Segeltörn mit der Eye of the Wind: Tag 6 – Auf See

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Nach einer Einweisung geht es hinauf in die Masten.

Wir segeln hinüber nach Marigot, dem französischen Teil der Insel St. Martin bzw. Sint Maarten. Die Brise, das Wasser, den Klang der Wellen hören und spüren. Das erlebe ich heute besonders intensiv, da es mein letzter Tag an Bord ist.

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Ich habe Lust, in die Masten hinauf zu klettern und nach einer Anleitung von einem Crew-Mitglied fasse ich allen Mut. Ich habe eine spezielle Sicherheitsweste mit Karabiner-Haken an, zum Festmachen in schwindelnder Höhe. Langsam steige ich hinauf. Die junge Frau, die mich eingewiesen hat, klettert vor mir und erklärt mir die Schritte. Wahnsinn, von oben hinunter auf das Deck und auf das Meer zu blicken. So schön!

Mein Blick reicht hinüber zur Insel, ein Postkartenmotiv. Später, zur blauen Stunde, gibt es Rum-Punsch für alle. Wir reden, lachen gemeinsam und erinnern uns. Die vorangegangenen Tage auf dem Meer erscheinen mir wie eine Ewigkeit, mein Gefühl ist ganz weit weg von Zeit und Raum.

Segeln auf einem traditionellen Windjammer. Das verspricht, eines der letzten großen Abenteuer zu werden. Dem Alltag davon segeln oder Teil der Crew werden. Anpacken, mitmachen – alles ist möglich. Oder sich einfach zurücklehnen, in den Himmel blicken und Gott und die Kraft der Natur spüren. Eine Erfahrung, die ungewöhnlich ist und das Bewusstsein erweitert.

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Zum anderen gibt es auf der Alten Dame kein WLAN, sondern nur das Geräusch des Windes und der Wellen. Und ein Schaukeln, das mal sanft, mal heftig sein kann, je nach Seegang! Die digitale Welt bleibt draußen, egal, ob auf dem Mast oder in der Kajüte. Crew wie Gäste gehören zusammen, sie sprechen eine Sprache: Die des Segelns, der Erlebnisse auf dem Ozean, der unvergesslichen Momente unter dem Nachthimmel mit den unzähligen Sternschnuppen und der ganz persönlichen Glücksmomente.

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Nicht nur in ihrem realen Leben hat die Eye of the Wind Stürmen getrotzt, ist ausgebrannt, und gestrandet. Als Königin der Meere war sie schon mehrfach in Hollywood-Produktionen dabei. Damals, Anfang der 1980er, in Die blaue Lagune und in dem Piratenabenteuer Savage Island, später aber auch in dem Historien-Epos Tai Pan, in der Geschichte über den berühmten britischen Navigator Matthew Flinders in A Desperate Fortune, in der TV-Doku Der Längengrad und dann in ihrer wohl berühmtesten Rolle im Kinofilm White Sqall mit Jeff Bridges.

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Nach dem Abendessen gehe ich zurück an Deck. Nachts ist es hier besonders schön. Die Augen wandern nach oben, in die tiefschwarze Unendlichkeit, die nur von ein paar Wolken durchbrochen wird oder von einem alles dominierenden Vollmond, der hier draußen auf dem Meer besonders hell leuchtet. Und da oben, irgendwo jenseits unseres Wissens, muss es etwas geben, das größer ist als alles andere. Einen Gott, einen Schöpfer oder einfach eine Macht, die umfassender ist als das uns Bekannte, als das uns Vertraute. Der Mensch fühlt sich ganz klein und zugleich doch als Teil des großen Ganzen, als Rädchen im Getriebe unseres Universums. Die Planken der Eye of the Wind können viel erzählen, wahre Begebenheiten ebenso wie auch Legenden aus einer anderen Zeit.

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Übrigens, Ihr könnt die Eye of the Wind beim Hamburger Hafengeburtstag ab 9. Mai 2018 auch persönlich kennenlernen. Jetzt ist sie noch unterwegs auf dem Atlantik Richtung Europa. Aber so wie ich sie kenne, wird sie pünktlich sein und Euch herzlich an Bord willkommen heißen!

Fotos: Jean Jarreau (4)

Die Reise wird von Forum Media Group unterstützt.

 

 

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Segeltörn mit der Eye of the Wind: Tag 5 – Sint Maarten

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Wir ankern heute vor Philipsburg, der Hauptstadt des holländischen Teils der Insel.

Ein kleines Eiland in der Karibik. Saint Martin und Sint Maarten. Letzteres gehört zum Königreich der Niederlande, ist aber autonom. Die offizielle Bezeichnung von St. Martin lautet französisches Überseegebiet. Die Insel teilt sich in diese zwei Gebiete. Offiziell gibt es 90.000 Bewohner, die alle europäische Pässe haben. Entweder besitzen sie die holländische oder die französische Staatsbürgerschaft. Ein kleines Europa mitten in der Karibik.

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1848 wurde die Sklaverei abgeschafft. Es gibt keine gefährlichen Tiere auf der Insel, außer harmlosen Leguans, die in den 1990er Jahren aus den Inselzoo heraus spaziert sind und sich seitdem vermehrt haben. Die faszinierenden Reptilien sind zu Maskottchen der Insulaner und Gäste geworden. Beliebt bei Touristen aus aller Welt sind die 37 öffentlichen Strände, die pastellfarbenen Holzhäuschen und die freundlichen Bewohner, die jeden Fremden willkommen heißen.

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Auch US-Präsident Trump hat ein Anwesen hier. Zu seinem Bedauern wurde sein Antrag auf einen Privatstrand abgelehnt. Die Insel ist vom Tourismus abhängig, denn es gibt weder Industrie noch eine ausgeprägte Landwirtschaft. Der Großteil der Lebensmittel muss importiert werden. Viel Wert wird auf das Bildungsniveau gelegt. Jedes Kind kommt bereits im Alter von drei Jahren in die Vorschule.

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Doch am 6. September 2017 ging hier die Welt unter. Seitdem ist in dem kleinen Inselstaat nichts mehr, wie es einmal war. Der Jahrhundertorkan Irma zerstörte den größten Teil. Aufräum- und Renovierungsarbeiten sind noch in vollem Gange und man hofft, die zerstörten Hotelanlagen zu Beginn der Saison im Oktober wieder zu eröffnen.

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Wir bummeln durch Philipsburg und sehen überall kaputte Bauten. Wenn keine Kreuzfahrtschiffe anlegen, die Tausende von Gästen ausspucken, wirkt die Einkaufsmeile trostlos. Wenn Touristen die Stadt bevölkern, ist die Strandpromenade fast so lebendig wie vor Irma.

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Wir sind am Spätnachmittag zurück auf der Eye of the Wind und tuckern weiter Richtung Simpson Bay, wo Anker gesetzt wird und wir die Nacht verbringen werden. Mit ein paar Crew-Mitgliedern fahre ich mit dem Tender hinüber zur Cole Bay, wo wir in der Bar Lagoonies einen Drink haben. Rechtzeitig zum Abendessen sind wir wieder zurück. Später sehe ich mir die DVD White Squall an, ein spannendes Segelabenteuer. Die Eye of the Wind hat in dem Hollywood-Film die Hauptrolle gespielt.

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English Harbour, Nelson’s Dockyard und der beste Rumpunsch in der Karibik

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Ein Ausflug führt uns von Antiguas Hauptstadt St. John’s nach English Harbour. Die Fahrt im günstigen Minibus dauert etwa 45 Minuten. English Harbour diente im 18. Jahrhundert nicht nur als Hafen, sondern auch als ein Ort der Zuflucht vor Orkanen.

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Hier war Großbritannien in der Lage, seine Schiffsflotte zu reparieren und mit Proviant sowie Wasser zu versorgen. Das sicherte die Seeherrschaft der Briten in der Karibik. In Nelson’s Dockyard, den berühmten georgianischen Docks aus dem 18. Jahrhundert, erinnern mächtige Wehranlagen und imposante Kolonialbauten an die große Zeit der britischen Seefahrt.

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Von hier starteten die Admiräle Horatio Nelson (ab 1784), Rodney und Hood mit der Flotte der Leeward Islands zu ihren siegreichen Seeschlachten. Die historische Schiffswerft mit den mächtigen Steinsäulen, die einst zu einem Bootshaus gehörten, den Lagerhäusern, Werkstätten und Ausrüstungsläden wurden im 20. Jahrhundert originalgetreu rekonstruiert.

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Ein Muss ist der Besuch des Dockyard Museums. Und was es mit dem Mythos weiblicher Galionsfiguren auf sich hat, erfahrt Ihr da auch. Ebenso Faszinierendes über das Leben von Admiral Nelson.

Und vergesst nicht, in der H.Q. Bar mit Blick auf den Yachthafen einen Rumpunsch zu trinken. Den besten überhaupt in der ganzen Karibik, finde ich!

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Brad und Die Häschenschule

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Brad ist krank und langweilt sich. Da kommt die Geschichte aus Der Häschenschule um Mutter Hase doch sehr gelegen. Mit diesem Filmchen wünschen wir Euch allen Frohe Ostern!

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Gänsehaut beim Ostereiersuchen!

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Gründonnerstag! Haben wir alles eingekauft, das wir fürs Wochenende brauchen? Zusätzlich noch etwas Spannung zum Osterfest gefällig? Warum nicht! Zum Beispiel mit John Grishams neuestem Roman! Es geht um Gier und Macht und darum, dass eine Privatuni zur Schuldenfalle wird!

Die drei wollten die Welt verändern, als sie ihr Jurastudium aufnahmen. Wie wir doch auch, wenn wir ein Studium beginnen und Pläne von einer prickelnden Zukunft haben!

Doch jetzt stehen Zola, Todd und Mark kurz vor dem Examen und müssen sich eingestehen, dass sie einem Betrug aufgesessen sind. Die private Hochschule, an der sie studieren, bietet eine derart mittelmäßige Ausbildung, dass die drei das Examen nicht schaffen werden. Doch ohne Abschluss wird es schwierig sein, einen gut bezahlten Job zu finden. Und ohne Job werden sie die Schulden, die sich für die Zahlung der horrenden Studiengebühren angehäuft haben, nicht begleichen können.

Aber vielleicht gibt es einen Ausweg. Vielleicht gibt es eine Möglichkeit, nicht nur dem Schuldenberg zu entkommen, sondern auch die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Ein geniales Katz- und Mausspiel nimmt seinen Lauf.

Gänsehaut beim Ostereiersuchen? Na, dann mal los!

John Grisham: Forderung, 432 Seiten, 24 Euro. Bestellen könnt Ihr den Thriller gleich hier!

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Segeltörn mit der Eye of the Wind: Tag 4 – St. Barth

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Heute erreichen wir St. Barth. Die von den karibischen Ureinwohnern „Ouanalao“ genannte Insel taufte Kolumbus zu Ehren seines Bruders Bartholoméo um. Europäisch wurde sie jedoch erst ab 1648, und zwar von Franzosen, die aus der Normandie über St. Kitts anreisten. Immer noch sprechen heute einige Bewohner das normannische Französisch ihrer Vorfahren. An Feiertagen tragen die Frauen normannische Trachten wie zu Zeiten der ersten Siedler.

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Von 1784 bis 1877 war die Insel unter schwedischer Kolonialherrschaft. Straßenbezeichnungen, Gebäude und Festungsanlagen erinnern neben dem Hauptort Gustavia an diese Zeit. Das Städtchen zeigt sich mal luxuriös, mal mit Puppenstuben-Charme. Nicht umsonst bezeichnet sich die Insel gerne als Refugium der Reichen und Schönen des internationalen Jetsets. Rockefeller, der Kennedy-Clan und Baron de Rothschild hatten oder haben hier Villen. Oft gesehen werden Brooke Shields, Prinzessin Stéphanie von Monaco oder Billy Joel.

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Spektakuläre An- und Abflüge erlebe ich mit Blick auf den Aéroport Rémy de Haenen. Die Start- und Landebahn ist so kurz, dass Piloten eine spezielle Lizenz benötigen, um den Flughafen an- oder abfliegen zu dürfen. Per Autostopp gelange ich auf den Hügel kurz vor der Landebahn. Die ankommenden Flieger kann ich fast mit ausgestreckten Armen berühren.

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Später liege ich am Shell-Beach, wo die Yachties im Sand tanzen und Champagner trinken. Pünktlich um 18 Uhr geht es mit dem Tender zurück zur alten Dame, die sich im milden Sonnenuntergangs-Licht auf den Wellen räkelt.

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Wir essen zu Abend und sitzen in der Messe bei Gesprächen und Seemannsgarn beisammen, bis uns die Augen zufallen. Das Meer vor St. Barth ist nachts ruhig. Wellen sind kaum zu spüren, und auch die alte Dame kann getrost einschlafen.

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Die Reise wird unterstützt von der Forum Media Group.

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How to get free Sail Training in the Caribbean?

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… but donors are also wanted!

Change your Course and Make a Difference! Why not? It is never too late. Caribbean Sail Training could be the answer!

The idea:

Caribbean Sail Training (CST) has been established some 14 years ago (in Grenada first, later in St.Maarten and now St.Martin) as a registered non-profit association with the aim to help in providing education and sail training towards young people of all nationalities, cultures, religions and social backgrounds, specially towards people living in the Caribbean.

Caribbean Sail Training basically receives funds from businesses, private persons and other organizations that are used to provide youngsters with sponsorship to board ships and yachts as trainees so that they don’t need to find the necessary money themselves.

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The Target group: Caribbean and youth from other nationalities.

Many of the Caribbean youth or their parents and family are not wealthy enough to come up with necessary funds to provide their youngsters a sail training term on board a vessel, so that’s where CST comes to help.

As organization we select cooperating Tall ships, square riggers, large yachts and even race boats, that take youngsters on a sail training trip. We arrange the funds (as each sail training vessel need some money from trainees in order to keep working and exist), we do all the paperwork, we arrange and pay for transport to and from the ship (and air line tickets and hotels if necessary), we pay for food and drinks and most of the expenses. Our ultimate goal is to build, restore or acquire one day a Tall Ship to run sail training and educational programs at sea all year round for Caribbean and other young people.

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Caribbean Sail Training has placed many youngsters on Tall Ships and yachts over the past years mainly in co-operation with the Maritime School of the West Indies in St. Martin and the ship and yacht agency Yacht Assistance.

CST accepts requests from schools, yacht clubs and institutions that are interested to place a student on one of the vessels as a trainee. Private persons, youngsters and parents are also encouraged to contact the association to participate in a sailing adventure on board on one of the ships.

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Applicants need to have the minimum age of 15 and be not older than 25 years on most of the Tall Ships but sometimes older trainees are accepted as well on board of some of the sail training vessels.

5 questions to Jan, the president of Caribbean Sail Training

Jan

Jan, President, Caribbean Sail Training, Non-Profit Association.

Jan, can young people from Germany apply also, or from the United States and other Western countries, I mean from the richer countries in the world, for the sail training?

Caribbean Sail Training, as the name suggests, can only accept trainees born in the Caribbean and people from any country as long as they live in the Caribbean (and have been living in the Caribbean for at least a year). Our aim is to pay for the training instead of the youngsters paying themselves, so if we would accept people from other countries just to come and do sail training we would never have enough budget to pay also for those.
We are struggling to find money from donations already in order to provide Caribbean youngsters with the free sail training.

Awareness building through sailing? Who had the idea to found the NGO and what will give the training to the young people?

I used to be heavy involved in Tall ship building some 30 years ago so that is where I came up with the idea to start up sail training for youngsters. All the advantages of doing sail training for youngsters are described in many web sites on the Internet and proven by many teachers, doctors, physiologists and people working in education. We have many testimonials from youngsters and parents explaining how much the sail training has changed their lives for the best.

We have several youngsters that have been on sail training trough our non-profit organization for the first time years ago and have continued in the maritime world afterwards, some of those even became captain on a mega yacht.

How many applicants are you accepting within a years term?

We accept as much trainees as possible and as much as we can afford to pay for. Sail Training costs are in-between US $600 and US $2.000 per week so you can imagine that we cannot have hundreds of youngsters each season. The more money donations we receive the more youngsters we can place, and for sure we need donors! We have the paperwork for larger tax-deductible donations but even a yearly $100 public membership helps us a lot.

In which regions sail trainings are taking place?

We have around 75 Sail Training Vessels that are member vessels of Caribbean Sail Training and those ships sail all over the world. Several are in the Caribbean during the winter season others are in Europe, the USA, Canada, Latin America or even sailing around the World.

We had youngsters from the Caribbean for which we have paid the airline tickets from St.Maarten to Holland and further on to Norway to sail in the Tall Ship Races, we’ve paid for their training and air fares back to the Caribbean, but because of our limited budget we try to have most of the trainees sailing on vessels that are in the Caribbean to limit the travel expenses.

How many students in total you had already on sailing ships?

Over the 14 years we’ve had hundreds, some participated in the Maritime Experience Days (a one day sail training) that we organise all the time with many ships while they are in the Caribbean and others have been on one or several week voyages, some did longer training like 3 months including Atlantic Crossings.

If one day we receive many many donations or a large one we could have thousands, because we have to refuse too many trainees due to lack of funds.

Thank you very much for your explanation, Jan.

www.caribbeansailtraining.com

Photos: CST

 

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Ein Familienepos aus dem hohen Norden

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Gelesen habe ich das Buch während meines Segeltörns in der Karibik. Ich hatte Lust auf einen Roman aus dem hohen Norden. Irgendwie seltsam, sich in den Tropen mit einer Geschichte zu befassen, die fast ausschließlich im Schnee spielt. Ich mag Schnee und war während der großen Kältewelle in Deutschland gerade auf Reisen. Doch ich habe mich mitreißen lassen, war mit Maria auf ihrem Fahrrad unterwegs, zu den Gebärenden, den halbtoten Schwangeren, denen nur sie noch helfen konnte. Und später habe ich einen Blick gewagt in die Beziehung von Lahja und Onni, die so verstrickt und emotionslos, oder vielleicht gerade deswegen mit so einem großen Gefühl beladen war.

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In einer Kleinstadt im Norden Finnlands liegt Lahja im Jahr 1996 auf dem Totenbett. Sie blickt zurück auf die Kindheit mit ihrer Mutter Maria, einer emanzipierten und unkonventionellen Hebamme, die sich entschied, sie alleine groß zu ziehen. Lahja erinnert sich an ihre Leidenschaft, die sie zum Beruf machen konnte: Das Fotografieren. Und sie denkt vor allem an ihren Ehemann Onni, der ihr zwar die lang vermisste familiäre Geborgenheit gab, doch jegliche körperliche Nähe verweigerte. Nach Jahren unterdrückter Gefühle ließ sie sich zu einer unverzeihlichen Tat hinreißen. Erst nach ihrem Tod findet ihre Schwiegertochter Karina auf dem Dachboden einen Brief, der die schockierende Wahrheit ans Licht bringt.

Über das ganze 20. Jahrhundert mit all seinen Erschütterungen spannt dieser epochale Familienroman. Kunstvoll verwebt Tommi Kinnunen darin die Schicksale von vier Menschen, deren Träume größer sind als die Möglichkeiten, die das Leben offeriert.

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Kuusamo im Norden Finnlands.

Zum Autor: Tommi Kinnunen stammt aus einer Fotografenfamilie aus dem nordfinnischen Kuusamo. Es waren denn auch Familienfotos, die ihn zu seinem Romandebüt inspirierten. Sein Werkzeug war nicht die Kamera, sondern es waren die Worte, wie er sagt. Der Erfolg überraschte ihn selbst am meisten. Das Buch war ein ebenso großer Leser- wie Kritikererfolg und führte wochenlang die finnische Bestsellerliste an. Und außerdem: Tommi öffnet für uns sein Familienalbum. Hier sind ein paar seltene Fotos von seiner Urgroßmutter, die auch Hebamme war, der Kleinstadt, in der er aufwuchs und von seinem Großvater.

Tommi Kinnunen: Wege, die sich kreuzen, 336 Seiten, 20 Euro.

Der Buchhändler Eures Vertrauens hat bestimmt das Buch vorrätig oder kann es Euch bestellen. Unterstützt einfach mal die kleinen Buchhandlungen in Eurer Nähe!

 

 

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Tiere im Krieg

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Ich habe sie selbst getroffen, während meiner Arbeit in Kriegsgebieten: Soldaten, die sich mit Straßenhunden angefreundet haben, sich um sie kümmern, ihnen zu fressen geben. Eigentlich war da immer jemand, mit dem ich gesprochen habe und der einem Tier sehr nahestand.

Mitnehmen ist unmöglich, das ist allen bewusst. Die Armee hat strenge Regeln. Transportiert werden nur Soldaten und deren Marschgepäck, wozu Straßenhunde nicht zählen. Nach Abzug der Truppe sind die Vierbeiner wieder auf sich gestellt: In feindlicher Umgebung, unter Menschen, die sie misshandeln und ohne Nahrung. Manch einer erschießt in dieser Situation lieber seinen treuen Freund, als ihn allein zurückzulassen. Das sind Schicksale, die ich am Rande mitbekommen habe und über die ich schon immer mal schreiben wollte.

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Masar-e-Sharif, Afghanistan.

Jetzt habe ich einen Artikel gelesen und sehe nun den Anlass gekommen. Ex-Soldat Pen Farthing hat den Verein Nowzad gegründet, der Soldaten hilft, ihre Straßenhunde und -katzen mit nach Hause nehmen zu können. Er selbst hat 20 Jahre lang in der britischen Armee gedient. Es war in Afghanistan wo Farthing im Ort Now Zad einen Hund traf, der ihn nicht mehr von der Seite wich. Er nannte ihn nach dem Ort, wo er ihn gefunden hatte. Nowzad wurde sein Hund.

So fing es an, die Idee, einen Verein zu gründen. Zuerst mit einer Hundeklinik und Auffangstation in Kabul, die allererste im Land. Spenden für einen Heimflug werden gesammelt, und inzwischen konnten 1.000 Veteranen mit ihren Hunden und Katzen wieder zusammengeführt werden.

Darunter Briten, Amerikaner, Kanadier, Australier, Südafrikaner und auch Deutsche. Mittlerweile steht die Klinik in Kabul allen offen und die Tierärzte, darunter drei Frauen, sind lokale Fachkräfte. Der Verein ist jetzt auch im Irak, Libyen, Kuwait und der Ukraine aktiv. Ein Beispiel, das Schule machen sollte. Finde ich!

Hier das vollständige Interview!

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Segeltörn mit der Eye of the Wind: Tag 3 – Landgang in Nevis

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Nach dem Frühstück werden wir mit dem Tender an Land gebracht. Ein Crew-Mitglied hat sich einen tiefen Schnitt am Fuß zugezogen und muss zum Arzt, um die Wunde nähen zu lassen. Mit meiner Freundin Andrea schlendere ich durch die Straßen der 1660 gegründeten Hauptstadt Charlestown mit den bunten Pastellhäusern und rund 2.500 Einwohnern.

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Im Hafen legen auch die Fährschiffe aus Basseterre auf St. Kitts an. Das Leben geht hier sehr beschaulich seinen Gang. Aber es ist auch Samstag, und der Müßiggang macht sich breit. Ich kaufe eine Postkarte. Überhaupt, die Anzahl an Postkarten ist sowohl in Antigua wie auch hier sehr beschränkt. Und ich habe ja doch einige Bekannte zuhause, die sich über handgeschriebene Grüße freuen.

Ich gehe in die Stadtbücherei durch eine Art Noteingang. Die Treppe hoch und ins Bücherparadies. Die Regale sehen sehr verramscht aus. Einige Bücher liegen am Boden. Die zwei Angestellten schauen in ihre Smartphones. Ich frage eine der Frauen nach WiFi. Sie gibt mir das Passwort. Der Zugang ist richtig gut. Ich kann das Nötigste auf meinem Handy erledigen. Denn auf dem Wasser bin ich ja nicht digital unterwegs. Auch gut.

Dann laufe ich durch die Hauptstrasse, vorbei an Trinkbuden, restaurierten kreolischen Holzhäusern und einer Statue des ersten Gouverneurs der Insel sowie kleinen Geschäften.

In einer Parkanlage treffen sich Frauen und Kinder zum Ratschen und um Neuigkeiten auszutauschen. Von einem Balkon im Obergeschoss eines hellblauen Holzhauses schauen 2 Rastafari dem Treiben auf der Straße zu, mit jeweils einer Flasche Caribe-Bier in der Hand.

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Die Barber-Shops sind voll. Die Männer machen sich für den Samstagabend fein. Über dem Geschehen thront der 990 Meter hohe Nevis Peak, ein Schichtvulkan. Das Nelson Museum habe ich in der kurzen Zeit leider nicht besuchen können.

thumb_P1010378_1024Als Kommandant der Flottenbasis English Harbour auf Antigua heiratete Admiral Nelson die Nichte des Insel-Gouverneurs von Nevis, die schöne, junge und reiche Witwe Frances Nisbet. Sie starb verlassen und einsam auf ihrer Heimatinsel, da sich der spätere Oberbefehlshaber der britischen Flotte im Mittelmeer von ihr trennte und 1798/99 in Neapel Lady Emma Hamilton heiratete.

Gegen Mittag verlassen wir diesen tragischen Ort. Die Eye of the Wind und der Schiffskoch erwarten uns mit dem Mittagessen. Dann geht es wieder los, hinein in das Blau des Ozeans. Nachts blicke ich ins Firmament. Die Sternennacht an Bord ist pure Magie.

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