresten der Befestigungsanlagen der Lübecker Stadtbefestigung. Es ist neben dem Burgtor das einzige erhaltene Stadttor Lübecks. Einst lag es wie ein Brückenkopf vor der Stadt. 30 Geschütze fanden darin Platz, aus denen jedoch nie ein Schuss abgefeuert wurde.

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Stolz ist Lübeck auf seine drei Nobelpreisträger: Thomas Mann (1875-1955 / Literaturnobelpreis 1929), Willy Brandt (1913-1992 / Friedensnobelpreis 1971) und Günter Grass (geb. 1927 in Danzig / Literaturnobelpreis 1999). Alle drei betrachten die Hansestadt als ihre Heimat. Der Schriftsteller Thomas Mann wurde hier geboren und lebte bis zu seinem 18. Lebensjahr in der Stadt an der Trave. Der in Lübeck geborene Politiker Willy Brandt verlebte ebenfalls seine prägenden Jugendjahre in der Hansestadt, während der Schriftsteller Günter Grass als 68-Jähriger nach Lübeck zog – auch um Thomas Mann und Willy Brandt „nahe“ zu sein, wie er einmal sagte.

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Günter-Grass-Haus

Das Günter-Grass-Haus in der Glockengießerstraße 21, in dem der Schriftsteller sein Schreibatelier hat, versteht sich als Ausstellungs- und Forschungsstätte. Als Forum für Literatur und bildende Kunst bietet das Museum immer wieder neue Einblicke in Leben und Werk des Schriftstellers, Grafikers und Bildhauers Günter Grass.

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Buddenbrookhaus

Das Literaturmuseum „Buddenbrookhaus“ in der Mengstraße 4 ist Anziehungspunkt für Mann-Experten und Anhänger aus aller Welt. Hier werden auch die Werke von Heinrich Mann und dem Schriftsteller Erich Mühsam gewürdigt.

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Café Niederegger

Es ist das süße Wahrzeichen von Lübeck. Das Niederegger Marzipan ist auf der ganzen Welt bekannt. Im Jahre 1806 wurde es vom Konditormeister Johann Georg Niederegger gegründet. Geht man hinein in den Laden und in das angrenzende Café stehen 300 Spezialitäten zur Auswahl. Marzipan in vielfältigen Variationen, erlesene Pralinen, Nougat, Baumkuchen, Stollen und feinstes Gebäck. Hier findet man das perfekte Mitbringsel für die Lieben zu Hause – weltweit!

Das Sinnbild der Ostsee-Strände einst und jetzt: Der Strandkorb.

Das Sinnbild der Ostsee-Strände einst und jetzt: Der Strandkorb.

Ostsee-Strand

Ganz in der Nähe liegt die Lübecker Bucht mit verlockend schönen Stränden, wie Timmendorfer Strand, Scharbeutz, Travemünde. Die Travemünder Woche ist die zweitgrößte Segelsportveranstaltung der Welt und lockt in jedem Jahr im Juli rund 3.000 Segler in 800 Booten. Das Sportereignis auf der Ostsee wird flankiert von einem Volksfest zu Land, zu dem Hunderttausende nach Travemünde, „Lübecks schönster Tochter“, strömen.

Fotos: Buddenbrookhaus (1), Café Niederegger (3), Torsten Krüger (1)

 

 

 

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Trend des Tages – 9. Juli 2014

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I could stay here watching the waves for hours.

Scharbeutz, Germany, July 2014

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Growing up

We grow up too fast and leave too soon. But we still remember home.

5.1

 

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Fußball als Schule des Lebens

Morgen sieht die Welt wieder gebannt nach Brasilien, wo das WM-Halbfinale zwischen Deutschland und Brasilien stattfindet. „Brasilien wird gewinnen“, ist sich Anderson sicher. Wie der Junge aus einem der Elendsviertel von São Paulo zu einem Probetraining beim Topklub Corinthians São Paulo kam, lest Ihr hier.

von Gastautor Achim Muth. Aus der Serie: Der brasilianische Traum.

Vom Favela-Kind zum Star – viele junge Kicker in Brasilien haben diese Hoffnung. So wie der 17-jährige Anderson, der in einem Jugendzentrum in São Paulo an seiner Zukunft arbeitet.

DSC_0401 (Large)Was wäre, wenn . . . Einmal im schwarz-weißen Trikot der Corinthians. Einmal spielen in der großen Arena. Ist es nicht manchmal so, dass die Realität ohne Träume kaum zu ertragen wäre? Der Wirklichkeit entfliehen wie Peter Pan, für den 17-jährigen Anderson M. aus São Paulo sind das schöne Momente. Vom Tellerwäscher zum Millionär lautet der amerikanische Traum, die brasilianische Version von Anderson und ungezählten anderen Jungs geht so: Vom Favela-Kind zum Fußball-Star. „Ich wollte schon immer Fußball-Profi werden“, sagt Anderson, dessen Augen so einen melancholischen Blick haben.

Er sitzt in einem Zimmer des Jugend- und Kulturzentrums von Don Bosco im Stadtteil Itaquera, einem der vielen Armenviertel des 20-Millionen-Molochs São Paulo. Im Regal stehen Kinderbücher, an der Wand hängen bunte Bastelarbeiten. Die Einrichtung von Padre Rosalvino ist für Teenager wie Anderson eine Art Rettungsschirm. Nach einer Straftat war er zu neun Monaten Arrest im Jugendgefängnis verurteilt worden, die Bewährung absolviert er nun unter den Fittichen der Don-Bosco-Sozialarbeiter. „Das Wichtigste hier ist es, Vertrauen aufzubauen“, sagt Cristiane de Melo, Leiterin des Bildungsprogramms.

Von 157 Jugendlichen, die in den vergangenen Jahren an dem Bewährungsprojekt teilgenommen haben, hätten nur zwei wieder zurück ins Gefängnis gemusst. Die Mehrheit der Jugendlichen hier in Itaquera, heißt es in einem internen Dossier, hat Drogendelikte, Raubüberfälle oder Körperverletzungen verübt. Ziel sei es, sie wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Auch gehe es darum, die Kinder wieder mit ihren Familien zu versöhnen, die häufig nichts mehr mit ihnen zu tun haben wollen.

Anderson, so scheint es, hat den Aufenthalt als Chance begriffen. DasReintegrations-programm sieht eine tägliche, einstündige Gesprächstherapie vor, darüber hinaus nimmt er am vielfältigen Sportprogramm teil. Einmal in der Woche kommt auch seine Familie ins Zentrum. Anderson lebt mit seiner Mutter, dem Stiefvater und seinen fünf Geschwistern im Conjunto José Bonifácio, einem Wohnkomplex aus den 70er Jahren. „Ich bin dankbar für die Wende in meinem Leben, denn ich bin ein guter Junge.“ Das war nicht immer so. Itaquera ist kein Spielplatz, kein Hort für Kinder, die hier viel zu oft Dinge sehen, die sie in ihrem Alter nicht sehen sollten. Drogen sind allgegenwärtig, Kriminalität an der Tagesordnung.

„Ich habe falsche Freunde getroffen, die mich verführt haben“, sagt Anderson. „Dann habe ich ein Verbrechen verübt.“ Mehr möchte der Junge darüber nicht erzählen, aber seine Miene und das nervöse Spiel seiner Finger verraten, wie sehr ihn die Geschichte noch mitnimmt. „Das ist Vergangenheit, ich möchte jetzt nur noch in die Zukunft schauen.“
Zukunft. Die hat der 17-Jährige täglich vor Augen. Denn zwischen Andersons großem Traum und der Wirklichkeit liegen lediglich eine Eisenbahnschiene, eine Straße und eine kleine, begrünte Anhöhe. Einen Steinwurf vom Jugendzentrum entfernt wächst São Paulos neues WM-Stadion in die Höhe. Jedes Mal, wenn er auf dem staubigen Don-Bosco-Fußballfeld trainiert, kann er die Arena sehen. Das 250-Millionen-Euro-Projekt ist Andersons persönliche Erinnerung daran, nicht von seinem neuen Weg abzukommen. Es ist ein modernes, luftiges Stadion, in dem am 12. Juni die Fußball-Weltmeisterschaft mit dem Spiel Brasiliens gegen Kroatien eröffnet wurde.

Es gibt viel Kritik im Land an den enormen Kosten für die Stadien, aber Cristiane de Melo glaubt nicht, dass wegen der Weltmeisterschaft Gelder aus der Bildung und dem Gesundheitswesen abgezogen worden sind. Vielmehr hält sie den eklatanten Mangel an Investitionen im Sozialbereich für ein „historisches Problem“. Bildung und berufliche Qualifikationen würden seit Jahren vernachlässigt werden in Brasilien. Nach dem WM-Turnier wird die Arena zur neuen Heimat vom SC Corinthians Paulista, einem der Topklubs Brasiliens.

Erst 2012 gewann der Verein die „Copa Libertadores“, die südamerikanische Version der Champions League, und anschließend auch den Weltpokal. „Ich hoffe, dass ich irgendwann einmal in diesem Stadion spielen werde“, sagt Anderson und blickt hinüber über die Straße. Die Überschrift seines Traums könnte einem Wim-Wenders-Films entliehen sein: In weiter Ferne so nah. Anderson glaubt fest an das Ziel, er ist sich sicher, dass sich sein Leben „hin zum Besseren wenden wird“.

DSC_0412 (Large)Das Jugend- und Sozialzentrum von Don Bosco in Itaquera hat einen Jahresetat von einer Million Euro, für all die Kinder aus den benachteiligten Familien ist es ein wunderbares Idyll. Es gibt warmes Essen und jede Menge Freizeitangebote. Der brasilianische Kampftanz Capoeira wird ebenso gelehrt wie Taekwondo, Leichtathletik, Schauspiel, sogar ein kleines Schwimmbad existiert hier.

„Das Leben ist nicht schwierig, das Leben ist nicht leicht“, sagt Padre Rosalvino, „wir wollen hier aufzeigen, dass es sich lohnt, an sich zu glauben.“ Mit feinem Stolz in der Stimme erzählt er von den sieben Kunstturnern aus seinem Sozialzentrum, die für den weltbekannten Cirque du Soleil entdeckt worden seien – und natürlich von Kléber. Kléber de Carvalho Corrêa, wie er mit vollem Namen heißt, schaffte den Sprung von Don Bosco zu Corinthians, erzählt der Padre. Eine Saison lang kickte Kléber sogar für den Bundesligisten Hannover 96, ehe er 2004 nach Basel ging. Heute spielt der 34-Jährige, der 19 Mal in die brasilianische Nationalmannschaft berufen wurde, wieder in der Heimat für den FC Internacional in Porto Alegre.

Padre Rosalvino mit seinen Schützlingen.

Padre Rosalvino mit seinen Schützlingen.

Das Leben Klébers soll die Blaupause sein für Anderson. Täglich trainiert der 17-Jährige, seine Oberschenkel sind kräftig, und als ein Ball auf dem Hof des Jugendzentrums auf ihn zurollt, lupft er ihn geschickt mit dem Fuß in die Luft und lässt die Kugel lässig auf dem Spann tanzen. Selbst in Flip-Flops geht er elegant mit dem Ball um. Die Corinthians sind sein Team, ihre Farben Schwarz und Weiß sind auch seine Farben. Auf die letzten Spiele der Fußball-WM freut sich der Junge. „Brasilien wird gewinnen“, ist er sich sicher. Auch deutsche Nationalspieler kann der Jugendliche ohne zu überlegen herunterrasseln: „Klose, Schweinsteiger, Lahm, Müller, gute Spieler sind das.“

Wie wichtig der Fußball auch hier im Sozialzentrum von Itaquera ist, erzählt Juliana Alves de Macedo. Die 26-Jährige, die ein wenig aussieht wie Brasiliens Weltfußballerin Marta, arbeitet hier als Fußball- und Taekwondo-Trainerin. „Fußball bedeutet Integration, Liebe und Freundschaft unter Kindern“, sagt sie. Willi C. nickt. Der 16-Jährige kommt seit zehn Jahren regelmäßig ins Don-Bosco-Zentrum und nimmt dort am Training teil, im nahen Berufsbildungszentrum absolviert er einen Kurs in Grafikdesign. Sein Trikot hängt leger über die Hose, seine Stutzen hat er über die Knie gezogen, so wie es Stars wie Neymar oder Schweinsteiger heute gerne tun.

„Für mich ist hier jeder Tag ein besonderer Tag. Ich gehe hier immer glücklicher heraus, als ich reingekommen bin. Hier bekomme ich eine Struktur, sonst würde ich den ganzen Tag nur rumhängen“, sagt der Jugendliche. „Fußball bedeutet mir alles im Leben. Er gibt mir Motivation und Disziplin, auch für die anderen Dinge im Leben.“

Für Anderson wird sich die Zukunft bald entscheiden. Über Don Bosco wurde ihm ein Probetraining bei Corinthians São Paulo vermittelt. „Ich hoffe, dass ich es schaffe und Profifußballer werden kann“, sagt Anderson. Wenn nicht, wird die Welt nicht zusammenbrechen: „Dann mache ich hier eine Lehre zum Elektriker.“

Fotos: Achim Muth

 

 

 

 

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Follow the sun

Happiness is that first Friday afternoon in July when the car seat on the way to the pool is too hot on the back of my bared legs. Where will summer take me? Will I haunt the ice cream parlours of my city every second day? Will I stroll the beaches around my house near Barcelona with my dog?

Good times and cloudless days are the promise of the season – and the promise of this summers lightness. You will see lots of fun pictures of unpretentious days and evenings coming. Let´s bounce our spirits right up to the forever-blue sky!

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„My social book“ für Gaston

Habe heute ein tolles Geschenk erhalten. Ein Buch nur über mich und Euch, meine Freunde. Einfach klasse! Ihr seid alle da. Motte, Mina, Lexi, der Louis, Binky, Pan, Paul, Charlie und ganz viele andere. Mit Fotos! Auf 341 Seiten! Ich freue mich riesig und schmökere schon den ganzen Tag darin.

Und Frauchen meint, dass sei eine wahnsinnig schöne Erinnerung an mich. Falls ich irgendwann mal über die Regenbogenbrücke gehe. Das zu bekommen ist ganz einfach.

Und bestellen kannst Du es übers Internet bei My social book.

Und hier ein paar Seiten aus meinem Buch!

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Fußballfieber aus afrikanischer Perspektive

von Gastautorin Birgit Schönharting
Blog: grussvonunterwegs

P1050182Als bekennende WM-Fußball-Virus-Ergriffene war es schon ein bisschen komisch, die Vorrunde dieser sportlichen Ausnahmezeit weder auf Straßen und Plätzen in Deutschlands schwarz-rot-goldenem Fahnenmeer noch im Gastgeberland der Seleção zu verfolgen.

Aber meine eigenen Reisepläne bzw. die Verfügbarkeit von freien Tagen meines „travelmates“ und mir sahen Anderes vor, und so wanderten also ins Reisegepäck auf die dreiwöchige Südost-Afrika-Tour nach Sambia, Malawi und Tansania auch einige Fanartikel, die klar erkennen ließen, welcher Nationalität ich zuzuordnen bin (dachte ich zumindest, bis mir jemand jubelnd „France“ zurief – na gut, auch ich weiß nicht alle Nationalfarben der afrikanischen Länder auswendig!!).

P1190979Neben Fahne (eignet sich bestens als ostafrikanischer Wickelrock, genannt „Kanga“), Schminkstift für Kriegsbemalung, Schal und Kopfbedeckung (es ist ja schließlich „Winter“ auf der Südhalbkugel) konnte ich mit einem sehr passenden Trikot aufwarten, das ich mir für 2010 mit dem ostafrikanischen Suaheli-Wort „Dada“ (= Schwester) bedrucken ließ. Außerdem war ich besonders angetan, dass es bei einem großen deutschen, ehemals hauptsächlich durch Kaffeeverkauf bekannten Unternehmen „Deutschland-Flipflops“ (genaugenommen DAS typischste afrikanische Schuhwerk) zu erstehen gab – die waren natürlich auch am Start, und zwar gleich in doppelter Ausführung.

IMG_1679Auch wenn meine drei besuchten Länder nicht zu den allerstärksten Fußballnationen dieses Kontinents gehören, weiß man aber trotzdem nicht erst seit der WM 2010, dass das runde Leder (hier oft auch noch aus einer mit zusammengewickelten Stofffetzen und Gummibändern verstärkten aufgeblasenen Tierblase oder einem Luftballon bestehend) überall hochbeliebt ist. In fast jedem noch so abgelegenen Dorf findet man irgendwo zumindest einen „Bolzplatz“ mit zwei torähnlichen Gebilden.

Sofern also öffentliche Fernsehgeräte zu finden sind, sollte die Fernunterstützung bei den deutschen Spielen ja wohl kein Problem darstellen!

P1040758Und für wen schlägt das afrikanische Fußballerherz? Eine schöne aktuelle Einstiegsfrage beim Kennenlernen auf der Straße.

Da weder Sambia noch Malawi oder Tansania selbst vertreten waren, wird das afrikanische Gemeinschaftsdenken einfach ausgeweitet – und die Unterstützung und das Mitfiebern gilt zu allererst den anderen Vertretern des schwarzen Kontinents, also Ghana, Nigeria, Kamerun, Elfenbeinküste und auch Algerien. Selbst die TV-Werbungen zielen auf „Africa United“ ab: „No matter what nation, we are all Team Africa“ (oder so ähnlich!). Schade, dass es zuletzt dann mal wieder nur zwei Vertreter bis in die Hauptrunde geschafft haben.

Ansonsten schlagen die Herzen für Favoriten wie Brasilien und Spanien. Und sehr, sehr häufig eben auch für die Deutschen: Außer beim Spiel gegen Ghana zeigten die Daumen immer schnell nach oben, wenn es um „la Mannschaft“ ging und klar war, dass wir aus Deutschland kommen.

P1050184Und prompt werden uns Namen wie „Lahm“ oder (trotz schwierigster Aussprache) „Sweinstaiger“ zugerufen. Dass „Osil“ nicht unbedingt typisch deutsch ist fällt hier nicht weiter auf, und fleißig üben unsere malawischen Freunde mit uns die Umlaute für ein langgezogenes „Ööööööööözil“ und „Müller“.

Dass meine Reisebegleitung trotz gleichem Nachnamen mit unserem Torjäger NICHT verwandt ist, wundert nur kurz. Nur beim deutschen Torwart bleiben die Jungs beharrlich beim „Sprachfehler“: NEVER heißt dieser, und zwar deshalb, weil er (fast) never einen Ball ins Netz lässt! Das müsste man ihm eigentlich mal als Fanpost schreiben! Also, als deutsche Fans hat man nichts Negatives zu befürchten und wir hatten auch nichts dergleichen zu vermelden.

P1040752Liveticker: Das Vorrundenmatch Nummer eins gegen Portugal verfolgen wir in einer kleinen Strandbar in Nkhata Bay am Malawisee, während draußen am Lagerfeuer von unseren Freunden ein Dankeschön-Essen gekocht wird. „Geschmückt“, als einzige zwei Weißhäute weit und breit, inmitten einer recht verhaltenen Gruppe junger Malawier (Frauenquote geschätzt 10 Prozent, mit uns inklusive)!

Getrunken wird hier wenig (mangels finanzieller Möglichkeiten der Zuschauenden), ein kleiner Stromausfall belastet zum Glück nur ein paar Minuten lang unser Nervenkostüm. Kein Massenjubel, kein Autokorso – eher beschaulich. Aber nicht minder schön – die „Alles-Müller-oder-was“-Show!

P1190980Zweiter Akt: Ein Pub und Nightclub in Iringa/Tansania. Die Stimmung nicht gar so „pro-deutsch“, schließlich geht es gegen Ghana. Trotzdem findet man uns und unsere Verkleidung „lustig“, besonders mein Shirt macht nun eben Sinn und wird erfreut aufgenommen. Die ghanaischen Tore werden mit Applaus und lautem „Ahsante“ („Danke“)-Rufen bekundet, schlussendlich können irgendwie alle mit dem Unentschieden leben, auch wenn Ghana den Sieg ja doch dringend gebraucht hätte. Unsere nun wegen uns parteiischen Freunde in Malawi haben wohl beim Rufen der neu gelernten deutschen Namen nach eigenen Aussagen einiges riskiert an diesem Abend, sind aber ungeschoren davongekommen!
P1200099Teil drei: Am Abend vor dem Rückflug nach Deutschland schmeißen wir uns nochmal in Schale und wollen das Spiel gegen die USA in der tansanischen Metropole Dar es Salaam anschauen. Scheint die einfachste Aufgabe zu werden, hier etwas Passendes zu finden. Doch wie naiv beziehungsweise beschränkt kann man denn sein?

Wir haben schlichtweg egozentrisch verdrängt, dass das Parallelspiel Ghana gegen Portugal für die Afrikaner doch einfach viel wichtiger ist als unseres und auch Konferenzschaltungen nicht überall an der Tagesordnung sind. Und so irren also zwei Schwarz-Rot-Goldene verzweifelt und erfolglos zwischen Heimkino bei Freunden, Pub eins, zwei und drei umher, um schließlich doch nur das (zum Glück positive) Endergebnis bibbernd und ohne Bilder nach Spielschluss zu erhalten.

P1190983Das lief dann mal wohl nicht ganz wunschgemäß! Wir haben versucht, es mit afrikanischer Gelassenheit zu ertragen, wenigstens durften wir unterwegs ein paar Mädels mit unserem Schminkstift verzieren. Die Zusammenfassung hat uns dann immerhin am Flughafen die Wartezeit verkürzt.

Mein Trikot habe ich aus Fanverbundenheit auch bei der Heimreise noch getragen, und habe damit noch den ein oder anderen anfeuernden Kommentar oder Glückwunsch erhalten. Ein kenianischer Steward auf dem Flug von Nairobi nach Amsterdam meinte strahlend in bestem Deutsch: „Ich bin auch großer Fan der Deutschen!““ Und der holländische Sicherheitsbeamte im Schiphol-Airport meinte freundlich zwinkernd:
„Und – denkst Du, Ihr holt die Trophäe?“

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Natürlich wäre ich gern noch länger in afrikanischen Gefilden geblieben, und vieles auf meiner Reise hat den bisherigen Verlauf der WM und ihre Themen in den Schatten gestellt. Aber ein kleines bisschen freue ich mich nun doch auch auf das Mitfiebern hier vor Ort in Deutschland!

Gemeinsam zittern und hoffentlich gemeinsames Jubeln, das ist schon etwas Besonderes. Schön jedenfalls zu wissen, dass wir zusätzlich auch auf halber Strecke ein paar afrikanische Unterstützer auf unserer Seite haben. Gut, wohl noch nicht in vollem Ausmaß gegen Algerien, aber vielleicht und hoffentlich ist das noch nicht das letzte Spiel der deutschen Elf!

P1030126Schal und Hut sind übrigens als begehrte Freundschaftsgaben in Afrika geblieben, die Sandalen habe ich aber trotz intensiver Anfragen nicht hergegeben! Die werden jetzt erstmal noch zur Unterstützung gebraucht!

Also, auf geht’s … Schlaaaaaaand!

Fotos: Archiv B. Schönharting

 

 

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